Bodo Gölnitz - Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1

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Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1: краткое содержание, описание и аннотация

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An einem kalten verschneiten Wintertag des Jahres 1955 wird Bodo als sechstes Kind einer Flüchtlingsfamilie geboren.
Seine Mutter hatte sich aus einem kleinen ostpreußischen Dorf mit fünf
kleinen Kindern und zu Fuß auf den Weg gemacht, während ihr Mann irgendwo in einem Schützengraben an der Ostfront steckte.
Nach Kriegsende soll es noch acht lange, harte und entbehrungsreiche Jahre dauern, bis die Familie wieder zusammenfindet.
Deutschland versucht, wieder in die Normalität zurückzufinden, und der kleine Bodo lernt, was es heißt Flüchtlingskind zu sein und in ärmlichen Verhältnissen aufzuwachsen. Und noch etwas lernt er – durchzuhalten. Getrieben von dem Vorsatz, eines Tages Wohlstand und Glück zu
erreichen, macht er sich auf den Weg. Er verlässt früh sein Elternhaus, findet seine erste Liebe, aber auch erste große Enttäuschungen.
Doch eines Tages meint er nah am Ziel zu sein.
Aber die Pfade des Lebens sind steinig und schmerzhaft.

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Etwa drei Jahre nach meiner Geburt wies man uns dann endlich eine richtige Wohnung zu. Fließend Wasser gab’s im ganzen Dorf zwar immer noch nicht, doch im Hof war eine Schwengelpumpe vorhanden. Mit der konnte man per Muskelkraft frisches Wasser aus einem Brunnen holen. Aber das gewohnte Plumpsklo war immer noch allgegenwärtig.

Mutter übernahm in dem Wohngebäude, in der mehrere Familien wohnten, die Stelle des Hausmeisters. Dadurch konnte die Höhe der Miete etwas gesenkt werden. Und was nicht zu verachten war - wir hatten sogar etwas Gartenland, das meine Eltern zum ökologischen Kartoffel- und Gemüseanbau nutzen konnten. Der benötigte Naturdünger kostete nichts. Den produzierte unser Plumpsklo in ausreichender Menge.

Einen richtigen Draht zu der Mietergemeinschaft fanden meine Eltern allerdings nie - Ostflüchtlinge waren nicht besonders beliebt. Und von der späteren so oft zitierten Spaßgesellschaft waren wir ebenfalls Lichtjahre entfernt.

Doch gefühlt ging es nun langsam aufwärts.

Ja, ich erinnere mich noch erstaunlich gut an die damalige Zeit. Sogar bis weit in meine frühe Kindheit.

Als ich zum Beispiel ungefähr drei Jahre alt war, besaß ich einen Plüschbären. Er hatte keinen besonderen Namen. Er hieß einfach nur »Teddy«. Teddy war mein liebster Freund. Ihm erzählte ich alles, was mich kleinen Knirps beschäftigte. Und wenn ich in seine braunen aufgenähten Knopfaugen blickte, war ich überzeugt davon, dass er mich verstehen würde. So schleppte ich ihn in meiner kleinen Armbeuge immer mit mir herum und nachts schlief er bei mir in meinem Bett. Allmählich wurde er jedoch immer abgewetzter. Doch ich liebte ihn trotz der vielen Stellen, an denen sein kurzes Fell bereits abgerubbelt war. Schon damals waren in meinen Augen Äußerlichkeiten nur zweitrangig. Denn das Wichtigste, die Liebe, kommt immer nur von innen.

Doch dann verlor Teddy eines Tages einen Arm. Und aus der Öffnung, dort wo der Arm gewesen war, ragte die Strohfüllung heraus.

Meine Mutter nähte ihn wieder an. Aber von Dauer war dieser Zustand leider nicht. Ein paar Wochen später - und der Arm war wieder ab. Mutti meinte, wir sollten ihn nun endlich in den Müll tun. Ich konnte und mochte mich allerdings nicht von ihm trennen, weinte, und wollte ihn nicht hergeben.

Dann war er eines Tages plötzlich verschwunden. Ich suchte nach ihm, aber er war nicht mehr da. Mutti hatte ihn einfach entsorgt.

»Der war doch kaputt. Ich schenk Dir einen Neuen«, tröstete sie mich. Ich aber wollte keinen Neuen. Ich wollte MEINEN Teddy wiederhaben.

Teddy war wohl so ziemlich das Erste in meinem Leben, das ich liebte, niemals hergeben wollte, und trotzdem verlor.

Damals ahnte ich nicht, dass ich in meinem späteren Leben noch vieles, was ich liebte und was mir wichtig war, verlieren sollte.

**********

Irgendwann in dieser ärmlichen Zeit, leistete sich mein Vater einen unvorstellbaren Luxus. Einen Fotoapparat mit der Markenbezeichnung »Agfa-Klack«. Ein klobiges rundliches Ding. Der Apparat musste, wenn der Auslöser betätigt wurde, extrem ruhig gehalten werden. Andernfalls waren die Fotos dermaßen verwackelt, dass kaum noch etwas zu erkennen war. Wenn man ihn jedoch ruhig hielt und dann der Knopf gedrückt wurde, machte es unüberhörbar »Klack!«

Ich wurde in allen erdenklichen Situationen fotografiert. Was bewies, dass meine Eltern eine gewisse Begeisterung für mich entwickelt hatten. Ich war eben der Nachzügler. Und, das behauptete meine Mutter jedenfalls, ein aufgewecktes Kerlchen.

Trotz permanenter Knappheit in der Haushaltskasse wurde für mich in die aktuellsten Outfits investiert. So wurde ich mal in einen Matrosenanzug, oder auch in eine Lederhose mit passender Jacke und Filzhütchen gesteckt. Diese Montur nannte man Ende der 50er Jahre »Seppl-Anzug«. Damals der neueste Chic!

Für Spielzeug blieb dann allerdings nicht viel übrig. Ich erinnere mich aber, dass ich irgendwann später - zu Weihnachten - ein Gewehr bekam, mit dem man Korken abschießen konnte. Und einen Cowboyhut nebst Weste, mit passendem Pistolenhalfter. Der Hit zu der Zeit war es nämlich, in der umliegenden Wildnis Höhlen zu bauen und sich dem »Cowboy-und-Indianer-Spiel« hinzugeben. Heute nennt sich sowas »Ego-Shooter« und wird am Computer gespielt.

Nun hatte ich also die passende Ausrüstung und konnte wenigstens in diesem Fall mit meinen Altersgenossen aus unserem Dorf mithalten.

Wir Kinder hielten uns größtenteils draußen auf. Es war egal, ob die Sonne schien, ob es schneite oder regnete. Wir waren immer an der frischen Luft. Und auf alles waren wir neugierig. Das Leben war ungemein spannend! Und am interessantesten waren natürlich alle Dinge, die nicht erlaubt waren. Einer der wenigen Zustände, die sich auch bis heute kaum geändert haben.

Damals hatten die Bauern ihre Höfe noch direkt im Dorf. Erst Jahre später - im Rahmen der Flurbereinigung - wurden sie in die Nähe ihrer Felder umgesiedelt.

Daher ergab sich natürlich für uns Kinder die Möglichkeit, in den Scheunen der Landwirte auszukundschaften, was es doch für interessante Landmaschinen gab. Trecker, Mähdrescher, Viehanhänger und sonstige Geräte. Und die eigneten sich hervorragend zum Spielen. Dass man sich nicht erwischen lassen durfte, gab uns noch den zusätzlichen Kick. Wenn der Bauer uns allerdings doch manchmal auf frischer Tat ertappte, gab’s vor Ort direkt die erste Ohrfeige und anschließend zuhause die Zweite von den Eltern.

Besonderen Spaß machte es, in den Heuhaufen auf den Koppeln herumzutoben. Sie waren so herrlich weich und man konnte sich prima darin verstecken. Dazu kam noch dieser einzigartige, unbeschreibliche Duft des warmen Strohs.

Eines Tages nahmen zwei Freunde und ich wieder mal so einen Haufen in die Mangel. Wir kletterten nach ganz oben in die Spitze und sprangen umher.

Was wir jedoch nicht sehen konnten, war der Stacheldraht auf der Zaunbegrenzung. Denn durch unsere Herumbalgerei hatten wir den Heuberg schon ziemlich auseinandergewühlt. Und große Teile vom Stroh hatten sich bis über den Weidezaun verteilt.

Wir hüpften hin und her und ich sprang vom oberen Punkt des Heubergs, hinunter in den durchwühlten unteren Bereich. Immer wieder und wieder.

Ein stechender Schmerz zog durch meinen rechten Oberschenkel.

Ich war mitten in den Stacheldraht gesprungen - alles war voller Blut. Als ich dort hinsah, von wo der Schmerz kam, durchfuhr mich ein riesiger Schreck. Der Draht hat mein rechtes Bein zwischen Oberschenkelhals und Knie aufgeschlitzt. Kleine Fleischfetzen hingen aus dem Spalt an meinem Bein. Ich stand völlig unter Schock! Und meine Kumpels schleppten mich weinend und blutend nach Hause.

Mutter war entsetzt. Aber anstatt tröstender Worte gab’s eine schallende Ohrfeige. »Was fällt Dir ein, den Bauern das Heu zu zertrampeln!« Dann holte sie den Verbandskasten aus einer Schublade, nestelte eine Binde und Pflaster heraus und versorgte meine Wunde. Ich heulte immer noch, denn es tat fürchterlich weh. Normalerweise hätte die Verletzung an meinem Bein sofort genäht werden müssen, aber Mutti benötigte nur einen großen Pflasterstreifen. Zum Arzt brachte sie mich nicht.

**********

Ich war fast fünf Jahre alt, als mein Bruder Axel geboren wurde – Kind Nummer Sieben.

In der Hoffnung einen Spielkameraden zu bekommen, konnte ich es gar nicht erwarten, dass der »Klapperstorch« endlich mit dem ersehnten Geschwisterkind zur Landung ansetzt. Leider kann ich mich nicht mehr entsinnen, ob ich tatsächlich an diesen fliegenden Baby-Transporteur geglaubt habe.

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