Bodo Gölnitz - Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1

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Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1: краткое содержание, описание и аннотация

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An einem kalten verschneiten Wintertag des Jahres 1955 wird Bodo als sechstes Kind einer Flüchtlingsfamilie geboren.
Seine Mutter hatte sich aus einem kleinen ostpreußischen Dorf mit fünf
kleinen Kindern und zu Fuß auf den Weg gemacht, während ihr Mann irgendwo in einem Schützengraben an der Ostfront steckte.
Nach Kriegsende soll es noch acht lange, harte und entbehrungsreiche Jahre dauern, bis die Familie wieder zusammenfindet.
Deutschland versucht, wieder in die Normalität zurückzufinden, und der kleine Bodo lernt, was es heißt Flüchtlingskind zu sein und in ärmlichen Verhältnissen aufzuwachsen. Und noch etwas lernt er – durchzuhalten. Getrieben von dem Vorsatz, eines Tages Wohlstand und Glück zu
erreichen, macht er sich auf den Weg. Er verlässt früh sein Elternhaus, findet seine erste Liebe, aber auch erste große Enttäuschungen.
Doch eines Tages meint er nah am Ziel zu sein.
Aber die Pfade des Lebens sind steinig und schmerzhaft.

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Kapitel 5: Stadtleben

Unser Badezimmer bestand aus einer tragbaren kleinen Zinkwanne. Sie wurde immer zum Wochenende inmitten der Küche aufgestellt. Das Wasser, aus der Schwengelpumpe vom Hof, musste vorher auf dem Kohlenherd erhitzt werden.

Nacheinander badete dann die ganze Familie im gleichen Wasser. Der Sauberste zuerst, also eines der Kinder. Als Letztes war mein Vater an der Reihe, weil er, bedingt durch seine Arbeit im Straßenbau, am schmutzigsten war. Nur ab und zu wurde wieder heißes Wasser nachgegossen. Dass es dabei schonmal zu leichten Verbrühungen kam, war dabei nicht ungewöhnlich.

Die heute gewohnten Heizkörper gab es ebenfalls nicht. Einmal im Jahr bekamen wir Brennstoff geliefert - in Form von Koks und Briketts. Der Lieferant buckelte sich die Kohlesäcke von der Ladefläche seines klapprigen Kleinlasters auf die Schulter und entleerte sie anschließend durch das geöffnete Kellerfenster. Vati stand in einer Wolke voller Ruß im Keller und schaufelte alles in eine Ecke des Raumes. Und so standen meine Eltern während der kalten Jahreszeit grundsätzlich um 4 Uhr morgens auf, holten Koks und Kohle aus dem Keller und heizten damit die Öfen in den Zimmern auf. Den Tag über musste dann immer schön darauf geachtet werden, dass die Feuer nie ausgingen.

Ende des Jahres zogen wir dann um. In eine Wohnung in der Stadt - in der Kieler Straße. Das war der pure Luxus!

Dort gab es fließendes Wasser und eine Spültoilette. Aber das Highlight war ein richtiges Badezimmer mit Wanne!

Vieles sollte in der neuen Wohnung nun der Vergangenheit angehören. Der Kohleofen stand auch nicht mehr in jedem Zimmer, sondern nur noch in der Küche. Mit ihm wurde nun das Wasser der Heizkörper, die jetzt in jedem Raum vorhanden waren, zentral erwärmt.

Zum Kochen hatte Mutti in der Küche zwei Herdplatten, die mit einer Propangasflasche verbunden waren. Also, ab nun kein Holz mehr in den Kohleherd. Einfach nur das Gas aufdrehen, ein Zündholz dranhalten – fertig! Eine enorme Zeit- und Arbeitsersparnis.

Während die Fenster unserer Wohnung auf dem Dorf einfach verglast waren und von der Kälte des Winters mit Eisblumen geschmückt wurden, waren jetzt Doppelverglasungen vorhanden. So blieb die Wohnung auch bei starkem Frost angenehm warm.

Wir hatten ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer für die Eltern, ein kleines Kinderzimmer in dem Axel und ich einquartiert wurden, einen kleinen Flur, eine kleine Küche. Fast wie bei den reichen Leuten! So kam es mir jetzt jedenfalls vor.

Meine Eltern übernahmen das neue Domizil Mitte Oktober des Jahres 1965. Nach einigen Renovierungsarbeiten wollten wir Ende November dort einziehen.

Natürlich kosteten Tapeten, Farben und andere Dinge, die man zum Renovieren braucht - Geld. Und außerdem ließ es sich nicht vermeiden, auch das eine oder andere kleine Möbelstück anzuschaffen. Deshalb war Vater gezwungen, einen Kleinkredit von ca. 1800 DM aufzunehmen. Etwas, das meinen Eltern große Sorgen machte. Denn auch damals war es schon leichter sich Geld zu leihen, als es zurückzuzahlen. Ich denke, der Kleinkredit bescherte meinen Eltern einige schlaflose Nächte.

Und weil Weihnachten vor der Tür stand, wollten uns Vati und Mutti natürlich auch Geschenke machen. Die Kosten für die Renovierungsarbeiten waren allerdings etwas höher ausgefallen als geplant. Und daher sprach mein Vater nochmals bei der Bank vor. Er bat darum, eine Monatsrate des Darlehns zu stunden. Die Bank willigte ein und so war das Weihnachtsfest gerettet.

Am 1. Dezember bezogen wir die halb renovierte Wohnung und waren alle sehr glücklich. Axel und ich tobten ausgelassen durch die Zimmer und jagten uns gegenseitig, während meine Eltern noch mit dem Tapezieren beschäftigt waren.

Das Badezimmer hatte zwei Türen. Eine führte zum Schlafzimmer unserer Eltern, die andere zum Flur. Und im oberen Drittel der beiden Türen befand sich jeweils eine geriffelte Glasscheibe. Dummerweise hatte Vater die zum Flur gewandte Tür kurz ausgehängt und diese im Badezimmer gegen die geschlossene zweite Tür gelehnt.

Als wir durch die Zimmer tobten, riss ich genau diese geschlossene Tür auf, um mich vor meinem Bruder zu verstecken. Die ausgehängte, angelehnte Tür fiel auf die gegenüberliegende Badewanne und die im oberen Teil eingelassene Scheibe zerbarst in mehrere Stücke.

Ehe ich den Schaden überblicken konnte, ergriff mich mein Vater am Kragen und schlug mit seinem Wehrmachtsgürtel auf mich ein. Ich weiß nicht, wie lange er auf mich eindrosch. Aber als er endlich aufhörte, merkte ich, dass mir Blut in den Hemdkragen lief. Mein rechtes Ohr war von den Schlägen zwischen Ohrläppchen und Wange eingerissen. Mutter ging wie eine Furie dazwischen und ich sah, wie mein Vater blass wurde. Trotz der Schmerzen, die ich hatte, als Mutter mir das Ohr verband, versuchte ich ein Weinen so gut wie möglich zu unterdrücken.

Vati stand hilflos daneben und ich meinte zu erkennen, dass es ihm das erste Mal leidtat, mich so geschlagen zu haben. Er hat mich danach nie wieder geprügelt.

Eine Woche später wurde ich in die Altstädter Knaben- und Mädchenschule eingeschult. Und jedem, der mich fragte, wenn er meinen Ohrverband sah, antwortete ich, dass ich gefallen sei und mir das Ohr an einer Steinkante eingerissen hatte.

Diese Schule war in früherer Zeit in einen Bereich für Mädchen und in einen Zweiten für Knaben aufgeteilt gewesen. Das hatte sich in der Zwischenzeit geändert - jetzt gingen Jungen und Mädchen in gemischte Klassen - nur der Name blieb.

Wir waren am Anfang auf dem Weg in die geschlechtliche Gleichberechtigung!

Ich hatte mich mittlerweile damit abgefunden, dass ich auf keine höhere Schule durfte, und nahm mir deshalb vor, in dieser Lehranstalt nur das Nötigste zu tun. Oft machte ich meine Hausaufgaben morgens vor der ersten Stunde. Und da ich eine gewisse Grundintelligenz besaß, zählte ich trotzdem leistungsmäßig zur Klassenspitze.

Zwei Häuser von unserer Wohnung entfernt wohnte Sabine, ein Mädchen aus meiner Klasse. Sie war nett, trug eine dunkelhaarige Pagenfrisur und meinte mich immer abholen zu müssen, damit ich den 15-minütigen Weg zur Schule nicht alleine gehen musste.

An Mädchen war ich allerdings mit meinen elf Lenzen nicht sonderlich interessiert. Sie konnten nicht Fußball spielen, machten keinen Blödsinn mit, und waren fast immer superartig. Kurz gesagt, sie nervten.

Außerdem musste man damit rechnen, wenn man mit ihnen gesehen wurde, dass die Fraktion der Kumpels einen Spießrutenlauf veranstaltete. Auf diese Hänseleien hatte ich absolut keinen Bock. Ich versuchte dann oft, etwas früher den Weg zur Schule anzutreten, um Sabine zu entwischen. Da sie jedoch sehr hartnäckig war, klappte das selten. Also ergab ich mich meinem Schicksal.

Nun gingen wir also fast täglich zusammen zur Schule und auch oft wieder gemeinsam zurück. Doch jetzt hatte ich natürlich automatisch noch ein Problem - was redet man so mit Mädchen?

Es stellte sich jedoch heraus, dass Sabine immer etwas zu reden hatte. Überhaupt war sie mir, was die Lockerheit anging, haushoch überlegen. Ich glaube, dass ich an Schüchternheit wohl kaum zu übertreffen war. Und so redete fast nur Sabine - und ich hörte zu.

Irgendwann dachte sie laut darüber nach, was man wohl machen würde, wenn man endlich erwachsen wäre. Ich faselte was von Autos und Geld verdienen. Und Sabine – die wollte irgendwann heiraten. Auf so eine Idee wäre ich überhaupt nicht gekommen!

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