Hormon: Chlormadinon (Gestagen)
Anmerkungen: Wird vor allem bei fettiger Haut und Akne eingesetzt / Handelsnamen u.a.: Balanca, Belara, Chantal, Chariva, Esticia, Lilia, Madinette, Minette Hexal, Neo Eunomin, Pink Luna
Nebenwirkungen: Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Vermutlich stark erhöhtes Thromboserisiko (erste Hinweise: ca. 12,5 – 36 Fälle pro 10.000 Frauen und Jahr) / Wenig Studien und Informationen verfügbar
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Hormon: Cyproteronacetat (Gestagen)
Anmerkungen: Neueres Gestagen
Nebenwirkungen: Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Erhöhtes Thromboserisiko
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Hormon: Desogestrel (Gestagen)
Anmerkungen: Neueres Getragen / Handelsnamen u.a.: Desmin, Jubrele, Lamuna, Lovelle, Cerazette
Nebenwirkungen: Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Anfängliche Blutungen und „Spottings“ / Stark erhöhtes Thromboserisiko (9-12 Fälle pro Jahr)
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Hormon: Dienogest (Gestagen)
Anmerkungen: Älteres Gestagen (1979) / Handelsnamen u.a.: Maxim, Velafee, Dienovel, Valette
Nebenwirkungen: Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Vermutlich stark erhöhtes Thromboserisiko / Wenig Studien und Informationen verfügbar
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Hormon: Drospirenon (Gestagen)
Anmerkungen: 3. und 4. Pillengeneration / Handelsnamen u.a.: Petibelle, Yasmin, Yasminelle, YAZ
Nebenwirkungen: Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Stark erhöhtes Thromboserisiko (9-12 Fälle pro Jahr) / Bekannt durch Todesfälle bei „Yasmin“ u.a.
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Hormon: Estradiol (Östrogen) / Ethinylestradiol (Östrogen)
Anmerkungen: Standard-Östrogen für die meisten „Pillen“ / Handelsnamen u.a.: Aida, Asumate, Balanca, Belara, Bellissima, Diane, Eve, Evra, Lovelle, Maxim, MonoStep, Neo Eunomin, NuvaRing, Petibelle, Valette, Yasmin, Yasminelle, Zoely, Yaz / Handelsname u.a.: Yasminelle
Nebenwirkungen: Sehr viele negative Nebenwirkungen / Erhöhtes Thromboserisiko
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Hormon: Etonogestrel (Gestagen)
Anmerkungen: Neueres Getragen der 3. Generation
Nebenwirkungen: Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Stark erhöhtes Thromboserisiko (6-12 Fälle pro Jahr)
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Hormon: Gestoden (Gestagen)
Anmerkungen: Neueres Getragen der 3. Generation / Handelsnamen u.a.: Femovan, Minulet
Nebenwirkungen: Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Stark erhöhtes Thromboserisiko (9-12 Fälle pro Jahr) / Risiken nicht abschließend bewertbar
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Hormon: Lovonorgestrel (Gestagen)
Anmerkungen: Getragen der 2. Generation / Handelsnamen u.a.: Jadelle / Norplant II ( Implantat, ohne Östrogenanteil)
Nebenwirkungen: Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Erhöhtes Thromboserisiko (5-7 Fälle pro Jahr)
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Hormon: Mestranol (Östrogen)
Anmerkungen: Östrogen
Nebenwirkungen: Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Erhöhtes Thromboserisiko
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Hormon: Nomegestrol (Gestagen)
Anmerkungen: Älteres Gestagen (1975) / Handelsname u.a.: „Zoely“ (wurde in den USA aufgrund von Nomegestrol nicht zugelassen)
Nebenwirkungen: Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Vermutlich stark erhöhtes Thromboserisiko / Wenige Studien und Informationen verfügbar
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Hormon:Norelgestromin (Gestagen)
Anmerkungen: Neueres Getragen (2002) / Einsatz in Hormonpflastern
Nebenwirkungen: Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Stark erhöhtes Thromboserisiko (6-12 Fälle pro Jahr)
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Hormon:Norethisteron (Gestagen)
Anmerkungen:Älteres Getragen der 1. Generation / Handelsnamen u.a.: Activelle, Clionara, Cliovelle, Estalis, Estracomb, Estragest, Sequidot, Conceplan M
Nebenwirkungen:Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Erhöhtes Thromboserisiko (5-7 Fälle pro Jahr)
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Hormon:Norgestimat (Gestagen)
Anmerkungen:Getragen der 3. Generation / Ist ein Prohormon, wird im Körper in Levonorgestrel umgewandelt
Nebenwirkungen:Zahlreiche negative Nebenwirkungen / Erhöhtes Thromboserisiko (5-7 Fälle pro Jahr)
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Eigene Tabelle – Quellen: 9,12,14,18,19,20
Die Tabelle zeigt, dass Pharma-Innovationen vor allem im Bereich künstlich hergestellter Gestagene stattfinden. Unter den derzeit am häufigsten verschriebenen Präparaten finden sich überwiegend Pillen mit sogenannten neuartigen Gestagenen, die eine stärker erhöhte Thrombosegefahr gegenüber älteren Präparaten mit sich bringen.(20)
Hormonelle Verhütung in der Kritik
Im Pillenreport der Techniker Krankenkasse wurde gezeigt, dass 2014 mit Abstand am häufigsten die Hormonpille Maxim mit dem künstlichen Hormon Dienogest, und danach die Pille Lamuna mit Desogestrel verschrieben wurden. Unter den 20 meistverschriebenen Präparaten befanden sich 13 mit fragwürdigen oder gefährlichen Hormonen in Bezug auf das Thromboserisiko der 3. und 4. Generation – und lediglich sieben der 2. Generation mit dem etwas weniger gefährlichen Levonorgestrel. Laut AOK Bundesverband gehen die Verordnungen mit den neueren und gefährlicheren Präparaten (abgesehen von Dienogest 1) aber seit Jahren wieder zurück – von 72% 2009 auf 54% im Jahr 2019. Sie betragen damit aber noch über die Hälfte aller Verschreibungen hormoneller Verhütungsmittel und der Trend habe sich stark verlangsamt. Der Anteil der Pillen-Verordnungen bei der AOK sank von 46% bei den jungen versicherten Frauen zwischen bis 20 bzw. 22 Jahren im Jahr 2010 auf 31% im Jahr 2019. Man führt das auf ein höheres Bewusstsein bezüglich der Nebenwirkungen zurück.(21) Dieser Trend war auch in der Schweiz ähnlich zu beobachten. Hier sank der Anteil der hormonell verhütenden Frauen von 52% im Jahr 1992 auf 33% im Jahr 2017.(22)
Neben der Gabe von künstlichen Hormonen zum Zweck der Verhütung spielen Hormonpräparate auch für Frauen in der Menopause eine Rolle, also zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden. Wurden solche Mittel vor einigen Jahren noch bei 30 % bis 40 % der über 45 Jahre alten Frauen dauerhaft verordnet, sind inzwischen erhebliche gesundheitliche Risiken bekannt (Herzinfarkt, Brustkrebs, Schlaganfälle), weshalb die Verschreibung solcher Medikamente deutlich zurückgegangen ist.(20) Viele Schulmediziner beharren aber den wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz auf der Harmlosigkeit von Hormonpräparaten für Frauen in ihren Wechseljahren.(23)
Diese Auseinandersetzung über hormonelle Verhütungsmittel und andere hormonbasierte Medikamente, soll in den folgenden Kapiteln im Lichte der Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Gesundheitssystems erörtert werden. Auch die Position von Ärzten auf der einen Seite und der Bevölkerung auf der anderen Seite gilt es darzustellen.
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