Vor der Wohnungstür krame ich den Schlüssel aus der Handtasche und schließe mit zittrigen Fingern das Schloss auf.
Wir setzen uns an den Esstisch. Was genau wird er mir jetzt sagen?
Paul lehnt sich zurück. Er räuspert sich. »Also, es ist so ... dein Vater hat dir bestimmt nie gesagt, dass er ein Spion war und ich sein Partner.«
Ich starre ihn an, sodass mir beinahe die Augen aus den Höhlen fallen. »Was, ein Geheimagent? Mir gegenüber hat er immer behauptet, er sei Polizist. »Genau. Etwa eine Woche, bevor der Unfall passiert ist, bat er mich, mich um dich zu kümmern. Als hätte er geahnt, dass er bald nicht mehr unter den Lebenden weilt.«
»Soll das heißen, es war kein Zufall, dass wir zwei uns kennengelernt haben?«, frage ich.
»Genau. Jennifer fiel aus allen Wolken, als sie erfuhr, dass Christoph ein Spion war. Jedes Jahr wurde sie unglücklicher, wegen der immer gefährlicher werdenden Fälle deines Vaters. Ich hoffe nur, du bist jetzt nicht zu schockiert darüber.«
»Nein, ich finde es wahnsinnig aufregend. Denkst du, dass der Unfall ein Anschlag auf ihn war?«
Paul zuckt mit den Schultern. »Das klingt brutal, ist aber nicht auszuschließen.«
Ich zücke mein Smartphone aus der Handtasche. »Mal schauen, ob im Internet, was darüber steht.«
»Tu das lieber nicht. Die Verbrecher verschaffen sich Zugriff zu allen sozialen Netzwerken. Es könnte gefährlich für dich werden, wenn sie den richtigen Namen deines Vaters erfahren.«
»Willst du damit sagen, dass er sich anders genannt hat?«
»Er hatte einen Decknamen. Der Chef hat darauf bestanden, dass wir zu jeder Zeit unerkannt bleiben.« »Das klingt spannend«, sage ich. »Wie dem auch sei, ich muss wissen, wie es damals zu dem Unfall gekommen ist. Es ist wichtig für mein Seelenheil.«
»Ich schlage vor, du liest nochmal im Tagebuch deiner Mutter nach, ob du darin einen Hinweis findest.«
Das schrille Klingeln meines Weckers lässt mich hochschrecken. Dummerweise hab ich vergessen, ihn abzustellen. Jetzt im Urlaub brauche ich ihn schließlich nicht.
Rasch drehe ich ihn ab. Mit verschlafenem Blick sehe ich zu meinen Tieren, die neben mir auf dem Teppich liegen. Die haben das Klingeln anscheinend nicht gehört, weil sie friedlich weiterschlafen.
Ich schwinge die Beine aus dem Bett und schleppe mich in die Küche. Dort bereite ich mir ein Marmeladebrot zu und brühe Kaffee auf.
Mit der dampfend heißen Tasse in der Hand, setze ich mich an den Tisch. Der Stuhl ist zwar nicht bequem, aber die einzige Möglichkeit in der Küche zu sitzen.
Nach dem Frühstück spüle ich das Geschirr ab und bügle die frisch gewaschene Wäsche. Währenddessen mache ich mir Gedanken über die Vergangenheit meiner Eltern. Vater hat mir immer gesagt, er arbeite auf der Polizeiwache. Ich wäre nie darauf gekommen, dass es sich dabei um eine Karriere als Geheimagent handelt.
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