Ulrich Pätzold - Sonnenfinsternis

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Mit Beginn der Coronaepidemie Anfang 2020 habe ich mit dem Schreiben des Romans «Sonnenfinsternis – Im Hinterhof der Politik» begonnen. Ich erzähle über das Leben eines fiktiven Bundestagsabgeordneten. Am 20. Mai 2015 gab es eine Sonnenfinsternis. Da beginnt meine Geschichte. Sie leuchtet in die Höhlen des Irrationalen eines nach Macht strebenden Menschen im politisch rationalen Umfeld des Parlaments. Was in den nächsten drei Monaten mit meinem Protagonisten passiert, ist spannend und voller Informationen, die das Nachdenken fördern können.

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Schließlich kam die Runde am Stehtisch auch auf das Thema des Flugzeugabsturzes zu sprechen. M gab mit keiner Bemerkung zu erkennen, in welcher Mission er mit diesem Thema auf besondere Weise verbunden ist. Die anderen suchten eher nach Ursachen im technischen Bereich. Das Pannenregister der Airbus-Maschinen hatte immerhin schon einen erschreckenden Umfang. Den Sinkflug interpretierte man eher als einen letzten Versuch eines sehr erfahrenen Piloten, die Maschine irgendwie noch zu einer Landung zu bringen, was aber in dem wilden zerklüfteten Bergmassiv leider aussichtslos gewesen sei. M war der Einzige, der zögerlich zu bedenken gab, dass auch der Faktor Mensch eine Rolle gespielt haben könne. Vorsichtig umschrieb er seine Vermutungen mit „menschlichem Versagen“, um keine Nachfragen zu provozieren, denen er sich an diesem Ort vor diesen Freunden nicht stellen wollte. Kopfschütteln und betroffenes Schweigen beendeten dann auch bald die Diskussion.

M hatte die persönliche Mailadresse seines Fraktionsvorsitzenden. Sie sollte er nutzen, wenn es geboten erschien, die offizielle Anlaufstelle im Bundestag zu umgehen. Insgesamt galt für M die Arbeitsvorgabe, das Internet sehr zurückhaltend einzusetzen, wenn es um politisch brisante Dinge ging. Auf dem Weg von der Parlamentarischen Gesellschaft in seine Wohnung überlegte M, ob er seinem Fraktionsvorsitzenden einen Hinweis über seine Vermutung zukommen lassen sollte. Er war sich darüber im Klaren, dass wahrscheinlich der BND, die NSA oder beide den Mailverkehr registrieren und auswerten würden. Er hatte also abzuwägen, ob er dieses Risiko eingehen müsste. Er kam zu dem Ergebnis, aus aktuellen Gründen seinen Fraktionsvorsitzenden schließlich doch informieren zu müssen. Seine Entscheidung stützte auch die Spekulation, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis auch andere Informationskanäle ihre Argumentation auf der Grundlage seiner Erkenntnisse aufbauen würden.

Unter den Toten ist auch der Co-Pilot. Er kommt aus Montabaur. Dort war er bereits als Jugendlicher aktiv im Verein der Segelflieger. Seine Freunde bestätigen, was für ein fantastischer Flieger und Kamerad er gewesen sei. Sie waren es auch, die gleich nach dem Absturz eine Traueranzeige in die örtliche Zeitung setzten: „Er konnte sich seinen Traum erfüllen, den Traum, den er jetzt so teuer mit seinem Leben bezahlte.“ Der Stadtrat von Montabaur tagt am Mittwochnachmittag. Die Bürgermeisterin eröffnet die Sitzung mit einer Schweigeminute zum Gedenken an den angesehenen Sohn ihrer Stadt.

Am Mittwochabend um 23.15 Uhr mailt M an seinen Fraktionsvorsitzenden: „Ich bin ziemlich sicher, dass einer der beiden Piloten die Maschine absichtlich gegen die Bergwand geflogen hat. Aus welchen Gründen auch immer das geschehen ist, bleibt die Tatsache zu bewerten, dass wir es mit einem Attentat zu tun haben, das in der Kategorie Terrorismus zu verorten ist.“ Danach rief er seine Wahrsagerin an und verabredete mit ihr einen Termin für den nächsten Tag, Donnerstag, den 26. März, um 18.00 Uhr.

Das wird mein Tag. So stieg M in den Donnerstag ein. Ungeheuerliche Informationen über den Flugzeugabsturz strömten bereits am Morgen in die Öffentlichkeit und ließen die Menschen vor Fassungslosigkeit erstarren. Nicht aber M, der in ihnen die Mosaiksteine fand, mit dem er sein Puzzle vervollständigte, das ihm von Anfang an vorgeschwebt hatte. Er wurde sich zunehmend sicher, als Politiker eine Rolle spielen zu können, weil er Karten in der Hand hielt, mit denen er in die Abgründe von Menschen sehen konnte. Er genoss es, wie die Informationen das Abgründige in Fakten gossen, ohne deuten zu können, was sie da an Wahrnehmungswirkungen auslösten.

Der erste Donnerschlag lautete: Der Co-Pilot des Fluges mit der Flugnummer 4U9525 hat den ersten, den Hauptpiloten, gekonnt aus dem Cockpit ausgeschlossen. Wie konnte das passieren? Der erste Pilot musste vielleicht auf die Toilette. Oder er hatte die Kabine aus anderen Gründen kurzfristig verlassen. Der Flug lief ja regelmäßig. Da kommt es häufig vor, dass man das Kommando seinem Co-Piloten überlässt. Die Tür zum Cockpit ist elektronisch gesichert. Ein Knopf im Inneren des Cockpits kann sie offenhalten oder aber auch absperren, sodass sie von außen nicht geöffnet werden kann. Dieser Mechanismus macht Sinn, um die Fliegerkabine vor dem Eindringen von Terroristen zu schützen. Von außen kann man über eine Gegensprechanlage Kontakt zum Piloten in der Kabine aufnehmen. Man kann auch einen Türcode über Tasten eingeben. Dann muss der Pilot auf „Unlock“ stellen und die Tür öffnet sich kurz. Sie kann aber auch von innen verriegelt bleiben. Dann dauert es eine halbe Stunde, bis sich die Tür nach Eingabe eines nur den Piloten bekannten Codes automatisch öffnet. Vor dieser Tür begann die Katastrophe. Der Stimmenrekorder verzeichnet einen Wortwechsel des um Einlass bittenden Piloten mit seinem Co-Piloten. Die Tür bleibt verschlossen, der Sinkflug wird eingeleitet. Ab nun gibt es keine Äußerung des Co-Piloten auf dem Rekorder mehr. Die Tür bleibt verschlossen.

Die Flugsicherung beobachtet zu diesem Zeitpunkt bereits besorgt das Verhalten der Flugmaschine. Sie ahnt, dass es Probleme für den Piloten gibt, die Tür zum Cockpit zu öffnen, und sie hört trotz mehrmaliger Aufforderungen nichts vom Co-Piloten, obgleich die Übertragungstechnik funktioniert. Man hört in den letzten Minuten auf dem Stimmenrekorder wild aufgeregte Geräusche von außen und ansonsten nur das Atmen des Co-Piloten. Für die französische Flugsicherung bedeutet dieser Tatbestand Notfallalarm. Sie veranlasst deshalb, was in so einer Situation zu geschehen hat. Ein Kampfjet der französischen Luftwaffe wird gestartet, um dem Airbus entgegenzufliegen. Zu spät. Der Jet wird die Maschine nicht mehr erreichen. Im Airbus saßen auch 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am See. Sie waren auf einem Austauschbesuch in Spanien gewesen.

Ab jetzt wird von einer „absichtlichen Tat“ gesprochen. Der französische Staatsanwalt gibt diese Sprachregelung aus und vermeidet es, in diesem Zusammenhang von einem „Suizid“ zu sprechen. M vermerkt diese sprachliche Unterscheidung in seiner Mappe mit einem Ausrufungszeichen. Schnell wird der Name des Co-Piloten bekannt. Es handelt sich um Andreas Lubitz. Ihm gelten jetzt alle Recherchen, und auch für M ist er die Person, die sein größtes Interesse findet. Die ersten Infos über Andreas L. – wie er zunächst in den Medien präsentiert wird – sind wenig aufschlussreich. Er ist 27 Jahre alt und stammt aus der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Montabaur. Er wohnt dort bei seinen Eltern, hat aber auch noch eine Wohnung in Düsseldorf. 2008 begann er seine Pilotenausbildung in Bremen, die er allerdings ein paar Monate lang unterbrechen musste. Zunächst als Flugbegleiter tätig, wurde er 2013 Pilot bei Germanwings, einer Lufthansa-Tochter. Bis zum Absturz hatte er 630 Flugstunden absolviert und galt laut Lufthansa als hundertprozentig flugtauglich, „ohne Einschränkungen und Auflagen“.

Bald kommen weitere Informationen. Die Düsseldorfer Wohnung von Lubitz war durchsucht worden. Unterlagen deuten darauf hin, dass der Co-Pilot erhebliche psychische Probleme gehabt haben musste. Auch da macht sich M eine Anmerkung in seine Quelle, kaum dass die ersten Andeutungen über eine solche Krankheit gemacht werden: „Der Attentäter soll in der Vergangenheit und vielleicht auch in der Gegenwart in psychiatrischer Behandlung gewesen sein. Jetzt wird die große Entlastung konstruiert. Psychisch krank – na dann gibt es ja kein Verschulden dieser absichtlichen, terroristischen Tat. Das Schicksal hat zugeschlagen. Dagegen ist keiner gefeit. Jetzt darf man sich entsetzen, ohne über weitere Dimensionen dieser Tat nachdenken zu müssen. Politisch: Mit dem Verkriechen in die Innensicht darf man sich nicht zufriedengeben.“

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