Ulrich Pätzold - Sonnenfinsternis

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Mit Beginn der Coronaepidemie Anfang 2020 habe ich mit dem Schreiben des Romans «Sonnenfinsternis – Im Hinterhof der Politik» begonnen. Ich erzähle über das Leben eines fiktiven Bundestagsabgeordneten. Am 20. Mai 2015 gab es eine Sonnenfinsternis. Da beginnt meine Geschichte. Sie leuchtet in die Höhlen des Irrationalen eines nach Macht strebenden Menschen im politisch rationalen Umfeld des Parlaments. Was in den nächsten drei Monaten mit meinem Protagonisten passiert, ist spannend und voller Informationen, die das Nachdenken fördern können.

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Um 8.46 Uhr New Yorker Ortszeit rammt ein Flugzeug den nördlichen Turm des World-Trade-Centers in New York. In die dadurch ausgelöste Panik hinein schießt um 9.04 ein zweites Flugzeug in den südlichen, 414 Meter hohen Turm. Brände und Zerstörungen unvorstellbaren Ausmaßes zeigen eine wahrhafte Hölle in der Stadt. Über 30.000 Beschäftigte in den Gebäuden sitzen in der Feuerfalle. Die meisten können sich irgendwie retten, rennen wie Geister aus den Ausgängen in die nächsten Straßenschluchten. Die Brände in den beiden Türmen werden immer stärker, Brandwolken wälzen sich an den Fassaden entlang. Tausende sind eingeschlossen und werden mit den Gebäudemassen verglühen. Schnell ist klar, es handelt sich um gezielte Attentate. Um 9.59 Uhr stürzt der Südturm ein. Um 10.25 Uhr sinkt der Nordturm in sich zusammen. Wir alle haben damals live im Fernsehen zuschauen können, sprachlos. Das damals höchste Gebäude der Welt, Wahrzeichen von New York und Stolz der unverletzlichen USA, versinkt zertrümmert in Feuer und Staub.

Tony hat alle astrologischen Daten miteinander verbunden und die Hauptachsen von Krebs, Waage, Merkur, Saturn und Jupiter in einem Stadthoroskop und in einem Ereignishoroskop zusammengeführt. Natürlich steht in seiner Zeichensprache nicht Bin Laden und die Al-Quaida. Aber die Bilder „Steinwüste“ und „meisterhafter Tod“ sind ebenso klar wie die dann folgende „tiefe saturnische Depression der Stadt“ und der Hinweis auf den Handels- und Finanzschwerpunkt mit der Pluto-Einwirkung. Tonys Transneptune-Netze lassen keine Zweifel zu: Der auf- und dann absteigende Saturnknoten und der auf- und dann absteigende Plutoknoten stehen in enger Konjunktion mit der nicht mehr steigenden Jupiter-Konstellation als Optimierungssymbol. Ereignis und Ziel als Botschaft seiner Daten lassen den Ablauf des Attentats klar erkennen. Die frisch in der Luft aufgetankten Flugzeuge sollten mit den Anschlägen gegen die Gebäude ein optimales höllisches Flammenmeer erzeugen, in dem dann die Türme schmelzen und zusammenbrechen mussten.

Tonys Analyse umfasst außerdem noch einen zweijährigen Sekundärrhythmus für den Ereignistag. Keiner hat sich dafür interessiert. Aber ziemlich genau zwei Jahre nach dem Fiasko, so leitete er aus dem Horoskop der Attentäter ab, sind überaus ungünstige Aspekte für die USA zu erkennen. Und tatsächlich: Am 14. August 2003 gibt es den größten Stromausfall in der amerikanischen Geschichte. Auch in New York gingen die Lichter aus.

Und nun heute diese Katastrophe. Alles nur Zufall, technische Probleme, Schicksal? Daran glaube ich nicht. Ich hätte es ohnehin besser wissen können, die Katastrophe sensibler auf uns zukommen sehen müssen. Meine Wahrsagerin hatte sie mir angekündigt. Sie ist keine gebildete Astrologin wie Tony und sie lallt beim Sprechen. Aber sie fühlt in Kraftfeldern die Zusammenhänge, die Tony in seinen komplizierten Rundbildern wie ein Anwalt Schritt für Schritt erschließt. Ich werde Toni beauftragen, das heutige Ereignis zu analysieren. Und ich werde meine Wahrsagerin besuchen. Es muss schnell gehen, sonst rast mir die Zeit davon.“

M ging mit dem guten Gefühl ins Bett, an diesem Tag alles richtig gemacht zu haben. Eine Mail an Tony Bonin mit der Anfrage und dem mit ihr verbundenen Auftrag waren schon unterwegs. Der Bevollmächtigte des Fraktionsvorsitzenden ging seinen eigenen Weg und hatte seine eigenen Methoden. Vor allem hatte er seinen Experten in der Astrologischen Akademie in Bad Wörishofen. Das aber sollte niemand erfahren, schon gar nicht sein Fraktionsvorsitzender. Die offiziellen Wege zu ihm hatte Madame, seine Mitarbeiterin, mit der ihr eigenen Methode im Umgang mit Informationen zu pflastern.

Der 25. März, der Tag nach dem Flugzeugabsturz, beginnt mit einer kurzen Lagebesprechung im Büro am Besprechungstisch. Schatz hat ihren Stenoblock auf dem Schoss. Madame hat einen Packen Papier, Kopien und Ausdrucke auf dem Tisch ausgelegt. M sitzt ohne Unterlagen am Kopf des Tisches. Er richtet sich an Madame: „Was wissen wir?“

„Wenig“, antwortet sie, „es ist viel geschrieben worden, aber Genaues weiß man noch nicht. Die Bundeskanzlerin wird heute Nachmittag zur Unglücksstelle fahren und sich dort mit dem französischen Präsidenten treffen.“

„Die Luftfahrtgesellschaft? Die Technikexperten?“, fragt M. Bleibt alles unklar. Die Maschine war zwar alt, wurde aber noch einen Tag vor dem Abflug aus Barcelona technisch gewartet. Die Experten sprechen eher über allgemeine Probleme bei den Flugzeugen, tun sich aber schwer, im konkreten Fall eine Erklärung zu finden. Selbst ein Anschlag durch Passagiere wird nicht ausgeschlossen, wenngleich es kein Anzeichen dafür gibt und auch keine Bekennerschreiben aufgetaucht sind. „Also lasst uns rekonstruieren, was wir über den Ablauf bis zum Aufprall wissen. Schatz soll mitschreiben“, kürzt M die Wiedergabe der Informationslage ab.

Der Airbus A320 der Germanwings war kurz nach 10:00 Uhr in Barcelona zu seinem Flug nach Düsseldorf gestartet. Es gab keinerlei Hinweise, dass irgendetwas mit der Maschine nicht in Ordnung sein könnte. Der Funkverkehr lief die ersten 45 Minuten völlig normal. Die übliche Flughöhe von 38.000 Fuß war schnell erreicht worden. Um 10:44 Uhr hatte es ein Signal gegeben, wonach die Maschine diese Höhe verlassen habe. Um 10:52 Uhr war der Funkkontakt in einer Höhe von nur noch knapp über 6.000 Fuß abgerissen, so Germanwings-Chef Winkelmann. Da befand sich die Maschine bereits in der Nähe von Barcelonnette im Département Alpes-de-Haute-Provence, rund 100 Kilometer nordwestlich von Nizza. Das Bergmassiv Les Trois Évêchés ist hoch, steil und zerklüftet. Dort prallte die Maschine um 10:53 Uhr gegen die Bergwand und zerschellte. Die Teile liegen meilenweit auseinandergeschleudert in dem nur schwer zugänglichen Gebiet verteilt.

Madame zieht aus ihrem dicken Papierstapel noch eine Notiz heraus: „Es gibt da eine Webseite, die heißt Flightradar24. Sie verfolgt Flugrouten und bildet sie im Netz grafisch ab, auch unseren Flug. Danach sei die Maschine am Ende etwa 900 bis 1.200 Meter pro Minute gesunken. Das sei vergleichbar mit dem Standard bei Landeanflügen.“

Diese Meldung verfolgt M mit intensiver Aufmerksamkeit. Er holt sich seine Kladde und zeichnet den Verlauf der Kurve, die die Maschine im Sinkflug in den letzten acht bis neun Minuten geflogen war. Dieser Linie legt er eine Horizontale unter, auf der er die Minuten markiert, um auf diese Weise die gleichmäßige Sinkkurve zu dokumentieren. „Das Wetter war gut, klarer Himmel. Im Cockpit war also den Piloten klar, was passieren musste. Kein Notruf, kein Alarm.“ Schatz und Madame sitzen erschrocken vor seiner Zeichnung.

Madame holt noch ein anderes Blatt aus den vielen Nachrichten: „Am Nachmittag wurde der Stimmenrekorder unter den Trümmern gefunden. Aber es gibt noch keinen Hinweis, was die Audio-Dateien an Informationen bergen.“

M bewertete diese Lagebesprechung als gut gelaufen und brach sie schnell ab. Er wollte pünktlich im Plenum sein. Auf seinem Platz verfolgte er aufmerksam die Meldungen, die er über sein Smartphone bekam, eine bei vielen Kollegen beobachtete Praxis, während der Sitzungsreden, die er zutiefst verabscheute. Immer wieder betrachtete er seine Zeichnung über die Flugbewegung der Maschine in ihren letzten Minuten. Er fertigte von ihr auf der leeren Folgeseite seiner Kladde eine Reinzeichnung an, für die er eine Broschüre aus seinen Unterlagen als Lineal benutzte. Daneben schrieb er die einschlägig bekannten Daten des Flugzeuges und seines Absturzes.

In der Mittagspause lief er fast beiläufig seinem Fraktionsvorsitzenden über den Weg. Der kam ihm entgegen, schüttelte die Hand und meinte warmherzig: „Mein Freund, Sie wissen sicher auch noch nicht mehr als ich.“ M lächelte ein wenig verlegen, zog seine Zeichnung aus der Tasche, zeigte sie dem Fraktionsvorsitzenden und sagte: „Alles weiß ich noch nicht. Aber schauen Sie, diese Fluglinie geht dem Aufprall voraus. Sie deutet auf keinen technischen Defekt der Maschine hin, auf keine Explosion und auch auf keine Turbulenzen bei den Passagieren. Die Fluglinie wäre auch nicht logisch, wenn der Pilot plötzlich kollabiert oder nicht mehr Herr der Situation gewesen wäre. Sie sieht so aus, als sei die Maschine absichtlich auf diesen Kurs gesteuert worden.“

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