Ulrich Pätzold - Sonnenfinsternis

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Mit Beginn der Coronaepidemie Anfang 2020 habe ich mit dem Schreiben des Romans «Sonnenfinsternis – Im Hinterhof der Politik» begonnen. Ich erzähle über das Leben eines fiktiven Bundestagsabgeordneten. Am 20. Mai 2015 gab es eine Sonnenfinsternis. Da beginnt meine Geschichte. Sie leuchtet in die Höhlen des Irrationalen eines nach Macht strebenden Menschen im politisch rationalen Umfeld des Parlaments. Was in den nächsten drei Monaten mit meinem Protagonisten passiert, ist spannend und voller Informationen, die das Nachdenken fördern können.

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Der Fraktionsvorsitzende verliert sichtbar Farbe im Gesicht. „Um Gottes Willen, was wollen Sie damit andeuten? Das kann doch gar nicht sein.“ Kurz schweigen beide und er fährt fort: „Haben Sie Kontakt zum Bundeskanzleramt aufgenommen? Die Kanzlerin ist wahrscheinlich schon unterwegs zur Unglücksstelle.“

„Nein“, erwidert M. „Wir waren ja so verblieben, dass ich nur Ihnen berichte und auch nur Ihnen meine Schlussfolgerungen mitteile.“

Da hellt sich das Gesicht des Fraktionsvorsitzenden wieder auf, und er klopft M freundlich auf die Schulter. „Sie haben einen scharfen Verstand. Aber verrennen Sie sich nicht. Ich setze weiter auf Sie.“ Spricht - und wendet sich schnell anderen zu, die seine Nähe suchen und ihm bereits auf den Fersen sind.

Nach der Mittagspause zurück in seinem Büro fiel M auf, dass seine beiden Mitarbeiterinnen sich ihm gegenüber sehr höflich und ehrerbietig verhielten. Offensichtlich akzeptierten sie ihn jetzt als Autorität, als einen Politiker mit Instinkten, der sich nicht durch Gefühle beeinflussen lässt, die das Unglück aller Orten ausgelöst hatte. Gleich mit seinem ersten Satz verblüffte er seine beiden Mitarbeiterinnen: „Ich hätte den Angehörigen der Piloten nicht den Rat gegeben, mit den Angehörigen der anderen Opfer ins Unfallgebiet zu fliegen.“

Die Informationslage 27 Stunden nach dem Absturz war immer noch einigermaßen unübersichtlich. Die Ursachen und der genaue Ablauf blieben im Verborgenen. 72 Bundesdeutsche waren an Bord, das wusste man nun. Der Stimmenrekorder wird noch ausgewertet. Auch Deutsche Spezialisten beteiligen sich daran. Das Zentrum im Alpengebiet, in dem die Hilfsmannschaften ihre Basis haben, in dem die Heerscharen der Journalisten einfallen, in dem die Seelsorger und Psychologen campieren, die den Angehörigen helfen sollen, in dem die Turnhalle hergerichtet wird, um die Särge für die Opfer aufzustellen, in dem offizielle Sprecher und Politiker ihr Fenster zur Welt finden, ist nun das Dorf Seyne-les-Alpes mit gerade einmal 1.400 Einwohnern. Die Bundeskanzlerin, der französische Präsident und der spanische Regierungschef zeigen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, wie betroffen sie sind, wie nahe ihnen diese Katastrophe geht, wie sehr sie an einer schnellen Aufklärung interessiert sind, und dass sie alles in ihrer Macht Stehende tun wollen, um den Hinterbliebenen der Opfer zu helfen.

Die Kanzlerin nannte das Unglück „das Unfassbare“ und gab ihrer Einschätzung Ausdruck, es werde angesichts der schwierigen Lage der Absturzstelle sicher einige Zeit in Anspruch nehmen, die Unglücksursachen zu klären.

Madame ergänzte die allgemeinen Informationen noch um einen Hinweis auf ein Statement des Bundesinnenministers. Der habe gesagt, es gebe keine „belastbaren Hinweise dafür, dass Dritte den Absturz absichtlich herbeigeführt hätten“.

Die beiden Frauen erschraken innerlich, als M beiläufig kommentierte: „Doch, meine Flugkurve.“

Madame sah etwas ratlos aus, als sie ihre Übersicht der Informationslage mit der Aussage abschloss: „Wir müssen offensichtlich abwarten. Die Experten finden keine heiße Spur.“

Schatz beobachtet ihren Chef. Es läuft ihr kalt über den Rücken, als sie wahrzunehmen glaubt, wie sich ein angedeutetes Lächeln um seine Lippen legt, als Madame ihre ergebnislose Bilanz vorträgt.

„Ich sehe das ein wenig anders“, entgegnet M. „Wir sollten uns ab jetzt auf den französischen Staatsanwalt in Marseille konzentrieren. Der ermittelt offensichtlich anders, als die Medien das tun. Der Staatsanwalt Brice Robin hat festgestellt, die Flugüberwachung habe kurz vor dem Absturz vergeblich versucht, den Kontakt zur Unglücksmaschine zu halten. Das finde ich bemerkenswert. Diese Feststellung erklärt voll und ganz meine Fluglinie. Beobachten Sie diese Quelle so sorgfältig wie möglich. Ich gehe davon aus, dass hier vorsätzlich gehandelt wurde.“

Schatz kann dem nicht folgen. In ihr sind die Bilder mit den herumliegenden Wrackteilen in der unwirtlichen Berglandschaft. Sie sieht vor sich die fassungslosen Menschen, wie sie in dem kleinen Steindorf zusammenkommen. Sie stellt sich vor, dass die Särge für die Angehörigen nicht geöffnet bleiben können, weil keiner den Anblick der Reste der umgekommenen Menschen ertragen kann. Sie möchte an etwas Unabwendbares glauben, ein fatales technisches Versagen, vielleicht sogar an einen Schlaganfall im Cockpit. Aber Absicht? So perfide kann doch kein Mensch sein.

Auch Madame bleibt skeptisch. Sie bewundert zwar, wie früh und konsequent sich M auf eine Hypothese eingeschossen hat und findet, diese beansprucht durchaus Beachtung. Aber sie sagt sich, dass zu vieles gegen sie sprechen müsse. Andernfalls würde es nicht die Statements von höchster Regierungsebene und die Spekulationen vieler Experten geben, die ebenfalls über die Fakten verfügten, aus denen M seine Schlüsse zieht. „OK“, sagt sie, „wir werden die französischen Staatsanwälte besonders im Auge behalten. Aber es ist sicher ebenso wichtig, dass wir alle Einschätzungen und Möglichkeiten genauso vorurteilslos registrieren, die gegen die These sprechen, der Absturz sei absichtlich herbeigeführt worden.“

Schatz ging es sehr schlecht. Sie fühlte sich völlig ermattet. Sie bat M, das Büro vorzeitig verlassen zu dürfen. M gab ihrer Bitte ohne Zögern nach und wünschte ihr schnelle Genesung. Madame zog sich an ihren Computer zurück und M verließ das Büro, um wieder in den Plenarsaal zu eilen. Dort saß er dann mit seinem Handy und der FV-Mappe auf dem Pult. In sie trug er ein: „Der Sinkflug gegen die Bergwand wurde absichtlich eingeleitet und konsequent zu Ende geführt. Das machen wahrscheinlich nicht zwei Piloten gemeinsam (Pflichtbesetzung). Es muss sich also im Cockpit eine Tragödie ereignet haben, an deren Ende nur ein Pilot handlungsfähig blieb (muss aufgeklärt werden). Die absichtliche Tat ist dann – unabhängig aus welchem Zustand entstanden – ein Attentat, dem neben dem Piloten 149 Menschen zum Opfer fielen. Ich nenne das terroristisch. Das Attentat offenbart dann in letzter Konsequenz eine neue Form des Terrorismus.“

Am Abend speist M nach langer Zeit wieder in der Parlamentarischen Gesellschaft. Die Bedienung im Kaisersaal ist ebenso vorzüglich wie das Essen und der Wein erlesen. M sitzt mit Freunden an einem Tisch. Sie kommen aus unterschiedlichen Fraktionen. Ihre Konversation kreist um Griechenland, die Ukraine und um den „unsäglichen Islamischen Staat“ in Syrien und im Irak. Sie diskutieren nicht kontrovers. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz in der Parlamentarischen Gesellschaft, bei den Gesprächen an den fein gedeckten Tischen parteipolitische Zuspitzungen zu meiden. Sind Nuancen in der Bewertung der neuen Syriza-Regierung in Griechenland und in der Analyse der Anteile Russlands und der Ukraine am neuen Ost-West-Konflikt durchaus zu erkennen, ist die Ratlosigkeit gegenüber dem islamistischen Sturm des neuen Kalifats Abu Bakr al-Baghdadi allen gemeinsam unverkennbar. Verlässlich haben sich nur die kurdischen Kämpfer der Peschmerga und der kurdischen Verteidiger von Kobane erwiesen. Aber allein mit ihnen am Boden ist der internationale Krieg gegen den IS nicht zu gewinnen. Undurchsichtig, feindlich gar, erscheint in diesem Nahostkrieg vor allem auch die Türkei mit ihrem offiziellen Hass auf die Kurden, wo immer sie leben.

Nach dem Essen stiegen die Freunde noch in Ossis Bar in den Keller des prachtvollen Gebäudes. Dort war es voll, und sie fanden gerade noch einen freien Stehtisch, auf dem sie ihre gut gezapften Gläser Bier drapierten. Trotz der Fülle war es in diesem Bierkeller nicht laut. Auch hier, wo die Etikette der kleinen Parlamentsrepublik am lockersten ist, bleiben die Parlamentarier halb politisch, halb privat, ungeachtet der unterschiedlichen Mengen des Biers und des Weins, die sie konsumieren, ein ruhiges Völkchen, das lieber flüstert, als mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Auch unter Freunden ist es hier üblich, das Gesicht zu wahren, ständig und ernsthaft über die vielen Probleme dieser Welt zu räsonieren.

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