Ulrich Pätzold - Sonnenfinsternis
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M war am Dienstag nur noch kurze Zeit im Büro. Er verbreitete gute Laune, obwohl nur noch Madame anwesend war. Von ihr erfuhr er, dass die Reisevorbereitungen für die Griechenlandfahrt bestens liefen. Er würde einen hervorragenden Begleiter finden und für einen Spitzenkontakt in Athen sei auch gesorgt. „Für die Ferienwoche haben wir die Mani ausgesucht.“ Madame konnte nicht sehen, dass M ein wenig zusammenzuckte und ihm die Röte ins Gesicht schoss, als er das Wort Mani hörte. Gibt es da etwa eine fatale Verbindung zu seiner Wahrsagerin, fragte er sich, verwarf aber gleich den Gedanken, weil so eine Möglichkeit schlichtweg ausgeschlossen war. Ein wenig gespielt gab er zurück: „Wo liegt denn die Mani?“
„Das ist eine wildschöne Halbinsel auf der südlichen Peleponnes“, erwiderte Madame, unsicher, warum ihr Chef an diesem fürchterlichen Tag des Flugzeugabsturzes so gute Laune hatte.
Das klärte sich schnell auf. Ohne auch nur ein einziges Wort darüber zu verlieren, dass die Arbeitsaufträge für die Vorbereitung eines neuen Sicherheitsausschusses ab sofort als eingestellt zu gelten haben, umriss M auf die Schnelle das neue Arbeitsprogramm. „Sie haben erfahren, was sich heute in den französischen Alpen abgespielt hat. Fürchterlich, was wir alles miterleben müssen. Der Fraktionsvorsitzende hat mich beauftragt, alle Informationsquellen über die Aufklärung dieses Absturzes sorgfältig auszuwerten. Wir haben herauszufinden, ob da irgendetwas ist, das politisch relevant sein könnte. Ich habe einstweilen nur ihm zu berichten. Deshalb ist alles topsecret, kein Wort nach draußen, auch nicht über irgendwelche Kanäle hier im Hause. Ich erwarte von Ihnen eine lückenlose Beobachtung aller Reaktionen und diskrete Recherchen, wenn Sie irgendwelche für unsere Bewertung interessanten Spuren finden.“
Madame war über diese vollständige Wende ihrer Aufgabenzuweisung nicht unglücklich. Eine abschließende Bemerkung über seine irritierende Vorstellungswelt, die sie gerne noch am Morgen untergebracht hätte, lag ihr auf der Zunge. Sie verkniff sich aber, nach dem abgesagten Sicherheitsausschuss nachzufragen und eine unnötige Diskussion vom Zaun zu brechen. Stattdessen sagte sie: „Da haben wir sicher einige Tage lang gut zu tun. Ich nehme mal an, nach einiger Zeit schnell hoch schwappender Spekulationen werden wir zunehmend Fakten kennen, mit denen wir ein recht klares Bild der Vorgänge und ihrer Ursachen zeichnen können. Das war ja immer schon so nach schweren Unfällen in dieser Größenordnung.“
M sortierte noch ein wenig seine Unterlagen aus dem Plenum. Die meisten waren ungelesen, und sie schienen ihm für seine Arbeit ohne größere Bedeutung. Also landeten sie in der Ablage für Schatz, denn mit Madame hatte er jetzt Wichtigeres zu tun. Er richtete sich eine neue Mappe ein, auf die er nur die Initialen FV schrieb. In diese Mappe würden nur prägnante Arbeitsergebnisse für den Fraktionsvorsitzenden eingefügt werden, die er seinem Idol persönlich vortragen würde. Er nahm sich vor, diese Mappe ab jetzt immer mit sich zu tragen. Die einzelnen Papiere sollten mit „Streng vertraulich“ gekennzeichnet werden.
M machte sich schnell bereit, das Büro zu verlassen. Er hatte bereits eine Hand auf der Türklinke, als er noch zu Madame sagte: „Es ist nur so ein Gefühl. Ich glaube eher nicht an ein technisches Versagen. Achten Sie besonders darauf, was wir über die beiden Piloten erfahren. Sie sind zwar auch tot. Aber ich glaube, sie haben eine Geschichte mit ins Grab genommen, über die wir mehr erfahren müssen.“
Zu Hause angekommen, machte sich der Sonderbeauftragte des Fraktionsvorsitzenden gleich an die Arbeit. Schnell überflog er die Flut an Infos, Statements und Expertisen, die sich nun in breiten Strömen ohne Unterbrechung über die Öffentlichkeit ergossen. Sie deckten alles zu, was sonst noch in der Welt geschah. Es waren vor allem ans Herz gehende Schilderungen, wie es den Menschen zum Zeitpunkt des Unfalls wohl ergangen sein mochte. Und die Familien und Freundeskreise der Getöteten, allen voran aus dem kleinen Städtchen Haltern am See, aus dem eine Schulklasse mit ihren Lehrern in den Tod gerissen worden waren, gerieten in den Fokus der Journalisten. Das alles prallte an M ab, weil seine Suche anders programmiert war. M hatte starke Bilder im Kopf, die sich nicht vertreiben ließen. Am Abend, als die Fernsehnachrichten mit Brennpunkt und Specials gelaufen waren, holte er sich eine Flasche Wein und seine Kladde, in der er sich heute nach längerer Zeit wieder Aufzeichnungen machte:
„Am 11. September 2001 flogen zwei Flugzeuge in einem lang gestreckten Sinkflug auf New York zu, um gezielt gegen die Zwillingstürme des World-Trade-Centers zu prallen und an ihnen in einem riesigen Feuerinferno zu zerschellen. Sie lösten die größte Flugkatastrophe aus, die die Welt je erlebt hat. Die politischen Folgen sind noch heute der Stoff, aus dem Zeitgeschichte geschrieben wird. Die Bilder von damals sind in mir eingebrannt. Sie haben mich auf den Weg in die Politik getrieben. Diese Bilder haben sich seit heute Morgen krass über die Informationen gelegt, die ich vom Airbus-Absturz in den südfranzösischen Alpen erhielt. Sie sind in mir so stark, dass sie sich wie ein Filter, wie eine zweite Bilderstrecke über die Filme legen, die ich soeben im Fernsehen von der Absturzstelle sehen musste.
In die Politik bin ich damals gegangen, weil ich Teil eines Machtsystems sein möchte, das angesichts der Situation der Menschheit auf dieser Erde eher gestärkt als geschwächt werden muss. Es gibt einen Krieg, ausgelöst durch die Folgen aus unberechenbaren Taten Einzelner, unterhalb der Ebene klassischer Kriege zwischen aufgerüsteten Armeen dieser Welt. Religiöser Eifer und Fanatismus erzeugen diese neuen Formen der asymmetrischen Kriege, in denen Terrorismus und die Kriminalität des Tötens immer neue Verbindungen eingehen. Ich weiß sehr wohl, dass mich mit der Macht keine herausragenden Fähigkeiten meiner analytischen Kenntnisse und auch keine Sicherheit in schnellen Entscheidungen und entschiedenen Handlungen verbinden. Unter dem Gesichtspunkt der konventionellen Machtpolitik bleibe ich ein wenig beachteter Hinterbänkler. Da sind andere besser und effektiver als ich. Was mich mit Macht verbindet, mich notwendigerweise in ihr verankert, ist anders begründet, hat keine Diskursbasis, bleibt jedem verborgen, bestimmt meinen einsamen Weg. Manche glauben, meine Zeit sei ein Spielball des Schicksals. Ich dagegen behaupte, sie ist eingebettet in ein universales Kraftfeld. Es sind meine Instinkte, aus Kraftfeldern, die nicht sichtbar sind, die nicht diskutiert werden können, Zusammenhänge zu finden, die den anderen verschlossen bleiben, vor denen sie angstvoll zurückwichen, müssten sie ihre Existenz anerkennen. Ich gebe zu, diese Kraftfelder allein nicht deuten zu können, aber ich weiß seit meiner Geburt, dass es kein Ereignis gibt, das uns Menschen heimsucht, zu irritieren versteht oder bis zu Kriegen polarisiert, das keine Entsprechung in der Zeichensprache des Himmels hat. Ich bin an einem Tag der Sonnenfinsternis am 12. Oktober 1958 geboren. Erst vor wenigen Tagen gab es in diesem Jahr wieder eine Sonnenfinsternis. Ich bin wohl der Einzige im politischen Berlin, der ihre Auswirkungen im aktuellen Geschehen bis in das politische hinein ernst nimmt.
Mein Freund Tony Bonin begleitet mich dabei nun schon über so viele Jahre. Ohne ihn wäre ich nie den Weg in die Politik bis in den Deutschen Bundestag gegangen. Tony ist das Genie, das die Zeichensprache am Himmel lesen kann, die ich in mir lediglich spüre. Ich habe ihn immer gebraucht und werde ihn weiter brauchen. Er hat mich auch zu meiner derzeitigen Wahrsagerin geführt, die mir so wichtig geworden ist. Ich bin von seiner Begabung überzeugt, weil ich ohne ihn keine Sicherheit hätte, in der Klasse derer zu bestehen, die im Hexenkessel der Macht überleben. Tony liest die Horoskope nicht wie die Jahrmarktgestalten oder die Dauerlieferanten für irgendwelche Illustrierte. Er kann die auf- und absteigenden Planetenknoten berechnen und die Ergebnisse als Transformationen im kosmischen Geschehen interpretieren. Er ist den Korrelationen zwischen kosmischen Ereignissen und dem Geschehen auf der Erde auf der Spur. Deshalb bleibe ich auf ihn angewiesen, wenn ich meinen Instinkten folge. Tony hat das Attentat am 11. September 2001 in New York vollständig erklärbar gemacht. Er wird mir auch jetzt wichtige Informationen geben. Denn ich bin sicher, wir müssen die Spur aufnehmen, die uns neue Formen des Terrorismus auffinden hilft. Der Absturz enthält eine Botschaft, die als eine neue Variante der asymmetrischen Kriegsführung zu verstehen sein könnte. Die Zeichen müssen gedeutet werden wie damals in New York. Diese Deutung ist mein Auftrag. Mit ihr werde ich Macht gewinnen.
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