Ulrich Pätzold - Sonnenfinsternis

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Mit Beginn der Coronaepidemie Anfang 2020 habe ich mit dem Schreiben des Romans «Sonnenfinsternis – Im Hinterhof der Politik» begonnen. Ich erzähle über das Leben eines fiktiven Bundestagsabgeordneten. Am 20. Mai 2015 gab es eine Sonnenfinsternis. Da beginnt meine Geschichte. Sie leuchtet in die Höhlen des Irrationalen eines nach Macht strebenden Menschen im politisch rationalen Umfeld des Parlaments. Was in den nächsten drei Monaten mit meinem Protagonisten passiert, ist spannend und voller Informationen, die das Nachdenken fördern können.

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Die Wahrsagerin unterbrach sich und fuhr dann undeutlicher artikulierend mit monotoner Stimme fort: „Die Luft habe ich angehalten, als ich das Horoskop von Andreas Lubitz vom 24. März in Verbindung zu den Daten der Sonnenfinsternis am 20. März gebracht habe. Da ist es mir im Magen flau geworden, als ich die Transite genauer untersuchte. Die vom 24. März lassen eigentlich keine extremen Auswirkungen erkennen. Die Sonnenfinsternis bildet aber ein Quadrat von Sonne auf Schütze mit dem Stellatium aus Merkur, Saturn und Uranus. Noch weiter: Die Finsternis berührt seine Mondknotenachse auf Fische. Da bekommt man eine Gänsehaut, wenn man die Transite sieht. Jupiter steht an dem Unglückstag gerade genau auf seiner Lilith.“

Nun musste M die Wahrsagerin doch unterbrechen. Er hatte zwar eine ungefähre Ahnung, was Lilith für die Astrologie bedeutet, wollte es aber in diesem konkreten Fall genauer wissen. Die Wahrsagerin löste sich aus ihrer inneren Versenkung, richtete sich auf und erklärte es ihm wie eine Lehrerin: „Zunächst einmal ist der Hinweis wichtig, dass Lilith kein eigenständiges Gestirn im Horoskop ist. Er ist gewissermaßen ein mathematischer Punkt der kosmischen Kraftkonzentration, die sich rechnerisch aus der Erdbahn und der Mondbahn ergibt, wenn man die Daten für den jeweiligen Menschen eingibt.“ Es gehe um das Prinzip Lilith, diese missratene Urform des Weiblichen in der Schöpfung Gottes, ein Klumpen Lehm, den die Spucke des Teufels traf. Der Lilith-Punkt, so die Wahrsagerin weiter, gibt Auskunft über Leidenschaften sowohl als intensive Annahme wie auch als intensive Ablehnung. Lilith bedeute: „So sehe ich das und Punkt, Schluss.“ Je stärker Lilith in das individuelle Leben hineinwirke, desto faszinierender erscheine die entschiedene Stärke, die ein Mensch in einem Augenblick erlangen könne. Die Einwirkungen einer Lilith-Konstellation könnten so stark sein, dass ein Mensch vollständig aus der Kontrolle seiner Vernunft unter den Druck gerate, etwas Endliches endgültig zum Ende zu bringen. „Mit Jupiter direkt über Lilith ist diese seltene und vollständige Einwirkung bei ihm offensichtlich erreicht worden.“ Da saß die Wahrsagerin majestätisch vor ihrem Tisch, hatte bravourös die Kurve der Astrologie zur Psychologie geschlagen und war sichtbar mit sich zufrieden. M fröstelte. Er ahnte, die Wahrsagerin zielte mit ihrer Lilith-Deutung, unter Jupiter zu liegen, auf ihn.

Sie legte das große Buch beiseite. M war sich nicht sicher, ob er alles verstanden hatte. Aber die vorgetragenen Informationen wertete er als eine Beschreibung seines Bildes von dem Piloten. Er war mit sich zufrieden. Vor allem beeindruckte ihn seine Methode, Quellen für das Verstehen der Tat zu erschließen und in den Vordergrund zu rücken, die vollständig außerhalb des Denkens in Routinen liegen, in denen Politiker Zusammenhänge zu setzen pflegen. Er musste sich nur noch fragen, was die Darlegungen seiner Wahrsagerin mit seiner augenblicklichen Arbeit zu tun hatten. Diese Frage, verbunden mit der hohen Anerkennung für ihre Arbeit, reichte er an sie weiter.

„Die Schlüsse werden Sie selbst ziehen müssen. Sie werden vor allem überlegen müssen, wie Sie Ihr Dossier aufbauen, damit auch die Menschen damit etwas anfangen können, die von Lilith oder von den Konjunktionen der Sterne keine Ahnung haben.“ Die Wahrsagerin war an M geschäftlich interessiert und überschritt deshalb eine innere Grenze, indem sie sich zu weit mit ihrer Interpretation hinauswagte. Sie rechtfertigte das in der Meinung, ein paar ganz praktische Schlüsse müsse sie M für das Geld schon anbieten: „In den nächsten Tagen werden wir viele Informationen über Ärztebesuche und Krankengeschichten von Andreas Lubitz erhalten. Wir werden einen dicken Streit darüber erleben, ob er flugtauglich oder fluguntauglich war.“

„Er war wohl vollständig fluguntauglich“, warf M ein.

„Nein“, antwortete sie, „er war bis zur letzten Sekunde vollständig flugtauglich, aber er hätte ab dem 20. März nicht mehr fliegen sollen.“

„Und warum ist er noch am 24. März ins Flugzeug gestiegen?“

„Weil ihn keiner beobachtet und erkannt hatte. Er wollte die Sache zu Ende bringen.“

„Die Sache?“

„Mit seiner Flugtauglichkeit diejenigen vorzuführen, die es zugelassen hatten, dass er mit seiner Verletzung nur noch in einen Abgrund schauen konnte.“

Im Zimmer brannte nur die Birne in einer kalten Deckenlampe. Es brannte keine Kerze und das Gesicht der Wahrsagerin war kühl. Die harten Linien durch die Schminke und der bewegungslose schwere Körper der Frau in den bunten Kleidern ließen am Ende das Gespräch erstarren. M stand auf, zahlte das Honorar und verließ seine Wahrsagerin mit dem Bekenntnis, sie sei der einzige Mensch, der ihm für seine Arbeit den Boden unter den Füßen bereiten würde. Er sei ihr für ihre Arbeit außerordentlich dankbar.

Am Abend war er in seiner Wohnung, hatte sich Rotwein ins Glas eingeschenkt und die diversen Informationssendungen und Talks im Fernsehen verfolgt. Um 23.00 Uhr kam eine Mail seines Freundes Tony Bonin aus Bayern. Er hatte schnell geliefert. M öffnete die drei Anhänge der Mail Es waren zwei Rundbildzeichnungen, ein Ereignishoroskop und ein Persönlichkeitshoroskop von Andreas Lubitz. Beide Bilder waren voll mit Punkten und Linien, für ihn nicht zu entziffern. M konnte so gut wie nichts mit ihnen anfangen. Er hatte nie gelernt, die Horoskope zu lesen, denen er vertraute. Schier unmöglich war es für ihn, die an Informationen überbordenden Bilder seines Freundes den wesentlichen Aussagen zuzuordnen. Denn in der dritten Anlage war ein ausführlicher Text, in dem sein Auftragnehmer beschrieb und deutete, was sich aus den Horoskopen für die Vorstellungswelt des Auftraggebers ergab.

Im Anschreiben hatte sein Freund darauf verwiesen, dass die Evidenzen zwischen den beiden Horoskopen, dem Tathergang und der Persönlichkeit von Andreas Lubitz erschreckend groß seien. „Wie du weißt, unterhalte ich in meinem Institut auch ein medizinisches Forschungszentrum. Wir müssen uns also allein schon deshalb intensiv damit beschäftigen, was im Leben dieses jungen Menschen geschehen ist.“ Und dann gab es noch den Satz, den sich M sofort in seine Kladde übertrug: „Von einem normalen Suizid kann man in diesem Fall nicht sprechen.“

Von den langatmigen Exegesen der Horoskope war M ziemlich enttäuscht. Der Text kam ihm über weite Strecken schwammig und wolkig vor. Tony vermied es mit der gewählten Sprache offensichtlich, sich auf klare Aussagen festzulegen. Immerhin nahm M folgende Informationen zur Kenntnis und notierte sie sich kurz in seiner Kladde, die er neben den Computer gelegt hatte: Die dramatischen Evidenzen zwischen den Persönlichkeitsstellungen und den Ereignissen mit dem Flugzeugabsturz bestätigten auch die neuen Dokumente. Die Zusammenhänge mit der Sonnenfinsternis wurden auch in den neuen Berechnungen gesehen. Als Deutung fasste M die Lektüre zusammen, sie lasse „hinterlistige Machenschaften durch Außenseiter und Zukurzgekommene durch Sabotage“ erkennen.

M fand den Hinweis, dass Lubitz den Flug von Barcelona nach Düsseldorf eigentlich gar nicht hätte antreten dürfen, da er krankgeschrieben war. Die Krankschreibung hatte er aber in kleine Stücke zerrissen, die die Fahnder in seiner Wohnung im Papierkorb gefunden hatten. Es sei davon auszugehen, dass Lubitz in den letzten Monaten seines Lebens sehr häufig zu vielen Ärzten gelaufen sei, ständig zu anderen, um nicht mit der Diagnose leben zu müssen, krank und fluguntauglich zu sein. Seine Angst vor der Gefährdung seiner Fliegerkarriere sei größer gewesen als alle Ängste, die er sonst noch hatte und kannte. Angst und ihre Verdrängung sei also der Zustand gewesen, so dachte M, aus dem heraus der Co-Pilot gehandelt habe. Auf den tieferen Grund dieser Grundangst hatten M die horoskopischen Deutungen hingewiesen: Lubitz leide an einer progressiven Einschränkung seines Sehvermögens. Er sei augenkrank. Deshalb habe er alle ärztlichen Erkenntnisse seinem Arbeitgeber gegenüber verschwiegen. Seine Fliegerkarriere habe er als die eigentliche Bestimmung seines Lebens und somit als sein Grundrecht empfunden.

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