„Wie Ihr sicherlich bemerkt hab, gab es bei Eurer Reise einige ungeplante Zwischenfälle. Ich hatte gehofft, sie würde weniger nervenaufreibend sein, als sie es wohl war.“
„Wie hätte sie denn geschehen sollen“, brach es aus Milia heraus. Sie wollte nicht mehr höflich oder lieblich sein. Sie war entführt worden und das wegen etwas, womit sie selbst nicht die geringsten Berührungspunkte aufwies.
Der Schah schwieg eine Weile. Milia war es, als wären seine Augen voller Traurigkeit. Als er schließlich antwortete, war seine Stimme leiser als sonst. „Sie hätte keine Toten fordern sollen. Sehr viel Leid ging damit einher. Ihr hättet von Aret und Fara mit einem kleinen Boot nach Berenike gebracht werden sollen. Dort hätte bereits Alaji mit Kamelen auf Euch gewartet, um Euch unverzüglich hierher zu bringen. Den tatsächlichen Verlauf kennt Ihr jedoch besser als ich selbst. Zeitliche Verzögerungen, der Untergang Atlantis … Alajis Ermordung … so hätte es nicht geschehen sollen.“
Milia wollte nach diesem Alaji fragen, tat es allerdings nicht. Sicher war er gerächt worden. Wie genau, wollte sie gar nicht wissen. Sie war müde und hatte mit eigenen Augen gesehen, wie der Schah Menschen bestrafte.
„Wieso habt Ihr Aret derart hart bestraft“, fragte sie schließlich. Der Schah atmete tief ein und straffte seinen Rücken. Er wirkte nun wieder wie ein starker und unnahbarer Herrscher.
„Unter seinem Befehl starben zwei meiner Krieger. Für jeden bekam er zwei Peitschenhiebe. Und er brachte einen Fremden mit in die Festung. Das war der Grund für den letzten Hieb.“
Die junge Atlanterin fuhr wütend hoch. „Aber er konnte nichts für ihren Tod! Und es war Faras Wunsch, dass Ebo mitkam. Wie hätte er ihr diesen Wunsch abschlagen können?“
Der Schah nahm einen weiteren Schluck Tee. Trotz Milias wütendem Ausruf blieb er ruhig. „Mir ist bewusst, dass es nicht in seiner Macht lag, die Geschehnisse zu ändern. Doch geschah alles unter seiner Verantwortung, also muss er die Konsequenzen tragen.“
Anmutig erhob sich der Herrscher der Wüstenstadt. „Ich denke, es ist besser, wenn Ihr nun zu Bett geht. Ein langer Tag liegt hinter Euch. Ich freu mich auf Morgen.“ Er nickte Milia kurz zu, dann verließ er den Raum. Als er gegangen war, huschte Rhani hinein, redete auf Milia ein und führte sie zurück in ihr Zimmer.
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