Susanne Sievert - Home sweet Julie

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"Menschen wie ich sind vom Menschsein weit entfernt."
Nach dem unerwarteten Tod ihrer Eltern sieht sich Julie Mond gezwungen, in ihre Heimatstadt Cherryhill zurückzukehren.
Dort angekommen wird sie nicht nur mit ihrer traumatischen Kindheit konfrontiert, sondern auch mit einem wandelnden Alptraum, dessen Vorliebe Julie ganz und gar nicht gefällt. Menschenfleisch.
Zwischen Schüssen, Blut und Chaos erhält Julie eine gute Nachricht:
ihr Bruder ist am Leben und wartet auf sie!
Für Julie beginnt ein blutiges Abenteuer, das nicht nur Cherryhill verändern wird, sondern auch Julie selbst.

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Die Erinnerung an ihre durchdringende Stimme lässt mich unwillkürlich zur Treppe schauen. Dort oben befinden sich das Elternschlafzimmer, ein Badezimmer und zwei kleine, nebeneinanderliegende Kinderzimmer mit Blick auf den See. Ich kenne jeden Winkel des Hauses besser, als ich es mir eingestehe und doch erinnere ich mich nicht an mein Kinderzimmer.

Mit einem knarrenden Geräusch schwingt die kleine Tür unten an der Treppe auf und mit dem Windhauch spüre ich eine kalte Hand am Hals, die mich vor Entsetzen gegen die Haustür drückt. Ich schreie wie ein kleines Mädchen und glotze mit weit aufgerissen Augen auf die winzige Tür, die mir einen kleinen Raum unter der Treppe zeigt. Ich bin erstarrt und erwarte jeden Moment, dass ein Geist aus dem kleinen Raum schwebt, doch es ist nur die kalte Angst, die mich in ihren Fängen hat.

Nein, Mama, ich werde lieb sein. Nein, bitte nicht. Bitte nicht!

Mein Gesicht ist heiß und nass, nass von Tränen. Mein Kopf fällt schwer auf meine Brust und ich blicke auf meine Stiefel. Großer Gott, ich habe vergessen, sie abzuputzen! Ich muss sie doch ausziehen. Wo ist nur die Bürste? Handfeger, Schaufel ... Ein Lappen, hier muss doch irgendwo ein Lappen sein!

Mit zitternden Knien laufe ich rechts durch das Esszimmer direkt in die Küche. Hektisch zerre ich an den Schränken und suche verzweifelt nach einer Bürste oder einem Lappen, bis ein merkwürdiger Geruch mich in die reale Welt zurückholt.

Was zur Hölle ist das? Großer Gott, was ist das nur für ein Gestank?

Aus dem Schrank hole ich ein Glas und stelle den Wasserhahn an. Schweiß steht auf meiner Stirn. Wie kann dieses verdammte Haus nur so viel Macht über mich besitzen? Hier bleibe ich nur so lange wie nötig, das steht fest.

Ich trinke einen Schluck kalten Wassers und ziehe mir einen Stuhl heran. Meine Nase prickelt noch immer von diesem Gestank und erst, als ich mich hinsetze, die Beine auf den Tisch lege und auf die keifende Stimme in meinen Gedanken pfeife, sehe ich, woher dieser Geruch stammt.

In einem Schwall spucke ich das Wasser aus, huste und lache gleichzeitig. Tränen der Angst mischen sich mit Tränen der Freude.

Mein Bruder ist vor mir hier gewesen und hat in seinem eigenen Stil eine Nachricht für mich hinterlassen. In großen braunen Buchstaben steht an der sonst so blütenreinen weißen Wand: „Willkommen im Haus des Schreckens, Schwesterherz.“

Jules ... Warum hast du nicht auf mich gewartet?

Neben dem Kühlschrank steht für gewöhnlich der Wasser- und Futternapf für Stella, einen lockigen weißen Königspudel. Jules und ich hassten den Köter aus tiefstem Herzen. Er war seiner Rasse entsprechend der König des Hauses und wurde auch so behandelt. An meinem 15. Geburtstag starb das Vieh, ein Trauertag für meine Eltern, der schönste Geburtstag für mich.

Nach seinem Tod kursierten in der Nachbarschaft Gerüchte, dass ihn ein brauner Pontiac Firebird in schneller Fahrt erwischt hätte. Nach Nachfragen der Polizei, die meine Eltern tatsächlich alarmiert hatten, konnte sich niemand an Details erinnern und somit erstarb das Gerücht. Ich halte mich mit meiner Aussage bis heute zurück. Es interessiert ohnehin niemanden mehr und mit dem Teufel verscherzt man es sich nur ungern.

Fakt ist: Unsere Eltern kauften sich keinen neuen Hund, ließen aber Stellas Futternapf an Ort und Stelle.

Ich halte mir die Hand vor Mund und Nase. Stellas Näpfe wurden nicht bewegt, aber gefüllt. Gefüllt mit Jules’ Darminhalt, wie ich an seiner einfallsreichen Nachricht erkennen kann. Es ist so widerlich und ordinär, dass ich mich vor Lachen krümme. Es ist niemand im Haus und ich kann so laut lachen, wie es mir gefällt. Jules hat recht, wir sind frei und können mit Fäkalien Dinge an die Wand schreiben, wenn uns der Sinn danach steht.

Mit seiner Nachricht hat Jules den Fluch von mir genommen und das beklemmende Gefühl verlässt mich. Obwohl mein Bruder ganze sieben Jahre jünger ist als ich, ist er immer derjenige gewesen, der mich beschützen wollte, mich mit seinem speziellen Humor aufmunterte und mir neue Hoffnung gab, wenn ich vor Schmerzen nur noch einen Ausweg sah.

Verdammt, wie sehr ich ihn vermisse. Gerade jetzt, da ich alleine in diesem Haus stehe, brauche ich seine Unterstützung mehr denn je.

Doch alles ist halb so schlimm, wenn im verbotenen Schrank des Vaters eine Flasche Dalmore 62 auf dich wartet. Unsere Eltern werden sich in ihrem muffigen Grab umdrehen, sobald ich die sündhaft teure Flasche öffne. Ein Grund mehr, die Scheibe der Vitrine einzuschlagen.

Mit der Flasche in der einen Hand und dem Rucksack in der anderen wage ich die ersten Schritte hinauf in das Obergeschoss und betrete das Bad. Es ist so sauber, als hätte die Putzfrau es gerade gereinigt, was womöglich auch so ist. Niemand hat ihren Dienst abbestellt und da sie meine Eltern selten persönlich im Haus angetroffen hat, ist es ihr vermutlich noch nicht aufgefallen. Ihre Augen möchte ich gerne sehen, wenn das Haus des Schreckens abgerissen wird und sie vor den Resten ihres Arbeitsplatzes steht.

Fröhlich pfeifend ziehe ich mich aus, nehme einen kräftigen Schluck aus der Flasche und stelle mich unter die heiße Dusche. Meine Hand brennt von den Splittern der Glasvitrine, doch das bemerke ich kaum. Das Wasser spült das Blut und das Glas fort und zum ersten Mal seit Wochen fühle ich eine angenehme Entspannung. Ich dusche lange und ausgiebig, schließe die Augen und frage mich, wo Jules sein könnte und warum er nicht auf mich gewartet hat. Sind wir noch nicht bereit für ein Wiedersehen? Vor fünf Jahren bin ich gegangen und wir waren zum ersten Mal voneinander getrennt. Ob er noch wütend auf mich ist?

Natürlich, denn ich habe ihn im Stich gelassen. Vor 15 Jahren sind wir gemeinsam aus dieser Hölle geflohen und nach zehn Jahren bin ich einfach ohne Jules weitergezogen. An seinem 18. Geburtstag. Ist es denn so verwerflich ein eigenes Leben führen zu wollen? Abstand, zur Vergangenheit zu nehmen? Nein, sicher nicht. Doch wenn ich zurückblicke, was hat die Suche nach Freiheit, Liebe und Glück ergeben? Die bittere Erkenntnis, dass ich ohne Jules verloren bin. Ich bin seine große Schwester, seine Beschützerin. Ohne ihn bin ich nur Julie und das ist nichts.

Mit einem Seufzer stelle ich das Wasser ab, steige aus der Dusche und greife nach einem Handtuch. Vor dem Spiegel stecke ich meine roten Haare hoch und ertappe mich, wie ich mein Spiegelbild betrachte. Normalerweise versuche ich, das zu vermeiden, denn das Gesicht im Spiegel ist eine Fremde, die mich ängstigt. Die Gesichtszüge sind viel zu hart, die grünen Augen kalt, die Nase zu groß und krumm und wo andere Menschen Lachfalten haben, habe ich eingemeißelte Wutfalten. Ich lache selten und wenn, muss das recht seltsam aussehen. Die Wut bestimmt mein Leben. Es ist kein Wunder, dass die Menschen meine Nähe meiden. Ich habe mich für ein einsames Leben entschieden und es war eine gute Entscheidung. So sage ich es mir jeden Tag. Der einzige Mensch, der mich verstehen kann, ist Jules. Aber er ist nicht da.

Sofort greife ich nach dem köstlichen Dalmore 62, genieße die Leichtigkeit des Alkohols und zünde mir im Bad eine Zigarette an.

Unglaublich, ich rauche tatsächlich im Badezimmer meiner Eltern!

Das große Fenster steht offen und ich kann direkt in den Garten sehen. Es ist Anfang April und die Kirschbäume stehen in voller Blüte. Der Rasen sieht frisch gemäht aus und ich frage mich, ob meine Mutter vor ihrem Tod noch die Rosen gedüngt hat. Sie liebte ihre Rosen ebenso sehr wie den dämlichen Köter und verbrachte viel Zeit im Garten. Als Kind habe ich sie häufig vom Fenster aus beobachtet und mich gefragt, ob sie es je bemerken würde, wenn ich eines Tages einfach verschwände. Später habe ich dann erfahren, dass sie es sehr wohl bemerkte. Volle drei Wochen. Danach ging das Leben einfach weiter, bis zu dem Tag, an dem sich Vaters Auto um einen Baum wickelte.

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