Nicole Garos - Alles fließt

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"Alles fließt" spielt in einem kleinen Dorf in Griechenland. Hier wohnt die inzwischen 78 jährige Dorothea. Eine seltsame Verwechslung veranlasst sie, ihre Vergangenheit genauer zu durchleuchten. Grundantrieb dabei ist die Frage nach der eigenen Identität. Es entsteht die spannende Dokumentation des Lebens einer Frau, die noch vor dem 2. Weltkrieg geboren und deren Kindheit vom Kriegsgeschehen beeinflusst ist. Geprägt durch dieses Zeitgeschehen hat sie sich dennoch nie unterkriegen lassen, ging mutig ihren Weg und wanderte schließlich in den 80er Jahren mit ihrem damaligen Ehemann eher zufällig nach Griechenland aus – in ein Land, in dem sie sich sofort heimisch fühlte und das ihr überraschende Möglichkeiten der Entfaltung bot.
Hier wagt sie nun auch den Blick zurück, lässt ihr gesamtes Leben noch einmal Revue passieren, um sich selbst auf die Spur zu kommen. In dieser intensiven, auch schmerzhaften Auseinandersetzung mit ihren Erinnerungen kommen Tatsachen zum Vorschein, die alles noch einmal in neuem Licht erscheinen lassen. Die Suche nach der eigenen Identität entpuppt sich als ein nie enden wollender, spannender Prozess.
Allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder über sich selbst hinauszuwachsen und bis ins hohe Alter dem Geheimnis des Lebens und seinen Grundfragen zu begegnen, sich dabei immer wieder überraschen zu lassen – das ist die Botschaft, die dieses Buch anhand des Lebensrückblicks und der Suche von Dorothea weitergeben möchte.

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Leider musste ich nach dem Tod meiner Großmutter das humanistische Gymnasium verlassen, da meine Schulgebühren unbezahlt blieben. Die Bemühungen meines Klassenlehrers um ein Stipendium für mich führten ins Leere, und ich musste von nun an eine einfache Volksschule besuchen, um meine Schulpflicht abzusitzen.

Was mir blieb

So stand ich im Leben vollkommen alleine da, und ich fühlte mich sehr verloren. Doch in den letzten Jahren und im Leben zwischen den für mich gegensätzlichen Welten meiner Mutter und meiner Großmutter hatte ich viel gelernt. Insbesondere die Weisungen meiner Großmutter haben bis heute lebenswichtige Bedeutung für mich. Sie entstammen tieferem Ursprung – wobei ich sie im Rahmen einer weitreichenden Familientradition einordne und insbesondere mit dem Judentum verbinde, mit dem ich mich durch die Erziehung meiner Großmutter identifiziere.

Geht man den Spuren meiner Ahnen nach, reichen diese bis nach England zurück, dann nach Spanien und schließlich nach Deutschland. Der Großvater meiner Großmutter, ein Jude, war von Spanien nach Deutschland emigriert. Sein Sohn, mein Urgroßvater, hatte sich schließlich taufen lassen, um seine Frau, eine Katholikin, heiraten zu können. Doch seine Frau, die ihn, den Erzählungen meiner Großmutter nach, sehr liebte, lebte für ihn innerhalb der Familie die Traditionen des Judentums weiter, und die beiden erzogen auch ihre Kinder nach den Leitregeln des Judentums. So kam es, dass meine Großmutter zwar selbst altkatholisch getauft war, im Alltag aber streng jüdischen Wertsätzen folgte. An den hohen katholischen Festtagen ging sie dann zwar, wie es sich gehörte, in die Kirche. Aber einmal sagte sie zu mir: “Sie können mir äußerlich draufschreiben, was sie wollen, innerlich fühle ich mich als Jüdin.”

Nach dem Krieg gab meine Großmutter auch mir die Lebensregeln weiter, die sie mit dem Judentum verband. Meine Großmutter war nicht nur die, die mir den Glauben an das Gute im Menschen mitgab, den Glauben an die Würde jedes einzelnen von uns. Sie war es auch, die immer auf die Treue zu sich selbst bestand und keine Lüge duldete. Sie war diejenige, die mir beibrachte, mit den einfachsten Dingen zufrieden zu sein und lehrte mich die Wichtigkeit der Bildung, die sie mir zu ermöglichen versuchte. Gemeinsam lasen wir das Alte Testament und die Tora, und auch die jüdischen Festtage hatte meine Großmutter im Rahmen des möglichen mit mir gefeiert, so das jüdische Neujahr und das Laubhüttenfest.

Auch im alltäglichen Leben gab sie mir viele konkrete Regeln mit, die mir das Überleben im Chaos meiner frühen Jahre vereinfachten. Es handelte sich um einfache Essvorschriften und Vorschriften der Sauberkeit. Ich habe nie einer jüdischen Gemeinde angehört, nie eine Synagoge besucht, erst Jahre später habe ich mich detailierter mit dieser Religion beschäftigt – und dennoch fühle und bezeichne ich mich als Jüdin.

Meine Lehr- und Wanderjahre

Nur wenige Tage nach dem Tod meiner Großmutter stand 'das Jugendamt' vor unserer Wohnung in der Heidelberger Vorstadt, in der in diesen schwierigen Tagen eine Bekannte meiner Großmutter für mich da war. Die Angestellten des Jugendamtes nahmen mich mit und brachten mich in ein Heim für junge Mädchen. Die Zeit in diesem Jugendheim, es mögen zwei, drei Monate gewesen sein, erinnerte mich an die Zeit in dem Zimmer mit meiner Mutter. Die Mädchen, alle aus schwierigen Verhältnissen, büchsten so gut wie jede Nacht aus unseren Räumen aus und kamen erst in den frühen Morgenstunden zurück. Mit sich brachten sie den mir so vertrauten, aber auch vor Ekel zum Erschauern bringenden Geruch nach Zigaretten, Alkohol, nackter Haut. Ein täglich von mir ersehnter Gegenpol war die Stunde vor dem Abendessen, in der wir gemeinsam mit den evangelischen Schwestern sangen und beteten.

Und dennoch mag ich mich insgesamt über diese Zeit nicht beschweren, war ich doch sowohl von den Mädchen als auch vom Personal des Heims als 'Spatz' angenommen.

Das Jugendamt bestimmte dann aber ein zweites Mal meinen kommenden Lebensweg. Eine ältere wohlhabende Dame, die selbst schon drei erwachsene Söhne hatte, wollte gerne ein junges Mädchen bei sich aufnehmen. Die Mitarbeiter des Jugendamts wählten mich aus, und Frau Schmidt und ihre Freundin Frau Hummel waren gut zu mir. Die beiden eröffneten mir eine Welt, die ich bisher nicht gekannt hatte, die ich mir aber immer erträumt hatte – eine Welt, die mir meine Großmutter als die Wirklichkeit beschrieben und in derem Sinne sie mich erzogen hatte. So fand ich mich leicht in dieser für mich ‘gehobenen Gesellschaft’ ein, kannte deren Manieren.

Frau Schmidt hatte eine schöne Wohnung, in der ich ein eigenes Zimmer bekam. Der Haushalt wurde durch eine Haushälterin erledigt. Frau Schmidt behandelte mich immer freundlich und herzlich und sie verwöhnte mich nach Strich und Faden. Mit ihr lernte ich viele wunderschöne Freizeitbetätigungen kennen; wir gingen gemeinsam ins Kino, ins Theater oder zu Konzerten. Frau Schmidt besaß ein kleines Kleidungsgeschäft, in dem oft Frau Hummel aushalf. Diese beeindruckte mich vom ersten Tag an. Oft saß ich mit ihr gemeinsam im Laden und wir redeten. Wir redeten über Bücher, über Musik und über Gott und die Welt. Von Frau Hummel fühlte ich mich verstanden, sie hörte mir zu und nahm mich ernst. Jeden Abend nach Ladenschluss aßen wir zu dritt in Frau Schmidts Wohnung. Bald durfte ich auch im Laden mitwirken, ab und an den Laden hüten und schließlich auch eigene Ideen einbringen, so z.B. das Schaufenster dekorieren.

Inzwischen hatte ich, die ich mich in der Volksschule einfach verweigert hatte, mein Abgangszeugnis erhalten und die Frage der Berufswahl stand zur Debatte. Gemeinsam mit Frau Schmidt kamen wir auf die Idee, dass mir das Hotelfach gefallen könne, wobei sie mir auf Grund von Beziehungen zum besten Hause in Heidelberg, dem Parkhotel Europa, einen Ausbildungsplatz verschaffen konnte. Ich wollte als Köchin anheuern und begann ein Praktikum in der Küche. Doch die körperlich schwere Arbeit dort, zwischen großen Töpfen, war nicht wirklich für mich zierliches Mädchen bestimmt.

“Spatz, so geht das nicht”, stellte nach wenigen Tagen der Chefkoch fest, “du fällst mir ja noch in den Suppentopf.”

Als klar war, dass die Ausbildung in der Küche nicht für mich geeignet war, trafen Frau Schmidt, das Jugendamt und der Hotelmanager zusammen und besprachen, was zu tun sei. Einmal mehr wühlte das Jugendamt in meinen Akten und bestimmte ein drittes Mal meinen Lebensweg, indem es herausfand, dass meine Großmutter einen Betrag von 5000 Mark gespart und hinterlassen hatte. So fiel die Entscheidung, dass mir mit diesem Geld eine Ausbildung an der Hotelfachschule in Bad Reichenhall bezahlt werden sollte. Ich musste also die traute Obhut im Hause Frau Schmidts und von Frau Hummel verlassen und zog nach Bad Reichenhall in das Ausbildungsinternat. Zu Frau Schmidt behielt ich noch einige Zeit Kontakt, bis sie zu ihrem zweiten Sohn nach Amerika zog.

Bad Reichenhall sollte nur ein kleiner Zwischenstopp meines Lebens sein. Doch die Schule und die verschiedenen praktischen Lernfächer des Hotelfachs machten mir Spaß. Nach nur drei Monaten mischte sich aber erneut das Jugendamt ein. Da das zunächst aufgetane Geld meiner Großmutter dafür gebraucht wurde, entdeckte Schulden zu begleichen, konnte mir die Schule in Bad Reichenhall nicht weiter finanziert werden.

Ich wurde erneut auf Reisen geschickt – diesmal mit Ziel Mannheim. Hier wurde ich einer Dame zugeteilt, die eine private Handelsschule leitete. Ihr sollte ich im Haushalt beistehen, die Schulräume säubern und in der Küche behilflich sein. Dafür durfte ich kostenlos die Abendschule besuchen. In einem der Lehrräume hatte ich ein Klappbett. Auch Frau Coen, die mit ihrer Familie lange Zeit in Russland gelebt hatte, war gut zu mir und brachte mir das Kochen bei. Die Handelsschule gefiel mir, ganz nach dem Motto: “Lernen war immer schön.” Insbesondere erinnere ich mich aber an die Monate, als Frau Coens Sohn aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt war. Er war gesundheitlich ein Wrack und lebte so zunächst bei seiner Mutter, um wieder ein wenig zu Kräften zu kommen. Gerne saß er am großen Küchentisch bei einer Tasse Tee oder Kaffee, während ich kochte oder anderen Tätigkeiten nachging. Er rauchte eine seiner vielen Machorkas und erzählte und erzählte, erzählte von seinen Erlebnissen, seinen Erfahrungen und Gedanken und immer wieder davon, wie er die Gefangenschaft in Russland überlebt hatte. Über Stunden hörte ich ihm zu, wie ein Schwamm nahm ich seine Geschichten in mich auf, und er war dankbar für meine Aufmerksamkeit. Oft kam auch seine Mutter mit in die Runde. Sie war es auch, die mir eines Tages vorschlug, mir Russisch beizubringen - und ich liebte diese Idee und die wenigen Stunden Unterricht, die wir gemeinsam miteinander verbrachten. Denn kurze Zeit später erkrankte Frau Coen, musste ins Krankenhaus und ihre Schule wurde vorübergehend geschlossen.

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