Nicole Garos - Alles fließt

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"Alles fließt" spielt in einem kleinen Dorf in Griechenland. Hier wohnt die inzwischen 78 jährige Dorothea. Eine seltsame Verwechslung veranlasst sie, ihre Vergangenheit genauer zu durchleuchten. Grundantrieb dabei ist die Frage nach der eigenen Identität. Es entsteht die spannende Dokumentation des Lebens einer Frau, die noch vor dem 2. Weltkrieg geboren und deren Kindheit vom Kriegsgeschehen beeinflusst ist. Geprägt durch dieses Zeitgeschehen hat sie sich dennoch nie unterkriegen lassen, ging mutig ihren Weg und wanderte schließlich in den 80er Jahren mit ihrem damaligen Ehemann eher zufällig nach Griechenland aus – in ein Land, in dem sie sich sofort heimisch fühlte und das ihr überraschende Möglichkeiten der Entfaltung bot.
Hier wagt sie nun auch den Blick zurück, lässt ihr gesamtes Leben noch einmal Revue passieren, um sich selbst auf die Spur zu kommen. In dieser intensiven, auch schmerzhaften Auseinandersetzung mit ihren Erinnerungen kommen Tatsachen zum Vorschein, die alles noch einmal in neuem Licht erscheinen lassen. Die Suche nach der eigenen Identität entpuppt sich als ein nie enden wollender, spannender Prozess.
Allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder über sich selbst hinauszuwachsen und bis ins hohe Alter dem Geheimnis des Lebens und seinen Grundfragen zu begegnen, sich dabei immer wieder überraschen zu lassen – das ist die Botschaft, die dieses Buch anhand des Lebensrückblicks und der Suche von Dorothea weitergeben möchte.

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Meine Großmutter war und ist für mich das Idealbild einer Frau. Geboren Ende des 19. Jahrhunderts war sie nach der Jahrhundertwende eines der ersten Mädchen gewesen, das in Konstanz Abitur gemacht hat. Sie wollte eigentlich Journalistin werden, was ihr durch eine plötzliche, heftige Krankheit nicht möglich war. Nach dem Krieg arbeitete sie schließlich als Schneiderin und Näherin. Sie war immer schick, elegant, konnte aus jedem Lappen ein Abendkleid nähen. Auch ein Satz meiner Großmutter begleitete mich durch mein Leben: “Kind, wenn Du Geld hast für ein Brot oder ein Buch, dann kaufe Dir ein Buch.”

Die Betreuerinnen des Ferienheims stimmten der Aufforderung meiner Großmutter zu, sie packten meine wenigen Habseligkeiten zusammen, und gemeinsam mit den beiden Frauen fuhren wir noch am selben Tag nach Heidelberg. Dort kamen wir zunächst für wenige Tage in einem Gasthaus unter. Da meine Mutter nun, durch die UNRA Suchaktion, Papiere für mich in der Hand hatte, konnte sie eine Aufenthaltsgenehmigung für mich erwerben. Damit verbunden waren Lebensmittelkarten und ein Schein vom Wohnungsamt, dass wir das Recht hatten, ein Zimmer zu bewohnen. Wir bekamen eines im Hinterhaus eben der Gastwirtschaft, in der wir zunächst untergekommen waren. Dort wohnte ich von da an mit meiner Mutter. Meine Großmutter ging zurück in ihre kleine Wohnung in einem Vorort von Heidelberg.

Das Leben mit meiner Mutter war kein Zuckerschlecken.

Nein, ich habe keine schönen Erinnerungen an diese Zeit. Allein, wenn ich den Geruch erinnere, den das Gebäude, in dem wir wohnten, umgab, insbesondere aber das Zimmer, in dem ich mit meiner Mutter hauste, wird mir übel - und ich erschauere vor Ekel. Unser Zimmer roch bis in die letzte Ritze nach Schweiß und überall lag schmutzige Wäsche. Meine Mutter ging weiterhin des Nachts “zum Singen” in Bars und kam oft in Begleitung mitten in der Nacht zurück. Nach wenigen Wochen nahm sie auch mich auf ihren nächtlichen Touren mit. Ich saß dann in rauchigen Kneipen auf einem kleinen Barhocker am Rande und sah meiner Mutter beim Singen und Tanzen zu … und später holte sie mich, die ich seit dem Vorfall im Rinnstein wegen eines verkürzten Beines hinkte, mit auf die Bühne. Und ich wurde aufgefordert zu singen und zu tanzen. Noch heute fällt es mir schwer, nur daran zu denken. Es war so demütigend für mich. Ich, ein Mädchen im Alter von etwa zehn Jahren, fühlte mich in diesen Situationen erschreckend würdelos; ich fühlte mich unsittlich begafft, ich fühlte mich auch bemitleidet, wobei ich nicht weiß, was schlimmer für mich war. Ich weiß nur, ich hatte Sehnsucht nach dem Kinderheim, nach einer heilen Welt.

Meine Mutter präsentierte mich, setzte mich dann wieder auf meinem Barhocker ab und widmete sich schließlich dem Ziel, einen Mann für die Nacht zu angeln. Oft erst in den frühen Morgenstunden kehrten wir - meine Mutter meist in Begleitung - nach Hause zurück und während ich den Schlaf nur so ersehnte, nichts mehr hören und sehen wollte, ging es im Nebenbett zur Sache. Auch tagsüber empfing meine Mutter ab und an Freier, wobei ich zum Spielen nach draußen geschickt wurde bzw. im Nebenbett versuchte zu schlafen. Gefühle von Scham quälten mich, wobei ich nicht einmal genau verstand, warum.

Ein Schicksalsschlag errettete mich nach knapp eineinhalb Jahren aus dieser schrecklichen Zeit. Ich wurde krank. Mein eigentlich gesundes Bein brach am Schienbein auf und stinkender Eiter tropfte. Meine Mutter musste mich ins Krankenhaus bringen, wo zunächst die offenen Stellen gesäubert wurden. Ein großgewachsener, stattlicher Arzt, dem ich vom ersten Moment an vertraute, kümmerte sich um mich und diagnostizierte Hauttuberkolose, verursacht durch unhygienische Verhältnisse. Man behielt mich im Krankenhaus. Das war das Paradies für mich. Ich bekam ein sauberes Bett, konnte schlafen soviel ich wollte und bekam regelmäßig etwas zu essen. Es dauerte nicht lange, da kam meine Großmutter zu Besuch, die erst jetzt das eigentliche Leben meiner Mutter zu begreifen schien. Sie ließ mich von nun an nicht mehr aus dem Auge. Sie erkundigte sich bei dem netten Arzt über meinen gesundheitlichen Zustand und die beiden vereinbarten, nach der Ausheilung der Tuberkulose auch die noch ausstehenden, durch den Vorfall im Rinnstein notwendigen Eingriffe nachträglich vorzunehmen.

So blieb ich über Wochen im Krankenhaus; es wurde eine Operation an meiner Nase und eine an meinem verkürzten Bein vorgenommen. Ich bekam von nun an eine Schiene. Parallel zu diesen Behandlungen organisierte meine Großmutter eine Ballettlehrerin, die sich bereit erklärte, mir kostenlos durch wöchentliches, hartes Training zu helfen, dass ich die notwendige Stütze irgendwann ganz los sein konnte. So kam es auch.

Nach meinem Krankenhausaufenthalt hatte meine Großmutter dafür gesorgt, dass ich die Grundschule abschließen konnte und schließlich auf ihre Kosten das humanistische Gymnasium besuchen durfte. Das war ein großes Geschenk für mich und rettete mich in der Zeit nach meinem Krankenhausaufenthalt, als ich wieder bei meiner Mutter lebte. Was mich in dieser Zeit rettete, waren die Bücher, die ich heimlich unter der Bettdecke oder versteckt in der Hundehütte neben meinem geliebtem Schäferhund im Hinterhof las. Was mich in dieser Zeit rettete, waren zu guter Letzt die Nachmittage, an denen ich meine Großmutter besuchen konnte, wobei ich 10 km zu Fuß auf mich nehmen musste, um zu ihrer kleinen Wohnung in dem Heidelberger Vorort Neckargemünd zu gelangen. Dort pflückten wir gemeinsam Blumen oder meine Großmutter lehrte mich das Nähen an der Nähmaschine, und oft gab sie mir auch ein bisschen Geld mit, damit ich mir in der Leihbibliothek Edelmann am Bismarckplatz neue Bücher ausleihen konnte. Meine Großmutter hatte nun, trotz der räumlichen Distanz, immer ein schützendes Auge auf mich. Nie mehr versuchte meine Mutter, mich auf ihren nächtlichen Touren durch die Bars der Stadt mitzunehmen.

Als ich schließlich knapp zwölf Jahre alt war, überstürzten sich die Ereignisse erneut. Meine Mutter war von einem ihrer Freier schwanger geworden und brachte ein kleines Mädchen zur Welt - Heidi, meine Halbschwester. Während wir die ersten Monate alleine auf uns gestellt waren und ich mich stundenlang um den Säugling kümmern musste, zog schließlich meine Großmutter zu uns. Sie bezog inzwischen Rente. Doch es gab noch einen zweiten Grund für ihr Kommen. Meiner Mutter war Krebs diagnostiziert worden. Von nun an wurden wir Kinder also von meiner Großmutter versorgt, während meine Mutter zeitweise im Krankenhaus war, ansonsten zu Hause, aber mit der Zeit immer schwächer wurde. Wir wohnten nun zu viert in dem kleinen Zimmer im Haus hinter der Gastwirtschaft und lebten von der kleinen Rente meiner Großmutter und von Sozialhilfe.

Irgendwann in dieser Zeit hatten wir das große Glück, dass uns das Sozialamt eine kleine Wohnung am Rande von Heidelberg zuwies. Diese Wohnung bestand aus einem Schlafzimmer, einem Wohnzimmer, einer Küche und einem richtigen Badezimmer mit Toilette und Badewanne. Bis auf ein Bett für meine Mutter und ein kleines Kinderbett für meine Schwester war die Wohnung noch unmöbliert. Aber das war mir egal, sie bedeutete die Erlösung für mich.

Und das Glück sollte anhalten. Eines schönen Tages, als ich von der Schule nach Hause kam, erzählte meine Großmutter mir mit leuchtenden Augen, sie hätte eine Überraschung für mich. Und diese Überraschung ließ nicht lange auf sich warten. Nur wenige Stunden später fuhr ein Pferdefuhrwerk vor und zwei kräftige Männer begrüßten uns. Sie forderten mich auf, doch mal mitzukommen um zu sehen, was sie mitgebracht hätten - und meine Großmutter nickte mir zustimmend zu.

Und da stand ich dann hinter dem Pferdefuhrwerk, durfte unter die Plane blicken, die den Inhalt versteckte und war sprachlos. Fest geschnürt auf dem Pferdefuhrwerk waren eine wunderschöne Cordcouch, ein Sessel und ein kleiner Wohnzimmertisch – all das sollte von nun an uns gehören. Schon beim Anblick fühlte es sich an, als hätte ich das Paradies betreten. Doch die beiden freundlichen Männer hatten noch ein besonderes Geschenk für mich: ein Bücherregal. Es sollte all die Bücher beherbergen, die ich die letzten Jahre angesammelt hatte und gewöhnlich unter oder neben meiner Schlafstätte lagerte. Ich wusste nichts zu sagen, strahlte nur und ich schien zu schweben. Diesen Tag erinnere ich als einen, der alle Festtage auf einmal für mich bedeutete.

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