Sein Gehirn war inzwischen vom Prüfen müde und ihm fiel nichts mehr ein. Es war heiß und sein Aschenbecher war voll, höchste Zeit, den Raum zu lüften. Er schirmte alle Geräte ab, ging zum Fenster und öffnete. Warme Sommerluft strömte ins Zimmer und drückte den Rauch hinaus. Der Sauerstoff versetzte ihm kurz einen Schock, der wie jedes Mal unerwartet kam. Er musste sich setzen.
Gerade als er, auf der Schreibtischkante sitzend, die schwarzen Wolken vor seinem Sehnerv vertrieb, surrte die Türklingel.
Jenny Springer, fiel es ihm schemenhaft ein. Sie kam zur Abgabe der Anklage.
Instinktiv drückte er auf den Öffner.
Die eintretende Jenny war in seinem Sauerstoffrausch eine Gestalt wie von einem anderen Stern. Lautlos erschien sie aus dem Nichts. Attraktiv, im ärmellosen Sommerkleid, hübscher Ausschnitt, darüber ihr offener Blick, für einen Moment wusste er weder, wo er überhaupt war, noch was er wollte.
„Hier bin ich“, erklärte sie knapp und setzte sich, ohne seinen Zustand wahrzunehmen, ordentlich auf den Besucherstuhl.
„Dann wollen wir mal“, riss er sich mühsam zusammen, obwohl er sich weiterhin fühlte, als säße er neben sich. Er schloss das Fenster, schwang seine Beine herum und landete mit einer plumpsenden Drehung in seinem Sessel.
„Die Anzeige ist eine offizielle Eingabe, wie wollen Sie sich ausweisen?“, hörte er sich sagen.
Ohne zu zögern entschied sie: „per Gedankencode.“
Frau Springer war auf der Hut. Sein Respekt wuchs, während er langsam wieder Bodenhaftung annahm. Der Gedankencode war die sicherste Form, da sie nirgendwo Spuren hinterließ, aber auch teuer. Er fand das gut.
Er ließ sie noch einmal den fertigen Text durchlesen, sie bestätigte mit einem Nicken, dass alles richtig war, dann aktivierte er den Eingabeautomaten, richtete den Gedankenleser auf ihr Gehirn, sie dachte den Code und der Eingabestatus wechselte auf Gelb.
Nun schickte er sein digitales Siegel hinterher, damit war die Anzeige grün und offiziell eingereicht.
Er war erleichtert.
Er blickte sie ganz neu an. „Sie haben ein hübsches Kleid an“, lenkt er ab, wie um die Stimmung aufzulockern.
„Ja, ich gehe noch zu meinem Gefühlszirkel.“
„Ihr Gefühlszirkel?“
Jetzt lächelte sie geheimnisvoll. „Ja, eine Gruppe, in der wir über unsere Erfahrungen mit intimen Dingen reden. Das tut mir jetzt gut.“
Klaus Kluge wurde blass.
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