Rene Crevel - Der schwierige Tod
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Arme Madame Blok. Trotzdem sagt man ihr, daß sie im Grunde genommen vielleicht sogar noch Glück gehabt hat, denn hätte Herr Blok sich nicht erhängt, wer weiß, ob er nicht bei seinem zügellosen Charakter und seiner Vorliebe für Wodka, noch dazu bei dem Geist der Zerstörung, der seit mehreren Jahren die Welt beherrscht, ganz einfach ein Bolschewik geworden wäre.
Die friedliche Madame Blok, Dianas Mutter, und ein Bolschewik? Nein, nein. Besser, ein Selbstmörder in der Familie als ein Kommunist.
Wenn er nur mit seinem Selbstmord noch einige Wochen gewartet hätte, so hätte er zum Beispiel im Krieg den gewünschten Tod finden können, und seine Frau und seine Tochter könnten sogar noch auf ganz legitime Art stolz darauf sein.
Ja, und wenn Madame Dumont-Dufour unter einem guten Stern geboren wäre, dann wäre der Oberst zweifellos an der Spitze seiner Truppen gefallen. Und es gäbe vielleicht sogar in Auteuil eine Rue Colonel Dumont.
Da die Damen sich geschworen haben, alles zu beichten, und da Hermine nun schon einmal einen Gehängten im Hause gehabt hat, ist Hermine wohl so gut, der lieben Louisa zu sagen, ob es wahr ist, was geredet wird.
Hermine bekommt einen Schrecken. „Was wird denn geredet, Louisa?“
Louisa lächelt, wird etwas verlegen, senkt vertraulich die Stimme und dreht die Zunge schier ein dutzendmal im Munde herum. Dann erklärt sie, sie wolle geradeheraus fragen, ob nicht ein Mandragora zwischen den Ritzen des Parketts in Bloks Zimmer gewachsen wäre, an der Stelle, wo Blok den Selbstmord beging. Sie möchte nämlich wissen, ob das, was man von Gehängten behauptet, wirklich, wahr ist. Sie habe es selbst in einem Roman gelesen, den sie sich auf einem Bahnhof als Reiselektüre gekauft und an dessen Titel sie sich nicht mehr erinnere — —
Madame Blok versteht kein Wort.
Was meint nur Madame Dumont-Dufour?
Zwei Sessel rücken aneinander. Flüstern. Eine Frage, die schwer zu stellen ist. Und Madame Blok wird blutrot, weil sie antworten muß.
„Oh, meine Liebe, ich habe nicht nachgesehen. Der Diener hat ihn ausgezogen und in die Leichentücher gewickelt. Ich kann Ihnen nur das eine verraten, daß die großkarierte Hose, die er doch nur einmal getragen hatte, sofort von den Motten zerfressen wurde, und zwar gerade zwischen den Schenkeln.”
„Sollte es also wirklich wahr sein?“
Madame Dumont-Dufour wird ihren Arzt befragen und der Freundin dann das Forschungsresultat mitteilen. Und nun hat Madame Blok das Gefühl, ihre Pflicht getan zu haben. Jetzt hat sie genug erzählt, jetzt kann sie aufstehen, sich verabschieden. —
„Aber, meine liebe Hermine, Sie sind doch eben erst gekommen. Wir hatten doch noch gar keine Zeit, uns richtig auszusprechen. Ich konnte mich noch nicht einmal nach Diana erkundigen.“
„Diana geht es vorzüglich. Und Pierre?“
„Ach, Pierre ist ein Taugenichts.“ Madame Dumont-Dufour ist zwar sonst durchaus nicht prüde — hat sie es nicht eben noch mit ihrer Erzählung von Ratapoilopolis und ihrer Frage nach den letzten Gefühlen des Herrn Blok bewiesen? —, aber sie wagt es nicht, auch nur ein Viertel der Torheiten — nein! das Wort ist zu schwach! — der Ungezogenheiten, oder man könnte fast sagen: der Scheußlichkeiten zu berichten, die Pierre zu begehen sich nicht scheut.
Sein Vater, der doch gewiß kein Engel war, gegen Pierre war er ein Waisenknabe. Der bleibt die ganzen Nächte fort, als ob der Tag nicht zum Bummeln lang genug sei. Der Oberst betrog seine Frau wenigstens nur von fünf bis sieben Uhr nachmittags, kam zum Essen nach Hause und ging um halb zehn in „die Klappe“, wie er zu sagen pflegte. Das war zwar nicht gerade anständig, aber doch immerhin zu ertragen! Aber Pierre, ach Pierre . .“
Madame Blok betrachtet im Entree den marokkanischen Kleiderständer, den Madame Dumont-Dufour, die stets originelle Ideen für die Wohnungseinrichtung hatte, einmal bauen ließ. Jawohl, richtig bauen! Es ist wie ein kleines Gebäude aus Kupferplatten, die der Oberst aus den Kolonien mitgebracht hat, und aus elfenbeineingelegtem Holz, von arabischen Lettern verziert. Dies alles zierlich zusammengefügt und mit drei Kleiderhaken versehen, verrät dem Besucher schon beim Eintritt, daß er sich in der Wohnung einer geschmackvollen Dame befindet, Und Pierre hat es letzte Woche gewagt, dies kleine Wunder islamischer Kunst und europäischer Phantasie ernsthaft zu beschädigen.
„Ich war endlich eingeschlafen“, berichtet Madame Dumont-Dufour, „als mich gegen drei Uhr morgens ein wahrer Höllenlärm aufweckte. Ich frage mich, ob es wohl Einbrecher sind, stehe auf, greife nach der Feuerzange, um mich zu verteidigen, und stürze hinaus. Der Kleiderständer lag am Boden, unter dem Kleiderständer mein Sohn, liebe Freundin, mit verbeultem Hut, offenem Kragen, irrem Blick und fuchtelnden Händen, kurz, in einem Aufzug, daß ich ihn nicht einmal mit meiner Feuerzange hätte anfassen mögen.
Und glauben Sie, Pierre hätte sich geschämt? Nicht im geringsten. Im Gegenteil, er amüsierte sich scheinbar köstlich über meine Lockenwickler und über mein Nachtgewand. Die Damen seines Verkehrs schlafen vermutlich nackt. Alles Anständige erscheint ihm lächerlich. Ich höre noch, wie er gluckst: das Hemd! Die Lockenwickler! Ich will ihm helfen aufzustehen und ermahne ihn: ,Pierre, du bist ja betrunken. So kann man es kaum mehr nennen. Besoffen bist du, sinnlos besoffen. Denk an das Schreckbild, Junge, an deinen Vater im Irrenhaus.'
Aber predigen Sie dieser tollen Jugend Vernunft. Er zerrt mich am Hemdärmel, bis er ihn zerreißt, sagt, er wolle mir ein Geheimnis anvertrauen, und lallt mir ins Ohr: ,Weiteramüsieren, Mama, weiteramüsieren! Setz deinen Hut auf. Wir gehen nach Mont Martre Whisky trinken.
Das war zu viel. Ich stürzte in mein Zimmer zurück und weinte den Rest der Nacht bitterlich.
Am nächsten Morgen glaubte ich, er würde sich entschuldigen. Stattdessen telephoniert er, sobald er aufgestanden ist, an Diana, ihr Fräulein Tochter, und erzählt ihr alles. Erzählt von meinen Lockenwicklern, von dem, was er mein Nachthemd nennt, lobt seine Metökenfreunde und dies ganze exotische Gezumpel, das unseren Kindern die Köpfe verdreht und unser Familienleben zerstört. Und das mir, die sich nichts so sehr wünscht wie Enkelkinder.“
„Aber ihr Sohn kann doch heiraten?“
„Ach, denken Sie doch an die Einstellung, die er neuerdings hat.“
Madame Dumont-Dufour scheint sich des längeren darüber auslassen zu wollen. Madame Blok ist ja keine Unwissende. Sie weiß schon, daß es viele Abarten in der Liebe gibt.
Und außerdem ist Frau Blok Mutter. Wenn sie auch Diana alle Freiheit läßt, so ist es doch ihre Pflicht, sich genau über deren Freunde zu informieren.
Deshalb fragt sie mit Vorsicht, aber Entschlossenheit: „Pierre wäre also nicht normal?“
Madame Dumont-Dufour beansprucht das Anklagerecht des Staatsanwaltes für sich allein. Sie liebt es nicht, wenn ihre Familienmitglieder — mit Ausnahme vielleicht des Obersten, der schließlich in diesem Sinne nicht zur Familie gehört — von anderen beschuldigt werden. Nur sie allein darf richten, verurteilen, freisprechen.
Und zu Madame Blok gewandt, die ihre Frage: „Ist Pierre wirklich nicht normal?“ mit eindringlicher Sanftmut wiederholt:
„Nein, er ist eben einfach nur ein wenig degeneriert“
„Ein wenig degeneriert“, grollt eine Stimme hinter der Tür.
„Wenn man vom Wolf spricht“, bemerkt Madame Dumont-Dufour . „da kommt gerade unser Pierre nach Hause.“
Pierre steht mitten im Salon.
„Guten Tag, Madame Blok. Guten Tag, liebenswürdige Mutter eines degenerierten Sohnes.“
„Guten Tag, Pierre, guten Tag, mein Kind.“
„Sind Sie nicht ganz normal, Madame Blok?“
„Pierre, ich bitte dich.“
„Bist du degeneriert, Mutter?“
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