Rene Crevel - Der schwierige Tod
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„Louisa Dufour, wie das klingt! Zu schade, daß Sie sich nicht scheiden lassen können!“
„Zu schade, jawohl. Aber Sie glauben nicht, wie mich das freut, daß Sie den Namen Louisa so hübsch finden. Mein Sohn Pierre ärgert mich immer damit. Er behauptet — die Kinder heutzutage haben ja jeden Respekt verloren —, Louisa sei ein Name für ein Soldatenliebchen. Kürzlich wagte er das sogar vor Ihrem Vetter Bricoulet zu sagen. Ich hätte ihn am liebsten geohrfeigt. Als ob mein Vater mich wie ein Soldatenliebchen hätte taufen lassen!“
Madame Bloks Stiefelabsätze treten fast den Teppich durch.
„Teuerste Freundin, Sie sagten doch, daß Sie sich nicht scheiden lassen dürfen. Warum denn nicht?“
Das Opfer der Gesetze reißt sich zusammen: „Oberst Dumont ist nämlich — —“
Bei so vertraulichen Mitteilungen pflegt die Stimme am Ende des Satzes zu versagen, und Madame Blok hat nichts verstanden. Sie jammert laut: „Wie? Was ?“
Da — als letzte Steigerung — ruft man aus (und jetzt mit triumphierender Stimme):
„Dumont ist verrückt, verrückt, verrückt!“
Das klingt in Madame Bloks Ohren wie der Gesang von Pan und Phöbe im gestrigen Konzert Colonne.
„Verrückt! Verrückt! Verrückt! Sein Verstand ist verwirrt!“
Nun aber ist es ein Duett zu Ehren eines Obersten der dritten Republik: „Verrückt! Verrückt! Verrückt!“
Madame Dumont-Dufour ist die kurzatmigere von beiden, sie schweigt zuerst. Madame Blok folgt ihrem Beispiel.
Erneute Pause. Madame Blok stellt sich rasch im Geiste den Oberst vor: hoher Militär, gewiß trägt er einen Schnurrbart, der das halbe Gesicht verdeckt nach der Mode von Anno dazumal.
Der Schnurrbart des Obersten! Madame Blok, obschon tugendhaft, trägt schwer an ihrem Witwentum. Diana rät ihr zwar oft, zu heiraten —nur nicht Herrn Bricoulet —, doch im Grunde bleibt Madame Blok aus Furcht vor ihrer Tochter ihrem Dimitri treu. Und diese Tugend wird ihr nicht leicht. Die arme Hermine wird ganz aufgeregt, wenn sie nur an den Schnurrbart des Obersten denkt. Sie reibt sich an den Lehnen ihres Sessels und stellt sich dabei vor, wie der Schnurrbart wohl stechen muß, wenn man küßt. O Gott, wüßte Diana von diesen Gedanken ihrer Mutter! Diana — die Pflicht ! Aber vor der Pflicht war Dimitri da — die Liebe! Und jetzt, da Bricoulet nicht in Betracht kommen soll, ist nichts mehr da! Ach, wäre doch wenigstens der Oberst da!
In ihrer guten Zeit hatte Familie Blok ein Landhaus in La Baule. Da war einer ihrer Nachbarn ein Kommandeur mit goldenen Litzen am Kragen, der ausgezehrt vom gelben Fieber aus Madagaskar heimgekehrt war und immer von sich selbst sagte: „Ich bin dürr wie eine Latte!“ Madame Blok schwärmt für magere Männer, hohlleibig wie die frühen Christusbilder. „Dürr wie eine Latte“ war gewiß auch der Oberst Dumont. Eine Latte! Mein Gott, Madame Blok wird rot, denn sie denkt an den Doppelsinn, den sie einmal aus einer zweideutigen Revue kennenlernte, in die Blok sie wenige Tage nach ihrer Hochzeit führte. Latte. Sie wird purpur-rot, violett. Gott sei Dank ist Madame Dumont-Dufour gerade ganz in die Betrachtung einer Teeserviette vertieft. Ja, ja, der Oberst muß mager gewesen sein. Vielleicht war er in Afrika, und der Tropenkoller hat ihn ausgezehrt. Gewiß hat er auch viel Sport getrieben. Jedenfalls hatte er keinen Bauch gehabt. So sieht sie ihn vor sich. Dürr wie eine — Was? Schon wieder diese sündigen Gedanken. Der Oberst war mager. Punkt. Schluß damit. Und außerdem tragen die Offiziere ja oft Korsetts, wenn sie anfangen ihre Taille zu verlieren. Herr Dumont war ein schöner Mann. Warum, zum Teufel, ist er nur verrückt geworden?
Madame Blok sieht einen Mordskerl in roten Hosen und mit goldenen Tressen vor sich, der tagaus, tagein in einem Anstaltshof hin und her spaziert, die Augen grün im braungebrannten Gesicht, der Schnurrbart endlos. Welch martialische Gestalt. Ein echter Mann. Etwas anders als das Söhnchen, der blonde Pierre, von dem Diana so schwärmt. Freilich hat er auch die grünen Augen. Aber die des Obersten scheinen weiter und heller, weil das Gesicht so braun ist. Die Augen. Vor einem Nichts erschrecken sie und verdunkeln sich. Angstträume ziehen über sie hin und verändern sie wie Wolkenschatten den Spiegel des Sees.
Ein Wahnsinniger.
„Ist der Oberst wirklich ganz richtig verrückt?“
„Und ob“, antwortet seine Frau, „das will ich meinen. Man hat ja nicht einmal das Recht sich von ihm scheiden zu lassen, so verrückt ist er. Eingesperrt, in einer geschlossenen Anstalt.“
Und sie faßt die Besucherin bei den Händen: „Hermine, arme Hermine!“
„Louisa, ärmste Louisa“, echot es in dem Salon von Auteuil. Zwei Sessel rücken zusammen. Ein Kopf lehnt sich an eine Schulter und weint. Ein Pelz gleitet von der Schulter herunter. Ein Klirren. Und Scherben liegen am Boden. Eine der feinen Porzellantässchen, die Madame Blok hatte bewundern müssen, ehe man ihr daraus zu trinken gab. Madame Blok sucht verlegen nach Entschuldigungen.
„Aber, Hermine, machen Sie nur kein Aufhebens davon. Was bedeutet ein zerbrochenes Tässchen — selbst von so teurem Porzellan —, wenn man eine liebe Freundin gefunden hat. Denn das sind Sie doch, nicht wahr, Hermine?“
„Ach ja, Louisa, wir verstehen uns gut, denn wir haben beide gelitten. Ich bin zwar nicht so klug und so taktvoll wie Sie —“
„Klugheit wird auch nicht immer belohnt. Sie sehen, ich bin ganz normal, und trotzdem ist mein Mann verrückt.“ Und wieder, als spräche der Gott der Rache selbst aus ihr: „In einer geschlossenen Anstalt ist er. Ein Opfer seiner Ausschweifungen.“
Und nun beginnt Madame Blok zu erzählen, daß sie aus den Berichten Bricoulets, der mit dem Direktor einer Irrenanstalt befreundet sei, mancherlei über die seltsamen Ursachen des Wahnsinns wüßte. Bricoulet bestreitet seine ganze Konversation mit solchen Geschichten. Bei der Suppe fängt er damit an und hört nicht auf, bis er sich verabschiedet. Die Chronik der Irrenanstalten ist sein Lieblingsthema.
„Aber die Verrücktheiten, von denen Ihr Bricoulet berichtet, sind ein Kinderspiel gegen den Wahnsinn des Obersten.“
„Kinderspiel? Bricoulet weiß von allen Arten des Wahnsinns zu berichten.“
„Kinderspiel sage ich Ihnen. Denken Sie sich zum Beispiel, meine Liebe, seit vier Jahren schreibt der Oberst jeden Morgen denselben Brief. Natürlich nicht an mich —“
Und Madame Dumont-Dufour, die so viel Begabung zur Sphinx hat wie zum Juristen, fängt nun an zu rätseln.
„Raten Sie, Wem der Oberst Dumont diese Briefe schreibt! Denken Sie, jeden Tag genau die gleichen Redensarten, die gleichen Interpunktionen, Kommata, i-Tüpfelchen! Raten Sie. Ich wette zehn gegen eins, hundert gegen eins, tausend gegen eins, zehntausend gegen eins, Sie erraten es nicht.“
Madame Blok will die Wahrheit nicht unterbieten und entschuldigt sich: „Ich habe keine Phantasie.“
Da legt Madame Dumont-Dufour los: „Jeden Morgen schreibt der Oberst Dumont einen Brief an die Marquise von Pompadour!“
„Die Pompadour?“
„Die Pompadour.“
„Die Geliebte Ludwig XV.? Wie seltsam.“
„Mehr als seltsam. Unerhört! Und das allerseltsamste ist, daß die Briefe einer dem andern zum Verwechseln ähnlich sind wie Abdrücke des gleichen Klischees. Momentbilder des Unterbewußten, sagte mir der Arzt.“
Madame Blok hat sich noch nicht wieder gefaßt.
„Momentbilder des Unterbewußten“, wiederholt Madame Dumont-Dufour. „Stolz bin ich nicht gerade darauf. Was ich davon schon habe — von Momentbildern des Unterbewußten. Als ob so eine gelehrte Phrase etwas daran änderte, daß mein armer Pierrot der Sohn eines Wahnsinnigen ist und ich seine Frau.“ Sie weint. „Ein Wahnsinniger.“
„Wahnsinniger“, antwortet das Echo.
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