Rene Crevel - Der schwierige Tod
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Da Madame Blok unvorsichtigerweise zugegeben hatte, daß sie sich das ganze Jahr lang von Neujahr bis Silvester gleichmäßig langweile, ohne andere Zerstreuung als das Konzert Colonne einmal wöchentlich Samstag nachmittags, häuft Madame Dumont-Dufour förmlich die Klatschgeschichten, so daß ihrer Schwester im Unglück die Tränen in die Augen steigen, sowie einem Feinschmecker das Wasser im Munde zusammenläuft bei dem Geruch einer köstlichen Speise.
Und Madame Dumont-Dufour, die ihre Leute mit einem Blick durchschauen kann, erkennt diesen Appetit und weiß deshalb, ihn, geschickt abwartend, bis zum Hauptgericht zu steigern. Zunächst also einige kleine Offenheiten als Hors d’œuvres. Madame Blok beißt sich auf die Lippen, während Madame Dumont-Dufour sich kühn über Menschen, Taten und Dinge erhebt.
Nichts kann diesem Aufschwung widerstehen.
Das Wort „Mitleid“ fällt in einem Satz, und gleich entsteht daraus eine Dissertation.
Mitleid, ja, liebe Freundin, Mitleid. Mitleid hin, Mitleid her. Gewiß hat Madame Dumont-Dufour das immer beachtet. Denn ohne Mitleid könnte man ja nicht leben. Aber man weiß ja auch nie, woran man sich eigentlich zu halten hat. Es kommt ja doch so viel hinzu, Unglück, Vererbung, böse Triebe. Arme Madame Dumont-Dufour‚ trotz ihres klaren Verstandes und ihres tugendhaften Herzens ist ihr nichts geglückt. So ist Pierre, ihr Sohn, dessen Amme eine notorische Säuferin war (Unglück! Unglück!), ein geborener Choleriker. Das hat er übrigens von seinem Vater (Vererbung! Vererbung!), der immer gewalttätig war. Aber das wäre alles nicht schlimm, hätte besagter Pierre nicht so seltsame Neigungen (die bösen Triebe!), über die seine Mutter mit Recht entsetzt ist. Zwar ist seine Neigung für Diana nur erfreulich, aber das Äußerste ist zu befürchten aus seinen Freundschaften für hergelaufene Metöken.
Jawohl, Metöken. Frankreich, Paris und, was das schlimmste ist, Pierre Dumont be?nden sich in ihren Händen. Die Jugend ist von Sinnen. Madame Blok mag auf Diana aufpassen können, Madame Dumont-Dufour muß Pierre aber seinen Weg gehen lassen, und es kostet ihr so manche schlaflose Nacht. Die jungen Leute des zwanzigsten Jahrhunderts sind wirklich zu vielen Versuchungen des modernen Babylon ausgesetzt. Als Madame Blok und Madame Dumont-Dufour jung waren, da verliebten sich die jungen Leute in die Damen von Maxim, und die jungen Mädchen träumten allenfalls von Zigeunern mit schönen Schnurrbärten. Heute treten an die Stelle der Damen von Maxim abenteuerliche Individuen aller Länder und Geschlechter, und an die Stelle der schnurrbärtigen Zigeuner im besten Fall saxophonblasende Neger. Man hat sich Laster und tückische Tränke und Rauschgifte ausgedacht, und wohin soll das alles noch führen? Madame Dumont-Dufour weiß ganz genau, weshalb sie das Wort Mitleid gebraucht hat. Ach Gott, was das Leben doch alles für traurige Erfahrungen mit sich bringt —
Madame Blok in ihrem Aubussonsessel neben dem Klavier platzt förmlich vor Ungeduld, während Madame Dumont-Dufour, in die heute wahrlich die Seele eines Gerichtspräsidenten gefahren ist, eine schier ungeahnte Beredsamkeit entwickelt. Ihre Stimme gleitet mit der Majestät eines dunklen Schwanes über das Unglück. Soll sie wohl zwischen diesen Möbeln, die Zeugen ihres ganzen Leidens waren, angesichts einer Besucherin sterben, die ihrem Flug nicht folgen kann? Fast hält sie schon ihre eigene Leichenrede, drückt auf einzelne Silben, zieht sie künstlich in die Länge, wirft sie wie Bälle in die Luft, fängt sie wieder und streichelt sie mit der Zunge, als trügen sie die Verkündigung eines ewig befreienden Schlafes in sich. Einen Augenblick lang will sie Waffen aus ihnen machen, sich gegen Pierres Bosheit zu verteidigen, und schon ist’s, als winde sie Blumen zu Kränzen, und die Kränze werden zu Stoffen und Schleiern‚ in die sie sich einhüllt als Monument ehelichen Unglücks. So stellt sie sich vor Madame Blok dar, die immer ärgerlicher wird und sich bald versucht fühlt, sie ganz ultimativ zu fragen: werden Sie mir nun auf der Stelle erzählen, warum Sie sich nicht scheiden lassen können, oder —?
Madame Blok will ein Ende machen, um jeden Preis. Deshalb sagt sie in fast heiterem Ton: Man muß eben nicht allzu streng sein! „Richtig, richtig, aber auch das hat seine Grenzen“, legt Madame Dumont-Dufour, die Unermüdliche, aufs neue los. Hat nicht Herr Dumont sich so‚ unanständig aufgeführt, daß sie, die schon in den Flitterwochen sich ihm fremd fühlte, von vornherein ihrem ehelichen Namen den so viel wohlklingenderen ihres verstorbenen Vaters, des Präsidenten Dufour, beigefügt hat.
Und so wurde aus Madame Edgar Dumont eine Madame Dumont-Dufour!
Tatsächlich sind die beiden Zwillingsnamen rechts und links vom Bindestrich etwas wie ein Trost für sie, aber andererseits verschmäht sie so leichten Erfolg und will gar nicht zeigen, daß sie stolz darauf ist, in Gegenwart von Madame Blok, die sie für eine Jüdin hält, sich Madame Dumont-Dufour zu nennen.
Solch ein Doppelname in all seiner Schlichtheit und Einfachheit, ist er nicht ein Symbol dafür, was ein Adel der dritten Republik bedeuten könnte? Verstünde man doch noch, den Mittelstand in Frankreich richtig zu ehren! Ein Stand, teuerste Freundin, der der Nation seit je ihre vortrefflichsten Diener stellte.
So ist Madame Dumont-Dufour zum Beispiel die Tochter eines Richters, und ihr Gatte, der Unwürdige, war doch immerhin Oberst.
Pause.
„Nanu, das hat ja aber Vetter Bricoulet der Madame Blok niemals erzählt, daß Herr Dumont Oberst war! Damit erklärt sich ja manches.“ Und Madame Blok füllt den Salon in Auteuil mit einem „Ah!“, dem Ausruf ähnlich, den Christoph Kolumbus ausgestoßen haben mag, als er zum erstenmal die Küste Amerikas sah.
„Aber nein, Verehrteste“ — Madame Dumont-Dufour muß dies Triumphgeschrei unterbrechen —, „glauben Sie ja nicht, daß ich mich scheiden ließe, weil Herr Dumont Oberst ist, o nein! Und auch nicht, daß ich Visitenkarten ohne Vornamen habe. Das ist doch das Allertraurigste, nicht wahr?“
Madame Blok bewegt langsam ihren Kopf von oben nach unten, und dann von rechts nach links.
Die andere aber fährt unermüdlich fort: „Ich bin noch keine vierundvierzig Jahre alt, und kein Mensch ruft mich mehr Louisa, so wie mich einst meine Patentante taufte —“
Nach all dem Unglück auch noch die Patentante!
Nein, alles kann sich Madame Blok denn doch nicht gefallen lassen.
„Ihre Patentante hat ganz recht gehabt, Sie Louisa zu taufen. Kein Grund, sich zu beklagen. Louisa Dufour, wie reizend! Zu schade, daß Ihnen die Scheidung nicht erlaubt ist, daß Sie Ihr Leben nicht neu beginnen können.“
Wie rote Zünglein auf einem Froschteich, so springen die Worte „Scheidung“ und „Leben wieder neu beginnen“ von Madame Bloks Lippen, und Madame Dumont-Dufour wiederholt, auf jeder Silbe ein wenig ausruhend: „Leben wieder neu beginnen!“
Madame Blok aber erneuert ihren heimlichen Schwur, nicht zu ruhen noch zu rasten, bevor sie nicht weiß, weshalb die andere nicht geschieden wurde.
„Und wie ist Ihr Vorname, teuerste Freundin?“ wird dieser Gedankengang unterbrochen.
„Hermine!“
Nun geht es los.
„Hermine, wie süß!“
„Louisa, wie energisch!“
„Hermine, wie unschuldsvoll!“
„Louisa, wie spirituell!“
„Hermine, ein Name für eine Blondine!“ (Madame Blok ist nämlich blond.)
„Louisa‚ ein Name für eine Brünette!“ (Madame Dumont-Dufour ist schwarz wie Tinte.)
„Hermine, der richtige Name für eine liebende Frau!“
„Louisa“ (Madame Blok läßt sich nicht lumpen)‚ „der richtige Name für eine Kaiserin!“
„Wirklich, gefällt Ihnen Louisa?“
„Das will ich meinen!“
Und listig, ohne es sich anmerken zu lassen, kehrt Madame Blok wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück.
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