Rene Crevel - Der schwierige Tod
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„Denken Sie, in zwei Monaten wird der Oberst eintausendfünfhundert Briefe an die Marquise von Pompadour geschrieben haben. Man hat schon einen Vortrag an der Akademie über ihn gehalten. Aber das ist ja auch der bare Unsinn.“
Und dann ist es, als ob sie die Honneurs dieses Wahnsinns machte, so wie sie noch eben in ihrer Wohnung die Honneurs gemacht hat.
„Wünschen Sie einen der Briefe zu sehen? Man bewahrt sie natürlich nicht alle in der Anstalt auf, sonst müßte man ja eigens einen Flügel anbauen mit einem Archiv für die Geistesergüsse des Obersten. Ich habe dort einige in meinem Schreibtisch. Gleich Werde ich Ihnen einen holen — —“
Madame Dumont-Dufour holt zwei der Briefe. „Sehen Sie, meine Teuerste, vergleichen Sie nur. Das Komma auf der dritten Zeile des einen Blattes steht genau an derselben Stelle wie das Komma auf der dritten Zeile des anderen. Sehen Sie sich das nur an.“
Madame Blok greift zur Lorgnette, vergleicht und liest:
An die Marquise von Pompadour
den Abstand von Raum und Zeit überspringend
Madame
Seien Sie gegrüßt!
Glauben Sie nicht, ich schriebe Ihnen aus diesem Hause nur ein einfaches Guten Tag. Ich, ein Leib mit hohlen Augen, dessen Seele ich dennoch sein muß.
Ich bin Gefangener in Ratapoilopolis, gnädige Frau.
Die Verfolgung begann schon in Saint-Cyr, wo meine Kameraden mich Ratapoil getauft haben. Sie nahm ihren Fortgang, und heute, als Oberst und Erfinder, bin ich dazu verdammt, in einem großen Käfig zu verfaulen, ein Leib mit hohlen Augen, dessen Seele ich dennoch sein muß.
Gnädigste Marquise von Pompadour, wenn ein Oberst der dritten Republik es wagt, sich an Sie zu wenden, so weiß er ganz genau — zweifeln Sie nicht daran —, welch häßlichen Deutungen diese Korrespondenz ausgesetzt sein wird.
Der Oberst Dumont schreibt an die Pompadour!
Ich sehe schon die Gesichter vor mir, die die Freimaurer, meine Frau, der Minister, die Admirale und das gesamte Marineoffizierskorps machen werden. Für wahnsinnig wird man mich erklären, wie damals, als ich in Algier das Mittel erfand, Kriegsschiffe abzuschaffen, indem ich Palmblätter unter die Räder der Kanonen anbrachte. So konnte jedes Geschütz rasch und kostenlos in einen schießenden Fisch verwandelt werden.
Der schießende Fisch. Meine Erfindung mißfiel dem Minister, der Admiralität und dem Offizierskorps, weil sie dadurch überflüssig wurden. Deshalb verschworen sie sich mit meiner Frau und sperrten mich in Ratapoilopolis als Wahnsinnigen ein. Da bin ich nun zwischen all den Unglücklichen, ich, der geniale Erfinder.
Ein alter Brummbär wie ich, gnädige Frau, kann keine schönen Redensarten machen. Wenn ich einfach an ihr gutes Herz appelliere, so tue ich es, offen gestanden, weil Sie keine pflichttreue Frau sind. Von pflichttreuen Frauen habe ich genug. Die Frau Oberst Dumont ist eine solche, und für mich ist sie deshalb von vorn und von hinten besehen ein Stück Sch.....
Ein Stück Sch..... Verzeihen Sie das harte Wort, Marquise. Ich gebe zu, daß es hart ist, aber es ist die einzig richtige Bezeichnung für diese Person; wäre ich nicht wahnsinnig, die Tochter des Präsidenten Dufour, meine Gattin, würde mich gewiss wahnsinnig machen. ,Wozu dieser schwere Portwein noch vor dem Abendessen? Wenn du ihn noch einmal trinkst, verstecke ich dir die Flasche, gerade wie den Kognak. Man sah dich aus einem Freudenhaus herauskommen! Schämst du dich den gar nicht? Ein Oberst der dritten Republik? Noblesse oblige!‘ Und so ging es tagaus, tagein.
Madame Dumont — sie nennt sich übrigens Madame Dumont-Dufour, als schäme sie sich einen der größten Erfindernamen des XX. Jahrhunderts zu tragen —, Madame Dumont ist übrigens nicht der einzige Gegenstand meines Zornes. Die Republik ärgert mich genau so.
Um so schlimmer, wenn dieser Brief in die Hände meiner Frau, des Ministers, der Admiralität oder der Freimaurer fällt. Ich behaupte, daß die Republik mit ihrem Leib von Stein, ihrem Busen aus Erz und ihrer Köchinnenschürze ein Ungetüm ist, ein Ungetüm, das nackten Fußes über die gefurchte Erde schreitet.
Und gewiß, gnädige Frau, wird sie niemals die zierlichen Schuhe tragen, deren Absätze den Ruhm der Herrschaft Ihres Königs ausmachten, die Louis-Quinze-Absätze. Eine pflichtgetreue Gattin, wie Madame Dumont-Dufour, wird darin niemals gehen können.
Ich flehe Sie an, gnädige Frau, Sie und Ihre Absätze. Aus Ratapoilopolis.
Kompliment, gnädige Frau.
Oberst Dumont
„Nun, und was sagen Sie dazu?“ fragt Madame Dumont-Dufour.
Madame Blok deutet mit einer Handbewegung an, daß sie zwar gar nichts sagt, aber sich um so mehr denkt.
Da wird Madame Dumont-Dufour gemütvoll:
„Armer Oberst, im Grunde tut er mir leid.
Wenn nur sein Sohn sich ein warnendes Beispiel daran nähme. jedesmal wenn Pierre spät in der Nacht betrunken nach Hause kommt, erinnere ich ihn an seinen Vater. Aber dann — seltsame Jugend von heute — verteidigt er ihn noch und äußert dabei so merkwürdige Ansichten
über Menschen und Dinge, daß ich mich manchmal frage, 0b er nicht auch in Ratapoilopolis enden wird.“
„Ratapoilopolis. Dieser Name! Nur ein Verrückter konnte ihn erfinden. Polis — Stadt. Ratapoilopolis — die Stadt des Ratapoil. Und Ratapoil nannte man den Oberst in Saint-Cyr, weil er ganz behaart war.“
Madarne Blok denkt an die Behaarung des Obersten und schließt dabei die Augen. Es kribbelt ihr in den Fingerspitzen, und sie erinnert sich, wie gerne sie Bloks Haut gestreichelt hat, trotzdem diese weiß war und unbehaart und langweilig.
Aber die Haare des Obersten! Ein Urwald auf seiner Brust in zwei Alleen sich bis zu den schmalen Hüften erstreckend. Madarne Blok schließt die Augen fest. Wie traurig, eine Witwe zu sein. Nun denkt sie daran, wie ihr Dimitri, der im Bett nicht unbegabt war, sie immer „meine süße, kleine Hure“ genannt hat. Und nun stellt sie sich vor, wie ihre eigene Hand, diese kleine, fleischige, behandschuhte Hand, die harmlos auf der Lehne des Sessels ruht, in den Brusthaaren des Obersten wühlt. Der selige Blok gebrauchte Parfüm. Aber der Oberst, der duftet sicher aufregender als Nelken und Lavendelwasser. Mit weitgeöffneten Nüstern saugt sie alle Düfte Afrikas, der Löwen, der wilden Tiere, kurz, des Mannes in sich.
Und Madame Blok wird jetzt immer kühner:
„Er ist gewiß in Ratapoilopolis sehr mager geworden.“
„Ja, und er war schon so dürr, so dürr — -—“
„Wie eine Latte“, haucht Madame Blok.
„Ganz genau so. Hart wie eine Latte und brutal.“
„Meiner, der war sanft, und das trieb ihn zur Sünde. An den Obersten müssen Sie doch wenigstens wie an etwas sehr Männliches zurückdenken.“
„Bin ich denn ein lüsternes Weibchen? Derlei Dinge haben mich nie interessiert.“
Und wie um Madame Blok zu beschämen:
„Die Liebe, Madame Blok, das heißt die körperliche Liebe, die einzige, deren Männer vom Schlage meines Mannes fähig sind, ist etwas ziemlich Ekelhaftes. Erstens gibt es Flecken in die Bettwäsche, wenn man nicht sehr aufpaßt, und außerdem riecht es übel.“
„Riecht übel? Wie können Sie das behaupten? Ich verstehe mich zwar nicht auf Kunst und Wissenschaft, aber auf Gerüche verstehe ich mich! Und wenn Sie eine scharfe Nase hätten, so wüßten Sie, daß schließlich alle Gerüche, wenn man sie ganz aus der Nähe und aufmerksam einatmet, riechen, als ob — — ja, genau so.“
„Der Oberst stank einfach wie ein Bock. Und seine Beinhaare piekten mich. Darum haben wir auch sofort nach Pierres Geburt unsere Schlafzimmer getrennt. Und außerdem hat sich der Oberst sogar schon auf unserer Hochzeitsreise ständig mit Weibern herumgetrieben.“
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