Rene Crevel - Der schwierige Tod

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Der junge Kunststudent Pierre verzweifelt an der Haßliebe zu seiner Mutter und dem unverbindlichen wilden Leben seines Liebhabers. Selbst die aufopfernde Unterstützung seiner besten Freundinn kann den tragischen Verlauf nicht verhindern......

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Die schüchterne Antwort lautet: Erstens sei ja eben Selbstmord in der Familie Blok häufig, und zweitens sei Herr Blok vielleicht neugierig gewesen, das Gefühl des Sterbens kennenzulernen.

„Er war ein Russe!“ erklärt Madame Dumont-Dufour.

„Und noch dazu ein Mystiker: ‚Liebe Frau, mein irdisches Glück genügt mir nicht‘, sagte er oft, wenn er betrunken war. ‚Du und die Kleine, ihr seid nur irdische Zufälle, und Dimitri Ossipowitschs Schicksal kennt keine Grenzen.‘

‚Zufälle, Dimitri ?‘

Und er verharrte: ‚Die Wolgaschiffer haben blutige Hände, vom Tauwerk zerquetscht, haben Gesichter, vom Hunger gemeißelt. Aber ihre Lieder sind sich immer gleich wie der Himmel, sind trauriger als der Fluß und so süß wie die Heimat! Wann werde ich wieder die Wolgaschiffer hören, Hermine. . ‚?‘

‚Wenn du gern singen hörst, können wir ja morgen in die Oper gehen; Traviata wird gespielt.‘

‚Ach was — Traviata. Nicht Lieder will ich hören, sondern nur den Wind, der über unsere Steppen bläst, unseren Flüssen folgt und überall dort in Europa sich wiederfindet, wo die Verbannten an das heilige Rußland denken.‘

Und nach einer kleinen Weile: ‚Meine Frau, meine Tochter? Alles Zufälle. Diana wird heiraten und Kinder bekommen. Um so besser für sie. Ich sterbe für Rußland. Schon mein Vater und mein Großvater haben sich getötet, um dem traurigsten Schicksal zu entgehen. Ich sehe, wie ihre Seelen uns umschweben. Ich grüße dich, Vater Ossip Alexandrowitsch! Ich grüße dich, Ahnherr Alexander Fedorowitsch! Bald wird Dimitri Ossipowitsch bei euch sein. Hermine, du bist ja nur eine Europäerin.‘

‚Und du ?‘

‚Ein Russe. Ein Russe, der den Zufall verachtet. Ich habe Mitleid mit dir und der kleinen Diana . . . Gib mir noch ein Glas Wodka.‘

‚Trinkst du nicht zuviel, Dimitri ?‘

‚Und wenn ich dich und die kleine Diana mit mir tötete?‘

‚Um Gottes willen, Dimitri!‘

‚Gut, ich lasse euch am Leben.‘ Und dann schlief er ein.“

Madame Dumont-Dufour ist entsetzt: Ja, Hermine ist Europäerin. Aber dieser Mann war scheinbar ein Wilder. Russen, Juden und diese Nachkriegserfindungen, diese Amerikaner, das ist alles das gleiche Kaliber.

Pierres bester Freund ist ja auch solch ein Amerikaner. Madame Dumont-Dufour hat Madame Blok schon oft von diesem Arthur Bruggle erzählt, der als Tellerwäscher nach Europa kam. Und Pierre mit seinem bizarren Geschmack bestaunt Bruggles Reise ebenso wie den Wahnsinn seines Vaters. Dazu kommt, daß dieser Bruggle ein Jüngling mit schmalen Händen ist, der sich in Tanzschritten bewegt wie ein Panther und Tieraugen hat. Ein Phänomen, nicht wahr? Und mit einem Namen wie dem seinen müßte er eigentlich rote Backen haben und ein Optimist sein. Dann hätte freilich Pierre mit seinem bizarren Geschmack ihn kaum zu seinem Freund gemacht. Aber lassen wir Bruggle, die Amerikaner, die Juden, und kehren wir wieder zu unseren Russen und zu Herrn Blok zurück, dessen Frau wirklich zu nachsichtig war. Warum hat sie sich so schlecht von ihm behandeln lassen? Was hat sie eigentlich von einem solchen Mann erwartet?

„Nichts, Louisa.“

Nichts. Denn nur die Liebe verband Hermines Schicksal mit dem des Russen, und eine gebeichtete Sünde ist schon halb vergeben. Madame Blok soll also nicht weiter bedrängt werden, aber ihre Geschichte muß sie weitererzählen. Der Selbstmord also . . ? Der Selbstmord?

. . . Ja, der schwebt ihr noch in allen Einzelheiten vor, als wäre es gestern geschehen.

„Na also“, lehnt sich Madame Dumont-Dufour behaglich in ihren Sessel zurück, als wollte sie damit sagen: „Beginnen wir.“

Und man beginnt.

Anfang Juli 1914 war es. An einem Samstagabend. Die Bloks wollten Paris verlassen, und der Schneider von Herrn Blok hatte im Laufe des Tages einen großkarierten Anzug abgeliefert. Noch jetzt nach mehr als elf Jahren sieht Madame Blok ihren armen Dimitri vor sich in Hemdsärmeln und Kniehosen, wie er Purzelbäume schoß, um die kleine Diana zu belustigen, denn er war trotz seiner vierzig Jahre noch so gelenkig. Am Abend freilich mußte er damit aufhören, denn die Bloks hatten Gäste zum Essen, und Madame Blok unterbrach die Belustigungen ihres Gatten gegen viertel nach sieben, damit er seinen Smoking anzöge.

Er, in bester Laune, läutete nach dem Hausmädchen und bat darum, ihm seine Garderobe zurechtzulegen. Während er das Hemd anziehen will, fragt Madame Blok ihn aus dem Nebenzimmer, wo sie ihr Nachmittagskleid gegen eine neue Abendtoilette vertauscht — ein wahres Wunder aus elfenbeinfarbenem und rosa Satin: „Dimitri, hast du den Likör herausgestellt?“

„Ich habe es vergessen, Liebste. Ich gehe sogleich.“

Und er verschwindet in sein Arbeitszimmer, wo die Liköre stehen.

Acht Uhr. Madame Blok strahlt inmitten ihrer Gäste ganz in rosa- und elfenbeinfarbenem Satin.

Viertel vor neun. Der Diener meldet dem Herrn, daß man ihn zu Tisch erwartet.

Zehn Minuten vor neun. Der Diener kommt unverrichteter Sache zurück. Der Herr ist weder im Arbeits- noch im Toilettezimmer.

Fünf Minuten vor neun. Madame Blok kann den Mund nicht mehr öffnen. Sie glaubt, aus jeder Fingerspitze breche ein Vulkan. Sie zittert am ganzen Körper. Sie möchte die Uhr zertrümmern, die schöne Empireuhr, auf die sie noch vor wenigen Minuten so stolz gewesen.

Vier Minuten vor neun. Nun steht sie aufrecht zwischen ihren Gästen, so blaß in ihrem rosa- und elfenbeinfarbenen Satin, daß ein Schrei des Entsetzens den Saal erfüllt. Aber niemand erhebt sich. Sind denn die Gäste alle festgenagelt auf ihren Stühlen? Brauchen sie zwei Stunden, um in ihrem Schreck zu schreien: „Hermine!“ Zwei Stunden? Ach Unsinn. Die Uhr zeigt ja eine Minute vor neun. Ist sie verrückt geworden, oder die Uhr? Und die Gäste scheinen nicht mehr hungrig. Sie wissen, daß ein anderer Schmaus auf sie wartet. Als sie im Chor den Namen der Madame Blok herausschrien, geschah es wohl nur als Vorbereitung darauf.

Sie ahnt allmählich, daß ein Verhängnis über sie hereinbricht. Alle diese Gedanken stoßen aneinander, und die aneinandergestoßenen werden zu Funken, die Funken zum Brand. Hermines Gehirn steht in Flammen. Flammen, die den Kreis der Gäste umzucken. Die Gäste mit wachsbleichen Gesichtern, fahlen Augen, blauen Lippen und Totenköpfen. Der Tod. Madame Blok ahnt den Tod.

Neun Uhr. Genau vor einer Stunde hätte man melden sollen: „Es ist angerichtet.“ Plötzlich denkt Madame Blok daran, daß in der Familie Blok oft Selbstmord begangen wurde, und sie erstarrt zu Stein. Die rechte Hand auf dem Griff der Tür, die vom Salon ins Arbeitszimmer führt, Wartet sie die neun Glockenschläge ab, um zu öffnen und selbst zu verkünden: Herr Blok ist tot.

. . . Wie grausam die Gäste sind, deren Augen unerbittliche Bündel von Fragezeichen schleudern.

Herr Blok ist tot, und die Hausfrau muß erklären: Er hat sich selbst getötet, er hat sich erhängt . . .

Die Gäste verlassen ihre Stühle, stürzen vor. Wenn auch die Frauen ihre nackten Arme vor die Augen halten, sind sie doch entschlossen, sich nichts von dem Schauspiel entgehen zu lassen. Ein Gehängter! Stellen Sie sich das vor. Und niemand hört mehr auf Hermine, die klagt: „Warum bat ich ihn nur, den Likör zu holen? Er hat fast eine ganze Flasche Wodka getrunken und sich dann aufgehängt.“ Und dann schreit sie: „Dimitri! Dinuitri!“ Das Personal mischt sich unter die Gäste. Ein Küchenchef von Rabattet mit seiner weißen Kochmütze beherrscht die ganze Situation.

Jemand schlägt vor, den Leichnam herunterzuholen. Die Frauen schlagen die Hände zusammen. Madame Blok lehnt sich gegen eine Wand und sieht zu, wie die Gäste sich um den toten Dimitri drängen, den man auf eines der Sofas legt. Sie tun so, als wollten sie ihn ins Leben zurückrufen. Dann entschuldigen sie sich und machen sich davon. Nicht ohne vorher den Strick zu teilen. Denn das bringt Glück.

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