Rene Crevel - Der schwierige Tod

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Der junge Kunststudent Pierre verzweifelt an der Haßliebe zu seiner Mutter und dem unverbindlichen wilden Leben seines Liebhabers. Selbst die aufopfernde Unterstützung seiner besten Freundinn kann den tragischen Verlauf nicht verhindern......

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„Ach, ich verzieh Blok jeden Abend. Und in der ersten Zeit unserer Ehe, wenn es ihn überkam (Madame Blok wird schrecklich verlegen), ja, wenn es ihn überkam, auch nachmittags.“

„Nachmittags. Hermine, Sie schwache Frau.“

„Liebebedürftig, Louisa.“

„Liebe nennen Sie die Begierde eines geilen Mannes? Diese widerlichen Bewegungen alle? Ich schäme mich schon, wenn ich nur daran denke. Obgleich ich eigentlich gar keine Muckerin bin. Regen Liebkosungen Sie denn derart auf, Hermine?“

. „Mir wurde warm, wenn ich mich an Dimitris Brust lehnte; und wenn er seinen Arm um meine Hüften legte, dann genoß ich schon.“

„Dann hatten Sie also Herrn Blok im Blut.“

„Ja, wenn Sie so wollen?“

„Sie haben geliebt. Arme Freundin. Ich niemals. Daher kommt meine Stärke.“

„Ich bewundere Sie, Louisa, ich beneide Sie.“

„Mein Vater, der Präsident Dufour, hatte mich zu einer pflichttreuen Frau erzogen, und eine pflichttreue Frau bin ich geblieben.“

„Ich hingegen habe mich schon mit zehn Jahren gefragt, wie wohl die Liebe täte. Stundenlang saß ich in einer Ecke und dachte darüber nach. Meine Eltern lobten meine Artigkeit, und ich schämte mich dieses Lobes.“

„Mit Recht schämten Sie sich. Ich hätte Sie an Stelle Ihrer Mutter unter eine kalte Dusche gehalten.“

„Aber sie ahnte doch nicht, woran ich dachte.“

„Vermutlich nicht!“

Madame Blok überläßt sich ihrem Kummer:

„Jetzt bin ich eine alte Frau, bin Witwe. Ich habe eine erwachsene Tochter. Mein Vetter Bricoulet würde mich vielleicht heiraten, aber Diana mag ihn nicht. So bin ich zur Einsamkeit verurteilt seit dem Tag, da Blok mich verlassen hat. Er liebte mich so sehr, und trotzdem hat er mich freiwillig verlassen. Er hat sich das Leben genommen.“

„O Gott! Vielleicht wegen schlechter Geschäfte?“

„Nein.“

„Oder wegen eines natürlichen Kindes?“

„Nicht daß ich wüßte.“

„Oder sollte er sich durch einen Zufall eine unaussprechliche Krankheit zugezogen haben? Ohne Grund nimmt man sich doch nicht das Leben, teuerste Freundin.“

„Aber Blok hat weder schlechte Geschäfte gemacht, noch ein natürliches Kind gehabt, noch eine unaussprechliche Krankheit.“

„Ach?“

„Und er hat sich trotzdem das Leben genommen.“

„Ja aber warum denn nur? Wenn er sich wirklich getötet hat, so müßten Sie mir doch erklären können, warum?“

Madame Dumont-Dufour nimmt einen drohenden Ton an. Gewiß verheimlicht man ihr die Wahrheit. Und sie hat einen klaren Geist. Noch auf der Folter würde sie bis in alle Ewigkeit wiederholen, daß es einen wirklichen Grund haben müßte, wenn Herr Blok sich getötet hat, und nicht nur einen imaginären. Sonst sei er eben einfach nicht tot.

Und schon beginnt sie den Tod des Herrn Blok in Abrede zu stellen. Dessen Witwe protestiert. Aber die Einwendungen der Rechthaberischen sind so intensiv, daß, wenn die Tür sich plötzlich öffnete und Dimitri zu den Lebendigen zurückgekehrt hereinträte, Hermine sich gar nicht mehr darüber wundern würde.

„Sie behaupten, Herr Blok sei gar nicht tot, Louisa? Er habe sich gar nicht getötet?“

„Wenn er sich wirklich getötet hat, so müssen Sie mir doch die Gründe angeben können.“

„Gründe, Gründe?“ Daran fehlt es Madame Blok nicht, aber ob sie auch derart sind, daß Madame Dumont-Dufour sie anerkennen wird?

„Reden Sie nur.“

„Also erstens“, beginnt Madame Blok so schüchtern und unsicher, als machte sie eine Schulprüfung und würde nach den rechten Neben?üssen des Mississippi gefragt. „Erstens sind Selbstmorde in der Familie Blok nicht selten. Ich war schon vor der Hochzeit gewarnt worden, und meine Großmutter aus der Rue de Grenelle-Saint-Germain, die einen rothaarigen Mann geheiratet und fast lauter rothaarige Kinder bekommen hat, sagte mir immer: ‚Weißt du, Kleine, mit dem Selbstmord ist es genau wie mit Sommersprossen und rotem Haar. Der reinste Zufall! Die einen entgehen ihm, die anderen nicht.‘ “

„Gewiß jüdische Vererbung . . .“, argwöhnt Madame Dumont-Dufour.

„Liebe Freundin, Blok war kein Jude‚ Er war Russe.“

„Jude oder Russe, das kommt auf eins heraus. Im Namen des Himmels, Hermine, wie konnten Sie sich zu einer solchen Unvorsichtigkeit hinreißen lassen! Einen Russen zu heiraten!“

„Dimitri war aber naturalisiert.“

„Konnte er damit auch das Blut in seinen Adern naturalisieren?“

„Gewiß nicht.“

„Und Sie wurden also das Opfer seines slawischen Charmes, Hermine?“

„Ich muß es zugeben, Louisa.“

„Bereuen Sie es?“

Madame Dumont-Dufour sitzt stolz und kerzengrade in ihrem Sessel, wie die Königin von

England und Kaiserin von Indien, deren Schultern niemals so schwach waren, eine Sitzlehne zu berühren. Ihre Züge versteinern sich. Sie wird die Gerechtigkeit in Person. Wie der Großinquisitor-Kardinal wird sie Madame Blok auf den Scheiterhaufen verbannen, wenn diese nicht sofort reuig bekennt, daß sie tatsächlich das Opfer des slawischen Charmes gewesen, und ihm abschwört.

„Verteidigen Sie sich?“

„Es gibt ein Schicksal.“

„Worte, Worte.“

„Sie haben gut reden. Sie haben keine Liebesheirat gemacht, sind nicht das Opfer irgendeines Charmes geworden und waren doch nicht glücklich.“

„Aber mein Gewissen habe ich mir bewahrt.“

„Und ich einige schöne Erinnerungen. Mein Verlobungsabend, meinen Hochzeitstag, meine Brautnacht.“

Verlobungsabend, Hochzeitstag, Brautnacht! Wahrhaft unmöglich ist sie, diese Madame Blok.

Brautnacht. Madame Dumont-Dufour platzt los. Sie lacht gelb, lacht rot, lacht mit Hals, Nase, Mund und Augen, lacht mit all ihren Runzeln, den vorhandenen und den zukünftigen, mit ihrem ganzen Körper, so daß die Knochen sich unter der schwarzen Seide förmlich verrenken. Madame Dumont-Dufour lacht und läßt sich nichts anmerken. Brautnacht! Madame Blok, das ist unmöglich, Sie machen sich lustig über mich. Brautnacht! Reden wir ein wenig von Brautnächten.

Madame Dumont-Dufour hat die eigene noch wohl im Gedächtnis: Herr Dumont war damals

Hauptmann. Ohne daß er sich auch nur die Zeit nahm, seine Stiefel auszuziehen (er hatte Wert darauf gelegt, in Offiziersuniform zu heiraten), biß er sie in die Schulter. Küßte? Nein, biß sie in die rechte Schulter in der Nähe des Schulterblattes, während die junge Frau sich in dem gemeinsamen Toilettenzimmer auskleidete. Herr Dumont hatte Lippen wie aus Glaspapier und einen stachligen Schnurrbart. Madame Dumont-Dufour spürte sofort, daß sie unglücklich werden würde und nichts als eine pflichttreue Gattin, schloß die Augen und ließ sich zum Bett schleppen, wo der Hauptmann, immer noch in Stiefeln, ihr Gatte wurde. Das Ganze spielte sich auf der Bettdecke ab, die sie selbst während ihrer Verlobungszeit gestickt hatte. Denn Dumont, ebenso nachlässig wie roh, hatte nicht einmal die Bettdecke zurückgeschlagen. Und das Opfer ertrug den geilen Mann, ohne auch nur zu erwägen, ob der Schmerz nicht eines Tages zur Lust werden könnte. Nach gestillter Wollust ließ der Hauptmann sie liegen, um seine Stiefel auszuziehen, seine Hose und sein Hemd, und als die junge Frau endlich die Augen wieder aufschlug, sah sie einen großen nackten ganz behaarten Körper, rötlich schimmernd gleich einem Teufel, der plötzlich in der Jungvermählten die Vorstellung einer riesigen Kaffeekanne aus Haut und Knochen erweckte.

Das war die Brautnacht der Madame Dumont. Wenn Madame Blok Entzückungen gekannt hat, die ihre arme Freundin sich unmöglich vorstellen kann, warum, in Gottes Namen, beklagt sich Madame Blok dann?

„Ich beklage mich nicht.“

„Nicht? Ich nehme das zur Kenntnis.“

Das Urteil ist gesprochen. Madame Blok ist dazu verurteilt, nicht bedauert zu werden. Aber da sie behauptet, Herr Blok habe Selbstmord begangen, soll sie Gründe anführen, diesen Tod glaubhaft zu machen.

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