wo die Eltern für die Kinder sorgen und wo gegebenenfalls auch für die
Alten und für die Arbeitslosen in der Familie in Gemeinschaft aufge-
kommen wird. Davon sind wir in Deutschland als Staat weit entfernt. Daher ist der deutsche Staat in sich krank und nicht gesund, was einen gänzlichen Zerfall zur Folge haben wird.
Der Sozialstaat wurde von der SPD und den Grünen mit der Agenda
2010, unter Zustimmung der CSU/CDU wieder abgeschafft. Der Sozial- staat und auch die soziale Marktwirtschaft sind in Deutschland nur noch
Bestandteil der Geschichte, also Historie. Im Gegenteil hat man heute zwei von einander getrennte Staaten geschaffen in Deutschland, weil von
einem Staat als Gemeinschaft aller Menschen dieses Landes nicht mehr gesprochen werden kann. Deutschland ist also wieder geteilt, nur in
anderer Form.
Auf einer Landesfläche gelten für den Großteil der Menschen gleichma- cherisch sozialistische, totalitäre, faschistische Regeln, während für den
geringen Anteil der Bürger, welche steinreich sind, neoliberale, kapitalis-
tische Freiheit bis ins Uferlose gewährt ist. Die notleidenden Bürger will man eigentlich ausrotten, damit ihnen der Obrigkeit-Staat, der sie in
diese Situation gebracht hat, nicht mehr helfen muss. Dieser Herr- schafts-Staat will immer nur noch die einzelnen Menschen zu etwas
verpflichten, gleichzeitig sieht aber der Staat seine Pflichten nicht mehr, welche er als Gemeinschaft gegenüber dem Volke hat.
Heute haben wir es mit einer modernen Vernichtungsmaschinerie gegenüber den Bedürftigen zu tun, wo man um einen Vergleich mit den
Konzentrationslagern im Dritten Reich nicht mehr umhin kommt. Reihenweise werden Menschen durch die Jobcenter aus der Gesellschaft
hinaus gemobbt, oftmals so weit, bis sie dann auf der Straße leben und nur noch betteln können, bis sie im Elend sterben. Menschen werden
hinaus gemobbt aus der sozialen Absicherung, aus der gesellschaftlichen
Teilhabe und aus einem sinnerfüllten Leben.
Dabei hat aber der Staat selber die Bedürftigkeit der Bedürftigen verur- sacht. Genannt sei die Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen und die
falsche wirtschaftliche Organisation durch die Machthaber. Der Mittel- stand, wie beispielsweise Lebensmittelläden und kleine Handwerksbe-
triebe, wurde durch die großkapitalistischen Unternehmen ruiniert. Hier seien als Beispiele genannt die Discounter und Möbelfabrikanten, die
ihre Waren billig abgeben können, weil sie unter ausbeuterischen Vorge- hensweisen beschafft und produziert werden. Die Großen haben die
kleinen Existenzen kaputt gemacht. So wie die großen Tiere die kleinen
Tiere fressen. Trotzdem wird der Kapitalismus nicht in Frage gestellt. In diesem Land kann kein einfacher, normaler Mensch mehr von seiner
Arbeit leben. Das Opfer von all dem sind die sozial Schwachen die dafür
in der Armut leben. Vor allem das versucht man aus dem Bewusstsein vollkommen zu verdrängen.
Das ist die Krankheit der Schizophrenie, die selbstverständlich die
Gesundheit eines Staates zerstört. Und bei den Reichen sorgt es eben auch nicht für Gesundheit. Man muss sich voneinander ausgrenzen, sich
voreinander schützen und verstecken. Man kann nicht mehr frei und
wohlgesonnen in einer staatlichen Gemeinschaft zusammen leben. Es ist genau so wie im geteilten Deutschland vor dem Jahr 1989 als es noch die
DDR und die BRD gab.
Nicht nur die Schizophrenie plagt die Deutschen. Auch zieht es sich durch das ganze Land, dass man allgegenwärtig mit der manisch-
depressiven Psychose konfrontiert ist. Die Deutschen haben das Dritte
Reich noch nicht psychisch verarbeitet. Man ist nicht fähig zu trauern. Stattdessen tut man so als wäre nichts gewesen. Von Schuldgefühlen will
man nichts wissen. Man hat es vorgezogen, alles einfach zu verdrängen und zu verleugnen. Der geschichtliche Zeitraum ist aber noch viel zu
kurz, als dass alles schon vergessen sein könnte. Und es wird niemals vergessen sein können. Gerade die Geisteskrankheiten gehen über
Generationen hinweg immer weiter, wenn sie nicht behandelt werden. Man weiß, dass man gegenüber der Menschheit ein ungeheuer großes
Unrecht und Verbrechen verschuldet hat. Doch jeder tut so als ob es ihn nicht betrifft. Innerlich schlummert noch in der gesamten Gesellschaft
eine schwere Depression, die aus der unverarbeiteten Vergangenheit herrührt. Hinzu kommt, dass man im Grunde auch weiß, wie sehr man
heute wieder auf dem Wege ist, in diese verheerenden Machenschaften zu verfallen. Da kann man nur noch Angst und Depressionen bekom-
men.
Das Schlimme an den Psychosen ist, dass man es nicht sehen will und verleugnet, dass es krank ist. Man tut so als wäre es gar nicht so. Die
wahre Realität wird einfach ausgeschaltet. Man hängt sich in etwas rein,
von dem man glaubt, dass es die richtige Wirklichkeit für alle wäre, und vergisst dabei absichtlich, dass es eben gar nicht so ist. Von dieser fal-
schen Wahrheit will man aber unter keinen Umständen noch loslassen, weil man eben keine andere, also keine gesunde Wahrheit, kennt.
Kurz gesagt, alle Deutschen, vor allem die Politiker und die instrumenta- lisierten Beamten und Angestellten der Institutionen müssten sich erst
mal in die Therapie der Psychoanalyse begeben, wenn das überhaupt noch jemals etwas mit der Wahrheit für eine echte Gemeinschaft in Liebe
und Zusammenhalt werden sollte. Die Regulatoren der Gesellschaft können niemandem helfen, weil erst ihnen selber geholfen werden muss.
Denn vor allem muss man erst einmal wissen was ein Mensch ist und
wie der Mensch überhaupt tickt, wo er ursprünglich herkommt, was er wirklich braucht und worauf es ankommt, wo die Gründe für die schwe- ren gesellschaftlichen Missstände insgesamt liegen.
Wir leben nicht mehr in dem Deutschland von Johann Wolfgang von
Goethe. Wir leben auch nicht in dem Deutschland das diesem großen
Dichter seine Vision gewesen ist. Sondern für ihn unvorstellbare und unvorhersehbare geschichtliche Erschütterungen haben dieses Land in
grauenhaftester Weise verändert, so dass man tatsächlich nur noch von
Krankheit reden kann.
Das Schlimmste ist, dass man es noch nicht mal merkt. So wie eine
Fresssüchtige oder ein Alkoholiker auch seine Krankheit verleugnet.
Die Deutschen müssen sich persönlich ändern und wieder menschlicher werden. Daran führt kein Weg vorbei. So wie es ist, kann es nicht blei-
ben. Die Geisteswissenschaften müssen dafür wieder mehr Vorrang
bekommen. Es kann nur im Sinne aller sein, dass wir an einer Gesell- schaft arbeiten, die wirklich einem Allgemeinwohl zugute kommt. Einer
Gesellschaft, die nicht mehr schizophren im Bewusstsein gespalten ist und welche nicht mehr in einem depressiven Zustand vor sich hin
kümmert. Das ist wünschenswert. Doch leider ist die deutsche Gesell- schaft in ihrem Wesen und Dasein nicht dazu fähig, wirkliche soziale
Veränderungen herbeizuführen.
Die Manie, also der andere Teil der manisch-depressiven Psychose, wird während dem versucht, um jeden Preis und mit Gewalt aufrecht zu
erhalten. Man arbeitet im Großen und Ganzen wie wild.
In der vollsten Verbissenheit will sich die Allgemeinheit als Zahnrad der großen Maschine fühlen und sehen. Also arbeitet man so, als ob man
von Arbeit besessen ist. Zum Erhalt dieser großen Maschine hat der Staat ein perfides, die Menschen um ihr Leben betrügendes, System eingerich-
tet, von dem nur die Großen der Wirtschaft etwas haben. Alle anderen werden ausgebeutete.
Die Wirtschaft strebt zunehmend nach Wachstum und Macht auf die ganze Welt bezogen. Europaweit und weltweit sucht man nach einer
wirtschaftlichen Vorherrschaft. Man ist schon besessen von einem
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