"Ich hab dir gleich gesagt nehmen wir lieber den Mini Cooper!" keppelte Fat Veit.
Obwohl Big Nanook bei dem Attentat nicht verletzt wurde, hatte er nun endgültig genug. Bei einem Mordversuch hört sich der Spaß auf. Nun war es an der Zeit, ein Exempel zu statuieren.
In der Nacht stiegen zwei von Big Nanooks Leuten in den Lagerraum der Roten Henne ein.
*****
"Kommt nach dem Rinderwahnsinn nun die nächste Seuche auf uns zu? Nach vier Fällen des Weißwurstwahnsinns in München gibt es nun auch bei uns das erste Opfer zu beklagen. Ich gebe weiter an meine Kollegin Sybille Humhumhum."
"Danke Julian. Ich melde mich hier direkt vom Ort des Geschehens. Wie Sie hinter mir sehen können, ist das Gasthaus Rote Henne bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Es ist dies ein trauriger Tag für Veit Birnbaum, den Inhaber. War es doch er, der sich am Morgen ein ordentliches Frühstück in Form zweier Weißwürste samt Rettich zubereitete, um kraftvoll und energiegeladen für seine zahlreichen Gäste zu sein. Und es war auch er, der irgendwann, der Weißwurstwahnsinn hatte sein Gehirn schon erreicht, irre kichernd zum Benzinkanister griff und die Grundlage seines Lebens, seine eigene Existenz niederbrannte. Und danach hüpfte er in der Ruine herum und zeigte den Feuerwehrleuten seinen Rettich."
"Gab es Verletzte?"
"Ein Mitarbeiter des Lokals scheint bei dem Unfall alle seine Zähne verloren zu haben und nuschelt unver-ständliches Zeug."
"Wie geht es denn dem Opfer, das ja in diesem Fall auch der Täter ist?"
"Nun, laut Angaben seines Doktors ist Veit Birnbaum außer Lebensgefahr. Der Weißwurstwahnsinn ist zum Glück nicht tödlich. Herr Birnbaum steht zwar noch unter Schock, aber er zeigt schon großes Interesse an Wachsmalstiften."
"Das sind aber gute Nachrichten. Eine letzte Frage: war es ein großer Rettich?"
Big Nanook schaltete den Fernseher ab und nickte zufrieden. Fat Veit war erledigt, Nanook konnte den Süden der Stadt wieder übernehmen. Bald würde das Geld wieder nur so in die Kasse fließen. Und das ungestört.
Das Fensterglas barst, hunderte Splitter regneten in Nanooks Wohnzimmer. Der Gangsterboss fiel vor Schreck vom Sessel und ging hinter dem Schreibtisch in Deckung. Eine dunkle Figur sprang vom Fensterbrett ins Innere des Zimmers.
"Pollweg 13, erster Stock, hier bin ich richtig!" sagte eine dumpf klingende Stimme. Nanook blickte hinter dem Schreibtisch hervor und sah eine große vermummte Gestalt in schwarzem Sonderkommandogewand vor sich.
"Wer bist du?" fragte Nanook, dem Böses schwante, mit matter Stimme.
Die Gestalt riss sich das Hemd auf und entblößte ein schwarzes T-Shirt mit einem leuchtend roten S. Darunter ein rot-weiß-grün karierter Rock. Der Eskimo schluckte.
"Um Himmels Willen! Nicht der!" krächzte Nanook.
Die Gestalt riss sich die Kapuze herunter und enthüllte einen Kopf mit ungehemmt wuchernden roten Bartzotteln sowie wild in die Höhe stehendem Haupthaar. Orangefarben.
"Mein Gott!" rief Nanook, "es ist Supermac!!"
Und Supermac lächelte überlegen.
"Jetzt bist du dran, Haderlump! Denn Personen, die mit Weißwürsten panschen oder gepanschte Weißwürste Konkurrenten unterjubeln, werden mit 100 Jahren schweren Kerker bestraft."
Nanook wußte, dass er keine Chance gegen Supermac hatte und ließ sich von ihm widerstandslos abführen.
So kam Nanook in den Kerker und wieder wurde ein schwerer Fall von Weißwurstkriminalität gerächt. Auch Nanooks Leute begaben sich gleich ohne zu Zögern ins Kittchen. Supermac aber machte sich schon bereit für seinen nächsten Fall: Melanzaniquäler Klaus-Dietrich Wakumba war reif für eine Abreibung.
*****
Fat Veit genas - vermutlich durch seine kräftige Konstitution - relativ schnell. Ein halbes Jahr nach dem Krieg mit Big Nanook war Veit wieder vollkommen geheilt, durfte nach Hause gehen und wurde kurz darauf der größte Gangsterboss der Stadt. Groß nicht nur im Sinne von mächtig, sondern auch im Sinne von - nunja - groß. Während seiner Rekonvaleszenz hatte er soviel gegessen, dass er sich eigentlich schon in Enormer Veit umbenennen hätte können. Seine schiere Masse machte es notwendig, das Familienhaus zu vergrößern, von dem aus er nun seine Geschäfte lenkte. Er okkupierte sieben Räume und wenn ein anderes Familienmitglied ihn besuchen wollte, nahm es immer Wegzehrung mit, denn der Weg von Veits Füßen zu seinem Kopf dauerte 15 Minuten.
Mr. Murmler gab Veits kurzzeitiger Wahnsinn schwer zu denken. Er legte seine kriminelle Vergangenheit ab, startete eine bürgerliche Existenz und fand sogar einen Job: er verdiente sein Geld damit, die Tonbänder der Zugansage zu besprechen.
Kurz, es ging alles seinen gewohnten Weg.
Bis sich eines Tages in einem Zimmer mit der Nummer 105 sechs Gestalten versammelten.
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