Auf einem der Monitore erschien nun ein gleißender Sternenhimmel.
Laura wies auf eine bestimmte Sonne, und äußerte: „Unser Heimatplanet umkreist diese Sonne, wir sind gleich da.“
Das Raumschiff tauchte nun in die Planetenatmosphäre ein. Das was Peter Stromberg nun zu sehen bekam war faszinierend. Der Planet wurde von einem Mond umkreist. Er war ein wenig kleiner als der Mond der Erde, hatte aber in etwa die gleiche Umlaufbahn wie dieser. Er sah Meere, Berge, sowie Flüsse die den Planeten durchzogen. Die Atmosphäre des Planeten ähnelte jener der Erde. Es handelte sich um eine Sauerstoffatmosphäre, auch die Gravitation war in etwa gleich.
Wohlbehalten landete das Raumschiff außerhalb der Stadt auf einem Raumflughafen.
Die Besatzung, Laura sowie Peter Stromberg verließen durch eine Schleuse das Raumschiff, und betraten den Boden des Planeten Yeti. Der Flughafen hatte riesige Ausmaße, er reichte weit über den Horizont hinaus, überall sah man Hangars, in denen vermutlich Raumschiffe abgestellt wurden. Die Gebäude waren kugelförmig, sowie aus undefinierbarem Material erbaut. Laura und Peter Stromberg gingen zu einem etwa zweihundert Meter hohen kuppelförmigen Gebäude-vermutlich eine Art Bahnhof- von dem aus Röhren mit einem Durchmesser von ca. hundert Metern in alle Himmelsrichtungen verlegt waren. In den gewaltigen Röhren schwebten Kabinen auf einem
Magnetfeld, die die Passagiere mit bis zu zweitausend Kilometer pro Stunde zu ihren jeweiligen Reisezielen brachten. Laura und Peter bestiegen eine Kabine, die sie in wenigen Minuten in die einhundert Kilometer entfernte Hauptstadt Sodom brachte.
Sodom war eine Stadt die sich über mehr als 200 Quadratkilometer erstreckte. Kuppelartige Gebäude mit fensterartigen Öffnungen beherrschten das Stadtbild.
Breite alleeartige Straßen durchzogen die Stadt, an denen Flugtaxis auf ihre Fahrgäste warteten. Autos gab es keine. An den Straßenrändern wuchsen vereinzelt pappelähnliche Gewächse. Unterhalb der Straßen befanden sich Röhren für den Nah und Fernverkehr. Auf den Straßen flanierten die unterschiedlichsten Lebewesen, wie zum Beispiel rollende Steine aus Silizium. Quallen ähnliche Lebewesen mit acht Beinen, und vier Augen, sowie körperlose Gebilde, die innerhalb einer weißen Wolke dahinschwebten. Es war eine bunte Vielfalt an Lebewesen aus allen Teilen des Universums.
Während Laura und Peter Stromberg auf ihr Flugtaxi warteten, wurde Laura Zeuge eines Gesprächs zweier Bewohner der Stadt, die die beiden für recht exotisch hielten. Die beiden stammten aus dem Perseus Arm der Milchstraße.
Laura übersetzte Peter Stromberg das interessante Gespräch. Einer von ihnen- er nannte sich Botax- schien ein Experte für den Planeten Erde zu sein. Sein Gegenüber fragte ihn, was das für Lebewesen seien. Er wunderte sich, sie waren sich ähnlich aber verschieden.
Botax antwortete sichtlich stolz auf sein Wissen: „Es handelt sich hier nicht um zwei Arten, sondern um zwei verschiedene Ausführungen einer Art. Bei diesen Wesen gibt es zwei Sorten einer Art.“
Ein wenig verwirrt entfuhr es Hydra: „Aber sie sehen doch verschieden aus!“
Botax entgegnete in einem spöttisch blasierten Tonfall: „Fast das ganze Leben auf diesem Planeten besteht aus Arten, die in zweierlei Ausführungen vorhanden sind. Die kleinere heißt Frau, der größere Mann. Um Kinder zu zeugen müssen die beiden Kreaturen zusammenarbeiten. Die Zusammenarbeit der beiden Sorten bewirkt eine Mischung ihrer Gene, die in jeder Generation neue Kombinationen von Charaktereigenschaften zur Folge hat. Mutierte Gene setzen sich sofort durch, während bei unserem Knospensystem Jahrtausende vergehen können.“
Das alles war zu viel für Hydra, er hauchte erschüttert: „Können sie auch sprechen?“ „Ja, diese Wesen formen in Rachen und Mund Schallwellen um sich zu verständigen.“
Dass es eine Genkombination gibt überschritt Hydras Vorstellungsvermögen entschieden. Völlig erschüttert war Hydras allerdings, als Botax von einer Million verschiedener Arten von Lebewesen auf dem Planeten berichtete. Zwei Dutzend konnte er sich gerade noch vorstellen, aber eine Million, unvorstellbar.
Das Regierungsgebäude der Galaktischen Union hatte ein Ausmaß von mehreren Fußballfeldern, eine Höhe von ca. zweihundert Metern, und war mit einer mattviolett glänzenden Kuppel ausgestattet. Neben dem Regierungssitz war in einem stattlichen Haus das Parlament der Galaktischen Union untergebracht.
Imposant anzusehen war auch das Haus der Galaxien, es beherbergte die Abgesandten der Galaxien und der autonomen Gebiete. Über die gesamte Stadt verteilt befanden sich die Botschaften der Galaxien und Planetensysteme.
Etwas abseits in einem kleinen Park gelegen befand sich in einem palastartigen Gebäude der Sitz des Rates der Weisen.
Dieses dreißigköpfige Gremium, war die höchste und letzte Instanz der Galaktischen Union.
Auffällig viele Wasserläufe durchzogen die Stadt, an deren Gestade palmenähnliche Bäume den Besuchern Schatten spendeten. Weitläufige Parkanlagen mit Blumenrabatten und Wasserspringbrunnen ausgestattet luden zum Verweilen ein.
Das Flugtaxi von Laura und Peter Stromberg landete auf einem Landeplatz im Eingangsbereich vor dem Gebäude des Rates der Weisen. Nachdem Laura ihre Identitätsmarke an einen Scanner gelegt hatte, öffnete sich lautlos die Eingangstür.
Laura bat Peter Stromberg an einem Tisch und äußerte: „Bevor sie dem Rat der Weisen vorgestellt werden, möchte ich noch das eine oder andere mit ihnen besprechen. Der Planet Yeti hat in etwa die gleichen Ausmaße wie die Erde.
Er rotiert im gleichen Abstand um unsere Sonne, und diese hat in etwa die gleiche Größe wie die ihrige. Yeti wird von einem Mond umkreist der geringfügig kleiner ist als der Erdenmond.
Unser Mond darf von Zivilpersonen nicht betreten werden, er ist absolutes militärisches Sperrgebiet.
Nun zu ihnen, lieber Peter Stromberg. Bevor ich sie dem Rat der Weisen vorstelle, noch einige Erläuterungen. Viele Bewohner der Planeten unserer Galaxien, vor allem der älteren Galaxien, führen ein körperloses Dasein, sie sind wenn sie es so sehen wollen Geistwesen, auch ich.“
Peter Stromberg holte tief Luft, nippte an seinem Getränk, das man ihm gereicht hatte, schaute Laura entsetzt an und stammelte: „Ich kann es nicht glauben!“
„Unser Sonnensystem, sowie das vieler anderer ist wesentlich älter als das Erdsystem. Unsere Zivilisation existiert schon seit mehr als einer Milliarden Jahre. Im Laufe unserer Evolution stellte sich heraus, dass unser Körper nur ein Hindernis in unserer Weiterentwicklung darstellte. Vor ca. zwanzig Millionen Jahren war unser Körper nicht mehr erforderlich, und wir mutierten zu rein geistigen Wesen mit unbegrenzter Lebensdauer.
Unser Planet ist mit der Erde nahezu identisch, was im Universum äußerst selten vorkommt. Wir hatten auch nahezu die gleichen Organe und Körperfunktionen wie die Erdbewohner, sowie auch rein äußerlich viel Ähnlichkeit miteinander. Wir haben im Laufe unserer Evolution Technologien entwickelt, die es uns ermöglichen bei Bedarf, für kurze oder auch eine längere Zeit unsere ursprüngliche Körperform wieder anzunehmen. Das kann hilfreich sein bei Kontakten mit anderen Arten, dient aber auch unserer Fortpflanzung.“
Peter Stromberg hatte es sich inzwischen abgewöhnt, sich über irgendetwas zu wundern, und fragte daher emotionslos: „Besteht die genetische Möglichkeit, Nachkommen zwischen den Menschen und ihrer Art zu zeugen?“
„Alle unsere Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass dies möglich ist, es hat aber bisher noch nicht stattgefunden.“ entgegnete Laura leicht amüsiert.
Sie nahm Peter Stromberg an die Hand und ging mit ihm in einen matt erleuchteten Saal, in dem alle dreißig Mitglieder des Rates der Weisen an einem großen runden Tisch saßen. Der Raum hatte eine hohe kuppelförmige Decke- auffallend war, dass die Bewohner des Planeten in ihrer Architektur eine kuppelförmige Bauweise bevorzugten, das galt für außen, sowie auch innerhalb der Gebäude-, die Wände waren anthrazitfarben gestaltet und ohne jeden Schmuck.
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