Sigrid Schüler - Eigentlich eine gute Idee

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Ricarda, Anfang 50 und seit mehreren Jahren geschieden, ist in ihrem Leben angekommen und glücklich. Der einzige Wermutstropfen: Ihr geschiedener Mann Holger verweigert jede Kommunikation mit ihr, denn sie hat ihn verlassen. Holger könnte glücklich sein, wenn er sich endlich auf die Suche nach einer neuen Partnerin begäbe, meint Ricarda. Und wenn er eine Partnerin fände, dann würde er vielleicht auch wieder ganz normal mit ihr reden können. Da Holger aber keine Anstalten zum Glücklichsein macht, hilft ihm Ricarda auf die Sprünge und gibt eine Kontaktanzeige für ihn auf, mit Folgen…

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Ich bitte meine Freundin, dass wir das Gespräch jetzt beenden, denn ich möchte mich auf die Post konzentrieren. Ich verspreche ihr, später Bericht zu erstatten. Marie lädt sich spontan für heute Abend zu einem Glas Wein ein. Sie will einen guten Tropfen mitbringen, sagt sie.

Den zweiten Brief, den ich geöffnet habe, hat Svetlana geschrieben. Sie stammt aus der Ukraine und sucht einen Mann, den sie glücklich machen kann. Sie ist 45 Jahre alt, schreibt sie, gelernte Schneiderin, kocht und tanzt gerne. Als ich mir das Foto ansehe, das sie mitgeschickt hat, falle ich fast vom Stuhl. Diese Frau ist nicht hübsch, sie ist schön. Sie sieht deutlich jünger aus, eher wie 35, aber ich tröste mich mit dem Gedanken, dass sie vielleicht ein älteres Foto mitgeschickt hat. Trotzdem bleibt sie eine schöne Frau, auch wenn man sich zehn oder zwanzig Jahre dazu denkt. Ein zweites Bild fällt aus dem Umschlag: Svetlana in einem dünnen Sommerkleid, das ihr ausgesprochen gut steht und ihre tolle Figur betont.

Ich gehe sofort in Abwehrhaltung. Die will bestimmt nur sein Geld, denke ich. Gut, dass ich nicht „vermög.“ oder „gesichert. Eink.“ in die Anzeige gesetzt habe. Svetlana - eine Frau, die sich die Kerle aussuchen kann. Was will sie von Holger? Ich schiebe Fotos und Brief zurück in den Umschlag, auf den ich gedanklich den Stempel „Kommt nicht in Frage“ drücke.

Ina, die nächste Kandidatin, ist Lehrerin in einer Grundschule. Sie trägt einen praktischen Kurzhaarschnitt, schaut den Betrachter ihres mitgeschickten Fotos unheimlich klug an, sehr organisiert und entschlossen, als ob sie gleich eine Ansage machen möchte. Es sieht aus wie ein Bewerbungsfoto, denke ich, aber dann fällt mir ein, dass Ina sich ja tatsächlich bewirbt. Sie spielt in ihrer Freizeit Gitarre und wandert für ihr Leben gern, schreibt sie. Zum Beweis hat sie ein zweites Foto mitgeschickt, das Ina auf einem Berggipfel zeigt (Alpen oder Anden, ich kann es nicht einordnen). Eine Altersangabe fehlt - na ja, ich finde, von einer Lehrerin kann man mehr erwarten. Ich wette, wenn ihre Schüler ein vermeintlich wichtiges Detail in einer Arbeit vergessen, dann ahndet sie das mit Punktabzug. Die wäre was für Holger, wenn ich ihm übel wollte.

Der vierte Brief stammt von Annette, Ende vierzig, Verwaltungsfachkraft beim Landkreis. Brief und Foto machen einen ordentlichen, aufgeräumten Eindruck. Die Schrift ist zwar nicht schön oder besonders gut zu lesen, aber sauber und gleichmäßig. Das Foto zeigt eine gutaussehende Frau mit korrekt frisiertem Haar, rötlich gefärbt mit Strähnchen.

Mir fällt auf, dass bislang keine der Frauen etwas von Kindern geschrieben hat, aber vielleicht sind die alle schon groß und leben nicht mehr zu Hause, genau wie Holgers und meine Kinder.

Der kleine Stapel an Zuschriften ist fast abgearbeitet, und ich muss gestehen, ich bin ein bisschen enttäuscht. Die Kandidatinnen scheinen mir alle so…ich weiß nicht…unpassend? So normal? Andererseits: Was habe ich denn geglaubt, wer sich da melden würde?

Ich nehme den letzten Brief zur Hand und will ihn gerade öffnen, als es an der Tür klingelt. Es ist Marie. In der einen Hand hält sie eine Flasche von ihrem Lieblingswein, in der anderen eine Flasche Calvados. Ich schaue auf die Uhr: Es ist sechs.

„Ja, ich bin ein bisschen früh dran“, sagt Marie. Sie geht sofort in die Küche, stellt die Flaschen ab, holt Butter und Aufschnitt aus dem Kühlschrank und sagt: „Wir essen jetzt erst noch zu Abend. Ich denke, für so eine Arbeit brauchst du eine ordentliche Grundlage.“

Ich weiß wirklich nicht, ob ich das jetzt so gut finde, dass Marie in meiner Küche das Kommando übernimmt. Ich hätte die Briefe gerne in Ruhe allein gelesen. Aber Marie merkt davon nichts, holt Teller, Besteck und Gläser und deckt den Tisch. Da ich nichts mache, fragt sie: „Wo hast du Brot?“

Na gut, vielleicht ist es wirklich nicht so schlecht, wenn wir gemeinsam einen Blick in die Briefe werfen. Und ich muss zugeben, dass Maries Elan mein schlechtes Gewissen, irgendein Briefgeheimnis gebrochen zu haben, auf der Stelle beruhigt.

Ich hole das Brot, vorsichtshalber noch eine Flasche Wasser, und wir setzen uns an den Tisch und essen erst einmal. Marie hat den Wein geöffnet (eigentlich trinke ich nur abends mal ein Glas, aber okay, es ist 18.15 Uhr), und nun schaut sie mich erwartungsvoll an.

„Ich hab noch nicht alle Briefe geöffnet“, sage ich.

„Wie viele sind es denn?“

„Fünf“, sage ich zerknirscht.

„Ja, ich hab dir ja gesagt, du hättest deinen Ex vielleicht ein bisschen interessanter schildern sollen.“

„Ja ja, hätte hätte…“, sage ich.

„Zeig mal her“, sagt sie und nimmt den Brief, den ich eben zur Hand genommen habe, an sich. Es ist der, den ich noch nicht geöffnet habe. Ich nehme ihn ihr wieder weg und sage: „Wenn überhaupt, dann schaue ich als Erste rein.“

Vor ein paar Tagen noch hat Marie mir vorgeworfen, ich mische mich mit der Kontaktanzeige zu sehr in Holgers Leben ein. Das hat sie jetzt, da die Flasche Wein fast leer ist, irgendwie nicht mehr auf dem Schirm. Im Gegenteil: Sie lässt ihrer Neugier freien Lauf. Und ich laufe mit.

Marie teilt den restlichen Wein sehr gerecht auf unser beider Gläser, hebt das Glas, prostet mir zu, nimmt einen Schluck und widmet sich wieder den Briefen vor uns. Wir haben inzwischen alle geöffnet, auch den letzten, der von einer Unbekannten geschrieben wurde. Der Vorname ist tatsächlich nur durch einen Buchstaben abgekürzt. Eigentlich stört mich das ganz gewaltig. Kein Foto, kein Name, nur ein geheimnisvolles G. . Aber Marie sagt, sie kann das verstehen, denn die Briefe sind ja an eine Chiffre geschickt worden und ich bleibe damit genauso anonym. Und nach zwei Glas Wein muss ich sagen, dass ich das durchaus nachvollziehen kann.

Es ist ja auch nicht so, dass der Brief nichts über die Person sagt. Ganz im Gegenteil. Das Briefpapier fühlt sich ganz wunderbar an. Der Brief ist nicht mit Kugelschreiber geschrieben, sondern mit einem Füllfederhalter. So etwas habe ich den vergangenen zwanzig Jahren nicht öfter als dreimal in der Hand gehabt. Es ist wirklich eine schöne Schrift, in der der Brief geschrieben ist - schwungvoll, aber nicht verschnörkelt, präzise, aber nicht nüchtern. Es liest sich total schön und interessant, was G. aus ihrem Leben berichtet. Warum sie sich für eine Ausbildung im sozialen Bereich entschieden hat, wie wichtig ein gutes Buch ist, welche Musik sie mag, und welche Kitschecken sie hat. Unglaublich: G. glaubt an Wünschelruten, genau wie ich - ich bin fasziniert.

Ich stelle erfreut fest, dass ich mit G. auf einer Wellenlänge bin. Das scheint eine echt nette Frau zu sein, denke ich. Wofür steht G. ? Geraldine? Gina? Gabriella? Ghada? Oder für Gisela oder Gerhild? Faszinierend, aber: Wenn wir auf einer Wellenlänge senden, dann wird sie bestenfalls meine Freundin, aber nicht die von Holger.

Marie ist auch von G.s Brief angetan. „Tolle Person“, sagt sie beschwipst.

Und G. schreibt, dass sie kein Foto schickt, denn sie möchte, dass ich ihr unvoreingenommen begegne, wenn wir uns treffen, um über meinen geschiedenen Ehemann zu sprechen.

G. ist die erste, die ein solches Vorab-Treffen vorschlägt. Und damit stellt sich wieder die grundsätzliche Frage, auf die ich noch keine Antwort habe: Was mache ich mit den Briefen? Wie gehe ich weiter vor?

„Na, du triffst die Frauen!“, sagt Marie und kichert. „Du musst doch wissen, wer das ist. Und ob die zu deinem Ex passen!“

„Ja, aber eigentlich bin ich doch wohl nicht Diejenige, die beurteilen kann, wer zu Holger passt“, widerspreche ich.

„Du bist überhaupt die Einzige, die das beurteilen kann“, meint Marie beschwingt, trinkt den letzten Schluck Wein aus ihrem Glas und steht auf, um die Gläser für den Calvados zu holen.

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