Friedrich von Bonin - Rudolf Mittelbach hätte geschossen

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Rudolf Mittelbach ist Staatsanwalt in Hamburg und erzählt die Geschichte seines Freundes Heinrich Görgen. Der hat sich aus ärmlichen Verhältnissen zu einer gesicherten Existenz hochgearbeitet, bevor die Finanzkrise und hartherzige Bankiers seine Existenz bedrohen. Mit kühler und knapper Sprache, ohne Larmoyanz beschreibt der Autor die Mechanismen der bis heute andauernden Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf einzelne Menschen. «Erstaunlich, wie anschaulich hier die gefährlichen Manipulationen der Hochfinanz in einen spannenden Roman verpackt werden», schrieb ein Kritiker.

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9.

Noch einmal sah ich Heinrich während des Studiums, in einem anderen Seminar, am Anfang eines Semesters, er wirkte traurig, arbeitete offenbar verbissen, hager war er geworden, zerfaltet sein Gesicht, er hatte nicht viel Worte für mich.

„Ich wünsche dir viel Glück mit ihr“, brummte er nur zwischen den Zähnen, „sei nur vorsichtig, du. Sie ist die Tochter eines Bankdirektors in Hamburg, eines Großkapitalisten, natürlich, Bürgerkinder kommen zu Bürgerkindern. Hast einen Aufstieg gemacht mit ihr, gesellschaftlich?“

Ich antwortete nicht, sondern senkte den Blick, ich hielt die Stunde aus, besuchte dann aber das Seminar das ganze Semester lang nicht mehr, ich ging Heinrich Görgen regelrecht aus dem Weg, bis er, so hörte ich von Kommilitonen, sein Examen mit Auszeichnung gemacht hatte.

Mein Abschluss war lange nicht so gut, wenn auch überraschenderweise mit Prädikat, „vollbefriedigend“ nannte man das unter Juristen, mein Referendariat absolvierte ich gemeinsam mit Charlotte, die ebenfalls fertig wurde, in Niedersachsen, beide schlossen wir das zweite Examen dort ab.

10.

1990 kam ich nach Hamburg, mit dem Zeugnis über mein zweites Examen in der Tasche und der Urkunde, die mich zum Staatsanwalt auf Probe in Hamburg ernannte. Kurz vorher hatten wir geheiratet, Charlotte Hausmann und ich, in einer Feier, die ihr Vater ausgerichtet hatte. Unsere beiden Eltern, verstanden sich auf Anhieb und waren stolz auf ihre Kinder. Mein Vater war mittlerweile ein grauhaariger alter Herr geworden, der kurz vor der Pensionierung stand, ein Kavalier alter Schule, wie er gerne betonte, flirtete ungeniert mit Charlotte, die ihm so gut gefiel, wie sie den Argwohn meiner Mutter erregte, weil sie ihr den Sohn wegnahm, auf den sie immer stolz gewesen war und weil sie zweifelte, ob Charlotte so gut für mich sorgen werde wie sie es immer getan hatte. Meine Mutter war aber mittlerweile ebenfalls in einem Alter, in dem sie ihre Gefühle perfekt beherrschte. Charlottes Vater leitete die Nordlandbank, genoss daher in Hamburg großes Ansehen, der lange schlanke Mann sah immer wieder voller Stolz seine Tochter an, während seine Frau sich angeregt mit meinem Vater unterhielt und ihn über seine Tätigkeit ausfragte. Charlotte überlege noch, ob sie sich als Richterin bewerben oder eine Rechtsanwaltspraxis einrichten solle.

Ich richtete mein Büro in der Staatsanwaltschaft am Gorch Fock Wall ein, soweit man von der Einrichtung dieses kleinen schlauchartigen Büros sprechen kann, hängte ein paar Drucke auf, stellte meinen Kaktus auf die Fensterbank und begann mit der Arbeit.

11.

Und so trennten sich unsere Wege, Heinrich wohnte und arbeitete zwar ebenfalls in Hamburg, aber wir begegneten uns nicht, bis wir uns eines Tages als Kollegen im Gerichtssaal gegenüber standen. Die Stadt ist zu groß, wir gingen uns zwar nicht geradezu aus dem Weg, wir suchten aber auch nicht die Begegnung. Viele Dinge, die ich über ihn herausgefunden habe und hier niederschreibe, habe ich daher nicht selbst erlebt und erzähle sie als die Geschichte Heinrich Görgens, wie ich sie rekonstruiert habe.

Der Weg

Er ging seit dem frühen Morgen. Um ein halb sechs an diesem Augusttag war er aufgestanden, hatte seine Frau nicht geweckt, hatte nicht gefrühstückt, nur seinen Rucksack genommen, den er seit Wochen gepackt hatte, seinen Schlafsack daraufgeschnallt, und war losgegangen. Vierhundert Euro hatte er im Rucksack, das musste für den ganzen Weg reichen, er hatte sie sich über die Zeit vom Munde abgespart, in kleinen Beträgen, so dass es nicht auffiel. Nebel lag über Hamburg, als er aus der Wohnung trat, hinaus, um den Weg zu beginnen, den er seit Wochen geplant und endlich den Mut gefunden hatte, zu begehen. Immer hatte er sich des Abends vorgenommen, morgen geht es los, um dann am nächsten Morgen aufzuwachen und festzustellen, nein, es lohne doch nicht, sich im Bett umzudrehen, um weiter zu schlafen. Heute war es soweit, heute Morgen war der Mut, den er gestern Abend gefasst hatte, noch da, eher größer geworden und so wendete er sich vor der Haustür nach links und ging los, wie er es sich vorgenommen hatte. Noch unsicher war sein Schritt, als er sich Richtung Hafen wendete, ihn ängstigte der Hall seiner Schritte, der durch den Nebel verstärkt schien, aber bald verstetigte sich sein Gang, er fing an, die Bewegung des Gehens mechanisch auszuführen, Fuß vor Fuß zu setzen, im gleichmäßigen Rhythmus, wie er nach zwei Kilometern links abbog in die Straße, die zum Hafen und aus Hamburg hinaus nach Süden führte. Der um diese Zeit noch spärliche Verkehr störte ihn nicht. Er ging. Ging immer weiter, fühlte den Stakkato seiner Schritte, nicht schnell, aber energisch, ging nach Süden, immer weiter, auf sein Ziel zu, das er heute nicht erreichen würde, morgen nicht und auch übermorgen nicht. Ein Ziel, zu dem man nicht einfach mit dem Zug fahren konnte, sicher, er hatte das überlegt. Mit vierhundert Mark wäre das leicht gewesen. Aber der Weg war nicht leicht, sollte nicht leicht sein, ein archaischer Weg und ein ebensolches Ziel. Er war sich sicher, er würde es erreichen, und zwar mit eigener Kraft, zu Fuß.

1990

1.

Leise Musik erklang aus den riesigen Lautsprechern des Festsaales der Deutschen Anlagenbank ganz oben, in der sechsunddreißigsten Etage ihres Hauptsitzes in Frankfurt, klassische Musik natürlich, wie sie der Chef des Hauses und seine auserlesenen Gäste schätzten, unaufdringlich, weil sie leise war, traditionell und klangvoll, wenn man sie hören wollte, Vivaldi, Telemann, Bach, jetzt gerade erklangen Vivaldis Flötenkonzerte, die mit dem leise im Saal dahinfließenden Gespräch konkurrieren mussten, manchmal übertönt durch ein brandendes Lachen, das irgendwo aufkam, manchmal hervorgehoben durch eine allgemeine Gesprächspause, die wohl zufällig im ganzen Saal eintreten konnte.

An die zweihundert Menschen hatte der Chef der Bank für heute eingeladen, zu einem „ungezwungenen Zusammensein“, wie es in der Einladung stand, die hinsichtlich der Kleidung lediglich „leger“ vermerkt hatte. Und alle Gäste waren denn auch leger gekleidet, so leger, wie es eben möglich war, aber selbstverständlich trugen die Herren Krawatten unter den Anzügen, die Damen waren zwar nicht in lange Abendkleider, aber elegant gekleidet. Politiker waren hier versammelt, zwar nicht der Kanzler, aber immerhin hatte er seinen Kanzleramtsminister geschickt, der Finanzminister, zwei Staatssekretäre, Bankiers natürlich, Banker, wie sie selbst sich in diesem anglisierten neudeutsch nannten, Vorstände großer Unternehmen, von Industrieverbänden, eben alles, was in Deutschland wirtschaftlich irgend von Bedeutung war.

Fünf Herren hatten sich in einer Nische zusammen gefunden: Zum einen Doktor der Rechte Hans Gerd Alpers, der Chef des Hauses und Gastgeber, ein kräftiger Mann von etwa fünfzig Jahren, körperlich fit, mit einem edlen schlanken Schädel, dessen vornehmer Eindruck noch durch die schmale Hornbrille verstärkt wurde, das schon fast weiße Haar ließ ihn noch eleganter erscheinen. Dr. Alpers hatte ein freundliches Lächeln, das er zur Schau trug, wenn er, wie jetzt, mit Vertrauten zusammen saß, aber auch, wenn er unangenehme Wahrheiten zu verkünden hatte, ein Lächeln, das um Vertrauen warb, aber nur den Mund betraf. Die blauen Augen blickten gleichmäßig kühl in die Welt, ob er lächelte oder Anweisungen erteilte. Dr. Alpers war gefürchtet bei seinen Untergebenen, er verzieh ihnen selten einmal Fehler, und bei Politikern galt er als harter Gegenspieler, wenn die Interessen seiner Bank berührt waren.

Neben ihm saßen ausgesuchte Gäste, die er gebeten hatte, sich hier zu einem kurzen Gespräch zusammenzufinden. Es waren Dr. Thiel, der Vorstandsvorsitzende der Treuhand Versicherungsgruppe, Günter Hausmann, der Chef der „Bank des Nordens für Schiffe und Hypotheken“, wie sie sich umständlich nannte, von allen nur Nordlandbank genannt, der Finanzminister der Bundesrepublik und der Kanzleramtsminister.

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