Friedrich von Bonin - Rudolf Mittelbach hätte geschossen

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Rudolf Mittelbach ist Staatsanwalt in Hamburg und erzählt die Geschichte seines Freundes Heinrich Görgen. Der hat sich aus ärmlichen Verhältnissen zu einer gesicherten Existenz hochgearbeitet, bevor die Finanzkrise und hartherzige Bankiers seine Existenz bedrohen. Mit kühler und knapper Sprache, ohne Larmoyanz beschreibt der Autor die Mechanismen der bis heute andauernden Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf einzelne Menschen. «Erstaunlich, wie anschaulich hier die gefährlichen Manipulationen der Hochfinanz in einen spannenden Roman verpackt werden», schrieb ein Kritiker.

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Heinrich sprach auf ein halbes Jahr an, das ich in Lausanne verbracht hatte, im dritten Semester, ich hatte mich dort an der juristischen Fakultät eingeschrieben. Mein Vater hatte mich etwas kritisch angesehen, als ich ihm diesen Plan eröffnete, letztlich aber eingewilligt. Klar, das war ein Luxussemester gewesen und klar, Heinrich Görgen hätte das nicht gekonnt. Etwas betreten schwieg ich.

„Und dann, Rudolf, in einem hat Charlotte natürlich recht. Ich interessiere mich schon für die Unterschiede von Gut und Böse, Arm und Reich, Recht und Unrecht. Wie oft haben wir darüber diskutiert, was die Achtundsechziger uns angetan haben. Alles haben sie vorweggenommen, die Moral haben sie abgeschafft und jetzt sitzen wir hier und müssen uns unser eigenes System zurechtzimmern, nach dem wir zwischen richtig und falsch unterscheiden, zwischen Gut und Böse und zwischen das macht man nicht und das ist in Ordnung. Du selbst hast mich angesprochen auf die zweifelhaften Besuche der neuen Terroristen. Mit denen will ich, ich habe dir das gesagt, nichts zu tun haben. Das ändert aber nichts daran, dass wir uns mit Politik beschäftigen müssen, damit, wie wir in unserer Gesellschaft miteinander leben können. Eines ist sicher: Es kann nicht sein, dass Menschen wie Charlottes Eltern oder auch dein Vater die Spielregeln allein bestimmen und wir nur noch ausführen, was sie sagen. Diese Fragen kosten mich sehr viel Energie, da kann ich mich nicht noch mit den Empfindlichkeiten ausgerechnet von Charlottes Eltern abgeben. Denn dass die zu der Frage, wie ich leben will, nicht viel beitragen können, darin bin ich mir mit Charlotte einig.“

„Heinrich, ich habe keinerlei Widerspruch zu dem, was du sagst, aber wir müssen die Welt ja nicht gleich heute und alleine ändern.“

„Das verstehst du genauso wenig wie Charlotte. Ich kann diesen Fragen nie so ruhig und gelassen gegenüberstehen wie ihr, andererseits wirst du auch nie verstehen, warum ich so kämpfe. Du hast ja auch mehr zu verlieren als ich und bist wohl auch von Natur vorsichtiger.“

Er sagte vorsichtiger, aber ich hatte ihn im Stillen in Verdacht, dass er mich feige und faul fand.

8.

Heinrich Görgen sagte es nie, aber die Tatsache, dass Charlotte zu mir gekommen und mir ihre Sorgen über ihn erzählt hatte, kränkte ihn mehr als er zugab. Er hatte mir nicht wörtlich, aber dafür deutlich zu verstehen gegeben, dass sich hier Klassengegensätze trafen und dass letztlich Charlotte und ich einer Klasse angehörten, er einer anderen. Wenn wir uns trafen, gingen wir freundlich miteinander um, die Treffen waren harmonisch, dennoch fragte mich Mathilde eines Tages, nachdem wir am Abend vorher erst ins Kino und dann essen gegangen waren, was denn mit Heinrich sei. Ich konnte es ihr nicht sagen, wusste ich doch selbst nicht genau, wie er dachte. Zunehmend wurde er zu einem Rätsel, auf alle meine Fragen antwortete er nur kurz, er konzentriere sich mit aller Kraft auf sein Examen, andere Dinge müssten warten, bis diese Hürde genommen sei. Immer öfter kam nun Charlotte zu mir, manchmal wurde sie von Mathilde und mir getröstet, manchmal kam sie, wenn ich allein war, obwohl auch sie mitten in ihren Examensvorbereitungen steckte, aber das, so sagte sie, könne warten.

„Er redet nicht einmal mit mir“, klagte sie, sie saß auf meinem Sessel mir gegenüber, „er berührt mich nicht, er nimmt nicht meine Hand, wenn wir spazieren gehen, er küsst mich nicht, er hat auf alles nur immer die eine Antwort, lass mich erst mein Examen machen, dann wird alles besser.“

Ein sehr heißer Sommer war es geworden, jetzt, im August, waren es gegen Abend immer noch mehr als dreißig Grad, nur erträglich, weil ich alle Fenster weit geöffnet hatte und ein leichter Zug durch den Raum strich, die trockene Luft leicht kühlend.

Ich betrachtete Charlotte, sie war immer noch eine Schönheit, wenn sie auch in letzter Zeit zunehmend weniger lachte und ihr Gesicht melancholischer wurde. Aufmerksam betrachtete ich die halbmondförmigen Augenbrauen unter der hohen breiten Stirn, die weit auseinander stehenden braunen Augen, die mich traurig ansahen und den Mund, rot, mit vollen Lippen, die jetzt dem Weinen nahe waren. Ich sah auch die langen schlanken Beine, die sie untergeschlagen hatte, wie sie auf dem Sessel saß. Ich sah die leichte Bluse im Wind sich bewegen und gestand mir mit Schrecken ein, dass ich gerade dabei war, mich in sie zu verlieben. Ich verbot mir, weiter zu denken, ich konnte die Situation nicht so ausnutzen, da stand sie auf und kam zu dem Sofa, auf dem ich saß und setzte sich neben mich: „Kannst du mich nicht wenigstens einen Augenblick in den Arm nehmen, damit ich wieder weiß, wie sich das anfühlt?“, flüsterte sie und ehe ich antworten konnte, war sie mir näher gerückt und hatte meinen Arm um sich gelegt. Ich schlang auch den anderen Arm um sie und so saßen wir, in der leichten Sommerbrise, schwiegen und spürten einer den anderen. Nach einiger Zeit regte sie sich, seufzte und sah mich an. Ich beugte meinen Kopf zu ihr und küsste sie leicht auf die Wange, noch einmal und noch einmal, bis sie den Kopf zu mir drehte und mich auf den Mund küsste, erst leicht und spielerisch, dann heftig und fordernd, um sich gleich darauf abzuwenden und zu seufzen. „Wie gut das tut“, sagte sie leise und lag wieder ruhig in meinem Arm, während ein Sturm durch mein Herz tobte. Ich war verliebt in Charlotte, die Freundin meines besten Freundes, und meine Freundin Mathilde wartete heute Abend auf mich, wir waren verabredet. Durfte ich das tun, was ich tat? Aber ich war so verliebt, und was fragt ein Verliebter danach, was er tun darf. Erneut drückte ich Charlotte an mich, wieder wandte sie mir den Mund zu und wieder ertranken wir in einem heftigen Kuss, die Körper drückten sich aneinander, die Lippen lagen aufeinander, die Zungen trafen sich, ich fühlte ihre Hände auf meinem Rücken, an meinen Wangen, ich fühlte ihren Körper unter der hauchdünnen Sommerbluse, ich fühlte ihr Gesicht unter meinen Händen, langsam fingen wir an, einer den anderen zu entkleiden und dann waren wir nackt auf dem Sofa und liebten uns in einem ersten, heftigen und leidenschaftlichen Liebesspiel.

Langsam lösten sich unsere verschwitzten Körper voneinander. Wir sahen uns an, ohne Worte, lange studierte sie aus ihren braunen Augen mein Gesicht, Stirn, Augen, Nase Mund und Kinn, langsam, Millimeter für Millimeter, sorgfältig, als wollte sie sich das alles für ihr Leben einprägen. Ich beobachtete sie, sah nur ihre Augen, immer wieder diese Augen, bis sie mich schließlich an der Hand nahm.

„Und was soll nun werden?“, fragte sie tonlos.

„Ich weiß nicht“, flüsterte ich zurück, „nichts ist so wie es war, ich kann nicht mehr zurück zu dem alten Leben. Ich weiß jetzt, dass ich dich schon seit langem liebe, ich wusste es nur bis heute nicht.“

„Rudolf, ich werde Heinrich verlassen, so oder so, ich kann das nicht aushalten, einem Mann dabei zuzusehen, wie er sich immer mehr von allem entfernt, von mir, von dir, von dem Leben, das ich führen will.“

„Ich werde heute Abend Mathilde treffen und ihr sagen, dass ich dich liebe, gleich, wie du dich entscheidest, ich will mit dir leben oder allein.“

„Lass uns zwei Tage nachdenken, zwei Tage uns nicht sehen, sprich mit Mathilde, ich spreche mit Heinrich, und in zwei Tagen entscheiden wir, wie es weitergeht.“ Charlotte war nun vollständig angezogen und stand vor mir, bereit zu gehen. Noch einmal zog ich sie an mich und küsste sie, dann ging sie.

Ich hatte Mathilde meine Gefühle gestanden und sie in Tränen zurück gelassen, Charlotte hatte mit Heinrich gesprochen, weder Mathilde noch Heinrich noch unsere früheren gemeinsamen Freunde wollten nach diesem Bruch noch mit uns zu tun haben. Charlotte und ich ließen uns nicht beirren, nach kurzer Zeit zog sie zu mir in meine Studentenwohnung. Wir brauchten, so glaubten wir damals, niemanden außer uns selbst.

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