Friedrich von Bonin - Rudolf Mittelbach hätte geschossen

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Rudolf Mittelbach ist Staatsanwalt in Hamburg und erzählt die Geschichte seines Freundes Heinrich Görgen. Der hat sich aus ärmlichen Verhältnissen zu einer gesicherten Existenz hochgearbeitet, bevor die Finanzkrise und hartherzige Bankiers seine Existenz bedrohen. Mit kühler und knapper Sprache, ohne Larmoyanz beschreibt der Autor die Mechanismen der bis heute andauernden Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf einzelne Menschen. «Erstaunlich, wie anschaulich hier die gefährlichen Manipulationen der Hochfinanz in einen spannenden Roman verpackt werden», schrieb ein Kritiker.

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„Was habt ihr denn heute gemacht?“ fragte meine Mutter am Abend bei der Mahlzeit und ich erzählte ihr von meiner Heldentat.

„Mein Junge, Rudolf“, die Stimme meines Vaters hatte einen ernsten Unterton, ohne dass sie böse klang, „ich möchte nicht, dass du das noch einmal machst, das ist zu gefährlich. Aber ich merke, dass du schwimmen lernen willst, morgen früh gleich darfst du dich in der Badeanstalt zum Schwimmlehrgang anmelden, da ist Herr Hülsen, der Bademeister, melde dich bei ihm und sag, dass ich dich schicke und er soll dir das Schwimmen beibringen.“

Und tatsächlich ging ich mich, und Dietrich und Malte folgten mir, zum Schwimmunterricht, den wir nach nur drei Tagen mit dem Freischwimmer beendeten. „Die können doch schwimmen, “ erzählte Herr Hülsen meinem Vater, „die brauchten bloß die Finger nicht zu spreizen, sondern zusammen zu legen, und dann schwammen sie los.“

Im Jahr darauf kamen wir drei, Dietrich, Malte und ich, auf das Gymnasium.

3.

Zum ersten Mal sah ich Görgen in der zehnten Klasse des Gymnasiums. Görgen stieß zu uns von einer Realschule, er war von Anfang an Außenseiter. Wir, das war eine Klassengemeinschaft von vielleicht zwanzig Schülern, davon zwölf Jungen und acht Mädchen, halbwüchsig, vierzehn, fünfzehn, einige sechzehn Jahre alt.

Görgen war schön, ich nicht, noch heute bin ich nicht schön, etwas zu schwammig, nicht etwa fett, oh nein, aber eben auch nicht schlank, mit etwas Bauch, mit leicht angedeutetem Doppelkinn, blasser Hautfarbe, blonden Haaren, die unmerklich in grau übergehen und schütter werden. Schwammig war ich schon damals und neidisch auf die durchtrainierten Körper meiner Freunde. Obwohl ich, blass und blond, heimgesucht von einer entsetzlichen Pickelplage bis zum Abitur war, tat das meinem Ansehen unter den Freunden keinen Abbruch, alle hatten Pickel, also konnte der ebenfalls pickelbehaftete Jüngling nicht abseits gedrängt werden.

Heinrich Görgen dagegen, der war Außenseiter, auch vermöge seines Aussehens. Kleiner als wir, und weniger entwickelt, hatte er feine, fast mädchenhafte Züge. Unter einer Stirn, die für sein Alter viel zu hoch war, hatte er weit auseinander stehende langgestreckte braune Augen, die schmal geschnitten waren und einen bestimmten Ausdruck hatten, der noch dadurch verstärkt war, dass er so gut wie keine Lider hatte, Schlupflider, wie wir sie bei asiatischen Menschen kennen, und tatsächlich hatte sein Gesicht etwas asiatisch fremdartiges mit der flachen kleinen Nase, die auf einen vollen roten Mund fiel, der den Eindruck des Mädchenhaften verstärkte, wenn nicht eigentlich hervorbrachte. Deutlicher wurde dieses Empfinden, wenn Görgen zu sprechen anfing, er war der einzige in der Klasse, dessen Stimme noch nicht gebrochen war, noch nicht einmal zu brechen angefangen hatte. Mit einem klaren Knabensopran brachte er seine Antworten vor, wenn er von Lehrern gefragt wurde, Antworten, die in aller Regel richtig waren und ihm das Lob der Lehrer nach kurzer Zeit einbrachten. War er Außenseiter schon aufgrund seines Aussehens, wurde er es noch mehr, weil er die Anerkennung der Lehrer erwarb und bald Primus der Klasse wurde. Der eigentliche und entscheidende Grund für seine Abgesondertheit war aber seine gesellschaftliche Herkunft. Wir alle, die wir in die zehnte Klasse gingen, waren Bürgerkinder, mein Freund Dietrich etwa kam aus einem Arzthaushalt, wir gingen zusammen mit Veronika über den Schulhof, der Tochter eines angesehenen Im- und Exportkaufmanns. Kinder von Rechtsanwälten, Apothekern, Ärzten und Handelsleuten waren wir, alle erzogen in dem Bewusstsein einer behäbigen Wohlhabenheit. Unsere Stadt war in den Jahren nach dem Krieg zunehmend verfallen, mit einer Altstadt, in denen Fachwerk der vorherrschende Baustil war. Fachwerk, das verfiel und demnächst hätte abgerissen werden müssen, hätten es nicht vorausplanende Stadtväter verstanden, einiges an Industrie in die Randbezirke der Stadt zu ziehen, in die umliegenden Dörfer, diese dann einzugemeinden und mit der von den Industriefirmen eingezogenen Gewerbesteuer eine Sanierung der Altstadt zu beginnen. Wir als Bürgerkinder hatten sogar die Freiheit, uns den Versammlungen von jungen Menschen anzuschließen, die sich gegen die Industrieansiedlungen am Rande der Stadt, besonders gegen ein Atomkraftwerk, das gebaut wurde, zu wehren.

Ganz anders das Leben unseres Schulkameraden Heinrich Görgen, der in einem der umliegenden kleinen Bauerndörfer auf einem Hofe wohnte, den Hof zu nennen wegen der Kleinheit, der Vater hatte einige dreißig Morgen Land, fast schon vermessen war. Der nächst größere Hof hatte etwa achtzig Morgen. Görgen hatte nach ungefähr einem Jahr, kurz vor Ende des Schuljahres, etwas Vertrauen zu mir gefasst, warum er mich auserwählt hatte, war mir nicht erklärlich. Anfangs wehrte ich mich gegen seine Nähe, brachte sie mir doch den Spott meiner anderen Mitschüler ein, andererseits rührte mich seine schüchterne Anhänglichkeit und so folgte ich eines Tages seiner mehrfach vorgebrachten Einladung und fuhr an einem Sommertag mit dem Fahrrad hinaus auf das Land und in das Dorf, an dessen Rand Görgen wohnte. Ein winziges Bauernhaus erwartete mich da, umgeben von einer Wiese, auf der einige Schweine und Kühe ihr Wesen trieben, zwischen ihnen suchte ein kleines Hühnervolk sein Futter. Über dem Hof und dem Dorf war ein leichter Geruch nach Land, nach den Schweinen und den Hühnern, den ich aus der Stadt nicht gewohnt war. Görgen erwartete mich schon am Hoftor, begrüßte mich mit einem erfreuten Lächeln und führte mich in das Haus. Über eine Diele, an die die Ställe für die Kühe anschlossen waren, ging es in die Wohnräume, winzig, allerdings mit einer riesigen Küche, in der mich Görgens Mutter begrüßte. Sie war eine dralle, große Frau mit riesigen Brüsten, einem rotem Gesicht, in dessen derben Zügen ich die eleganten Züge meines Kameraden wiederzuerkennen suchte, vergebens. Auch der Vater, der den Hof zusammen mit zwei anderen Söhnen bewirtschaftete, hatte keinerlei Ähnlichkeit mit meinem Schulkameraden, vierschrötig, kantig, stapfte er mit schweren Schritten in die Küche, begrüßte mit einer lauten Stimme zuerst seine Frau, die er hungrig nach dem Mahl fragte, dann seinen Sohn Heinrich und schließlich mich. Auch dieser mächtige Bauer hatte mit seinem Sohn keine Gemeinsamkeit, ebenso wenig wie die beiden Brüder, die weder die Feinheit ihres Bruders hatten noch Anzeichen der Intelligenz zeigten, die ich bei Heinrich mit der Zeit zu schätzen gelernt hatte. Später vertraute er mir einmal an, in seinem Dorf und in der Familie sei sein Aussehen häufig besprochen worden. Er komme wohl, so sagte seine Mutter, nach einer Tante von ihr, die ihr Onkel aus der Stadt geheiratet hatte und die ähnlich fein gebaut gewesen sein sollte.

Im Kreise seiner Familie nahm ich den Kaffee ein, bekam von dem Kuchen zu schmecken, den die Bauersfrau selbst gebacken hatte und versuchte, dem Gespräch der Familie zu folgen, was mir Schwierigkeiten bereitete, sprachen doch der Bauer und seine Söhne plattdeutsch, das ich nur mäßig beherrschte und über Gegenstände der Landwirtschaft, von denen ich nichts wusste. Sie begegneten ihrem Sohn und Bruder mit einer achtungsvollen Höflichkeit, die seine Ausnahmestellung in der Familie noch betonte.

Heinrich beobachtete mich aufmerksam, bemerkte wohl auch mein Unbehagen, jedenfalls lud er mich nicht noch einmal ein. Öfter aber folgte er mir nach der Schule in mein elterliches Haus, um an unserem Mittagessen teilzunehmen und besonders meinen Vater, je älter wir wurden, mit der Klugheit seiner Bemerkungen zu verwundern. Ich gebe zu, in den Stolz auf meinen Freund mischte sich dann und wann mit Neid. Gerne hätte ich von meinem Vater annähernd wohlwollende Worte gehört wie die, die er an Heinrich richtete.

Es blieb eine schüchterne und scheue Freundschaft, die uns beide Jungen verband, die aber immerhin dazu führte, dass er als mein Freund an Zirkeln der Achtzehnjährigen teilnahm, denen ich angehörte und in denen wir anfingen, uns mit politischen Themen zu beschäftigen, mit Lyrik der anderen Art, die wir in der Schule nicht zu lesen bekamen. Francois Villon lasen und kommentierten wir, Baudelaire und Charles Bukowski, deren Gedichtbände jedenfalls meine Eltern lieber nicht in meinem Zimmer finden sollten. Auch nahmen wir an Versammlungen teil, die über das eben erbaute Atomkraftwerk handelten und die Technik der Herstellung von Strom durch Atomspaltung heftig kritisierten. Auch die Entscheidung der Stadtväter beanstandeten wir, chemische Industrie an den Rand der Stadt zu lassen, nur um Geldströme in die Stadt zu leiten, um die heimische Bauindustrie zu fördern, indem sie die alten Fachwerkhäuser wieder herstellen ließen. Vor allem in den Versammlungen fiel Heinrich zunehmend auf, wenn er schüchterne Redebeiträge von erstaunlicher Klugheit von sich gab. Heinrichs Stimme quietschte in der Übergangszeit vom Knabensopran zum sanften Bariton etwas, er gewann aber danach trotz seiner Schüchternheit eine Autorität unter uns, weil uns der tiefe Ernst, mit dem er sprach imponierte.

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