Friedrich von Bonin - Rudolf Mittelbach hätte geschossen

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Rudolf Mittelbach ist Staatsanwalt in Hamburg und erzählt die Geschichte seines Freundes Heinrich Görgen. Der hat sich aus ärmlichen Verhältnissen zu einer gesicherten Existenz hochgearbeitet, bevor die Finanzkrise und hartherzige Bankiers seine Existenz bedrohen. Mit kühler und knapper Sprache, ohne Larmoyanz beschreibt der Autor die Mechanismen der bis heute andauernden Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf einzelne Menschen. «Erstaunlich, wie anschaulich hier die gefährlichen Manipulationen der Hochfinanz in einen spannenden Roman verpackt werden», schrieb ein Kritiker.

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4.

Wir küssten in dieser Zeit das erste Mal ein Mädchen. Dietrich, Malte und ich hatten uns am Fluss verabredet und dort drei Mädchen aus unserer Klasse getroffen. Nebeneinander lagen wir auf unseren Handtüchern auf dem Gras, als Dietrich die Sprache auf Mädchen und Jungen brachte und Veronicas Freundin, Hanna, am Arm streichelte. Hanna reagierte hierauf, indem sie näher an Dietrich heranrückte und ihm ihrerseits über den Rücken fuhr. Wir anderen beobachteten die beiden, ich merkte, wie mir ein seltsames Gefühl durch den Körper ging, ein Gefühl, das ich häufig hatte, wenn ich allein war und an Mädchen dachte. Ich sah Veronica an und merkte, dass sie mir ebenfalls näher gerückt war. Wir waren allein am Ufer des Flusses, drei Jungen und drei Mädchen, alle anderen waren gegangen. Veronica beugte sich zu mir hinüber und küsste mich ohne weitere Worte auf den Mund, ein Kuss, den ich erwiderte, wobei ich meine Hände über ihren Rücken gleiten ließ, hinauf bis zu den Schultern und hinunter bis zu ihrem Po. Ich geriet in große Aufregung, hörte, wie auch die anderen sich küssten, als sich Veronica, ich hatte meine Hände langsam auf ihre Brüste gleiten lassen, plötzlich von mir löste und sagte: „Mehr geht jetzt nicht.“ Auch die anderen trennten sich, wir Jungen verbargen unsere erregten Geschlechter, indem wir uns mit unschuldigen Mienen auf den Bauch legten. Veronica hat mich danach nicht wieder geküsst, nichts folgte darauf, ebenso wenig wie bei Dietrich und Malte.

Diese Geschehnisse beschäftigten unsere jungen Gemüter. Nichts wussten wir wirklich von der Welt, wohl sahen wir die Bilder der Not in Afrika, in Asien in unseren Fernsehgeräten, dieses Unglück war von unserer Wirklichkeit aber zu weit entfernt, als dass es uns ernsthaft betroffen hätte. Vater erzählte von seinen Fällen, die von Bedrängnis und Armut handelten, wir Kinder nahmen diese Erzählungen als Ereignisse in einer fremden Welt an, die mit der unseren nichts zu tun hatte.

Heinrich Görgen, der wusste von dieser anderen Welt, lebte er doch darin, aber er ließ uns andere nicht teilhaben an seiner Armut, an seinem Neid auf die Unbeschwertheit der anderen. Allein kam er in die Schule, mit dem Fahrrad, ob Sommer oder Winter, in der Hitze und in klirrender Kälte, mit einem dünnen Mantel bekleidet, ohne Taschengeld, über das wir anderen in ausreichender Menge verfügten. Jeden Morgen fuhr er hin, 14 Kilometer, und jeden Mittag zurück, wieder 14 Kilometer, ohne auch nur ein einziges Mal zu klagen. Ja, Heinrich Görgen erfuhr früh den Unterschied zwischen arm und reich, und wie es ist, zu den Armen zu gehören.

5.

Nach dem Abitur zögerte Heinrich keinen Moment, er schrieb sich an der Universität in Göttingen für das Fach Jura ein.

„Warum Jura“, fragte ich ihn erstaunt, als er mir seinen Entschluss mitteilte. Bei mir wäre der Wunsch verständlich, war doch mein Vater schon Jurist gewesen und vor ihm mein Großvater.

„Das müsstest du doch inzwischen gemerkt haben“, gab Heinrich zurück, „ich kann Ungerechtigkeit nicht aushalten, ich möchte Jura studieren, Rechtsanwalt werden und dann dazu beitragen, dass mehr Gerechtigkeit in der Welt herrscht, und zwar für alle.“

Richtig, ich erinnerte mich, er hatte mir eine Geschichte von zu Hause erzählt.

„Ich habe Vaters Fahrrad ausgeliehen, um damit fahren zu lernen, ein großes schweres Fahrrad mit einer Herrenstange. Damit bin ich auf den Weg gegangen und habe versucht, zu fahren. Natürlich bin ich hingefallen, nicht einmal, viele Male, dabei ist der Lenker und der Gepäckträger verbogen worden.“

Der Vater, nach Hause gekommen, habe seinen älteren Bruder Karl - Heinz verdächtigt, ihn kurzerhand aus der Küche in die Diele gezogen, ihm den Hintern stramm gezogen, übers Knie gelegt und verhauen. Heinrich sei hinterher gelaufen, habe heulend an der Jacke des Vaters gehangen und immer wieder gerufen, er sei es gewesen, er, Heinrich, der Vater möge doch ihn bestrafen. Aber sei es, weil der Vater ihn nicht gehört habe, sei es, weil er den schwachen und empfindlichen Heinrich nicht habe schlagen wollen, der Bruder habe die ganze Wut abbekommen. Noch tagelang habe Heinrich sich nicht beruhigen können über diese Ungerechtigkeit

Und noch etwas fiel mir ein. Heinrich Görgen war in der Klasse unbeliebt, weil er als Petzer galt. Diesen Ruf hatte er, weil er zwei Mal Lehrern, die einen falschen Delinquenten bestrafen wollten, den richtigen Täter benannt hatte. Einmal, wir waren in der zwölften Klasse, hatte ein Mitschüler namens Jan in dem Klassenraum geraucht und den Aschenbecher meinem Freund Dietrich unter den Tisch geschoben, wo der Lehrer, den Rauch riechend, ihn fand und Dietrich bestrafen wollte. „Dietrich war es nicht, er hat nicht geraucht, Jan hat ihm den Aschenbecher untergeschoben“, hatte Heinrich dem Lehrer gepetzt, nachdem er gewartet hatte, ob Jan sich melden würde.

„Ich finde, Jan hätte sich melden müssen, als Dietrich erwischt worden ist,“ hatte er sich gegen Angriffe, er sei ein Petzer, verteidigt, und tatsächlich, Dietrich und ich waren der gleichen Meinung, aber der Rest der Klasse fand, das hätten dann Dietrich und Jan miteinander ausmachen müssen, dem Lehrer dürfe man nichts sagen.

Ich verstand, warum Heinrich Görgen sich für Jura entschied, obwohl ich nach den Erzählungen meines Vaters von der Justiz Zweifel hatte, wie viel Jura und Gerechtigkeit miteinander zu tun haben mochten.

Mein Berufswunsch dagegen war immer noch unklar, ich würde wohl, das war mir von väterlicher Seite gewissermaßen in die Wiege gelegt worden, auch Jura studieren, an welcher Universität, das überließen meine Eltern mir.

Heinrich war anhänglich geblieben, bis zum Abitur und darüber hinaus, während des Studiums, was umso erstaunlicher war, als er mir an Intelligenz weit überlegen war. Ich bekenne, ich bin von eher durchschnittlichem Verstand, natürlich, ich habe meine Aufgaben in Deutsch und Mathematik, Latein und Englisch, immer erledigen können, mit mittelmäßigem Erfolg, wie meine Lehrer mir bescheinigten, es reichte auch später, um die Anforderungen des Studiums der Rechte und des Refendariats zu erfüllen, ja, ich habe sogar Köpfe von weitaus geringerer Begabung die beiden juristischen Examen ablegen sehen. Nur eben gegen Heinrich Görgen kam ich mir immer simpel vor, von beschränkter Auffassung, die darüber hinaus auch langsam war gegen seine blitzschnellen Schlüsse, gegen seine brillanten Arbeiten.

Dennoch, er blieb anhänglich und bekundete lebhaftes Bedauern, als ich ihm eröffnete, ich könne jetzt noch nicht mit dem Studium beginnen, müsse vielmehr erst meine Pflicht gegen das Land erfüllen und den Dienst an der Waffe ableisten, von dem er aus mir nicht bekannten Gründen befreit war. Den Waffendienst leistete ich ohne Begeisterung ab und schloss mich nach seiner Beendigung Heinrich an, der in Göttingen schon heimisch geworden war. Vier Jahre verbrachten wir gemeinsam in der Universitätsstadt, hier lernte ich meine erste Freundin Mathilde kennen, die Deutsch und Geschichte studierte und Lehrerin werden wollte. Mathilde war eine gutmütige junge Frau, mir gleichaltrig, aber in der Liebe schon viel erfahrener als ich, mit ihr hatte ich meine ersten Liebeserlebnisse, wobei sie mich eher unterwies als dass ich sie verführte.

Wir saßen in dem Seminargebäude für Juristen, einem schmucklosen Bau, der in den sechziger Jahren hochgezogen worden war, als der Platzbedarf wegen der rapide steigenden Zahl der Studenten plötzlich groß wurde. Heinrich hatte mich überredet, mit ihm an einem Seminar zur Rechtsphilosophie teilzunehmen, das weder examensrelevant, wie er zugab, noch meinem Semester angemessen war. Dennoch, auch mich zog das Thema an, und der Assistent, der das Seminar leitete, Dr. Assmeier, war mir aus einer Vorlesung über bürgerliches Recht bekannt und sympathisch. Hufeisenförmig waren die Tische gestellt, am inneren Ende des Hufeisens der Assistent, ich ihm zu Rechten, Heinrich neben mir und neben ihm Charlotte Hausmann, eine Studentin in Heinrichs Semester, die heute das erste Mal dieses Seminar besuchte. Ich merkte, wie Heinrichs Interesse an dem Stoff immer weiter nachließ, und verstand ihm, hatte er mich doch schon mehrfach auf die Kommilitonin aufmerksam gemacht. Nach seiner Meinung war sie die schönste Frau, die er je gesehen hatte. Schlank, schwarzhaarig, mit dunkelbraunen, schrägstehenden, lachenden Augen, runden gleichmäßigen Augenbrauen darüber und einer breiten hohen Stirn, fast zu breit war die Stirn für das Gesicht, das im Übrigen, ebenso wie der ganze Kopf, vollendet geformt war, noch betont durch das gegen alle Mode sehr kurzgeschorene Haar. Charlotte war nicht sehr groß, mit langen Beinen und schlank, einer guten Figur, die sie allerdings mehr ahnen ließ als zeigte, trug sie doch fast immer sehr weite lange Kleider.

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