Friedrich von Bonin - Rudolf Mittelbach hätte geschossen

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Rudolf Mittelbach ist Staatsanwalt in Hamburg und erzählt die Geschichte seines Freundes Heinrich Görgen. Der hat sich aus ärmlichen Verhältnissen zu einer gesicherten Existenz hochgearbeitet, bevor die Finanzkrise und hartherzige Bankiers seine Existenz bedrohen. Mit kühler und knapper Sprache, ohne Larmoyanz beschreibt der Autor die Mechanismen der bis heute andauernden Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf einzelne Menschen. «Erstaunlich, wie anschaulich hier die gefährlichen Manipulationen der Hochfinanz in einen spannenden Roman verpackt werden», schrieb ein Kritiker.

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Heinrich Görgen richtete seine Aufmerksamkeit in dieser Stunde mehr auf seine Nachbarin als auf den Stoff des Seminars und fragte sie am Ende, fast stotternd, ob er sie zu einer Tasse Tee einladen dürfe. Es gab eine Kneipe in dieser Zeit in der Nähe des Seminars, in der ausschließlich Tee serviert und klassische Musik gespielt wurde. Gegen alle Erwartungen sagte Charlotte mit einem freundlichen Lächeln zu und Heinrich verschwand mit ihr, ohne mir auch nur noch einen Blick zu gönnen. Ich sah ihn drei Tage nicht, nach drei Tagen kam er mich in meinem Studentenzimmer besuchen.

„Rudolf, ich bin verliebt“, trällerte er fast, mit seiner weichen Stimme, „ich habe jetzt drei Tage mit Charlotte zugebracht, ich bin sehr in sie verliebt, und sie sagt, sie liebt mich auch. Ich habe ihr von dir erzählt, sie will mit uns und Mathilde essen gehen, was hältst du davon?“

Ich freute mich ehrlich für ihn, Heinrich Görgen war ein eher ernster und verschlossener Mensch, es tat mir gut, ihn glücklich und vor allem so fröhlich zu sehen. Wir gingen daher am Abend zu viert essen und danach immer wieder, ich sah ihn allerdings während der Seminare und Vorlesungen kaum noch, so sehr war er entweder mit Lernen, mit Charlotte oder mit beidem beschäftigt. Ich bekam allerdings mit, dass er immer öfter von politischen Versammlungen erzählte, die er besuchte, Versammlungen, die sich mit der Wirtschaftspolitik im Allgemeinen beschäftigten, mit der zunehmenden Konzentration in der Wirtschaft und der Globalisierung. Ich selbst habe ihn dahin nie begleitet, hielt ich doch mich selbst und die Jura für völlig unpolitisch und meinte, das müssten wir auch sein, über den Parteien stehend. So lehrten es uns unsere Professoren und so glaubte ich es, kam doch diese Meinung meiner Bequemlichkeit im Denken sehr entgegen. Häufiger sahen wir uns ab jetzt zu viert, Mathilde und Charlotte, Heinrich und ich.

6.

„Störe ich?“, schüchtern stand Charlotte Hausmann in der Eingangstür. Es hatte geklingelt und halb erleichtert, halb ärgerlich stand ich von meiner Arbeit auf. Natürlich hatte der Professor im bürgerlichen Recht eine Hausarbeit erfunden, die sich mit dem Eigentümer-Besitzer-Verhältnis der §§ 987 folgende BGB beschäftigte, einer Vorschriftenreihe, mit der schon ganze Studentengenerationen in die Verzweiflung getrieben worden waren und nun war ich ausersehen, mich in diese Reihe einzugliedern. Nur Heinrich Görgen, der hatte mit seinem blitzschnellen und ausgeprägten Verstand das System durchschaut und beantwortete aus dem Stegreif jede Frage, die dem Professor zu stellen einfiel. Nur kranke Juristengehirne konnten ein solches Denkungetüm erfinden und damit Studenten quälen.

„Nein, du störst kein bisschen, komm rein, ich mache uns einen Tee“, antwortete ich deshalb wahrheitsgemäß und zog Charlotte in meine Wohnung. Die bestand zu der Zeit aus zwei kleinen Zimmern in einer ruhigen Nebenstraße, sie lag in einem Häuschen mit Flachdach, das offensichtlich einmal den reichen Eigentümern des Haupthauses als Gartenhaus gedient hatte, jetzt aber zwei Studentenwohnungen enthielt.

„Ich weiß, das ist ungewöhnlich, dass ich dich besuche, unangemeldet und dann auch noch allein, aber ich möchte gerne mit dir reden.“ Charlottes Stimme klang unsicher, als sie mir in die Kochecke des ersten Zimmers, das ich als Wohn- und Arbeitszimmer benutzte, folgte.

„Ich koche uns erst einmal einen Tee, dann erzählst du mir in aller Ruhe, was du auf dem Herzen hast.“ Ich versuchte, möglichst ruhig, beruhigend und vertrauenerweckend zu sprechen, gespannt, was sie wohl bewogen haben könnte, mich zu besuchen.

„Rudolf“, begann sie, als wir es uns bequem gemacht hatten, „ich mache mir Sorgen um Heinrich, und du bist, soweit ich das sehe, sein bester Freund, deshalb komme ich zu dir.“

„Wieso“, fragte ich erschrocken, „ist mit Heinrich etwas nicht in Ordnung?“

„Doch, alles ist in Ordnung, und dann auch wieder nichts. Du weißt, dass er sich zum Examen gemeldet hat, gleichzeitig mit mir. Aber schon vor der Meldung hatte ich Sorgen. Heinrich wird immer politischer, das ist eigentlich ganz in Ordnung, aber was mich beunruhigt, ist die Radikalität, mit der er Politik angeht, Jura, sein Examen und überhaupt alles, was er beginnt. Nichts nimmt er gelassen hin, alles, was nicht in sein Konzept passt, interessiert ihn nicht, kümmert ihn nicht.“ Traurig sah sie vor sich hin.

„Aber was meinst du? Wir sind gemeinsam auf der Demonstration gegen die Studienbedingungen gewesen, das war doch nicht weiter schlimm? Und was meinst du mit ihn kümmert nichts, was nicht in sein Konzept passt?“

„Neulich waren meine Eltern in Göttingen, um uns zu besuchen. Du weißt ja, wie er über meine Eltern redet, Bankiers, sagt er spöttisch, wenn er gut gelaunt ist, Bankiers sind der Abschaum der Gesellschaft, Kapitalisten pur, sie gehören abgeschafft. Und du weißt ja, ich habe wirklich ein nicht sonderlich gutes Verhältnis zu meinem Vater, aber höflich kann er doch mindestens bleiben.“

„Und, was hat er gemacht?“

„Das ist es ja, er ist für zwei Tage weggewesen, so lange, bis meine Eltern abgereist sind. Nicht einmal begrüßt hat er sie.“

„Aber Charlotte, du bist doch nicht gekommen, weil Heinrich sich schlecht benimmt, das ist doch schon öfter geschehen.“

„Nein, das eigentliche Problem sind seine Freunde. Neuerdings besuchen uns Studenten, die mir nicht recht gefallen wollen. Sie nennen sich „Gruppe zur Wiederbelebung des bewaffneten Kampfes“ und führen extrem radikale Reden über die Möglichkeiten, sich zu bewaffnen und das System nach Art der Rote Armee Fraktion zu bekämpfen.“

Alarmiert sah ich sie an. „Bist du sicher? Heinrich will sich ihnen anschließen? Ich glaube, ich rede tatsächlich mal mit ihm.“

„Würdest du das tun?“, Charlotte strahlte mich an, sie war atemberaubend schön, wie sie da saß und mich mit erst traurigen, jetzt strahlenden Augen ansah.

„Natürlich, ich treffe ihn morgen im Seminar, da verabrede ich mich mit ihm, wir haben uns sowieso lange nicht gesehen, ich schlage mich ziemlich mit meiner Hausarbeit herum, vielleicht kann ich ihn dabei einige Dinge fragen.“

„Deine Hausarbeit? Kann ich dir nicht auch etwas helfen?“

Charlotte galt wie Heinrich als überdurchschnittliche Studentin, die einen guten juristischen Verstand hatte und innerhalb des Systems denken konnte. Erleichtert schilderte ich ihr das Problem, mit dem ich mich herumschlug und tatsächlich öffnete sie mir den Blick für die Lösung des Falles.

7.

„Charlotte hat was?“, entgeistert sah Heinrich Görgen mich an. Auch als erwachsener Student war er ein schöner Mann, der Eindruck des Asiatischen in seinem Gesicht hatte sich eher verstärkt, hohe Wangenknochen, weit auseinanderstehende Augen, die mich jetzt ansahen, unter der hohen Stirn, die die ersten tiefen Falten aufwies.

„Charlotte hat mir von deinen Freunden erzählt, die den bewaffneten Kampf wieder aufnehmen wollen“, antwortete ich so harmlos wie möglich und beobachtete, wie in seinem Gesicht der Ärger mit einer ungeheuren Belustigung kämpfte, die aber schließlich die Oberhand gewann. Görgen brach in sein schallendes Gelächter aus.

„Ja, Rudolf“, noch immer kicherte er und fing zwischendurch immer wieder zu lachen an, „da seid ihr beide aber ganz schön auf dem Holzweg. Die waren tatsächlich mal bei mir zu Besuch, sie hatten mich gefragt, ob wir sprechen könnten, da habe ich sie eingeladen. Aber nein, das sind vollkommene Spinner, die wollen die Welt mit Kampf verändern, das geht doch nie. Ich habe sie nach Hause geschickt.“ Heinrich wurde nun ernst und sah mich finster an:

„Und meine Verbissenheit beim Studium, wie ihr das nennt, gut, da muss ich euch ein paar Sachen sagen. Ihr mit euren reichen Eltern, ihr könnt euch das leisten, mal hier ein Semester in Lausanne, mal da ein bisschen bummeln, ich kann das nicht, ich bekomme Ausbildungsförderung, da sieht man darauf, dass man mir nicht ein Semester zu viel finanziert. Ich muss wohl etwas energischer studieren als ihr.“

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