Die Farbe der Stunde war die gleiche und der größere, schnellere Zeiger, hatte sich kaum bewegt.
Aber das Angeln war schön, wie Blume in Sonne , sagte Jonas zu sich, um seine angenehmen Gefühle zu beschreiben. Er sah dabei seine Tonfigur sehnsüchtig an.
Seiner Zeitreise war Jonas sich, nicht mehr wirklich, bewusst. In seiner tatsächlichen Gegenwart war er immer noch, oder besser wieder, Autist. In seinem Unterbewusstsein hatte sich seine Entdeckun g jedoch, dass er durch die Zeit reisen kann, fest eingegraben.
»Hey Jonas, du warst völlig weggetreten. Ich habe mir schon große Sorgen gemacht. Bist du Ok?«
Jonas fühlte sich, wie in seinen Träumen, in einer anderen Welt. Er nickte trotzdem zustimmend, um seine Mutter zu beruhigen.
Und die Zeit der Menschheit tickt, mit vielen Fragezeichen.
Keywords-Handlung:
Die Wellensteins: Jonas Mutter Edith, Vater Joe.
Zeitreise zurück ins 14te Lebensjahr.
» Jonas komm bitte in die Küche. Es gibt Apfelkuchen!«
Edith zeigte Jonas wieder eine Karte mit Symbolen, um Jonas das Verständnis zu erleichtern, ihn auf die Spur zu bringen. Die Routinen zu entwickeln, die Jonas brauchte, fielen ihr nicht schwer. Die Karten mit den Symbolen hatte sie sich selber angefertigt, im Laufe der Zeit. Das funktionierte damit sehr gut. Oft sagen Bilder mehr als Worte.
Ediths Sternzeichen ist Waage. Ihr zweiter Vorname ist Johanna. Das passte ganz gut zu ihr. Der Name Johanna ist ein biblischer Name, griechisch-hebräischen Ursprungs, abgeleitet vom männlichen Vornamen Johannes. Was soviel bedeutet wie: Gott ist gnädig.
Sie hat einen ausgeprägten Wunsch nach Harmonie und Frieden. Es fiel ihr aber schwer, Jonas und anderen Menschen, Grenzen aufzuzeigen.
Ihre Unentschlossenheit resultierte aber nicht aus Unsicherheit. Sie wollte dadurch zu mehr Harmonie und Gerechtigkeit beitragen.
Als attraktive und elegante Frau fiel ihr das nicht schwer. Als Waage ist sie eben dem Planet Venus zugeordnet. Ein Liebhaber von allem Schönen und Sinnlichen.
Auf der Karte war diesmal ein Geburtstagsapfelkuchen zu sehen, mit einer großen Zahl darauf. Es war die 15. Jonas Merkfähigkeit und sein Gedächtnis für Bilder, ließen keine Frage offen! Er wusste sofort, was das bedeutete. Es gab leckeren Apfelkuchen! Jonas ging gerne mit seinem Sponk und seiner Mutter in die Küche.
Jonas setzte sich auf seinen gewohnten Platz. Die Tonfigur stellte er bedächtig auf den Tisch. Er wollte, dass sein Sponk, an diesem angenehmen Moment, teilnimmt.
»Ich habe deinen Lieblingskuchen für dich gebacken, den du so gerne magst. Viele Nüsse drin, Zimt und Streusel oben drauf, mit den guten Boskoop Äpfeln. Oh, was ist denn das für eine schöne Figur?«
Jonas Mutter betrachtete die Tonfigur einen Moment lang. Edith war nicht besonders erstaunt über die Fertigkeiten ihres Sohnes. Das hatte sie schon so oft erlebt. Edith freute sich vielmehr, dass Jonas daran Spaß empfand.
Dass Jonas etwas mit Freude ausfüllte, wusste sie immer dann genau, wenn er sich mit Dingen länger beschäftigte. Und das tat Jonas sehr ausgiebig, wenn ihm etwas richtig gefiel. Diesmal hatte er, sehr schnell, aus seinem Geburtstagsgeschenk etwas Besonderes gefertigt: Eine Tonfigur. Edith freute sich, dass ihr Geschenk, die Tonerde, so schnell zu einem positiven Ergebnis geführt hatte.
Was Sie jedoch nicht wusste war, dass ihr Jonas damit bereits in die Vergangenheit gereist war, zu seinem längst verstorbenen Vater, zum Angeln am Kupferteich.
»Blume in Sonne, Sponk«, sagte Jonas und sah dabei, wie verliebt, zu seiner Tonfigur auf dem Küchentisch. Seine Mutter wusste sofort, was das bedeutete. Wenn Jonas: Blume in Sonne sagte, wollte er zum Ausdruck bringen, dass ihm etwas sehr gefiel. Seine Gefühle direkt aussprechen fiel ihm schwer, zumindest in seiner Ursprungsverfassung: Seiner Gegenwart, seinem 15ten Geburtstag, der 5. April im Jahre 2015.
Das Radio in der Küche spielte gerade: Red House over yonder , von Jimmy Hendrix . Das Radio hatte Jonas Mutter immer an. Sie hörte gern Musik. Sie war, bei Jonas Geburtstag heute, 43 Jahre alt. Sie gehörte zur Generation X, die ihren Phantasiegeschichten und Lebensträumen nachgingen und Schreckensvisionen von einem möglichen Atombombenkrieg hatten.
Sie fing an ein wenig zu tanzen. Ihre Gedanken waren in ihrer Jugendzeit. Sie erinnerte sich an die Zeit, als sie noch richtig jung war. Sie dachte daran wie sie, frisch verliebt, mit Joe, dem Vater von Jonas, im Urlaub war.
Sie fuhren mit einer Ente , dem gelben Citroën 2CV4, nach Frankreich an die Atlantikküste, nach Mimizan. Das hatte unendlich lange gedauert. Die Ente hatte nur 17 PS, aber schön war es, besonders wenn die Sonne schien und das Verdeck offen war.
Ach, war das eine tolle Zeit, mitten in einem Pinienwald hatten wir gecampt. Auf den Wellen, des tosenden Atlantik, wunderbare Bodysurfings gemacht. Wäre das schön, wenn mein Mann noch leben würde , seufzte sie in Gedanken.
Jonas war mit seinem Kuchen beschäftigt. Man sah es ihm an, dass er so gerne Apfelkuchen aß. Jonas betrachtete seinen Sponk und sah in seinen Erinnerungen den Apfelkuchen, den er bei seinem letzten Geburtstag bekommen hatte. Der Apfelkuchen, seines 14ten Geburtstag war etwas anders. Er sah es genau vor sich. Seine Mutter hatte ihn ohne Streusel sondern mit Zuckerguss oben drauf gebacken.
Der war auch sehr, sehr lecker. Jonas dachte weiter intensiv an seinen vorherigen Geburtstag und an den Apfelkuchen, den es da gab.
Er umfasste seinen Sponk und verspürte wieder diese wohlige Wärme, die ihn angenehm umschloss. Das helle Licht umgab ihn erneut. Jonas fühlte sich leichter und leichter. Er schloss seine Augen und verließ seine derzeitige Raumzeitdimension.
»Jonas, du bist heute 14 Jahre alt geworden«, hörte er plötzlich seine Mutter sagen. Edith irrte sich da unbewusst. Jonas war als 15 Jähriger an seinem 14´ten Geburtstag aufgetaucht. Jonas öffnete seine Augen und sah einen Apfelkuchen, mit Zuckerguss oben drauf, genau der, an den er eben noch gedacht hatte.
Das gibt es doch nicht! Ich bin schon wieder in einer anderen Zeit aufgewacht , bestaunte Jonas seine neue Situation. Jonas Augen hatten einen direkten Blickkontakt zu seiner Mutter. Das machte er sonst nie so deutlich.
»Was hast du denn da für eine schöne Tonfigur«, fragte seine Mutter,
»Wo kommt die denn her?«
Edith konnte sich nicht erinnern, Jonas so eine Figur geschenkt zu haben. Sie kannte ihre Zukunft ja nicht, noch nicht! Jonas überlegte, was er sagen könnte, wie er reagieren sollte. Er fühlte sich anders als sonst. Wie bei der Begegnung mit seinem Vater, entschied sich Jonas, erst einmal, eine gewohnte Situation herzustellen.
»Sponk«, antwortete Jonas, gewohnt knapp und kurz.
Jonas überlegte sehr genau, was er machen sollte. Er konnte Edith ja nicht so abrupt mit seinen Zeitsprüngen konfrontieren.
»Zimmer«, sagte er zu seiner Mutter. Edith wusste immer, was dass zu bedeuten hatte. Jonas will in sein Zimmer gehen.
»Willst du denn deinen Kuchen gar nicht probieren?«, erwiderte Edith besorgt.
»Zimmer«, wiederholte Jonas noch mal mit Nachdruck.
»Na, dann geh. Ich bewahre den Kuchen für dich auf. Vielleicht möchtest du den leckeren Apfelkuchen ja später essen. Es ist auch recht früh zum Kuchen essen.«
Jonas nahm seinen Sponk und ging in sein Zimmer. Er betrachtet seine Atlanta Wanduhr. Es war 10.11 Uhr. Der kleine Zeiger stand auf dunkel Lila, der große auf dunkel Gelb.
Jonas setzte sich an seinen Tisch und betrachtete weiter seine Uhr. Wieso habe ich so eine Kinderuhr in meinem Zimmer? Ich bin 15 Jahre alt und nicht 6 oder 7! Jonas war empört .
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