Dr. Jens-Michael Wüstel - Das Corona-Trauma

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Die Virus-Pandemie wird Spuren hinterlassen. Auch in unseren Seelen. Angst und Trauer sind schon jetzt – während der Krise – überall spürbar. Wut und Verzweiflung werden folgen. Corona traumatisiert eben nicht nur durch die direkte Infektion, sondern auch durch die seelischen Belastungen. Und erstmals seit der Spanischen Grippe ist zeitgleich fast die gesamte Welt betroffen. Akut werden sehr viele Menschen an den seelischen Folgen der Pandemie leiden. Hunderttausende (nicht nur Infizierte) könnten langanhaltende, posttraumatische Störungen davontragen.
Und dennoch gibt es Hoffnung. Je früher Betroffene die Zusammenhänge erkennen, je früher sie Anzeichen einer Traumatisierung an sich bemerken, desto besser können relativ einfache Verfahren die Seele in ihrer Selbstheilungskraft unterstützen. Dieses Buch hilft, die Frühwarn-Symptome einer überlasteten Psyche zu verstehen und zu deuten. Und es hilft, für jede(n) ein persönliches Akut-Programm zu entwickeln, das die innere Stabilität fördert und auf die Herausforderungen der nächsten Jahre vorbereitet.

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Was ist also anders beim CASS? Warum können wir Corona-assoziierte, seelische Störungen nicht einfach zu Folgen einer „ganz normalen“, traumatischen Erfahrung erklären und entsprechend behandeln? Zunächst einmal ist anzumerken, dass Viruserkrankungen für Laien nur schwer zu verstehen sind. Deshalb wirken sie besonders bedrohlich, ja fast unheimlich. Wie können biologische Partikel, die für sich selbst nicht lebensfähig und nochmals sehr viel kleiner als Bakterien sind, dem Menschen überhaupt so gefährlich werden? Warum kommt es in den letzten dreißig Jahren zu stärkeren genetischen Veränderungen bei Viren und zum Überspringen vom Tier zum Menschen? Wo im Körper greifen diese Partikel an? Warum gibt es keine Gegenmittel wie Antibiotika?

Der Gegner ist für uns zudem unsichtbar. Dieser Umstand des unbemerkten Anschleichens und Überraschens triggert Urängste an. Wasser, Wind, Beben, Raubtiere u.ä. „spüren“ wir unmittelbar, und die Folgen ihrer Wirkung/ihres Angriffs begreifen wir. Hingegen werden wir von Corona eher unbemerkt überfallen. Im ersten Moment merken wir nicht einmal, dass der „Gegner“ uns bereits gepackt hat. Schon diese Überlegungen zeigen deutlich, dass die Corona-Krise unsere bisherigen Abwehr- und Bewältigungsstrategien überfordert bzw. sogar umgeht.

Schon das Bedrohungsgefühl ist eine direkte, seelische Folge des Coronavirus. Es gibt Menschen, die sich bereits krank fühlen, obwohl sie gar nicht infiziert sind. Angst und Sorge verursachen nämlich Leid. Und sehr quälend ist dabei das Empfinden, dass unsere Mitmenschen – von denen wir uns doch Unterstützung, Zuspruch und Trost erwarten – dann sogar zu (potentiellen) Widersachern werden. Meine Bedürfnisse werden scheinbar von anderen missachtet: Ich möchte ja getestet werden. Aber es gibt zu wenig Tests… Ich will doch sicher gehen, dass ich im Notfall versorgt bin. Aber die intensivmedizinischen Pflegeplätze sind begrenzt… Ich brauche Dinge des täglichen Bedarfs. Aber die Regale sind ausgeplündert…

Unser Unterbewusstsein gaukelt uns vor, wir seien von Konkurrenten (oder gar Feinden) umgeben. Von ihnen scheint schließlich die Gefahr auszugehen (Infizierte, Hamsterer etc.). Das Virus entsteht schließlich nicht einfach in uns. Nein, wir werden von anderen angesteckt! Hier wirken mehrere Kräfte in uns, die stark belastend sind.

Von Natur aus möchten wir anderen Menschen vertrauen und verlassen uns darauf, dass jede(r) im sozialen Gefüge eine Aufgabe erfüllt. Schwächeren wollen wir grundsätzlich helfen. Nun sind jedoch gerade diese Schwachen (die Infizierten und vor allem unerkannt Infizierten) eine Bedrohung für uns und unsere Familie. Die Psyche steht damit vor einem großen Dilemma, muss sie hier doch eine enorme Überwindungsarbeit leisten, damit wir – im wahrsten Sinn – gesellschaftsfähig bleiben. Wir beginnen abzuwägen, ob und mit wem wir in Kontakt treten. Und zwar auf die eher misstrauische Weise. Je länger ein solcher Zustand dauert, umso mehr laufen wir Gefahr, dass sich die Kompensations- und Regenerationskräfte der Seele erschöpfen. Wenn der Wunsch nach sozialer Zugehörigkeit lange unerfüllt bleibt, kann es zu allen Arten einer Deprivation kommen. Wir fühlen uns ausgegrenzt und ausgestoßen. Bei manchen Menschen brechen sich unkontrollierte Affekte Bahn, andere ziehen sich zurück. Schließlich kann sogar die Solidargemeinschaft zerbrechen oder fragmentieren. Dann gibt es nur noch Starke und Schwache, Gewinner und Verlierer, Skrupellose und Rücksichtsvolle.

Eine dritte Besonderheit des CASS ist – wie bereits angedeutet - die gleichzeitige Wirkung auf mehreren Ebenen. Es verletzt uns sowohl körperlich als auch seelisch. Es wirkt auf allen Makroebenen der Gesellschaft und auf der Mikroebene des Individuums: Das Virus kann körperlich krank machen. Und vielleicht gibt es sogar schwere, unbekannte Folgeerkrankungen. Es dringt in uns ein und wirkt somit (psychologisch) ähnlich wie sexualisierte Gewalt. Denn es verletzt ein Tabu, es überschreitet eine Grenze, stört die Integrität. Gegen unseren Willen nimmt etwas Besitz von uns. Damit wird unser Dasein bedroht. Infizierung war zu allen Seiten auch gleichbedeutend mit Unreinheit. Wir laufen (gefühlt) Gefahr, verstoßen zu werden. Und schließlich stört CASS unser gesamtes, soziales Gefüge. Einfachste Formeln (die uns unseren „Platz“ zuweisen) gelten plötzlich nicht mehr: Status, Urlaub, Geld, Arbeitsplatz, Altersvorsorge, Wohnen. Alles kommt auf den Prüfstand. Dabei sind wir doch soziale Wesen. Und plötzlich sind wir am sichersten, wenn wir uns allein in der Wohnung verschanzen. Wir wollen Kontakt, aber die Isolation ist die gebotene Option. Solche Paradoxien müssen seelisch erst mühsam verarbeitet werden. Sie werden unser künftiges Zusammensein empfindlich stören.

Zusammenfassung:

Das CASS (Corona-assoziierte Stress-Syndrom) wirkt auf vielen Ebenen und stört psychische Funktionen erheblich. Es ist insofern ein neuartiges Syndrom, da gleichzeitig das individuelle Vertrauen (und Urvertrauen) und die körperliche sowie seelische Unversehrtheit angegriffen werden. Zudem versagen die in uns angelegten Regulationsmechanismen, und grundlegende, soziale Normen werden in Frage gestellt. Das CASS bezieht einen Teil seiner Wirkkraft aus den (für die Psyche) unlösbaren Paradoxien, die es selbst verursacht.

1.2 Chaos im Kopf

Belastungen führen immer zu Anpassungsreaktionen. Auch die Seele versucht, das Erlebte einzuordnen. Corona wird als bedrohende Erkrankung erlebt. Was also fühlen wir? Warum reagieren wir auf eine (für uns) so typische Weise? Wahrscheinlich kennen Sie das Phänomen. Die eine kaut Nägel, der andere wippt mit den Füßen oder nestelt an Hemdknöpfen herum. Was wir da beobachten, sind Entlastungsreaktionen, die bei kleineren oder größeren Belastungen auftreten können. Solche Stress-Erlebnisse können ganz alltäglich sein: Ärger mit Kollegen, Streit mit dem Partner, Zeitdruck. Es ist jedoch auch denkbar, dass wir in eine Situation massiver Bedrohung und Hilflosigkeit geraten. Traumatische Erlebnisse sind für den Organismus – Körper und Geist – immer ein maximaler Stress. Es kommt zu einem Gefühlschaos in uns. Da wir Chaos nicht verstehen können, reift in uns schnell der Wunsch, sich „über etwas klar zu werden“. In den Schilderungen der Patienten fallen dann oft die Worte „Chaos“, „unklar“, „Durcheinander“ und „Ordnung“:

Diese Corona-Sache hat ein totales Durcheinander in meinem Kopf verursacht. Ich habe große Schwierigkeiten, mir über meine Empfindungen klar zu werden. Eben denke ich noch daran, was ich einkaufen sollte, dann mache ich mir Sorgen über meine Eltern, die im Pflegeheim betreut werden. Dann kommen die Kinder, und ich werde wütend, weil sie mich beim Putzen stören. Nachdem ich laut wurde, habe ich sofort Schuldgefühle. Und nach einer Stunde ist die Einkaufsliste immer noch nicht fertig. Noch nie war es in mir so chaotisch.

Leider treten bei vielen Menschen, die seelisch belastet sind, auch körperliche Symptome hinzu. Die Psyche wälzt quasi einen Teil ihrer Last auf den Körper ab. Ein solches Warnzeichen müssen Sie unbedingt ernst nehmen. Später verselbständigen sich Körperzustände oft. Sie sind dann eine Art Sondermülldeponie. Und schwer zu entsorgen.

Ich bin jetzt im Home Office. Ich kann aber nur die Hälfte meiner Arbeit auf diese Weise machen. Also habe ich viel Zeit. Ich dachte, dass ich endlich dazu komme, Schuppen und Garage aufzuräumen. Garten und Tapezieren wären auch noch dran. Und plötzlich bekomme ich Magenschmerzen, fühle mich schlapp und müde. Mein Hausarzt sagt, es ist eine Stressgastritis. Dabei habe ich doch gar keinen Stress, ich wollte nur aufräumen.

Dieser Patient zeigt gleich zwei typische Mechanismen, die während starker Belastungen auftreten können. Erstens ist er in einer Situation, in der er mehr Zeit hat. Vielleicht für sich? Aber dann sucht er sich gleich neue (ablenkende) Beschäftigungen. Zweitens zieht seine Seele die Notbremse, als es zu viel wird. Der Stress (den er gar nicht bewusst wahrnimmt) führt zu einer schmerzhaften Entzündung an der Magenschleimhaut, die den Patienten zur Ruhe zwingen soll. Leider führte dies zu weiteren Sorgen. Er befürchtete „etwas Schlimmes“ und ließ weitere Untersuchungen durchführen. Als die Befunde negativ waren, wollte er „es erst einmal nicht glauben.“ Eine solche Verkörperlichung seelischer Symptome nennen die Fachleute Somatisierung. Nach der Corona-Krise werden wahrscheinlich sehr viele Menschen an derartigen Störungen leiden.

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