Frank Solberg - DIE TRAURIGKEIT DER LÖWEN

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Die bittersüße Geschichte von Lena und Matthias:
"Der Weg ist das Ziel", sagte sie. "Lass uns losmarschieren und
sehen, wie weit wir kommen und wohin es uns verschlägt."
Zwei eigenwillige, leidenschaftliche Charaktere begeben sich auf eine
gemeinsame, von Zweifeln, familiären Altlasten und gesundheitlichen
Katastrophen begleitete Reise.

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„Wie wirst du behandelt?“

„Die Krankheit ist nicht heilbar, das ist ein schleichender Prozess, der verläuft mehr oder minder schnell und sehr unspezifisch. Man kann heutzutage die Symptome lindern, den Zustand stabilisieren und das Fortschreiten herauszögern. Nach einem Schub kriege ich temporär Kortison und Mitoxantron , meistens als Fusion. Ansonsten nehme ich täglich zwei Tecfidera , damit komme ich gut zurecht, kleine Nebenwirkungen ausgenommen. Daneben treibe ich Sport in der Muckibude, gehe zur Krankengymnastik und übe mich in Yoga und Meditation, aber eher halbherzig, das ist nicht meins. Ich bin viel zu rappelig, und mir schlafen im Lotussitz die Beine ein. Jedenfalls sind Frequenz und Schwere der Schübe bisher erträglich und, toi-toi-toi, ich habe noch keine bleibenden Schäden davongetragen. Der Behinderungsgrad pendelt zurzeit zwischen 2,5 und 3 auf einer Skala von 0 bis 10 Punkten.“

„Das ist gut“, sagte ich. „Hast du psychologischen Beistand oder besuchst du eine Selbsthilfegruppe?“

„Wozu? Die Seelenklempner erzählen dir immer das Gleiche: Arbeiten sie nicht so viel, Vermeiden sie Stress, werden sie ruhiger, nehmen sie sich Freiräume und sofort. Nur Plattitüden, wie du wirklich damit fertig wirst, sagt dir plattheitkeiner. Und eine Selbsthilfegruppe? Die kennen doch bei ihren Zusammenkünften nur dieses eine Thema, das brauche ich erst recht nicht.“

„Und wie ist dein Ex-Mann damit umgegangen?“

„Das ist ein Kapitel für sich. Ich glaube, er ist mit meiner OP, den Nachwirkungen und meinen körperlichen Aussetzern nicht klargekommen. Eine Zeit lang haben meine Hormone gesponnen, ich war praktisch von heute auf morgen in der Menopause, mit den gängigen Begleiterscheinungen: Hitzewallungen, Stimmungsflauten, trockene Haut und dergleichen. Das passte wohl nicht in sein Frauenbild, aber das ist Spekulation. Er wollte nie darüber reden und hat alle Gesprächsversuche abgeblockt.“

„Mit Verlaub, aber warum hast du eine solche Arschgeige geheiratet?“

„Als ich ihn kennenlernte war er nicht so. Extrovertiert und herrisch, ja, aber nicht so verbiestert und impertinent. Wir waren lange ein ordentliches Gespann. Wann genau das Verhältnis gekippt ist, kann ich dir nicht sagen, es tröpfelte so vor sich hin, und auf einmal war der Cut da.“

„Nimm mir nicht übel, wenn ich noch mal nachhake, auch wenn es mich nichts angeht. Hattet ihr nach deiner OP Probleme mit dem Sex oder so …? Oder bin ich dir zu indiskret?“

Meine unkultivierte Neugier war ihr zu meiner Erleichterung nicht unangenehm. „Was euch Männer so interessiert“, erwiderte sie. „Und ob das indiskret ist, aber die Frage liegt auf der Hand. Es soll ja vorkommen, dass nach so einem massiven Eingriff nichts mehr geht. Glücklicherweise haben sie meinen Maschinenraum wieder restauriert, alles formschön und voll funktionsfähig, so wie vorher. In dieser Hinsicht war der Operateur ein Genie. Der Vorteil ist, ich menstruiere nicht mehr und muss nicht mehr verhüten.“ Sie hüstelte süffisant. „Anfänglich hat es arg geklemmt, allerdings soll es neben Beischlaf noch andere Praktiken geben, der Mensch hat ja zwei Hände. Außerdem hat es nach vier Monaten wieder geflutscht, aber auch im Bett hat nur der große Anführer entschieden, wann, wie und wo es langgeht. Er war ein Stoßstürmer, ein Vollstrecker: rein in den Strafraum, Schuss, Tor, fertig. Mein Elfmeter war ihm schnurz und in der Nachspielzeit ist er eingepennt.“ Sie winkte ab. „Alles Schnee von gestern, die Gegenwart zählt, und die ist beschi… bescheiden genug.“

„Und jetzt will dieser Gentleman das alleinige Sorgerecht erstreiten, in dem er dem Gericht weismacht, dass du nicht in der Lage bist, die Zwillinge zu versorgen.“

„Exakt. Er will einen Antrag auf alleiniges Sorgerecht aus Gründen des Kindeswohls stellen, es gibt da im Bürgerlichen Gesetzbuch entprechende Paragrafen. Er meint, ich sei nur noch ein halber Mensch und führt sich auf, als wenn MS übertragbar wäre. Für den war ich schon als Ehefrau eine Fehlbesetzung und als Mutter bin ich nicht mehr tragbar. Meinen Eltern gegenüber hat er sogar behauptet, dass ich einen unsteten Lebenswandel führe und mich herumtreibe. Alles Nonsens, ich gehe ab und zu auf ein Bier mit meinen Arbeitskollegen, aber einen anderen Mann habe ich seit hundert Jahren nicht mehr angeschaut.“

„Einen schlechten Lebenswandel muss er dir doch nachweisen, und das kann er nicht.“

„Er wird es vorbringen, da schwöre ich drauf, und damit mixt er einen verheerenden Cocktail.“

Den Falten unter ihrem Blondschopf hatten sich mittlerweile zwei weitere hinzugesellt, kleine, senkrechte Striche, direkt über der Nasenwurzel, die auf tiefe Besorgtheit hindeuteten. „Für ihn bin ich Freiwild, er treibt mich regelrecht vor sich her. Diesem Dauerclinch bin ich nicht mehr gewachsen, und ich möchte einfach nur weglaufen, dabei muss ich doch stark sein.“

„Damit darf er nicht durchkommen“, sagte ich. „Seine Persönlichkeitsstörungen sind doch nichts, was ihn dazu prädestiniert, Kinder aufzuziehen.“

„Meine Anwältin sieht das auch sehr gelassen, aber ich kenne ihn mehr als jeder andere. In der Tagesklinik haben sie ihn mit Selbstbewusstsein derart vollgepumpt, dass er meint, er hätte alles und jeden im Griff. Er ist der King, jede Kritik ist Majestätsbeleidigung. Er gibt den unbesiegbaren Zampano, er hat den Größten, den Dicksten und den Längsten. Tatsächlich bekommt diese Mogelpackung nichts auf den Pinn, wenn man davon absieht, dass er blindwütig alles kaputthaut. Lügen, verdächtigen und verleumden kann er wie kein Zweiter.“

„Du bist doch nicht auf den Mund gefallen. Warum wehrst du dich nicht?“

„Wie denn? Ich bin dünnhäutiger und nicht so abgewichst wie er. Gegen diese Art von Bosheit und Rücksichtslosigkeit habe ich kein probates Mittel, und das weiß er.“ Sie atmete tief ein und aus. „Unabhängig davon, wie es ausgeht, das Tragische ist, dass es wieder Tumulte und Turbulenzen gibt, unter denen letzten Endes die Zwillinge zu leiden haben. Davor habe ich Angst, und davor, dass es wieder Schübe verursacht, denn das spielt ihm in die Karten.“

Ich konnte Lenas Ängsten nachfühlen, aber wie hätte ich Trost spenden können, und wollte sie überhaupt getröstet werden? Mir lag auf der Zunge, ihr zurückzumelden, dass sie auf mich einen gefestigten Eindruck machte, unbeschadet des kleinen Verzweiflungsausbruchs. Es gibt jedoch Situationen, in denen kannst du mit Reden mehr krummbiegen, als sich mit Schweigen wieder begradigen lässt. Gleichwohl fragte ich: „Kann ich etwas für dich tun?“

„Ja, halt mich noch ein wenig fest.“ Sie blinzelte, als wolle sie ein paar aufkommende Tränchen verscheuchen. „Das tut mir gut. Ich habe ein Berührungsdefizit, Körperkontakt ist für mich das A und O.“

Als ihre Stirn sich wieder glättete und Anzeichen der Entspannung über ihr Gesicht huschten, wusste ich, dass das Schlimmste überstanden war.

„Warum erzähle ich dir das bloß alles?“, fragte sie und sah mir in die Augen. „Wir kennen uns doch kaum, sonst bin ich Fremden gegenüber nicht so redselig.“

„Ich bin nicht fremd, wir haben immerhin die letzte Nacht unter einem Dach verbracht. Und, wenn ich mich nicht täusche, dann mögen wir uns oder will ich mir das nur einbilden?“

„Nein, das ist keine Einbildung. Es kommt mir so vor, als wenn ich dich schon lange kenne. Darüber hinaus hast du mich schon in Unterwäsche gesehen und meine Brüste bestaunt, das verbindet.“

„Danke für dein Vertrauen, aber ist denn da sonst keiner, mit dem du mal quatschen kannst? Was ist mit deiner Schwester oder mit einer Freundin?“

„Meine Schwester Katharina lebt in Stuttgart, Marke Oberlehrerin, die hat Haare auf den Zähnen und trägt mir bis heute eine Jugendsünde nach. Dann ist da Carla, meine beste Freundin, klar, wir reden viel, aber die ist noch verpeilter als ich und wird schon mit ihren eigenen Problemen nicht fertig. Die hat auch so einen Schwachmaten an der Backe, Rekordhalter im Seitensprung, der betrügt sie mit jeder, die nicht bei Drei auf dem Baum ist. Der hat sogar mich angebaggert, und er hat seine Annäherungsversuche erst eingestellt, als ich ihm eine reingehauen habe. Carla ginge es besser, wenn sie ihn los wäre.“

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