Gerald Uhlig - Der charmante Nihilist

Здесь есть возможность читать онлайн «Gerald Uhlig - Der charmante Nihilist» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Der charmante Nihilist: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der charmante Nihilist»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

"Der charmante Nihilist" ist eine Sammlung verschiedener Kurzgeschichten, die ich im Laufe der Jahre geschrieben habe. Im Buch sind zudem einige meiner Kunstwerke zu sehen, die ich auch in meiner Galerie im Café Einstein Unten den Linden Berlin ausstelle.

Der charmante Nihilist — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der charmante Nihilist», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Dame im roten Kostüm Ich weiß nicht wie ich den Tod in meinem voll gepackten - фото 8

Dame im roten Kostüm

„Ich weiß nicht, wie ich den Tod in meinem voll gepackten Terminkalender unterbringen soll“, sagt die Dame Europa beim europäischen Wirtschaftstreffen in Brüssel. „Ich bin eine junge Frau, trage ein rotes Kostüm, eng anliegend, so dass alle meine weiblichen Formen die männliche Welt um mich herum aufteilen. Ich habe mein Lächeln aufgemalt. Ich studiere und fresse aus allen Bereichen Wissen in mich hinein, um in allen Einzelheiten zu verstehen, wie die Macht, das Leben, die Physik, Hedgefonds und die Liebe funktionieren. Ich wollte Teil des Systems werden, im Glauben, es nach meinen Vorstellungen bedienen oder verändern zu können. Welch ein Irrglauben! Und was kümmert mich die Nachwelt, hat sich denn die Nachwelt je um mich gekümmert? Das Leben in Europa ist doch so: Wenn die anderen sagen, ich sei gut, dann fühle ich mich gut. Sagen die anderen, ich sei eine Versagerin, weil ich zum Beispiel meine Haushalte nicht im Griff habe, dann fühle ich mich auch als eine Versagerin. Das Klima der Konkurrenz und die Angst vor Zurückweisung sind wohl die wichtigsten Gründe für ein glatt gebügeltes Europa-Ich. Mein Vater überlegt sich mit seinen 58 Jahren gerade, was er eigentlich einmal werden möchte. Das ist seine Lebenslogik. Aber die Alltagslogik in den Ländern Europas ist ein ganz anderer Kosmos. Zum Beispiel sind die meisten Ehen Hinrichtungen, die über Jahre vollstreckt werden. Ich führe zum Glück keine Ehe – weder in Italien noch in Frankreich, noch in Griechenland – und so bin ich weiter eine sehr positiv gestimmte junge Frau. Für mich gibt es kaum hoffnungslose Situationen, solange man sie nicht als solche akzeptiert. Ich versuche zusammenzuhalten, was auseinander strebt. Ich will die Quantentheorie mit der Gravitationstheorie unter einen Hut bringen, weil ich immer denke, ich sei ein Denkwunder. Meine ständigen Ideen sind die Energien hinter meinem Denken, sie sind das Feuer meines Glaubens. Meine Worte sind die Zeichen meiner Ideen, aber bedenken sie meine Herren, die Zeichen sind nicht die Dinge selbst. Ideen sind nichts besonderes. Viele haben unzählige Ideen. Ideen gehen im Kopf ein und aus und wenn man Glück hat kommt davon letztlich nur eine durch. Und die muss Wirklichkeit werden. Das ist die Kunst, darauf kommt es an. Die Idee muss in die Köpfe der vielen Leute, nur dann kann sie sich in Geld verwandeln. Und Geld, mein Freund, hat nur einen Zweck: Sich die Massen und alle, die sich gegenseitig mit Dummheit anstecken, von sich fern zu halten. Damit das Gehirn besser arbeitet, muss man sich in der richtigen Umgebung aufhalten. Ohne Konzentration gehen wir verloren in Europa, wir kommen in unseren Gefühlen abhanden, im schnellen Unterbewussten, in der schnellen Intuition. Die Wenigsten sind es gewohnt, scharf nachzudenken. Immer wieder fallen wir Verzerrungen und Wahrnehmungsfehlern anheim. Gefühle sind das Unglück für Europa. Durch sie wird die Idee aussterben. Wenn ich meine Gedanken im Schatten der Sonne baumeln lasse, habe ich eine ganz gute Gehirnzeit mit mir. Im Gehirn ist es wie im Leben: Erfolg hat, wer die besten Verbindungen knüpft! Geistig ungezügelte Völlerei unseres Denkorgans mit zu vielen, falschen und unwichtigen Informationen lasse ich heute nicht mehr bei mir zu, denn das Gehirn muss wie jedes andere Organ die Dinge verdauen und braucht seine Regeneration. Bevor ich wieder Businesspläne für die europäischen Banken mache, denke ich im Kaffeehaus über unser Blut bei einem Glas Rotwein nach. Im Blut liegt die Wahrheit, im Blut liegt das große Geschäft: Ist es ein Junge oder Mädchen? Gesund oder krank? Für die Dechiffriermaschinen in den Genlabors ist das Erbmaterial zu einer leichten Lektüre geworden. Die Zeiten sind zu Ende, in denen gesunder Nachwuchs eine Gnade und ein behindertes Kind ein hinzunehmendes Schicksal war. Endlich ist das Erbmaterial zu einer leichten Lektüre geworden. Wir werden noch viel Geld damit verdienen, nicht nur in Europa!“

Eine komplexe Welt will Heimat Zuhause ist wo deine Geschichte beginnt Wo - фото 9

Eine komplexe Welt will Heimat

Zuhause ist, wo deine Geschichte beginnt. Wo dein Gehirn langsam ins Wachstum gerät. Wo die vielen fremden Eindrücke, die aus deiner Umwelt stammen, Stück für Stück zu deinem eigenen Selbst vernetzt werden, bis in deinem Gehirn dein Geschichtenerzähler schlüssige Interpretation der Wirklichkeit liefert. Es ist das Selbst, das nach Orientierung im unendlichen Kosmos sucht, einen Halt, eine Idee von Heimat, von Wiedererkennen, vom Geruch der mütterlichen Geborgenheit. Wir schaffen uns aus diesen Bedürfnissen Realitäten, um uns selbst zu beruhigen, so wie es auch der Autor mit diesem Text tut. Einen Hafen in der Zeit brauchen wir, damit unsere Lebensreisen halbwegs gelingen. Wenn Kinder keinen sicheren Ausgangspunkt hatten, von dem aus sie aufbrechen konnten, keinen liebevollen Bezugspunkt, keinen Ort der Beruhigung, dann kann es auch keine gute Reise werden, denn alle unsere Reisen benötigen Mut und Neugier, Offenheit und Geist. Wir müssen dafür unsere Mutmaschine in Gang setzen und üben, üben, üben, täglich, um diese innere Gelassenheit zu erreichen, die für Reisende so lebensnotwendig ist. Der Kamin ist ein Synonym für Zuhause. Er bringt das wärmende Feuer mit der Erde zusammen, aus der wir alle gemacht sind und zu der wir alle wieder werden. Für viele ist Zuhause die Höhle, das Zimmer, wo man sich geborgen und sicher fühlt, das Haus mit einer Gemeinschaft, eine Welt von bunten Gesprächen, voll von Verständnis und Freundlichkeiten. Da meine Familie eine zerstrittene war, Angst eine häufige Begleiterin in meinem Leben, wurde die Idee einer häuslichen Geborgenheit zu etwas elementar-sehnsüchtigem in meinem Leben. Ich war ständig hin und her gerissen, ja zerrissen in Heimweh und Fernweh.

Da mein kindliches Zuhause oder ein Heimatgefühl nie so in meinem inneren Fundus vorhanden war, musste ich diese Sehnsuchtsräume in meinem Leben ständig neu erfinden. Endlich einen Platz in der Welt zu haben war Kern und Ausgangspunkt all meiner Betätigungen. So begann ich Kunst zu machen, um ein Zuhause zu (er)finden. Ich war süchtig nach Orten, wo es keiner Sicherheit bedurfte, weil es nichts gab, vor dem man sich fürchten oder verstecken musste.

„Heimat sind die Menschen, die wir verstehen und die uns verstehen. (Max Frisch)

Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl...(Herbert Grönemeyer)

Heimat ist da, wo ich verstanden werde und verstehe. (Karl Jaspers)

Home is where my computer is. (Graffito)“

Mache ich meine Vorstellung von Heimat zu einem Satz, so würde dieser lauten:

Mein Zuhause liegt in den Augen meiner Tochter Geraldine. Wo Kopf und Sinne gefordert werden, ist auch mein Zuhause. Wo mein Denken gemeinsam mit anderen nach wissenschaftlichen wie poetischen Lösungen fahndet, da ist mein Zuhause. Da die Natur kein Zuhause für uns Menschen bietet, in dem wir überleben könnten, muss man es sich schaffen, muss es sich konstruieren. Letztlich sind Heimat, Zuhause, Religion oder Philosophie nichts als Tricks, uns eine verständliche, erklärbare und begreifbare Welt zu erschaffen. Manchmal aber kommt ein wenig Glück und ein Stück Geborgenheit ganz einfach daher und man spricht plötzlich im Kaffeehaus mit dem Menschen hinter der Maske und man erkennt, dass man selbst entscheiden kann, ob das eigene Leben ein Riss in der Zeit ist oder ein Baum, zu dessen Krone man hin gewachsen ist. Dank der Gravitationskraft, des geduldigen Staub- und Klumpensammelns, erwuchs aus dem Zufallskrümel Erde doch allmählich eine Kugel von erheblicher Attraktivität. In ihr, der Heimat von uns Menschen, können wir aber immer nur beginnen, nie vollenden. Dazwischen liegt unser wahres, kurzes und kollektives Zuhause. Aus diesem Grunde ziehe ich meinen Gedankenworten die Tintenkleider aus, so sehe ich ihre nackten Körper, die genau wie alle anderen Angst und Hoffnung vor ihren Schwächen und Gebrechlichkeiten haben. Alles, was in unseren Weltbildern und Bewertungen herum kreist, seien es Heimat, Religion, Philosophie, Wissenschaft, all diese Dinge sind bloße Geschichten, die wir uns erzählen und aus denen wir Trost und Glauben beziehen. Erklärungsmodelle für unser Dasein sozusagen. Aus diesen Geschichten, von den Göttern bis zu den klugen Maschinen, ist unser Bewusstsein, unser „Ich“ entstanden: aus zufälligen Weltbildern in einer zufälligen Welt. Unser „Ich“ ist unser Zuhause, unser „Ich“ ist ein Märchen, welches das Gehirn sich selbstständig immer weiter erzählt. Da jeder Mensch seine eigene Märchenrealität hat, müssen wir, um miteinander klarzukommen, Realitäten haben, die sich überschneiden. Die Vorstellungen von „Zuhause“ oder „Heimat“ sind solche Realitäten oder besser: ausgedachte Hirnleistungen. Unser Gehirn ist süchtig nach Gewohnheiten. Neue Straßen, neue Vernetzungen in ihm anzulegen ist immer Schwerstarbeit. Egal, welcher Nationalität wir angehören, alle sehnen wir uns nach Dauer in einer sich immer schneller veränderten Welt. Nach einer Heimat. Nach einem Zuhause. Meine Heimat ist Wolkenheim.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Der charmante Nihilist»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der charmante Nihilist» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Der charmante Nihilist»

Обсуждение, отзывы о книге «Der charmante Nihilist» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x