Andreas Zenner - GMO

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Das Ehepaar Cielo und Heinrich Gerstone leidet unter einer rätselhaften Kinderlosigkeit. Blauäugig gerät Cielo in die Mühlen der ärztlichen Diagnostik und Behandlung bis hin zu einer künstlichen Befruchtung. Heinrich währenddessen wird durch das Tagebuch seines Großvaters mit der hässlichen Vergangenheit seiner deutschstämmigen Familie konfrontiert. Er erfährt von der schrecklichen Schuld, die sein Großvater auf sich geladen hat und die bis ins Leben von Heinrich hineinreicht.
Zu allem Überfluss stolpert Cielo in eine Genverschwörung, die schnell politische Dimensionen annimmt und die für die junge Frau zur existenziellen Bedrohung wird. Nach und nach offenbart sich ein weltweites Komplott, dessen menschenverachtende Ideologie schon vor Jahrzehnten ihren Ausgang nahm.
Hilflos müssen die Gerstones zusehen, wie ihr Glück Stück für Stück zerfällt. Es beginnt ein verzweifelter Kampf der beiden um ihre Liebe.

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Ich bin klein

Mein Herz ist rein

Soll niemand drin

Wohnen als du allein

Gegen Mittag verspürte er Durst in der ausgetrockneten Kehle. Halb von Sinnen wankte er in die Küche, öffnete den Kühlschrank, wollte sich ein Glas Milch nehmen. Es gab keine Milch, außer ein paar aufgeweichten Tortillas starrte ihn nur gähnende Leere an. Nicht einmal einen Apfel konnte er finden. Er nahm einen Schluck aus der Wasserleitung, benetzte das verweinte Gesicht. Die Stunden vergingen und Heinrich wartete. Einmal tönte der Türgong, der Junge öffnete nicht. Erstarrt saß er, wartete und wartete.

Gegen Abend kam der Vater. Sein Gesicht aschgrau und eingefallen, der Gang schleppend und schwer.

„Ist sie tot?“

Der Vater nickte stumm, schloss den Sohn in die Arme. Sie hatten keine Tränen mehr, pressten sich aneinander und fanden darin keinen Trost. Die Nacht dämmerte herauf, hüllte das Haus in blaue Schatten, als sich der Vater los machte.

„Hast du etwas gegessen?“ Heinrich schüttelte den Kopf. Der Vater öffnete eine Dose Hot Dogs. Sie aßen sie kalt. Dann brachte der Vater ihn ins Bett.

„Wir müssen jetzt stark sein, mein armer Junge.“

Er saß bei ihm, zusammengefallen, bis Heinrich eingeschlafen war. Irgendwann in der Nacht hörte er den Vater im Arbeitszimmer schluchzen. Er fand nicht die Kraft zu ihm zu gehen. Wie hätte er ihn auch trösten können, wo er doch selbst Trost so nötig gehabt hätte.

In dieser Nacht begann er, immer wenn er sich einsam und verlassen fühlte, den Daumen in den Mund zu stecken und daran zu saugen. Und er war oft alleine. Diese Angewohnheit hatte er bis heute beibehalten. Als der Vater es später einmal entdeckte, nannte er Heinrichs Daumen belustigt: Trösterchen.

Die Beerdigung fand an einem nassgrauen Montag statt. Dicke Regenwolken hingen über der Bay, aus denen ein leichter, durchdringender kalter Nieselregen auf die Trauernden fiel. Heinrich klammerte sich an die Hand des Vaters. Stumm schritten sie hinter dem einfachen Fichtenholzsarg her. Die Rosen und die weißen Lilien des Bouquets hingen vom Regen schwer herab. Ab und zu tropften ein paar dicke Wasserperlen aus den Blütenkelchen, dann wippten die Lilien leicht mit den Köpfen. Der Pfarrer sprach ein paar Worte, segnete den Leichnam und der schlichte Sarg tauchte in das schwarze Loch aus feucht schimmernder Erde. Vater und Sohn traten an das offene Grab, warfen Margerittensträußchen ins Dunkel, eine Schaufel Erde, die auf den Deckel des Sarges prasselte. Die wenigen Trauergäste drückten ihnen still die Hand ehe sie im Schutz der aufgespannten Regenschirme zurück ins Trockene ihrer Autos flüchteten. Eine Frau, die Heinrich nicht kannte, grell geschminkt, drückte ihn an ihren Busen. Er mochte sie nicht. Sie trug ein aufdringliches Parfüm. Dann war alles vorüber.

„Wir verlassen jetzt unsere Reiseflughöhe und setzten zur Landung in Dallas an“, tönte es blechern aus dem Bordlautsprecher.

„Bitte schnallen Sie sich an und klappen Sie die Tische hoch. Bringen Sie Ihre Sitze in eine aufrechte Position.“

Heinrich barg das Bild der Eltern in seiner Brusttasche. Die junge Stewardess mit dem berufsmäßigen Lächeln schritt durch die Reihen, kontrollierte die Anschnallgurte.

„Geht es Ihnen gut?“, erkundigte sie sich zu Heinrich gewandt.

„Alles in Ordnung“, antwortete er mit gepresster Stimme, voll quälender Erinnerungen.

Auf dem Airport herrschte hektisches Treiben. Menschen hasteten durch die weiten Gänge, schwere Rollkoffer hinter sich her ziehend. Lautsprecheransagen quäkten durch die Hallen. An den Check-in-Schaltern lange Schlangen ungeduldiger Reisender. Heinrich konnte sich Zeit lassen. Sein Anschlussflug würde erst morgen in aller Frühe aufgerufen. Die ganze Nacht im Wartesaal zu verbringen, dazu verspürte er nicht die geringste Lust, also nahm er ein Zimmer im Flughafenhotel. Wenigstens ein paar Stunden Schlaf wollte er sich gönnen. Er kaufte bei Burger King einen Whopper, kaute lustlos darauf herum und spülte mit einer Pepsi nach. Das war nicht nach seinem Geschmack. Er dachte an die Garnelen, die Cielo heute bereiten wollte. Die rote klebrige Sauce tropfte ihm über die Finger. Es war laut und zugig in der Halle, von draußen schwappte das Dröhnen der startenden und landenden Maschinen herein. Zwischen all den hin und her hetzenden Menschen fühlte sich Heinrich alleine, sehr alleine. Er rief seinen Halbbruder an, teilte ihm kurz seine Ankunftszeit am nächsten Morgen mit. In Montgomery plante er einen Mietwagen zu nehmen, um unabhängig zu bleiben, sich eine Fluchtmöglichkeit offen zu halten, sollte es gar zu unerträglich werden. Was könnte so schauderhaft werden, fragte er sich im Stillen. Die Stiefmutter mit ihrer aufdringlichen Art, der Halbbruder mit seiner Bande schreiender und unerzogener Kinder, oder vielleicht der Vater selbst? Ihre letzte Begegnung klebte Heinrich noch immer im Gedächtnis wie ein ausgelutschter Kaugummi. Sie waren im Streit auseinandergegangen, wie fast immer. Vater, der alte Choleriker, hatte einmal mehr herumgeschrien, ihn einen undankbaren, nichtsnutzigen Sohn geschimpft. Und Heinrich titulierte seinen Vater als alten Säufer, der nicht mehr im Stande sei einen klaren Gedanken zu fassen. Augenblicklich tat ihm sein unkontrollierter Wutausbruch leid. Er schaffte es nicht sich zu entschuldigen. Wortlos trennten sie sich, jeder mit seinem Groll, seiner tiefen Verletzung, die nicht das Geringste mit der auslösenden Situation zu tun hatte.

Sein Bruder bestand darauf, ihn vom Flughafen abzuholen. Heinrich versuchte es mit einer Ausflucht, die kam irgendwie halbherzig herüber und so willigte er schließlich gequält ein. Er fühlte sich als sei er in einem Käfig gefangen aus dem es kein Entrinnen gab. Jetzt war er darauf angewiesen, mit seinem Halbbruder zu fahren, oder mit einem anderen Familienmitglied. Im Stillen hoffte er, wenigstens ein paar Augenblicke alleine mit dem Vater verbringen zu können. Ob das unter diesen Umständen möglich wäre, daran zweifelte er. Er ahnte, möglicherweise könnte dies die letzte Gelegenheit sein. Heinrich haderte mit sich. Wieder einmal hatte er nachgegeben, gegen seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse gehandelt. Warum nur passierte ihm das immer wieder? Hing es mit dem frühen Tod der Mutter zusammen? Wie sehr sie ihm fehlte, begriff er erst mit den Jahren. Doch dieses Sinnieren machte keinen Sinn. Cielo gab ihm nie das Gefühl er handle falsch. Sie war überhaupt eine wunderbare Frau. Automatisch griff er in die Tasche, fischte sein Handy heraus, um sie anzurufen. Er sehnte sich nach ihrer warmen weichen Stimme. Sie verstand es wie sonst niemand ihn mit wenigen Worten zu trösten. Da ähnelte sie der Mutter. Das Telefon läutete lange, Cielo hob nicht ab. Vielleicht hörte sie das Klingeln nicht, schlief schon, doch nein, dazu schien es zu früh. Besuchte sie eine Freundin? Oder war sie gar ins Kino gegangen? Heinrich fühlte sich mutterseelenallein. Ein Gefühl, das er verdammt gut kannte und das ihn sein Leben lang begleitete. Immer in schwierigen Situationen spülte seine Seele diese grenzenlose, dunkle und abgrundtiefe Einsamkeit nach oben. Obgleich es hierfür selten einen Anlass gab. Es lief alles reibungslos in seinem Leben. Zu glatt. Manchmal beschlich ihn eine bange Furcht, vor etwas Namenlosem, Grausamen, einem plötzlichen Schicksalsschlag. Er konnte diese Urangst nicht benennen, doch sie war da, verstärkte sich in letzter Zeit noch.

„Was spinnst du dir wieder für einen Blödsinn zusammen“, versuchte er die düsteren Gedanken zu verscheuchen. Doch so einfach ging das nicht. Heinrich schüttelte unwillig den Kopf. Um sich abzulenken bummelte er durch die Boutiquen, stöberte im Buchladen. Er fand nichts, was ihn interessierte. Müde und unzufriedenen warf er sich auf das Bett und schaltete, um sich zu beruhigen, einen Pornokanal ein. Er brauchte Sex wie andere Menschen ihren täglichen Morgenkaffee. Den Weckdienst hatte er für 5:00 Uhr bestellt. Sein Flug nach Montgomery startete als einer der ersten. Bald fiel er in einen fiebrigen Schlaf, den Daumen im Mund. Angstträume peinigten ihn die halbe Nacht. Im Traum begegnete er der Mutter, doch jedes Mal wenn er sie ansprach, oder umarmen wollte, zerstob ihr Bild im wabernden Nebel. Mehrmals wachte er schweißgebadet auf, versuchte sich mit einem Glas kalten Wassers zu beruhigen, bevor er wieder in seinen unerfrischenden Schlaf sank. Am Morgen wälzte er sich schlaftrunken aus dem Bett. Er hatte vergessen, den Rasierapparat einzupacken und er musste unrasiert zum Frühstück. Er trödelte mit Brötchen und Kaffee so lange herum, dass er, als er sich endlich aufraffte, sich als letzter durch den Einstieg der Boeing 737 quetschte. Außer Atem ließ er sich in den Sitz fallen. Er wollte ein wenig Schlaf nachholen, doch seine Gedanken entführten ihn erneut in die Vergangenheit. Er tastete nach dem Bild in seiner Brusttasche und nahtlos knüpfte er an die Ereignisse nach dem Tod der Mutter an.

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