Andreas Zenner - GMO

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Das Ehepaar Cielo und Heinrich Gerstone leidet unter einer rätselhaften Kinderlosigkeit. Blauäugig gerät Cielo in die Mühlen der ärztlichen Diagnostik und Behandlung bis hin zu einer künstlichen Befruchtung. Heinrich währenddessen wird durch das Tagebuch seines Großvaters mit der hässlichen Vergangenheit seiner deutschstämmigen Familie konfrontiert. Er erfährt von der schrecklichen Schuld, die sein Großvater auf sich geladen hat und die bis ins Leben von Heinrich hineinreicht.
Zu allem Überfluss stolpert Cielo in eine Genverschwörung, die schnell politische Dimensionen annimmt und die für die junge Frau zur existenziellen Bedrohung wird. Nach und nach offenbart sich ein weltweites Komplott, dessen menschenverachtende Ideologie schon vor Jahrzehnten ihren Ausgang nahm.
Hilflos müssen die Gerstones zusehen, wie ihr Glück Stück für Stück zerfällt. Es beginnt ein verzweifelter Kampf der beiden um ihre Liebe.

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In dieser Zeit lernte Heinrich Krankenhäuser zu hassen und er hatte es bis heute geschafft, keines mehr zu betreten. War einer seiner Freunde krank, erfand er rasch eine Ausrede, um ihn nicht im Hospital besuchen zu müssen.

Keiner wollte ihm sagen was seiner Mutter fehlte. Bis zu jenem Abend, als er ein Telefongespräch des Vaters belauschte. Sein Vater dachte, er läge längst im Bett und schliefe, doch Heinrich konnte nicht schlafen, wie so oft in den vergangenen Wochen. Er stand heimlich auf, um sich in der Küche ein Glas Wasser zu holen. Als er im Dunklen die Treppe hinunter tappte, hörte er aus dem düsteren Wohnzimmer die Stimme seines Vaters. Er wusste nicht mit wem er telefonierte, konnte auch nur einige wenige Brocken verstehen. Was er hörte, jagte ihm kalte Schauer über den Rücken.

„Brustkrebs“, hörte er die Diagnose, mit der er damals nichts anfangen konnte.

„Totaloperation, rechts.“

„Nein, die Achsellymphknoten sind auch befallen. Ja, sie bekommt Chemotherapie, aber die schlägt nicht an.“

Die erstickte Stimme des Vaters wurde undeutlich und so sehr sich Heinrich anstrengte, er konnte von dem Gespräch nichts mehr aufschnappen. Als der Vater später mit schweren Schritten die Treppe hinauf stapfte, fand er Heinrich weinend auf dem Treppenabsatz sitzend, das Gesicht in den Händen vergraben. Der Junge schluchzte, doch kein Laut kam über seine bebenden Lippen. Erschrocken setzte sich der Vater neben den schmächtigen Sohn, legte den Arm um seine Schultern. Sie saßen in der Dunkelheit, schwiegen in ihrer Trauer und keiner vermochte den anderen zu trösten.

„Stirbt Mutter?“, flüsterte Heinrich schließlich. Der Vater zuckte hilflos mit den Schultern.

„Ich weiß es nicht“, krächzte er heiser. Heinrich ahnte, seine schlimmsten Befürchtungen würden wahr werden.

„Warum?“ Auf diese Frage gab es keine Antwort.

„Du musst jetzt sehr stark sein, Heinrich“, flüsterte der Vater unter Tränen. Heinrich barg den Kopf an der Brust des Vaters und beide hielten sich, weinend, eng umschlungen. Nach einer endlosen Zeit des Schweigens, des Weinens, nahm der Vater Heinrich sanft auf den Arm und trug ihn zurück in sein Bett.

„Du musst schlafen“, meinte er. „Ich bleibe bei dir bist du eingeschlafen bist.“ Erst weit nach Mitternacht fielen Heinrich die Augen zu. Lautlos schlich der Vater aus dem Raum, schlurfte ins Wohnzimmer und goss sich einen Bourbon ein. Mit dem randvollen Glas in der Hand saß er im Lehnstuhl, starrte in die furchterregende Dunkelheit. In dieser Zeit fing der Vater an zu trinken.

Mutter kam nicht mehr nach Hause. Das letzte Mal als Heinrich sie besuchen durfte, lag sie, bis auf die Knochen abgemagert, in den weißen Kissen. Ihr seltsam kahler Kopf glänzte in der Sonne, die Augen noch größer als sonst, schon ermattet, blickten liebevoll auf ihr Kind. Ihr Atem ging schwer, ihre Brust hob und senkte sich unter Anstrengungen. Der Arm, der kraftlos neben ihr auf dem Bett lag, übersät von blauen Flecken. Die Schläuche waren gezogen. Ab und zu nahm die Mutter etwas Sauerstoff aus einer Maske, die über die Nase gespannt war. Sie wollte etwas sagen, doch ihre Stimme war zu schwach. Eine Schwester kam, nahm Heinrich an der Hand, führte ihn aus dem Zimmer und brachte ihn in die Wachstation, wo sie ihm einen Orangensaft anbot.

„Lass deinen Vater ein wenig mit deiner Mutter alleine“, sagte sie begütigend. „Er kommt gleich.“

„Ich will zu meiner Mutter“, weinte Heinrich leise.

„Das geht nicht.“

Sie lockte den Jungen mit einem Lutscher. Er bedankte sich artig, doch er rührte die Schleckerei nicht an. Hilflos vertiefte sich die Frau in ihren Krankenakten.

Im Lauf der nächsten Woche kam eine dicke Mexikanerin ins Haus, Dolores. Sie hatte ein breites freundliches Gesicht und gute fleischige Hände. Sie kümmerte sich um die Küche und putzte das Haus. Sie passte auf Heinrich auf, wenn er nach der Schule mit dem Mountainbike nach Hause geradelt kam. Ab und zu drückte sie ihn an ihren gewaltigen Busen, seufzte und radebrechte in schlechtem Englisch:

„Armes Jungchen, komm ich mach dir was Leckeres zu essen.“

Jeden Abend nahm sie die Fähre zum Broadway Pier, stieg am America Plaza in die Straßenbahn und fuhr zurück nach Tijuana, wo ihre Familie wohnte. Ein oder zweimal schleifte sie Heinrich mit, doch der fühlte sich zwischen den vielen quirligen Kindern nicht wohl, kam sich wie ein Fremdkörper vor in der lauten und fröhlichen Familie. Dolores unternahm keinen weiteren Versuch, den Jungen aus seinem trostlosen Umfeld herauszureißen.

Das Siechtum der Mutter zog sich hin. Der Vater war nicht mehr ansprechbar. Schweigend mit gesenktem Kopf ging er morgens zur Arbeit, schweigend kehrte er abends aus den Flugzeugwerken zurück, in denen er als Ingenieur an der Entwicklung neuer Düsenflugzeuge arbeitete. Stumm nahmen sie das Nachtmahl ein. Über die Mutter sprachen sie nie, zu sehr steckte die Angst in ihnen. Mit knappen stockenden Worten berichtete der Vater von seinen täglichen Besuchen im Krankenhaus. Sobald Heinrich zu Bett gegangen war, zog sich der Vater in das Arbeitszimmer zurück. Er trank mehr als ihm gut tat. Immer öfters fand ihn Heinrich morgens dort, eingeschlafen, den Kopf auf der eichenen Schreibtischplatte liegend, daneben umgekippt die leere Flasche Bourbon. Ein dünner eingetrockneter Speichelfaden hing in seinem Mundwinkel.

An einem Dezembermorgen gegen 5:00 Uhr schrillte das Telefon. Heinrich schrak hoch, tappte schlaftrunken zum Apparat, hob ab. Es war das Krankenhaus.

„Kann ich deinen Vater sprechen?“, fragte eine männliche Stimme. Heinrich rüttelte den Vater an der Schulter, bekam ihn kaum wach.

„Das Krankenhaus“, rief er wieder und wieder voller Panik. Schließlich zerrte er den Benommenen ans Telefon. Endlich öffnete der Vater die Augen, sah ihn mit glasigem Blick an.

„Ich komme“, lallte er mit gebrochener Stimme in den Hörer. Fahrig schlüpfte er in seine Hose. Heinrich stand zitternd daneben. Angst umkrampfte sein kleines Herz.

„Du musst heute nicht in die Schule“, krächzte der Vater. „Warte auf mich.“

Heinrich hörte die Tür ins Schloss fallen, hörte den Motor des Wagens aufheulen, dann war er alleine. So alleine wie noch nie in seinem Leben. Betäubt stand er im Flur, unfähig auch nur ein Glied zu rühren. Nicht einmal Tränen hatte er mehr, die waren alle geweint.

Nun war es also geschehen, dachte er. Seine Mutter war tot. Er hatte es erwartet, wie sein Vater und trotzdem konnte und wollte er es nicht glauben, klammerte sich bis zuletzt an das kümmerliche Fünkchen Hoffnung. Gleichzeitig, und er schämte sich es einzugestehen, war er erleichtert. Erleichtert, dass die Qual ein Ende gefunden hatte. Zu grauenvoll war die Anspannung der letzten Wochen für ihn. Das Wechselbad zwischen Hoffnung und tiefster Verzweiflung. Jedes Mal, wenn es der Mutter ein wenig besser ging, hatten sie gebangt: endlich, endlich sei alles überstanden, war die teuflische Krankheit besiegt. Nur um am nächsten Tag umso mutloser einen erneuten Rückfall beobachten zu müssen. Eine zu große Last für einen kleinen Jungen. Der Vater konnte ihm keine Hilfe sein, der vergrub sich in seinem Schmerz, sah den Sohn schon lange nicht mehr. Heinrich setzte sich, im Schlafanzug, mit bloßen Füßen auf die Fließen im Gang und wartete. Im Haus Totenstille. Der Lärm des anbrechenden Tages drang nicht zu ihm. Nicht einmal weinen konnte er und das erschreckte ihn am meisten. Dolores hatte sich heute frei genommen, so dass der Junge in seiner brennenden Einsamkeit gefangen blieb, aus der ihn niemand retten konnte. Irgendwann hörte er auf zu denken, saß nur da, betäubt, sprachlos, traurig und vor Kälte zitternd. Die Zeit stand still. Er versuchte sich die Mutter vorzustellen und bemerkte erschreckt, ihr Bild begann sich bereits aufzulösen. Er konnte sich nicht mehr klar an sie erinnern. Ihre Gesichtszüge wurden unscharf, die Gesten, die Stimme, alles verschwamm im blutigen Nebel seines Schmerzes. Er fühlte sich schuldig, schwor sich sie nie, nie zu vergessen. In seiner Herzensangst floh er ins Schlafzimmer der Mutter, warf sich auf das gemachte Bett. Es war immer gemacht, obwohl die Mutter schon lange nicht mehr darin lag. Das Bettzeug duftete schwach nach der Mutter. Da kamen ihm, mit der Erinnerung die Tränen. Aus der Tiefe seines gequälten Herzens strömten sie aus ihm heraus. Endlos schien ihr Fluss. Er schämte sich nicht, spürte nicht wie das Laken feucht wurde. Es blieb still im Haus, totenstill. Schatten wanderten durch das Schlafzimmer, ein leichter Wind blähte die Vorhänge. Heinrich fror obwohl es draußen warm war, er fühlte es nicht. Seine Einsamkeit wurde grenzenlos und sie würde es bleiben, lange Zeit. Gerne hätte er nach der Mutter gerufen, doch er erkannte die Nutzlosigkeit dieses Versuchs. Er setzte flüsternd an, allein das Wort „Mutter“ kam ihm nicht über die Lippen. Er faltete die Hände zum Gebet, doch auch ein Gebet fiel ihm nicht ein. Nur ein Kindervers, den die Mutter vor dem Einschlafen mit ihm gesprochen hatte.

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