Andreas Zenner - GMO

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Das Ehepaar Cielo und Heinrich Gerstone leidet unter einer rätselhaften Kinderlosigkeit. Blauäugig gerät Cielo in die Mühlen der ärztlichen Diagnostik und Behandlung bis hin zu einer künstlichen Befruchtung. Heinrich währenddessen wird durch das Tagebuch seines Großvaters mit der hässlichen Vergangenheit seiner deutschstämmigen Familie konfrontiert. Er erfährt von der schrecklichen Schuld, die sein Großvater auf sich geladen hat und die bis ins Leben von Heinrich hineinreicht.
Zu allem Überfluss stolpert Cielo in eine Genverschwörung, die schnell politische Dimensionen annimmt und die für die junge Frau zur existenziellen Bedrohung wird. Nach und nach offenbart sich ein weltweites Komplott, dessen menschenverachtende Ideologie schon vor Jahrzehnten ihren Ausgang nahm.
Hilflos müssen die Gerstones zusehen, wie ihr Glück Stück für Stück zerfällt. Es beginnt ein verzweifelter Kampf der beiden um ihre Liebe.

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Die Wochen danach konnte Heinrich dem Vater kaum in die Augen blicken, und die spöttischen Blicke Michelles quälten ihn. Meist hockte er stumm am Mittagstisch, antwortete nur das Nötigste auf ihre Fragen und fühlte sich so verlassen wie lange nicht mehr in seinem kurzen Leben. Dabei sehnte er sich nach den nie gekannten zärtlichen Berührungen. Der Vater in seiner blinden Verliebtheit bemerkte es kaum. Fragte er den Sohn etwas Belangloses, schoss Heinrich die Röte ins Gesicht.

„Vielleicht ist er verliebt“, stichelte Michelle und lächelte vielsagend.

Zwei Monate später zog Michelle in das Haus in der Tolita Avenue. Sein Vater schien überglücklich, doch Heinrich litt sehr. Er verbarg seinen Kummer, das hatte er seit dem Tod der Mutter gut gelernt. Ab und zu an einem sonnigen Nachmittag schwang er sich auf sein Mountainbike und radelte zum Friedhof. Am Grab der Mutter legte er ein paar Blumen nieder, die er im Garten gepflückt hatte, dabei weinte er bitterlich.

Heinrichs erste sexuelle Erfahrungen führten dazu, dass er sich fast zwanghaft den halbwüchsigen Mädchen in seiner Klasse zuwandte. Er ging mit ihnen in die Nachmittagsvorstellung des Kinos, legte seine Hand verstohlen auf ein nacktes Knie. In seiner ungelenken Art versuchte er, die eine oder andere zu küssen, jedoch endeten diese Annäherungsversuche meist beschämend. Er wurde ausgelacht, wenn nicht, noch schlimmer, eine Ohrfeige auf seiner Wange brannte.

Die Stimmung blieb aufs Äußerste gespannt und Heinrich vermied es, wo immer er nur konnte, seine Tage zuhause zu verbringen, lieber schrieb er sich für alle möglichen Kurse ein. Ein Außenstehender hätte meinen können, der Junge entwickle einen besonderen Ehrgeiz, doch in Wirklichkeit war sein Fleiß nichts anderes als eine hilflose Flucht. Gewiss lernte Heinrich eine Menge und er war einer der Besten in seinen Kursen. Allein auch der größte Ehrgeiz reichte nicht aus, seine innere Leere, seine Verzweiflung, sein unbewusstes Suchen nach Liebe zu stillen. Selten nur musterte ihn der Vater verstohlen von der Seite. Er bemerkte wie sein Sohn heranwuchs, ein wenig zu ernst, ein wenig zu verschlossen. Doch er wagte es nicht, ihn anzusprechen. Ab und zu legte er fürsorglich den Arm um die Schultern des schmächtigen Jungen. Dann spürte Heinrich einen Kloß der in der Kehle würgte und gewaltsam unterdrückte er die Tränen, die aus seinem Innersten nach oben drängten.

Der Vater und Michelle lebten seit geraumer Zeit zusammen und die drei hatten sich mehr schlecht als recht arrangiert. An einem schönen Sonntagnachmittag saßen sie auf der Terrasse, beobachteten die weißen Segel auf dem Meer, tranken Kaffee und aßen Blaubeermuffins. Die Sonne schien warm und Heinrich fühlte sich seit langer Zeit wieder behaglich. Der vorherige Abend mit Susan hatte ihm keine Abfuhr beschert und noch immer spürte er ihre weichen Lippen, die sie ungeschickt auf die seinen gepresst hatte.

„Heinrich“, hob der Vater an, „wir müssen dir etwas sagen.“

Eine düstere Vorahnung überfiel Heinrich, er schluckte und wartete geduckt wie ein Hund, auf den gleich eine Serie von Hieben niederprasseln würde.

„Wir werden heiraten“, sagte der Vater, als sei es das Selbstverständlichste von der Welt, dabei nahm er Michelles Hand und blickte sie zärtlich an. Heinrich hatte es geahnt, gefürchtet. Nun war es ausgesprochen.

„Was sagst du dazu?“, wollte der Vater wissen.

„Was soll ich dazu sagen, und was würde es ändern“, antwortete der Junge trotzig.

„Ich denke dabei an dich, sieh mal, Michelle könnte sich um dich kümmern.“

„Hat sie bis jetzt nicht getan“, wollte er sagen, doch er verschluckte die zornigen Worte rasch. Stattdessen saß er mit gesenktem Kopf, er sah den Vater nicht an, er sah Michelle nicht an. Unbehagliches Schweigen entstand.

„Wir dachten du freust dich“, mischte sich die Frau ein, „du könntest Mutter zu mir sagen.“

„Niemals, niemals, ich habe eine Mutter und die ist tot“, stieß Heinrich hervor. Er sprang heftig auf, so dass sein Stuhl mit lautem Gepolter umfiel, stürzte wortlos in sein Zimmer. Dort warf er sich schluchzend auf sein Bett. Die beiden folgten ihm nicht, sahen sich betreten an.

„Lass ihm Zeit, er wird sich daran gewöhnen“, meinte der Vater. Doch Heinrich gewöhnte sich nicht daran. Hatte er gehofft durch sein abweisendes Verhalten den Entschluss der beiden torpedieren zu können, sah er sich getäuscht. Die Hochzeit fand an einem Sonnabend statt. Pflichtschuldigst wohnte Heinrich der Zeremonie bei. Im ganzen Haus wimmelte es von übertrieben lustigen, lauten Gästen. Michelle hatte ihre ganze Südstaaten-Verwandtschaft eingeladen. Eine Ansammlung locker gekleideter Menschen, die sich etwas einbildeten auf ihre Vorfahren die auf Seiten der Konförderierten im Sezessionskrieg gekämpft hatten. In diesem Kreis zählte nur die Familie bei der wenigstens ein männliches Mitglied gefallen war. Sie prahlten mit ihrem Reichtum als Baumwollfarmer, ihren Feldern die bis zum Horizont reichten. Heinrich erschienen sie hochnäsig und was er auf den Tod nicht leiden konnte, waren die vielen tätschelnden Gesten, denen er ausgesetzt war. Michelle blühte in der Gesellschaft auf, sie tänzelte zwischen den Gruppen hin und her, lachte laut und machte den Eindruck einer Frau, die endlich ihr Ziel erreicht hatte. Als sie Heinrich entdeckte, zog sie ihn an sich und sie ließ es sich nicht nehmen den Jungen jedem ihrer vielen Vettern und Basen vorzustellen.

„Das ist mein Heinrich“, flötete sie.

„Ich bin nicht dein Heinrich“, knurrte er wütend. Sie überhörte seinen Protest. Er musste unzählige Hände schütteln, nichtssagende Worte mit nichtssagenden Menschen wechseln, schon wurde er zum nächsten Grüppchen gezerrt. Sein Vater lehnte mit einigen Männern, die breitkrempige Hüte trugen, an der Bar und Heinrich sah aus den Augenwinkeln, er hatte mehr getrunken als ihm gut tat. Er wirkte nicht glücklich. In einem günstigen Augenblick, Michelle hatte den klammernden Griff um sein Handgelenk etwas gelockert, entkam er. Er verdrückte sich in die Küche, wo seine mexikanische Nanny Hors d’œuvres herrichtete. Platten gefüllt mit Lachsforellenfilets mit Sahnemeerrettichhäubchen, rot glasierte Truthahnbrüste mit goldglänzenden kleinen Maiskolben. Dazwischen alle Sorten von Obst, Trauben aus Mendocino, Äpfel aus dem Joaquin Valley, daneben eingelegte Artischocken und die kalifornische Spezialität gebackene Knoblauchzehen. Auf der Anrichte standen Platten mit mexikanischen Leckerbissen wie Burritos und knusprige Empanadas, dazwischen saftige Kaktusfeigen in Anislikör. Als Dolores Heinrich erblickte, der verloren in der Tür stand, ließ sie die Arme sinken.

„Mein armes Jungchen“, seufzte sie und drückte ihn an sich. „Das wird schon“, meinte sie begütigend. Heinrich zweifelte daran. Er schlich in sein Zimmer, legte sich im Anzug aufs Bett und starrte die Decke an. Im allgemeinen Trubel vermisste ihn niemand. Eingelullt durch das Stimmengewirr, die Musik, schlief er ein. Er erwachte mitten in der Nacht, wie spät es war wusste er nicht, die Gäste waren gegangen. Heinrich lag noch immer bekleidet auf dem Bett. Als er sich ausgekleidet hatte und ins Bad huschen wollte, hörte er den Vater und Michelle heftig streiten. Lautstark warfen sie sich Schimpfwörter an den Kopf. Der Vater hatte zu viel getrunken. Mit lallender Stimme beschuldigte er Michelle mit einem anderen Mann geflirtet zu haben. Bekümmert schlüpfte Heinrich zurück unter die Decke. Michelle und seine Mutter waren gegensätzlich wie Feuer und Wasser. Er vermisste die Mutter, die immer sanft und zärtlich zu ihm war, die nie ein lautes Wort über die Lippen brachte.

Knapp ein Jahr später wurde sein Halbbruder geboren. Ein fettes kleines Kind, das ununterbrochen schrie und an dem Michelle mit einer wahren Affenliebe hing. Sie nannten ihn Robert Eduard, nach dem berühmten Südstaatengeneral der Sezessionskriege. Und tatsächlich zeigte der Kleine im Laufe seiner Entwicklung ein herrisches Gehabe, welches Heinrich auf den Tod nicht ausstehen konnte. Mit dem Familienleben stand es nicht zum Besten. Vater und Michelle gerieten immer öfters in Streit, der Vater konnte die Ansprüche seiner jungen Frau nicht befriedigen. Heinrich fand ihn wieder öfters über einem Glas Whiskey brütend im Arbeitszimmer. Er sah müde aus und verloren. Es schmerzte ihn in der Seele, den Vater so elend zu sehen, doch er konnte ihm nicht helfen. Er selbst besuchte inzwischen die University of California in San Diego, hatte sich für ein Architektur-Studium entschieden. Nicht von ungefähr, denn durch seine Leidensgeschichte war es ihm eine Herzenssache geworden, in seinem Leben etwas aufzubauen, etwas Festes, im Boden Verankertes, das Halt gab und Schutz, in dem man sich geborgen fühlen konnte. Seine Dozenten sagten von ihm, das Talent wäre ihm wohl in die Wiege gelegt worden. Es machte ihm Freude, klar abgegrenzte Räume zu entwerfen, funktionelle Abläufe zu gestalten und in Zeichnung und Modell umzusetzen.

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