Draußen machte man bisweilen ein Feuer und dann löschte man es mit einem Fuß Pumpe die Wasser aus Eimern verspritzte.
Das aber übten die Buben auch. Sie sammelten Holzwolle, Lattenkisten und Papier auf dem Wochenmarkt, Junka organisierte Streichhölzer und dann machte man in den Feldern mit den Sandgruben Feuer und löschte es. Dass mit den Gasmasken ging ja nicht.
Und dann hieß es das mehr Kinder evakuiert werden sollten. Essen hieß es sei schwer zerbombt, weil da eben Krupp als Ziel mitten in den Wohnhäusern liege, und deshalb wurde Frauen und Kinder in sogenannte Bomben-freie Zonen gebracht.
Donna Clara arbeitete jetzt nicht mehr auf dem Wochenmarkt, sondern in einer Fallschirm-Seidenspinnerei, denn die meisten Gemüsehändler verkauften am Haus und im Hinterhof, es gab nicht mehr so eine Auswahl und der Preiskampf fand nicht mehr statt. Es war Krieg. Sie brachte weiße Fadenreste auf Pappspulen mit nach Hause und stickte damit Muster und Borten für dunkle Kleider. Das wirkte ganz toll, und deshalb betrieb sie bald damit einen schwunghaften Handel der auch zur Verbesserung des Haushalts beitrug. Ihr war es immer möglich an Dinge heran zu kommen die anderen Mitmenschen unerreichbar oder gar unnütz erschienen. Das brachte neue Freunde und neue Bekanntschaften.
Immerhin: Es war Krieg! Mit Lebensmittelkarten, Schlange stehen, Einberufungsbefehlen und Todesanzeigen in den Zeitungen von diesem und Jenen der gefallen war für Führer, Volk und Vaterland. Kinder sangen: „Lumpen, Stumpen, Pariser Numero vier, alles dieses sammeln wir. ….. für Herrmann!“ Und noch einmal von vorn!
Es gab Kunsthonig zu kaufen. Etwas Süßes das entfernt im Aussehen an Honig erinnerte, furchtbar süß und dickflüssig war, wofür man Zuckermarken abgeschnitten bekam. Rübenkraut, die Lieblingsspeise vieler Kinder, gab es auch zu kaufen. Donna Clara bück einen Honigkuchen aus Roggenmehl mir Rübenkraut und Kunsthonig und schickte so einen Kastenkuchen regelmäßig an Wadeck nach Russland. Der schickte Kilopäckchen, das war die obere Grenze, mit zugelöteten Blechdosen und bestem Sonnenblumenöl, denn er war ja als Maurer bei einer Organisation und da wurde eben organisiert. Das Sonnenblumenöl floss dick aus der Dose heraus und war köstlich. Unverfälschte Natur. Allerdings mit einer durchschlagenden Verdauungswirkung, deshalb sparsam im Gebrauch.
Die Familie hielt zusammen Am Heiligabend kam Wadeck seinen Weihnachtsurlaub zu Hause zu verbringen. Zu der Zeit gab es für Urlauber ein sogenanntes „Führer-Paket“, und das brachte Wadeck unter anderem mit aus Russland. Seine Kriegsbeute bestand aus einem französischen Wachmantel der fast bis auf den Boden reichte. Den wollte Donna Clara gelegentlich auftrennen, dass man davon andere Kleidungsstücke schneidern konnte. Schneider Schimmelsack nähte daraus eine fantastische kurze Hose die Junka immer zur Uniform anzog. Zwar braun in der Farbe aber sehr strapaziös.
Arthur kam damit an und machte Junka „den Mund wässerig“. Der Dranschack stelle wieder einen Transport Kinderlandverschickung zusammen. Nach Bayern. Junka fragte zwar, aber Donna Clara war mit anderen Dingen beschäftigt, und Wadeck war schon wieder in Russland. Also ging Junka mit Arthur zu einer Untersuchung und dann kam man der Sache näher, denn es ging darum Kinder vor den Bombenangriffen zu schützen. Aber so hart waren die Angriffe noch nicht. Es war Krieg dazu gekommen mit Dänemark und Norwegen. Warum wusste man nicht so genau.
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.