Leo Abt - Der Score

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In einer nahen Zukunft, das Scoring aller Bürger ist Wirklichkeit geworden, üben die Algorithmen der Auskunfteien eine subtile Herrschaft über die Menschen aus. In diesem Umfeld kämpft der ehemalige Richter Schönherr um eine gute Schule für seine Nichte Lisa, für die er seit dem Tod des Bruders sorgt. Als Lisa aufgrund ihres desolaten Scores von der Schlossberg Academy abgelehnt wird, sieht Schönherr keinen anderen Ausweg, als ihr Leben in die Hände der Score-Optimierer zu legen.

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»Ihr Schreiben vom -«, Schönherr zog das ausgedruckte Einschreiben der Schule aus der Innentasche seines Sakkos und tat, als müsse er den Brief kurz überfliegen, um sich seinen Inhalt ins Gedächtnis zu rufen. Dann legte er das entfaltete Blatt Papier wie ein Beweisstück auf den Tisch und sagte: »Das Schreiben enthält keinerlei Gründe für Ihre Entscheidung. Vielleicht können Sie mir helfen, das besser zu verstehen?«

Der Schulleiter bedankte sich für die Frage und verzog gleichzeitig das Gesicht, als habe er große Bauchschmerzen.

»Wir können und wollen die Gewichtung der einzelnen Score-Kapitel nicht öffentlich machen. Ich gebe Ihnen recht, dass das im Einzelfall unbefriedigend sein kann, aber wir arbeiten intensiv daran, unsere administrativen Stellen in die Lage zu versetzen, Veränderungspfade einzuschlagen, damit unser Auswahlverfahren noch transparenter ausgestaltet werden kann. Der Vorstand und die entsprechenden Panels haben sich einstimmig dazu verpflichtet, dem Leitgedanken Fairness und Gleichbehandlung für alle Bewerberinnen und Bewerber oberste Priorität einzuräumen. Aber wie wir die Auskunft der Score Holding im Detail bewerten, das können wir nicht veröffentlichen. Im Übrigen, mir ist kein einziges Unternehmen bekannt, Schulen und Universitäten eingeschlossen, das sich zu einem derartigen Schritt entschlossen hätte.«

Hoffmann suchte nach Zustimmung in Schönherrs Augen.

»Ich werde mit dem, was Sie mir sagen, nicht an die Öffentlichkeit gehen«, sagte Schönherr. »Das können wir gerne auch schriftlich ...«

»Oh nein«, erwiderte der Schulleiter schnell und wedelte auf eine Weise mit den Armen, die wohl zum Ausdruck bringen sollte, dass er längst das allergrößte Vertrauen in die Verschwiegenheit seines Gastes gewonnen hatte. »Das wird sicher nicht nötig sein.«

Schönherr war bei Hoffmann auf jene professionelle Freundlichkeit gestoßen, die ihn besonders dann reizte, wenn sie nur Fassade war, nur der plüschige Mantel um einen unverrückbaren egoistischen Kern. Nachdem er eine Weile stumm auf die geschlossene Tür zum Vorzimmer gestarrt und überlegt hatte, ob er die restliche Zeit nicht angenehmer bei Frau Schäfer verbringen sollte, sagte er: »Wissen Sie, ich habe keine Ahnung, welche Bedenken Sie bei Lisa quälen. Ich verstehe, dass Sie mir nicht sagen wollen, worum es wirklich geht. Vielleicht ist es Lisas häusliches Umfeld, das sie stört, ihre familiären Verhältnisse, vielleicht bezahlen Ihnen die Eltern viel Geld, damit man unter sich bleibt und keine Gefahr besteht für den zügigen Aufstieg des Juniors in den Konzernvorstand ...«

»Sie wissen, dass wir nicht so eindimensional aufgestellt sind.«

»Sicher, nur frage ich mich, ob zu der besonderen Verantwortung, von der Sie sprechen, ob nicht auch dazu gehört, Kindern eine Chance zu geben, die nicht perfekt in Ihre Mischung - wie Sie so schön sagen - passen?«

Der Schulleiter atmete hörbar schwer, im Kampf mit den Richtlinien der Schule oder seinem Gewissen.

»Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass wir großen Wert auf die F-Reihe des Scores legen. Psychische Stabilität, Teamgeist und moderne Intelligenzformen der zweiten und dritten Ordnung für einen optimalen Lernerfolg. Wir suchen dauerhaft leistungsstarke und motivierte Schülerinnen und Schüler, das ist uns sehr wichtig. Eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig fördert und fordert, indem sie eine Atmosphäre starken Zusammenhalts schafft. Können Sie mir folgen?«

»Überhaupt nicht. Was hat das alles mit Lisa zu tun?«

Dem Schulleiter entfuhr ein schwerer Seufzer. »Nach Durchsicht ihres Score sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass - ich rede vor allem von der F-Reihe, den psychischen ... also dass ihre Kompetenz auf diesen Gebieten nicht ganz unseren Vorstellungen entspricht.«

»Lisa ist fünf, was reden Sie denn da bloß?« rief Schönherr. Ärger köchelte in ihm, der die leidenschaftlichen, gewinnenden Sätze, die er sich fest vorgenommen hatte, ganz und gar außer Reichweite rückte.

Der Selbstmord des Vaters, die Probleme der Mutter, das Gerichtsverfahren um die Vormundschaft - was Lisa in so jungen Jahren schon alles zugestoßen war, konnte nach statistischen Maßstäben nicht folgenlos bleiben. Das wusste Schönherr, und er wusste auch, dass er selbst nicht ganz schuldlos an ihrem desolaten Score war. Er hatte noch immer keinen Termin für eine psychologische Grunduntersuchung für sie gemacht. Und so blieb ihm vorerst nichts anderes übrig, als den demütigen Bittsteller zu mimen, so gut er eben konnte, tapfer auf ein Talent bauend, das zu entwickeln er in seinem Leben kaum Gelegenheit gehabt hatte.

Nach einem kurzen Moment, den Hoffmann brauchte, um ein feierliches Hoch und Tief in seine Stimme zu legen, sagte er: »Lieber Doktor Schönherr, ich mache Ihnen einen Vorschlag zur Güte. Ich möchte gern Herrn Thiel zu uns bitten. Samuel Thiel ist Sozialinformatiker an unserer Akademie und Leiter der Score-Abteilung. Er wird Ihnen viel besser als ich erklären können, warum wir glauben, dass die Schlossberg nicht die richtige Schule für Lisa ist. Sie können davon ausgehen, dass wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht haben, denn Lisa ist ja ein ganz fabelhaf-tes-Mäd-chen.«

Während Hoffmann wie ein alter Mann aus dem Sessel wippte, bekam seine Stimme jene gepresste Färbung, die gewöhnlich mit einer körperlichen Anstrengung einhergeht. Dann steckte er den Kopf durch die Tür zum Vorzimmer, um Frau Schäfer Anweisungen zu geben, doch nachdem er sich wieder zu Schönherr gesetzt hatte, wusste keiner von beiden, wie sie die Wartezeit bis zum Eintreffen Thiels überbrücken sollten.

Anzeichen von Nervosität bei Hoffmann erinnerten Schönherr an ein Phänomen, das er besonders ausgeprägt bei seinen Richterkollegen beobachtet hatte, wenn er sie zum Beispiel in kurzen Hosen und viel zu engen T-Shirts auf dem Tenniscourt erleben musste. Wie sie dort zu kleinen wütenden Jungs werden konnten, ihre Schläger am Netzpfosten zertrümmerten ... Der Robe, diesem feierlichen, alles kaschierenden Umhang, war plötzlich ein praktischer Nutzen zugekommen, für die würdevollen Momente im Gerichtssaal, für das Urteil im Namen des Volkes. Dabei waren ihre krummen käsigen Körper und ihre gewöhnliche Reizbarkeit in den unwichtigen Dingen viel besser geeignet, eine gewisse Volksnähe zu betonen.

Und Schönherr? Nach dem Studium hatte er nach und nach gelernt, zuerst in der Staatsanwaltschaft, dann am Gericht, wie man sich kompliziert verhielt, das Anschauliche aus einem Vortrag entfernte und dadurch zu einer Autorität wuchs, der man nicht widersprach. Er hatte nie Probleme gehabt, wie ein gequälter Intellektueller zu tun, den die zusammengeschnürte Krawatte daran zu hindern schien, einfache Hauptsätze auszuspucken. Aber während Leute wie Hoffmann zweifellos schon immer wie ihre Eltern ausgesehen und geredet haben, war Schönherr sein Leben lang überzeugt gewesen, nur so zu tun. Um nicht aufzufliegen. Wenn er wollte, konnte er jene Schmidt'sche Ernsthaftigkeit vortäuschen, die gewöhnlich kaum Widerworte zuließ und ihn vor allzu intimen Offenbarungen Fremder schützte. Er konnte schwer ausatmen, mit und ohne Zigarettenqualm, eine bedeutungsvolle Pause machen und die Antwort auf eine beliebige Frage geben: »Einstweilen, im Prinzip, ja/nein.«

Bis er eines Tages so sehr an seiner frostigen Verkleidung hing, dass sogar Micha, die er zweimal geheiratet hatte, darauf hereinfiel und ihn verließ. Erst einmal, dann noch einmal.

*****

»Herr Thiel, ich möchte Ihnen Doktor Schönherr vorstellen«, sagte Hoffmann. »Doktor Schönherr hat uns besucht, um mehr darüber zu erfahren, wie seine Tochter Lisa ...«

»Nichte«, fiel ihm Schönherr ins Wort.

»Bitte?«

»Meine Nichte Lisa.«

»Ach so?«

Thiel gab Schönherr die Hand und warf sein Tablet wie einen Bierdeckel auf den Knabbertisch. Auf Schönherr wirkte der Score-Experte vom ersten Augenblick an wie eines dieser genormten McKinsey-Kids, die sogar in unserer freundlichen Nahdystopie ihre Alukoffer über die Spiegelböden der Flughäfen rollen und mit fünfundzwanzig das Doppelte ihrer Altersgenossen verdienen dürfen. Thiel folgte den Weisungen des Schulleiters mit jener aufreizenden Gelassenheit, die sich leistet, wer in Gedanken schon die nächste Karrierestufe erklommen hat.

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