Leo Abt - Der Score

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In einer nahen Zukunft, das Scoring aller Bürger ist Wirklichkeit geworden, üben die Algorithmen der Auskunfteien eine subtile Herrschaft über die Menschen aus. In diesem Umfeld kämpft der ehemalige Richter Schönherr um eine gute Schule für seine Nichte Lisa, für die er seit dem Tod des Bruders sorgt. Als Lisa aufgrund ihres desolaten Scores von der Schlossberg Academy abgelehnt wird, sieht Schönherr keinen anderen Ausweg, als ihr Leben in die Hände der Score-Optimierer zu legen.

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Wie also bekommt er Lisa auf diese Schule?

Bei allem, was man gegen die Schlossberg Academy vorbringen konnte - elitär, teuer, hip -, er traute der Schule zu, dass sie seine Nichte mit jener zertifikatgetriebenen Bildung und Score-Kompetenz aufladen würde, die jedem Recruiting Manager die Tränen in die Augen treibt.

Es war natürlich möglich, dass die Schule erst durch ihre Absage solche Gedanken in ihm ausgelöst hatte. Doch als er mit dem erstklassigen Kaffee in der Nase tief in Gedanken Frau Schäfer dabei zusah, wie sie ihre langen roten Fingernägel gegen das Brillengestell tickerte und tackte, während sie mit der anderen Hand den Telefonhörer ans Ohr legte, um im Nachbarzimmer anzurufen und zu sagen, dass der Herr Doktor Schönherr jetzt da sei, da war er sich plötzlich sicher, dass es keine bessere Schule für Lisa geben konnte.

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LS Consulting Group - Infomaterial an unsere Mandanten. Glossar. Stichwort: 'Score'

Als Score wird die personenbezogene Auskunft bezeichnet, die über die Score Holding AG bezogen werden kann. Das Unternehmen ist aus einem Zusammenschluss verschiedener Ratingagenturen und Auskunfteien, darunter der SCHUFA Holding AG, hervorgegangen. Der moderne Score über Privatpersonen ist eine Weiterentwicklung der SCHUFA-Auskunft, insofern neben den herkömmlichen Angaben zur Bonität weitere Informationen über die Auskunftsperson abgefragt werden können, so etwa Krankheitsrisiken, Lebenserwartung, psychologische und soziale Kenngrößen, Lenkbarkeit, Stabilität, Grundvertrauen in die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen, Intelligenz, kriminelle und andere Risikofaktoren. Die Score Holding AG versteht sich als Dienstleister für verantwortungsbewusste Unternehmen, Schulen und Universitäten, Behörden und Institutionen aller Art, die ihre Entscheidungsprozesse auf statistische Prognosetools und moderne Big-Data-Algorithmen stützen, um ein Höchstmaß an Vertrauen zu schaffen. Die Score Holding AG stellt auf dem Markt die gegenwärtig umfangreichsten Informationsdienstleistungen zur Verfügung und nimmt insofern eine gehobene Stellung unter den Auskunfteien ein.

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»Unsere Einrichtung ist leider gezwungen, alle Begleitumstände jeder einzelnen Bewerberin und jedes einzelnen Bewerbers genauestens unter die Lupe zu nehmen«, sagte Hoffmann. Dabei sprach er wie ein TV-Botschafter des Herrn, der glaubt, die Klarheit seines Vortrages müsse durch eine enorme Theatralik im Gesicht und an den Gliedmaßen verbessert werden.

Mit lebhaften Händen fuhr Hoffmann fort: »Mir sind da leider die Hände gebunden. Ich darf Ihnen aber versichern, dass unsere Akademie seit ihrer Gründung stets bemüht war, bemüht ist und auch weiterhin darum bemüht sein wird, die notwendigen und - ja, das kann und darf nicht verschwiegen werden - manchmal schmerzhaften Entscheidungen mit Augenmaß zu treffen. Seien Sie versichert, Doktor Schönherr, wir nehmen unsere Verantwortung nicht auf die leichte Schulter. Wir bemühen uns um ein faires und transparentes Auswahlverfahren. Aber bei allem Verständnis für Ihre Lage und bei aller Sympathie für Ihre Tochter, Sie müssen auch unsere Sichtperspektive sehen, Sie müssen berücksichtigen, dass wir bei jährlich vielen tausend Bewerbungen allein für unsere Unterstufe, die uns jedes Jahr erreichen, dass wir unter diesen Umständen gezwungen sind, eine Auswahl entlang verantwortungsbewusster Bahnen zu treffen. Eine Auswahl, die wir uns nicht leicht machen, die leider aber in ihrer Notwendigkeit unumgänglich ...«

Hoffmann war in erster Ehe verheiratet und Vater von zwei Töchtern, wie man auf der Schulwebsite lesen konnte. Aber die Sprache des Schulleiters war eher von regierungssprecherischer Beliebigkeit. Sein Auftreten bewarb jene spröde Korrektheit, die Männer häufig aller Chancen auf unbezahlten Sex beraubt. Wenige dünne graue Kopfhaare waren ihm treu geblieben, sie hockten auf einer Sichel zusammen, großzügig umgeben von fettfleckiger Haut, darunter ein schmatzendes Gesicht, lose verspannte Lappen zwischen Kinn und Hals, und seine Bewegungen waren die eines Zweitakters, der bei holprigem Leerlauf immer auf der Grenze zum Absaufen balancierte. Wenn er den Kopf drehte, musste er den ganzen Oberkörper mitbewegen. Wenn er sich setzte, ging es nicht ohne leises Stöhnen ab. Hoffmann war ein Mann, der eine Hand auf den Rücken legte, wenn er die andere zur Begrüßung nach vorn streckte, und in Lobliedlänge klagte, wie kostbar seine Zeit sei.

Noch zwischen Tür und Angel hatte er die Schule in einen Leuchtturm verwandelt, der hell in den Himmel strahlte. Er hatte anschließend einen Bogen bis weit hinaus aufs Meer geschlagen, indem er Wissen als Garn für gesellschaftliche Teilhabe, Bildung als Kompass für die Zukunft, die Schlossberg als wichtigen Lotsen durch unruhige Gewässer, Schlüssel, Perspektiven, Wind und Segel, sowie immer wieder Verantwortung von diverser Seite auf eine unentwirrbare Weise miteinander verknotete.

»Die Begleitumstände , sagen Sie«, fuhr Schönherr mit unbeabsichtigter Schärfe in eine dieser altmaierischen Wortschlangen. »Soso, was meinen Sie? Sagen Sie mir endlich, was Sie damit meinen.«

Schönherr war nicht mit der Absicht gekommen, Hoffmann zu provozieren, aber das blöde Geschwätz, das nun schon die ganze Zeit anhielt und völlig ohne Impuls von außen auskam, hatte in ihm alte berufliche Gewohnheiten freigelegt. Es bestand nun die Gefahr, dass sie wie bissige Belehrungen einschlugen, wenn Hoffmann noch länger von irgendwelchen Begleitumständen und verantwortungsbewussten Bahnen sprach.

»Ich weiß Ihr Engagement zu schätzen«, schob Schönherr versöhnlich hinterher. »Ich bin davon überzeugt, dass Sie und Ihre -«, mühsam würgte er das Wort »Mannschaft« hervor, »hervorragende Arbeit leisten. Der Campus und die Referenzen der Schule, das alles ist sehr beeindruckend. Umso mehr interessiert mich, wie Sie bei der Auswahl vorgehen, welche Kriterien Sie anlegen und ob es eine Möglichkeit gibt, Lisa vielleicht doch noch für das kommende Schuljahr ... Es spricht ja für die Schlossberg, dass die Bewerbungen die freien Plätze übersteigen. Vielleicht können Sie mir helfen, besser zu verstehen, worauf es Ihnen ankommt?«

Schönherr und Hoffmann besetzten vor einem der bodentiefen Fenster mit Blick in den Schlosspark zwei Sessel von dreien, mit einem kleinen ovalen Knabbertisch im Zentrum. Das Arrangement verkümmerte im Schatten eines wuchtigen Schreibtischs aus dunklen Hölzern, eingefasst von raumhohen Bücherregalen, die es erforderlich machten, dass man eine Leiter auf Rollen heranzog, um an die zuneigungsbedürftigen Brockhaus-Bände ganz oben heranzukommen. Es schien dem Schulleiter wichtig zu sein, alles was Schönherr sagte, in einer munteren aufrechten Sitzhaltung zu ertragen, obwohl ein erschöpftes Einsinken sicher besser zu ihm gepasst hätte. Als Schönherr den Blick auf Hoffmanns feuchte Lippen nicht länger aushalten konnte, wie sie unermüdlich schlappe Wort- und Speichelfäden zogen, schaute er sich im Zimmer um. Da fiel sein Blick auf einen Flatscreen, der im Unterschied zu den riesigen Wandtafeln überall im Haus auf einem polierten Metallfuß stand und retroartig gecurved war, wie um an eine Zeit zu erinnern, als man die Dinger noch als Fernseher benutzt hatte.

»Worauf kommt es uns an? Worauf achten wir? Was ist unsere Mission?«

Hoffmann schien die Antwort auf dem Bildschirm zu suchen, während er zwei, drei Anläufe brauchte, bevor ihn die Wahl seiner Worte zufriedenstellte.

»Wenn Sie erlauben, Doktor Schönherr, ich würde gern, lassen Sie mich beginnen mit ... wenn ich vielleicht zuerst auf unsere challenging Claims zu sprechen kommen darf, was den individuellen Rahmen und auch den gesellschaftlichen Sektor anbetrifft. Building Character ist das Stichwort - Sie haben sicher davon gehört -, es umreißt den herausgehobenen pädagogischen Anspruch hier bei uns auf Schlossberg. Damit will ich sagen, unser Leitbild setzt sich im Wesentlichen aus den Zielvorstellungen zusammen, die sich aus den Round Square-IDEALS ergeben ...«

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