A.B. Exner - Traurige Strände

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Dr. Liska Wollke findet ihren toten Liebhaber. Ihr ist egal, wie es geschah. Sie flieht, weil sie wegen eines Vorfalls in Ihrer Jugend nie mehr Vertrauen fassen wird. Die intelligente Sozialforscherin setzt sich in die Türkei ab. Die Ermittler tappen im Dunkeln, sie verfolgen die Frau und verfangen sich in Widersprüchen, Fallen und den naiven Spuren der Fliehenden. Eine Spur der Gewalt folgt Dr. Liska Wollke. Bis sie versteht und anerkennt, in welcher Gefahr sie selbst schwebt, sterben Menschen.

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Das war meine Musik. Harter, giftiger Rock. Deep Purple, es gab sie noch die Rocker dieser Welt.

Musiker die in der Lage waren, Noten zu lesen und zu schreiben.

Aber zurück zu meinem Spiegelbild.

Dezent unzufrieden war ich mit der Haut auf meinem Hals. Nicht wegen irgendwelcher Falten.

Je reifer ich wurde - altern gibt es bei mir nicht - umso mehr Leberflecke quälten sich durch die tieferen Hautschichten an die Oberfläche. Was nervte.

Das Gesicht begann mit schmalen Lippen, die ich jedoch in der Lage war, üppig aufzubrezeln.

Kaum scheinbare Wangenknochen wiesen bei besonderen Lichtverhältnissen - das hatte ich trainiert - den Weg zu meiner schmalen Nase. Die Nasenflügel dagegen waren wieder etwas stärker, was mich pfiffiger aussehen ließ, als ich war.

Zur Erklärung: ich weiß, dass ich nicht doof war oder bin, aber oft ist es eben so, dass ich nicht beim ersten Mal verstehe. Naiv vertraue.

Dann benötigte ich einen anderen Blickwinkel, eine andere Perspektive. Oder ich brauche einfach Zeit zum Erkennen und Erfassen.

Meine Stirn war für die Kopfgröße relativ hoch. So war ich in der Lage entweder die unscheinbare zu geben und die Haare in die Stirn zu kämmen, oder ich warf meine strohige Mähne nach hinten in einem strengen Zopf oder Pferdeschwanz.

Nach der Haarfarbe konnte man sich bei mir nicht richten.

Umso mehr Sonne, umso dunklere Haare. Im Winter also fast blond.

Natürlich war das nicht naturgewollt, da mussten internationale Chemieingenieure schon nachhelfen. Auch an meiner Augenfarbe manipulierte ich herum.

Mit modischen Kontaktlinsen.

Es sind große Augen, sehr große, wenn ich es will. Meine Brauen brauche ich nur ganz wenig zu zupfen. So wie die beiden meine Augen von oben herab herrisch als ihr Revier markieren, gefällt es mir - und das ist das Wichtigste. Es gefällt mir.

Die Ohren. Ich liebe meine Ohren. Ich finde Ohren ohne Läppchen scheiße.

Ohren müssen wohlgeformt sein. Nicht das Verhältnis 2:1, sprich doppelt so hoch wie breit. Nein, höher noch als 2:1. Und mit schönem Läppchen ohne irgendwelchen Schmuck. Idealmaß ist 2,11:1. Mein Idealmaß.

Hinter mir hörte ich ein Dielenknarren.

Metin, mein türkischer Nachtgeselle, hatte solche Ohren. Höher als 2: …

Abgesehen von den schönen Ohren, war bei ihm auch etwas anderes höher als sonst.

Wie lange er da wohl schon so stand.

Egal, wenn er seinen osmanischen Kleiderhaken noch drei Minuten in Hab-Acht-Stellung halten könnte…

Ich bedeutete ihm, dass ich erst ins Bad wollte. Nicht nur, dass meine Blase zwickte - wieso bin ich blöde Kuh auch nicht nach der Mininummer vom gestrigen Abend noch mal pinkeln gegangen - nein ich wollte mir auch die Zähne putzen. Zum Sex gehört Knutschen und nach dem, was wir gestern Abend in der Kneipe für eine Rechnung produziert hatten, musste mein Atem unter die Haager Landkriegsordnung oder die Genfer Konvention fallen.

Eher beides.

Also saß ich meine Zähne putzend, pinkelnd auf dem Klo. Metins Klo.

Dieser Sonntag starb schon am Morgen.

Metins morgendliches Argument zum Verweilen hatte sich bereits nach zwei Minuten verflüchtigt.

Ich packte meine Sachen, nahm mir, wie abgesprochen, seine Korkpinnwand aus der Küche und verließ die Wohnung.

Als ich aus dem breiten Hausflur trat, blickte ich nach oben. Metin stand auf seinem Minibalkon und nickte mir zu. Im Haus gegenüber hatte Eugen Böttcher, der Dekolletéchecker, natürlich meinen Abschied beobachtet. War das Zufall, oder war der Typ krank?

Egal jetzt, ab nach Hause.

Unterwegs betrachtete ich mir meine Wohngegend. Ich musste über die Schönhauser Allee. Wollte dann in Ruhe auf der Ostseite der Schönhauser über die S-Bahn, die Greifenhagener runter, bis ich irgendwann die Knaakstraße erwischte.

Dort schnell bei meiner Freundin deren Schlüssel in den Briefkasten werfen.

Diese Freundin, Heidi Tech, war der Grund des abendlichen Treffens in unserer Stammkneipe. Neunundzwanzigster Geburtstag. Schön war es, ausufernd war es, laut war es. Heidi hatte ihren Autoschlüssel beim Wirt abgegeben und vergessen.

An der Haustür mit der großen Nummer 14 standen zwei ältere Damen. Nicht mehr redend, nein, auf das Heftigste zeternd. Der Streit beschäftigte auch schon Schaulustige auf der anderen Straßenseite. Zumindest waren zwei Männer stehengeblieben. Einer mit Hund, der andere mit Schlagseite.

Guten Morgen Prenzlauer Berg.

An der Hauseinfahrt konnte man C+M+B lesen. Die Schriftzeichen waren eben durch die eine Frau mit Kreide erneuert worden. Da ich an den beiden vorbei musste, um an den Briefkasten zu gelangen, auf dem TECH stand, war ich in beider Augen Opfer und Schiedsrichterin zugleich.

Dame A behauptete, ihren Gehstock schwingend, dass Dame B hier Gaunerhaken an die Tür male.

Kompletter Blödsinn.

Dame B wiederum fuchtelte mit Ihrem Stück weißer Kreide in der Luft und belehrte uns beide, dass sie lediglich die Namenskürzel der drei heiligen Könige an die Tür male, um das Haus durch den Herrn schützen zu lassen.

Genauso ein Blödsinn.

Nicht nur, dass Pisa ein wirkliches Problem für Deutschland wurde, jetzt versagte auch noch die interne Weiterbildung der Kirchen.

Ich sah den runzligen Streithennen tief in die Augen. Bis deren Atmung ruhiger war und ich die volle Aufmerksamkeit hatte.

Dann sagte ich nur: „Christus Mansionem Beneficat.“

Keine der beiden reagierte.

Ich ging in den Hauseingang, versenkte den Schlüssel für Heidi in dem mit TECH bezeichneten Briefkasten und stand Sekunden später den - vermutlich katholischen Laiengelehrten - zum zweiten Mal gegenüber.

Sie schwiegen.

Meine Stimme hob an und sprach im Pfarrerstonfall: „Christus Mansionem Beneficat. Gott Segne dieses Haus. Latein erstes Jahr.“

Die Blicke meiner Gegenüber waren unbezahlbar. Sollte aus diesem Tag doch noch ein Sonntag werden?

Da ich glücklicherweise keine Reaktion bekam, ging ich weiter durch die Kulturbrauerei in die Sredzki.

Da wohne ich.

In der Sredzkistraße. Unten im Haus ist ein geniales afrikanisches Restaurant. Ich wohne ganz oben.

Zwei Zimmer und ´ne Abstellkammer. Siebenundfünfzig Quadratmeter für achthundert Euro.

Kalt.

Kapitalismus in Reinkultur.

Ich war fast eine Stunde gelaufen. Das ginge auch schneller, aber ich wollte diesem Sonntagmorgen eine Chance geben.

Nein, dieser Tag war nicht wiederzubeleben.

Tot.

Also Rotwein und Badewanne.

Morgen musste ich wieder arbeiten.

Einfluss der Armut auf die Sozialepidemiologie eines Staates.

Das war die Überschrift. In Worte gefasst, die auch Metin verstanden hätte.

Ich kann das noch viel besser. Wissenschaftlicher, nervender, verletzender, fremdwörterischer.

Meine Doktorarbeit.

Vor vier Wochen verteidigt.

Seit gestern war ich Frau Doktor Liska Wollke. Einen Meter und einundsechzig Zentimeter hoch.

Jung, knackig, drahtig und ein wenig angesoffen.

Zwei Stunden später war mein Dachschrägenfenster vom Badewasser beschlagen.

Kondenswasser.

Da ich diesen Sonntag schon mehrfach für tot erklärt hatte, machte ich nicht den Versuch der Neuorientierung. Das Fensterglas wischte ich nicht ab.

Ich ging, meine Bude volltropfend, ins Wohnzimmer und legte mich nackt auf die Ledercouch.

Die unglücklichere, kleinere der Schamlippen war wohl in der Nacht bei Metin zu kurz gekommen und verlangte nach Streicheleinheiten. Zu Recht.

Dort wurde ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich verletzt. Seelisch und körperlich.

Ich befeuchtete meinen linken Zeigefinger an der Quelle, also nicht mit Speichel, und verwöhnte die schrumpelige, wohldurchblutete Haut in meinem Schritt durch langsames Streicheln. Ohne Druck. Die dankbaren Reaktionen strahlten in den gesamten Körper aus.

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