A.B. Exner - Traurige Strände

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Dr. Liska Wollke findet ihren toten Liebhaber. Ihr ist egal, wie es geschah. Sie flieht, weil sie wegen eines Vorfalls in Ihrer Jugend nie mehr Vertrauen fassen wird. Die intelligente Sozialforscherin setzt sich in die Türkei ab. Die Ermittler tappen im Dunkeln, sie verfolgen die Frau und verfangen sich in Widersprüchen, Fallen und den naiven Spuren der Fliehenden. Eine Spur der Gewalt folgt Dr. Liska Wollke. Bis sie versteht und anerkennt, in welcher Gefahr sie selbst schwebt, sterben Menschen.

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ekt derartig intensiv von der gegenüberliegenden Seite beleuchtet, dass mir mit Schmerzen gründlicher bewusst war, was ich alles nicht konnte. Er lobte nicht die guten, förderungswürdigen Leistungen, sondern zeigte mir immer nur meine Makel auf.

Weshalb hast du denn im Hochsprung nur eine 3 bekommen? - Weil ich nur zweimal im Schulsport trainieren durfte und mit meinen vierzehn Jahren lediglich 1,46 groß bin. Woran liegt es denn nur, dass deine Leistungen in Mathe und Physik nie über eine knappe 2 hinaus kommen, du aber in Geschichte und Literatur auf einer 1,0 stehst? - Weil mir das in den Schoß fällt, mich interessiert, mein Leben sein wird. Was ist nur mit Dir los? Du bringst eine 3 in Bio mit, obwohl du mir versprochen hast, gelernt zu haben. - Weil Biologie mich einfach nicht interessiert. Mir fehlte ein halber Punkt an der 2. Und ich habe gelernt. Allein gelernt, weil du mich ja nicht mal abhören willst. Diese ewigen Vorwürfe gingen genau eine Woche nach meiner Kommunion los. Neun Tage nach dem Tod meiner Mutter. Als mein Vater mit der Nachricht aus der Klinik kam, nahm er mich in den Arm. Liebevoll. Auch ich nahm ihn liebevoll in den Arm. Zum letzten Mal in meinem Leben. Mein Vater war eine Woche lang betrunken. Die Briefe mit den Sterbeurkunden an die Versicherungen und das Sozialamt hatte ich geschrieben. Unter Mithilfe einer entfernt verwandten Tante abgesandt. Er wäre nicht dazu in der Lage gewesen. Bei der Kommunionsfeier, dem öffentlichen Teil, riss er sich zusammen. Im Kreis der Familie kotze er sich aus. Im Sinne des Wortes. Mutters Lebensversicherung zahlte eine Summe, die uns einen VW Käfer finanzierte. Unser erstes Familienauto. Das Auto gibt es heute noch. Es steht in der Garage am Althoffplatz in Berlin Steglitz. In der Gegend hatte ich meine erste Berliner Wohnung. Mittelstand. Straßen mit Bäumen. Eine Post, die wie ein Grafenschloss aussieht, vor allem im Winter, wenn so richtig Schnee liegt. Die Wohnung im Hochparterre hatte mehr als sechzig Quadratmeter. Mein Vater zahlte die Miete unter der Bedingung, dass ich arbeiten ging und untervermietete. Vierzig Quadratmeter der Wohnung davon brauchte ich nicht. Also gehorchte ich und vermietete das größte Zimmer, das mit dem separaten Hofeingang, an Studenten. Die sollten mir, das war Vaters Hoffnung, beim Lernen helfen. Bei jeder Mietzahlung folgte der obligatorische Anruf, immer gab es die identische Leier. Die Studenten verstanden mich und halfen mir beim Verschleiern meiner Lernerfolge und vor allem meiner Misserfolge. Ich verschwieg ihm irgendwann die Zensuren, weil ich eh kein Lob zu erwarten hatte. Die vier Jahre mit den Studenten unter meinem Dach lehrten mich viel. Die Hauptfächer waren koksen, kiffen, saufen, onanieren und vor allem debattieren. Darin war ich am besten. Ich konnte mich auf das Niveau meiner Gesprächspartner einstellen. Ohne herablassend zu sein, darin war ich spitze. Hatten die anderen weniger Ahnung, nahm ich sie mit zu meinen Erkenntnissen, zu meinen Fakten. Waren die Anderen mehr im Thema als ich, stand ich dazu. Ich bekannte offen, keine Ahnung zu haben. Diese Blöße zu zeigen sorgte sofort und immer dafür, dass jetzt ich an die Hand genommen wurde, um zu den Erleuchtungen der Anderen geführt zu werden. Das machte ich dann in der zehnten Klasse mal mit meinem Physiklehrer. Ich erklärte ihm frank und frei, dass ich nicht verstünde, was er mich jetzt gerade zu lehren gedenke. Seine Herangehensweise sei nicht der Weg, auf dem ich ihn verstünde. Meine Klassensprecherin war völlig fertig, der Lehrer musste sich setzen, mein Banknachbar starrte mich nur an. Ich hatte nicht die Variante Beschiss, also Abschreiben oder Menstruation vortäuschen, gewählt. Ich hatte mich nicht für Schauspielerei und Betrug entschieden. Ich stand einfach dazu, dass ich kein Wort verstand! Was niemand verstand. Meine Klassenleiterin war konsterniert, das hätte sie noch nie erlebt. Mein Vater musste zu einem Lehrergespräch. Aus dem wunderschönen, so verhassten Örtchen Brechen im Taunus, nach Berlin. Alle hatten mich falsch verstanden. Jeder Lehrer, auch mein Klassenlehrer. Jeder dachte, ich hätte den Lehrer angreifen wollen, weil dessen Lehrmethodik mir zu blöd war. Diese Betonschädel. Ich hielt es damals und halte es auch heute noch für völlig normal, meinem Ausbilder sagen zu dürfen, wenn er mich nicht erreicht. Es gibt immer mehrere methodische Ansätze wie man etwas erlernen kann. Ich wollte eben nicht über das Eintrichtern von Fakten gelehrt bekommen. Zumindest nicht in meinen miserableren Unterrichtsfächern. Mir schwebte ein gemeinsames Erarbeiten vor. Lernen mit Anfassen, mit Beispielen, mit Erfahren, mit Fragen stellen dürfen, mit beim Lernen auf die Fresse fallen und damit den besseren Weg zur Lösung zu finden. Dieser bessere Weg ist für den Einen das pure Pauken, für den Nächsten aber das Erfassen, Erfühlen - das Erkennen – das Begreifen durch das begreifen. Ich erfuhr es bei meinem ersten Erkennen meines Körpers. Berichte mal über einen Orgasmus, wenn du noch keinen hattest? Mach Dir einen und erkenne Dich selbst. Ist ein klasse Vergleich, allein die Lorbeeren gehören nicht mir, sondern einer Studentin aus Belgien die drei Monate bei uns wohnte. Dann zog sie aus, weil mein Vater ihr während eines längeren Besuches, er hatte Urlaub, nachstellte. Danke Papa. Was ich jetzt, hier auf einem Felsen in der Türkei, von Dr. Liska Wollke, von mir selbst erwartete? Tja, was wollte ich? Mein Leben wollte ich zurück, meine Forschung, meine Freiheit, mein egoistisches, eingeigeltes Ich. Und das Geld behalten wollte ich. War das Alles? Ja! Was erwartete ich jetzt von ihr, von Elenea Plitechna? Nur Bedenkzeit wollte ich. Mehr nicht. Sie schwieg. Ich schwieg und dachte an nichts. Die Denkschwaden aus Verwirrung und Egozentrik in meinem Schädel lichteten sich. Ich schloss die Augen – wollte nur denken. Es hatte gut getan mit ihr zu sprechen. Fakt 1. Fakt 2: sie bot mir einen Job an, der genau auf meiner Wellenlänge lag. Der mir sogar alle denkbaren Freiheiten ließ. Fakt 3: ich kannte die Frau nicht. Nummer 4? Mein Ego sagte Nein. Ein langes, lautes Ausatmen meinerseits ließ sie aufhorchen. Sie richtete sich auf. Sah mich an. Tiefblaue Augen, warme Augen. Ehrliche Augen? Ich wusste es nicht. Wieder atmete ich laut aus. Sie reagierte nicht darauf, sah mich nur an. Sie legte sich, nach einem langen Blick in meine Augen, wieder hin. Ich wollte ihre Frage nicht beantworten, ihr nicht die Einwilligung geben, dass all meine Erkenntnisse nur ihr zur Verfügung standen. Wer jetzt als Erster sprach, hatte diese wortlose Diskussion verloren. Sie lag mit geschlossenen Augen neben mir. Der Wind wehte ihr das Haar vom rechten Ohr. Fantastische Ohren.

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EUGEN BÖTTCHER

Mein Gott.

Auf diese Frau aufzupassen hatte was Spezielles.

Sie nervte, sie tappte in Fallen, war nicht beziehungsfähig und extrem von sich eingenommen – egal wie sie sich selbst zu beschreiben pflegte.

Sie war schlau und klug. Eine Konstellation, die selten genug vorkommt.

Jedoch reduzierte sie ihre Klugheit auf den Job und die Schläue auf ihr privates Gehabe.

„Leben“, will ich diese ewige Suche nach dem Sinn des eigenen Daseins nicht nennen.

Sie ließ sich immer wieder ein. Auf was auch immer.

Ihr Gehirn signalisierte bei allem was sie tat stets zu früh Entwarnung.

Selbst wenn sie sich direkt vor ihrer Stammkneipe mit einem Kerl prügelte, was ich wohl ein Dutzend Mal erlebt hatte, war sie immer der Meinung zu gewinnen. Sie kannte dann keine Scheu.

Nur dann. Ob der Alkohol, von dem einiges in diese kleine Frau reinpasste, eine Rolle spielte, war nicht klar.

Was deutlich wurde, immer wieder, war, dass sie sich nüchtern eher zurückzog, ihren Weltschmerz pflegte – auch mit Alkohol, womit dann die andere Liska Wollke wieder zum Vorschein kam.

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