Handelsblatt GmbH - Die großen Denker

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Von der digitalen Revolution bis zum Terror im Namen einer Religion – die Welt ist unübersichtlich geworden. Das Handelsblatt hat 25 der klügsten Denker besucht. Das Ziel: Ordnung schaffen im allgegenwärtigen Chaos.
Nobelpreisträger wie den Psychologen Daniel Kahneman und Robert Shiller, die die neue Irrationalität auf den Finanzmärkten erklären; Physiker wie Stephen Hawking, der vor den Gefahren der künstlichen Intelligenz warnt; und Historiker wie Niall Ferguson, der die Erosion der westlichen Institutionen beschreibt.

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In ihrem Grundlagen-Werk "Upheavals of thought" (etwa: Umwälzungen des Denkens), einer Art Philosophie der Emotionen, setzt sie sich unter anderem mit dem "Ulysses" von Joyce und der "Suche nach der verlorenen Zeit" von Proust auseinander, ebenso aber auch mit dem deutschen Text und der Vertonung der "Kindertotenlieder" von Rückert und Mahler. Ihre Philosophie schwebt daher nicht in abstrakten Höhen, sondern ist mehrfach in der abendländischen Tradition und Geschichte verwurzelt.

Und noch etwas trägt dazu bei, ihre Gedanken zu erden: Häufig macht sie mit Beispielen aus ihrem eigenen Leben deutlich, worum es ihr geht. "Upheavals of thought" etwa beginnt mit dem Tod ihrer Mutter. Sie leitet damit eine Analyse der Trauer ein.

Sie warnt aber: Dahinter steckt kein autobiografisches Motiv, sondern es ist ein Stilmittel. "Ich habe gedacht, Trauer um Eltern oder Großeltern haben schon viele Menschen erlebt, deswegen beginne ich damit." Ihre Erfahrung schildert sie so: "Wenn Leser mich darauf ansprechen, erzählen sie meist, was sie selbst erlebt haben - und genau das ist auch die Absicht, die jeweils eigenen Erfahrungen wachzurufen." Der Leser soll, im Sinne von Marcel Proust, ihren Text als "Vergrößerungsglas" benutzen, um Erkenntnisse über sich selbst zu gewinnen. Das Vorbild für dieses unakademische Konzept findet die Altphilologin in der Antike: Seneca etwa hat häufig seine Lehren mit Beispielen aus seinem eigenen Leben erklärt. "Es gibt Leute, die glauben, sie könnten aus diesen Schriften Senecas Leben bis ins Detail rekonstruieren", bemerkt Nussbaum schmunzelnd. "Aber es ist gar nicht gesagt, dass jedes Detail autobiografisch korrekt ist, darum geht es nicht", setzt sie hinzu und deutet an, dass das auch für sie selbst gilt.

Seneca ist der bekannteste, wenn auch nicht der dogmatischste, Philosoph aus der Schule der Stoiker. Und dort setzt Nussbaum mit ihrer Philosophie der Emotionen an - ohne allerdings damit selbst zu einer Stoikerin zu werden.

Die Stoiker hatten gelehrt, dass nur die Tugend zählt und äußere Umstände wie der Verlust von Geld oder sogar des Lebens nebensächlich sind - Senecas "stoisch" vollzogener Selbstmord auf Befehl von Kaiser Nero steht als Beispiel für diese Einstellung. Ihnen ging es darum, nur das wichtig zu nehmen, was jeder Mensch selbst kontrollieren kann, um ihn so emotional gegen die Schläge des Schicksals zu wappnen. Wer sich über "Nebensächlichkeiten" wie etwa eine schwere Krankheit aufregte, hatte nach ihrer Meinung ein falsches Urteil gefällt, weil er Unwichtiges mit Wichtigem verwechselte.

Und genau hier knüpft Nussbaum an: bei der engen Verbindung von Emotionen und Urteilen. Heute wird häufig beides getrennt gesehen: Für Urteile ist das rationale Denken zuständig, Emotionen stören dabei nur. "Werden Sie jetzt nicht emotional!", lautet ein gängiger Einwand in einem Streitgespräch, womit dem anderen das klare Denken abgesprochen wird.

Nicht so bei Nussbaum. Für sie gehören Denken und Emotionen eng zusammen. Aber anders als bei den Stoikern, wo das Denken die Emotionen kontrolliert. Sie dreht das Konzept quasi um und sagt: Die Emotionen sind notwendig, damit das Denken funktioniert. Als drastisches Gegenbeispiel nennt sie Autisten, die zwar perfekt abstrakte Aufgaben lösen können, aber im praktischen Leben hilflos sind. Weil bei ihnen die emotionale Ebene gestört ist, wissen sie nicht, was für sie wichtig ist. Das Denken wird damit ziel- und nutzlos. Emotionen sind nicht nur blinde Gefühlsaufwallungen, sondern sie sind zielgerichtet und mit Erkenntnis verbunden. Ihr Konzept ähnelt dem der "emotionalen Intelligenz" wie sie im Gespräch einräumt. Aber es ist philosophisch tiefer verankert als viele Bücher unter diesem Schlagwort, und sie distanziert sich von jedem Versuch, Intelligenz als eine messbare Größe anzusehen.

Diese Philosophie der Emotionen ist eine Art Plattform für Nussbaums Denken. Viele ihrer Schriften mit einer mehr praktischen Ausrichtung, etwa über Gefühle der Scham oder des Ekels, über religiöse Intoleranz oder über politische Emotionen, basieren letztlich auf einer Anwendung dieser grundlegenden Analyse des unauflösbaren Zusammenhangs zwischen rationalem Denken und Emotionen.

Eine weitere Grundlage ihrer politischen Schriften ist der Ansatz eines an realen Lebenschancen orientierten Liberalismus. Den hat sie zusammen mit dem Ökonomen und Philosophen Amartya Sen entwickelt, der aus Indien stammt.

Nussbaum hat auch Beziehungen dorthin. Auf ihrem Schreibtisch steht eine ganze Armada kleiner Elefanten - "die bekomme ich von allen möglichen Leuten geschenkt". Der größte ist direkt am Fenster ihres kleinen Büros mit Blick auf die neugotische Rockefeller Chapel platziert und heißt "Jawaharlal" - so wie Nehru, einer der Politiker der Weltgeschichte, den sie verehrt. Indien fasziniert sie, auch, weil es ein demokratisches Land ist, das über alle Spannungen hinweg ein Nationalgefühl unter seiner Vielzahl von Völkern entwickelt hat.

Auch zu anderen Ländern hat sie eine enge Beziehung. Sie liebt die Einsamkeit Finnlands. Und zu Deutschland hat sie einen Bezug über ihren Schwiegersohn, der in Ostberlin aufwuchs, zunächst Musiker war und sich inzwischen ebenfalls einen Namen als Philosoph gemacht hat.

Nussbaum gehört, obwohl sie Philosophin ist, zur "Law School", zur Rechtsfakultät der Universität Chicago. Einen Ruf nach Harvard hat sie 2008 abgelehnt, sie kennt diese Hochschule von früher und findet, das sei so ein "vereinsamender Ort". Sie genießt den engen Austausch mit den Juristen ihrer Fakultät. Und preist die Architektur des Gebäudes, in dem ihr kleines Büro liegt: 1956 von dem Finnen Eero Saarinen erbaut, liegen die Zimmer der Dozenten dort außen um die Bibliothek herum, die zugleich als Flur dient - so ist sichergestellt, dass Professoren und Studenten sich häufig gegenseitig über den Weg laufen.

Die Philosophin schreibt ihre Bücher unabhängig von ihrer eigenen Religiosität - aber dennoch spielt die eine große Rolle für sie. Sie stammt nach eigener Darstellung aus einer typisch protestantischen US-Familie. Sie heiratete dann einen Juden und konvertierte - und behielt dessen Namen und Religion bei, obwohl sie schon lange von ihm geschieden ist. Sie bekennt sich zum Reformjudentum, in dem soziale Gerechtigkeit - wie auch in ihrer Philosophie - eine wichtige Rolle spielt. In ihrer Gemeinde, die zum Beispiel frisches Essen für arme Leute anbaut und verteilt, singt sie im Chor - und manchmal tritt sie in Laien-Opernaufführungen als dramatischer Sopran auf - zum Beispiel in der sehr anspruchsvollen Rolle der Salome.

Es gibt aber noch eine tiefere Beziehung zwischen ihrer Religiosität und ihrer Philosophie. "Nussbaum bringt in ‚Upheavals of thought‘ das Judentum mit Leiblichkeit und Verletzbarkeit in Zusammenhang", schreibt der Kritiker Martin Kavka in einer Rezension, die sie auf ihrer Homepage verlinkt hat. Sie selbst schreibt in dem Buch an einer Stelle, sie sei eine konvertierte Jüdin "mit einem Verständnis von Judentum, für das die moralische Sphäre relativ autonom ist, wo Gottes Sorge für den Menschen im Wesentlichen moralisch und politisch ist, konzentriert auf diesseitige Sorgen und Handlungen, und mit diesseitigen Gedanken zu verstehen".

Dem Christentum wirft sie dagegen vor, zu sehr aufs Jenseits und die Verheißung der Unsterblichkeit fixiert zu sein. Sie schreibt hier: "Das Bild des Himmels als eines Platzes der Selbstgenügsamkeit und des Glücks im Sinne eines Endes aller Trauer kann letztlich nicht mit einem andauernden Mitgefühl für das menschliche Leben in Übereinstimmung gebracht werden." Das macht sie freilich an Figuren wie dem Kirchenvater Augustinus und dem italienischen Dichter Dante fest - nicht am Evangelium selbst.

So hat ihre Philosophie letztlich, wenn auch eher verdeckt, auch so etwas wie religiöse Basis oder zumindest Unterstützung. Das verbindet sich bei ihr allerdings mit einem deutlichen Eintreten für religiöse Toleranz. Eine "christlich-jüdische" Kultur gegen den Islam in Stellung zu bringen, findet bei ihr keinen Beifall: "Juden waren schon immer Weltbürger."

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