Peter Schräpler - Die STASI nannte ihn Betrüger

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In meinem Buch versuche ich, aus der Perspektive meiner Jugend vor und nach dem Mauerbau die Indoktrination der Gänsefüßchen-"DDR" zu beschreiben. Nachdem ich wegen «Absingens westlicher Schlager auf der Gitarre» von der Offiziersschule geflogen war, heiratete ich Rózsa, meine Ungarin. Gemeinsam begannen wir Ferienhäuser am Plattensee zu ver-mitteln, obwohl das der Staat «DDR» nur dem Staatlichen Reisebüro vor- behalten hatte. Die Zollfahndung setzte unserem Versuch einer Nebentätigkeit ein jähes Ende. Wir logen den Behörden deshalb erfolgreich vor, die Schwiegermutter in Ungarn sei sterbenskrank, und wir müssten in das «sozialistische Bruderland» umziehen, damit Rózsa sie unterstützen könne. Die Hoffnung, von Ungarn aus legal mit einem Visum ins westliche Aus- land zu gelangen, zerschlug sich anfangs. Erst nach drei Jahren konnten wir uns von den langen Krakenarmen der STASI befreien, um in der Bundesrepublik festzustellen, dass sie bereits wusste, wo wir wohnen. Ideenreich und sehr zu meiner Freude nannte mich die STASI auf unseren Aktenordnern «Betrüger». An meiner Schadenfreude darüber, die STASI betrogen zu haben, möchte ich die Leser gern teilhaben lassen.

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Meine verbale Intervention passte der Lehrerin überhaupt nicht, weil sie die rote Fahne am Schwanz des Löwen bereits politisch eingeordnet hatte. Offensichtlich musste beides für sie zu viel gewesen sein. Sie schoss im Stile von Speedy Gonzales zurück zu ihrem Pult und raunzte mir aber noch schnippisch zu: „Wir sprechen uns noch!“ Ein Glück für mich, dass die Pausenklingel der Schule schrillte.

Als Ergebnis meiner kameradschaftlichen Einsprache verpasste sie mir später in meinem Abschlusszeugnis der 12. Klasse einen „androhenden Verweis von der Schule“. Das verstärkte aber nur mehr meinen Willen, mir künftig von keinem sozialistischen Apparatschik oder eine Schleimspur hinterlassenden Natschalnik [ russischer Begriff für Leiter, Vorgesetzter oder Chef ] mein individuelles Denken und Handeln vorschreiben zu lassen.

Möglicherweise hatte das dazu beigetragen, dass ich mich in dieser Zeit schon oft zu einem provokanten Bürger der „DDR“ entwickelte. Wie man heute zu sagen pflegt, empfand ich mein provozierendes Tun von damals als „cool“ –. Jedenfalls erinnere ich mich heute so, wenn ich daran denke, wie ich eine ganz liebe Mitschülerin nicht ganz sinnfrei geärgert hatte.

Unsere Bänke hatten im oberen Bereich der Kante in die Schulbank eingelassene Tintenfässer für unsere Füllfederhalter. Uns Jungs motivierten die Tintenfässer häufiger als die Mädchen dazu, ausufernden Fantasien freien Lauf zu lassen. Was lag z. B. näher, als die nächste im Landeanflug befindliche Fliege blitzartig entgegen ihrer geplanten Flugrichtung zu fangen. Den aufgeregt zappelnden Störenfried in der hohlen Hand packte ich zwischen Daumen und Zeigefinger meiner Rechten an seinen Flügeln und tunkte ihn in das Tintenfass. Dann drehte ich mich - für meine Mitschülerin unverhofft - um und setzte die tiefblau getränkte und kurzzeitig am Fliegen gehinderte Musca domestica [Stubenfliege] auf die leere Seite des Schreibheftes meiner hinter mir sitzenden Banknachbarin. Die Fliege vermochte in dieser Situation noch nicht wieder zu starten und zog in einem unkontrollierten Zick-Zack-Kurs, der Schräge der Bank folgend, auf dem Heft eine verschmierte blaue Bahn nach unten. Die Mitschülerin quietschte erschreckt und wusste nicht, wie sie darauf reagieren sollte. Andere Mitschüler, die erst nach und nach die Ursache erkannten, waren vollauf begeistert, und ich konnte mich vor Schadenfreude nicht mehr halten. Um nicht den Unterricht zu unterbrechen und unseren Lehrer zu reizen, blieb mir nichts weiter übrig, als meine Federmappe mit einem Platsch auf das ahnungslose Tierchen fallen zu lassen. Es erinnerte mich an Wilhelm Busch: „Da holt er aus mit voller Kraft, die Fliege wird dahingerafft“. Ganz wohl war es mir dabei ja nicht, weil ich wusste, was in der folgenden Pause auf mich zukommen würde, wenn ich mit weiblicher Verstärkung rechnen musste. Es ging noch einmal glimpflich ab, weil sich die begeisterte Klassenmehrheit auf meine Seite schlug und mir durch ihren Beifall Unterstützung zollte.

Der Bau der Berliner Mauer

Immer öfter überraschte ich mich dabei, dass ich während des Unterrichts beim Gedanken an den „Genossen Spitzbart“, Staatsratsvorsitzender und zugleich Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrats der „DDR“, Walter Ulbricht, mit der fistelnden Eunuchenstimme, von vielen Lügenbaron genannt, widerwärtige Empfindungen verspürte. Dieser proletarische Einfaltspinsel erzeugte in meiner Magengegend immer jenes unangenehme Kribbeln, diese Mischung aus latenter Resignation, Angst und Hoff- nungslosigkeit, die ich in der „DDR“ immer öfter fühlte. Mit seiner hinterhältigen Lüge im Juni 1961 beteuerte Walter Ulbricht am 15. Juni vor der internationalen Presse: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten...“. Dabei begann er die Silbe „nie“ eine halbe Oktave höher, um die zweite Silbe des Wortes wieder in tieferer Tonlage zu beenden. Wenn ich mich Jahre später auch nicht mehr an den exakten Wortlaut seiner Erklärung erinnern konnte, den Satzteil „niemand hat die Absicht“ in der Tonlage seiner Fistelstimme kann ich noch heute als „humoristischer Kleinkunstdarsteller“ meinen Bekannten vortragen und ihnen oft ein Lächeln entlocken.

Der verlogene Satz war in den Köpfen der Bevölkerung kaum vom Kurzzeit- und Arbeitszeitgedächtnis in die Windungen des analen Netzes des Langzeitgedächtnisses einsortiert worden, da passierte es: Maurerbrigaden, Kampfgruppen und Angehörige der NVA begannen in Berlin Absperrungen zu ziehen und die ersten Hohlblocksteine zu platzieren. Die Machtprobe des sich politisch hoffnungslos verfahrenen Politbüros gipfelte beinahe in einer Auseinandersetzung der beiden Systeme, als sich am Checkpoint Charlie gefechtsbereite russische T 54 und amerikanische Pershing-Panzer nur wenige Meter voneinander entfernt, waffenstrotzend gegenüberstanden.

Während ich mit meinem Freund am 22. August 1961 zum Tanz in Stolberg/Harz im FDBG-Ferienheim des Schlosses war, hatte auch uns der Mauerbau erreicht. Vom bevorstehenden Bau einer Mauer zwischen der Bundesrepublik und der Ostzone [genannt: „DDR“] wussten wir bis zu diesem Abend allerdings nichts. Wir forderten zwei flotte „Urlaubsmiezen“ zum Tanz auf. Am Dialekt erkannten wir unschwer, es sind Berlinerinnen. Meine Tanzpartnerin war etwas wortkarg und antwortete kaum auf meine Fragen. Irgendetwas stimmte mit ihr nicht, da lag etwas sehr Unangenehmes in der Luft, das fühlte ich. Plötzlich lehnte sie ihren Kopf an meine Schulter und fing leise an zu weinen. „Auch das noch“, dachte ich, „bestimmt Liebeskummer, den ich jetzt ausbaden darf“. Das fehlte mir noch. Schließlich begann sie zu erzählen, dass die Ideologen des Politbüros veranlasst haben, in Berlin eine Mauer zu errichten. Die Übergänge seien schon alle gesperrt. Sie könne jetzt ihre in Westberlin lebende ältere Schwester nicht mehr sehen, geschweige denn besuchen und sei deshalb sehr, sehr traurig. Ich war in meinen wackligen sozialistischen Grundfesten erneut erschüttert. Was müssen sich diese geisteskranken „Politgruftis“ nur dabei gedacht haben? Fast bekam ich Mitleid mit ihnen. Das Volk lief ihnen weg. Zuletzt an einem Tag bis zu 3000 Menschen in Richtung Westen. „Ein Volk einzumauern konnte doch keine Alternative sein“, dachte ich. Weit gefehlt. Wenn ich damals gewusst hätte, dass ich noch siebzehn Jahre im Zustand einer seelischen Schockstarre verbringen sollte, dann wären mir auch die Tränen gekommen. Wir beendeten den Tanz und sprachen zu viert am Tisch über die Hoffnungslosigkeit der neuen Situation in diesem Lande. Kein erotischer Gedanke mehr bei fröhlichem Tanz. Dieser Tag war gelaufen.

Der „Schwarze Kanal“ und Prager Frühling

Die Lügen W. Ulbrichts wurden später nur noch von Carl-Eduard von Schnitzler, Sohn eines königlich-preußischen Legationsrates, übertroffen. Er wurde nicht erst von der späteren „Wir-sind-das-Volk–Gemeinde“ als „Sudel-Ede“ bezeichnet, weil er der „DDR“-Bevölkerung im „Schwarzen Kanal“ des ostdeutschen Fernsehens die ausgesuchten Teilwahrheiten über den „Klassenfeind“ der „BRD“, argumentativ als geschickte Hirnwäsche verpackt, in die Wohnzimmer brachte. Diesen Titel soll er bereits in den sechziger Jahren bekommen haben. Wenn die martialische Begleitmusik des „Schwarzen Kanals“ in UFA-Manier der Wehrmachtsberichterstattung in die Stuben dröhnte, wurde oft genau das Gegenteil erreicht. Das perfide seiner Fernsehargumentationen bestand darin, dass er Informationen aus den Medien der Bundesrepublik Deutschland nutzte, die der mitteldeutsche Fernsehzuschauer vielfach nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen konnte, weil er die bundesdeutschen Programme, sendetechnisch bedingt, nicht sehen konnte oder aus sozialistischer Überzeugung gar nicht sehen wollte und schlussendlich auch keinen Zugang zu den gedruckten Medien hatte. Der Verantwortliche des Politbüros, der sein O. K. zu diesem Fernsehprogramm erteilt hatte, war einer intellektuellen Illusion aufgesessen. So begannen – vom Staat ungewollt - die ersten Zeiten „geistiger Republikflucht“. Möglich, dass Napoleon Bonaparte mit seiner Bemerkung recht hatte: „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde“.

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