Peter Schräpler - Die STASI nannte ihn Betrüger

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Die STASI nannte ihn Betrüger: краткое содержание, описание и аннотация

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In meinem Buch versuche ich, aus der Perspektive meiner Jugend vor und nach dem Mauerbau die Indoktrination der Gänsefüßchen-"DDR" zu beschreiben. Nachdem ich wegen «Absingens westlicher Schlager auf der Gitarre» von der Offiziersschule geflogen war, heiratete ich Rózsa, meine Ungarin. Gemeinsam begannen wir Ferienhäuser am Plattensee zu ver-mitteln, obwohl das der Staat «DDR» nur dem Staatlichen Reisebüro vor- behalten hatte. Die Zollfahndung setzte unserem Versuch einer Nebentätigkeit ein jähes Ende. Wir logen den Behörden deshalb erfolgreich vor, die Schwiegermutter in Ungarn sei sterbenskrank, und wir müssten in das «sozialistische Bruderland» umziehen, damit Rózsa sie unterstützen könne. Die Hoffnung, von Ungarn aus legal mit einem Visum ins westliche Aus- land zu gelangen, zerschlug sich anfangs. Erst nach drei Jahren konnten wir uns von den langen Krakenarmen der STASI befreien, um in der Bundesrepublik festzustellen, dass sie bereits wusste, wo wir wohnen. Ideenreich und sehr zu meiner Freude nannte mich die STASI auf unseren Aktenordnern «Betrüger». An meiner Schadenfreude darüber, die STASI betrogen zu haben, möchte ich die Leser gern teilhaben lassen.

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Eines Tages passierte das Unvermeidbare doch – und zwar mit dem schrecklichsten Superlativ aller adjektiven Steigerungsformen. Ich hatte nämlich - medizinisch ausgedrückt – eine bemerkenswerte Diarrhö, deren Dramatik noch über der Steigerungsform Superlativ lag.

Also, nichts wie hinunter auf den Hof. Unten angekommen, rätselte ich, wie ich den Weg bis zum Häuschen überwinden sollte. Mein Schließmuskel leistete Großartiges und versuchte, krampfhaft zu verhindern, was verhindert werden musste. Rennen bis zur Hoftoilette war nicht mehr machbar. Es entwickelte sich ein Albtraum. Ich vermochte nur noch ganz vorsichtig, wie auf Eiern balancierend und alles Zusammenpressbare zusammenpressend, ganz langsam über den Hof zu schleichen – immer in der Hoffnung, niemand würde das sehen. Mein Anus durfte keinesfalls irgendetwas falsch interpretieren.

Am Häuschen angekommen, galt nur: Tür auf und hinein. Ich saß geschätzte zwei Sekunden überglücklich in meinem Abteil. Mein Zwischenziel vor dem fäkalen Super-Gau hätte ich erreicht, wenn nicht in diesem Moment - für mich deutlich hörbar - die Vermieterin die Holztür des Tandemklos geöffnet und gewissermaßen „neben mir“ Platz genommen hätte. Ich hatte sie auf dem Wege dorthin nicht wahrgenommen, weil sie aus ihrem Holzschuppen kam. Schweiß brach aus allen meinen Poren.

Ich stellte mir vor, wie sie majestätisch mit ihrer gesamten Leibesfülle das Loch ausfüllte. Die trockenen Holzbretter des Häuschens knarrten und bewegten sich spürbar. Jetzt durfte ich mich auf keinen Fall bemerkbar machen, um diese Peinlichkeit für mich – und vielleicht auch für sie - nicht eskalieren zu lassen. Ich zählte die Sekunden und Minuten und hörte in meiner angehenden Männlichkeit wie unsere Nachbarin ihren menschlichen Bedürfnissen freien Lauf ließ. Im Gegensatz zu mir hatte Sie das Gegenteil einer Diarrhö. Der Geräuschpegel ihrer fallenden Verdauungsprodukte war unüberhörbar, wenn sie mit 9,81 m/sm² Fallgeschwindigkeit in der Tiefe der erst kürzlich geleerten Grube aufschlugen und ein Geräusch hinterließen, das nur damit zu vergleichen ist, wenn Zement, Kies und Sand in einem schräg gestellten Betonmischer nach oben gehoben werden, um dann im freien Fall vermengt wieder nach unten zu klatschen. Ich dachte, sie müsse doch meinen dröhnenden Pulsschlag hören! Er schien mir regelrecht aus den Ohren heraus zu klopfen. Ich war dem inneren Wahnsinn nahe und musste doch noch in meinem erzwungenen, möglichst unhörbaren Zustand, verharren. Ich versuchte mich abzulenken und betrachtete mein „Wandgemälde“, einen DIN-A3-großen Donald Duck. Ihn hatte ich originalgetreu von einem Poster der Bravo durchgepaust und dann farbig nachgezeichnet. Weil er mir so gefiel, aber nicht so recht in die Wohnung passte, hatte ich ihn mit Reißzwecken an die Klowand geheftet. Donald hielt in der rechten Hand eine WC-Bürste, und darunter stand der Spruch: „Auch in dieser edlen Kunst gibt es Dilettanten, Künstler treffen in das Loch, Stümper auf die Kanten“! Mit einem verzweifelten Blick auf dieses Bild versuchte ich mich abzulenken. Der Gedankenwechsel reichte für wenige Sekunden, als nebenan das Zeitungspapier der „Freiheit“ raschelte. [Regionalzeitung des Kreises, die sehr viele Leser zweckentfremdet als Klopapierersatz nutzten. Richtige WC-Papierrollen gab es im staatlichen Handel nicht immer, und im Härtegrad wichen Zeitung und Rolle kaum voneinander ab - wenn man einmal von der ungewollten Übertragung der Druckerschwärze absah]. Die „Herzchentür“ neben mir knallte zu, der Riegel fiel ins Schloss, und die Schritte der Vermieterin entfernten sich über den Hof. Ich ließ der Natur freien Lauf. In diesem Moment schnellte mein von der Norm abweichender Ruhepuls noch einmal kurz nach oben, um sich erst allmählich wieder seinem Normalzustand zu nähern. Es war überstanden. Ab diesem Moment fühlte ich mich erwachsen.

Am Abend mit meinen Freunden in der Kneipe war meine pubertäre Scham einer inneren und geäußerten Schadenfreude gewichen, nachdem ich das Erlebte jedem neu Hinzukommenden erzählen musste. Die Jungs johlten und hauten vor Begeisterung auf die Tischplatte, bis die Biergläser tanzten. Ich nahm mir fest vor, während der folgenden Jahre Internatszeit dort nur noch die wassergespülten WCs aufzusuchen. Eine derartige Situation wollte ich nicht noch einmal erleben.

Ich ließ mich fortan einfach in der sozialistischen Bildungssuppe treiben. Langfristig und auf unser sozialistisches Leben bezogen, mussten wir Schüler nicht unbedingt denken. Der Staat, der kein gewählter war, nahm uns das im Interesse seines Machterhalts gerne ab. Das fragend in Zweifel zu stellen wäre unüberlegt gewesen. Die Partei hatte immer unfehlbar Recht und haute jedem diese Maxime oftmals warnend um die Ohren. Zugleich nutzten sie damit jede Chance zur Verfestigung ihrer Macht. Wie realitätsfern die Genossen des Politbüros waren, zeigte nach der Wende die Aussage des Ministers für Staatssicherheit der „DDR“ Erich Mielke. Er war einer der Hauptverantwortlichen für den Ausbau des flächendeckenden Überwachungssystems. Am 13. November 1989 formulierte er vor der Volkskammer seinen Stottersatz: „Ich liebe – ich liebe doch alle – alle Menschen – na ich liebe doch – ich setzte mich doch dafür ein“ und erntete damit brüllendes Gelächter.

Weil die nächste verkehrstechnisch noch gut erreichbare „EOS“ [Erweiterte Oberschule] dreißig Kilometer entfernt lag, verplanten mich meine Eltern in ein Internat. „Goethe-Oberschule Thale“ mit Internat nannte sich mein neues Domizil. Mit dem historisch bewährten Dienst-PKW meines alten Herrn - einem flotten, grauen DKW aus der Kriegsproduktion und mit Flügel-Blinkern - fuhren wir vollgepackt und ausgerüstet mit Federbett, Bettwäsche und den nötigen Schulutensilien nach Thale am Nordharz ins Internat. Dort begann für mich eine vierjährige wechselvolle Zeit, an die ich noch heute mit gemischten Gefühlen zurückdenke. Ich zählte mich manchmal zu den extrem lernfaulen Vertretern meiner Gattung. Trotzdem lebte es sich so auch ganz ordentlich. Mag sein, dass mancher Leser Ähnlichkeiten feststellt, mir jedenfalls hätte mehr schulisches Engagement sehr gut getan.

Jeans und Radio Luxemburg

Mit dem Tragen von Jeans während der Internatszeit begann der Eklat mit dem verlängerten Arm der Partei. Etwa 1957 hatten die Jeanshosen der Marken Levis, Wrangler und Mustang auch den Osten Deutschlands flächendeckend erreicht. Für die Partei waren Westjeanstragende Jugendliche ein Zeichen für latente Renitenz. „Niethosen“ – wie die Staatstreuen die westlichen Jeans zu nennen pflegten - waren für sie wie das rote Tuch des Toreros für den Stier. Auch sie fühlten sich provoziert. Hatten diese Jugendlichen auch noch lange Haare, war der Kessel der verletzten Staatsraison am Überlaufen. Ich habe erlebt, wie Mitschüler der oberen Klassen auf dem Fußweg zur Schule in die Dienststelle der Volkspolizei geholt wurden. Dort schnitt man von ihren Jeans die hinten aufgenähten Markenzeichen aus Leder ab [damals waren sie noch aus Leder – das erhöhte ihren Marktwert für uns]. Wir empfanden das als eine unerträgliche Demütigung. Mit genau diesen Markenzeichen wollten wir zum Ausdruck bringen, dass es zur konformistischen Einheitsbekleidung „Made in GDR“ bessere Alternativen gibt, und wir zu den Andersdenkenden gezählt werden wollten.

Also begannen wir einen Handel mit Jeans-Lederzeichen, die von alten, verschlissenen Hosen abgetrennt und umgenäht wurden. Damals konnten wir im „DDR“-Handel nichts Vergleichbares kaufen. Glücklicherweise bekamen immer mehr Eltern von uns Westpäckchen, die auch mal eine Original-Jeans enthielten oder der Verwandtenbesuch aus dem Westen brachte eine mit. Erst später in den siebziger Jahren kam es zu einer gewissen Entspannung. In den Intershop-Läden konnten „DDR“-Bürger, die in den Besitz von DM kamen, problemlos West-Jeans kaufen, vorausgesetzt, sie konnten eine DM-Quelle anzapfen.

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