Seine Gedanken rutschten weiter in die Vergangenheit und machten Halt, als er Isa kennen lernte. Sie war die einzige Frau, die ihn im Herzen jemals traf. Ihre erste Begegnung hatte im Kreissaal stattgefunden. Im grellen Neonlicht füllte er gerade Nabelschnurblut von einem Neugeboren in ein Röhrchen ab und reichte es der noch unbekannten Isabella Willibald. Als medizinisch technische Assistentin war es ihre Aufgabe, das Blut zu untersuchen und die Blutgruppe des Neugeborenen festzustellen.
Gerne holte er sich die Bilder dieser Augenblicke zurück. Vor ihm stand eine große, sportlich schlanke Isabella, die schwarzen Haare über den Hinterkopf zu einem Zopf geflochten, und mit hellblauen wachen Augen hatte sie ihn freundlich angeschaut. Ihr ruhiges und natürliches Wesen hatten damals alle Toren zu seinem Herzen geöffnet. Da spürte er es, dass sie die Frau ist, die er für immer haben wollte.
Anfangs verhielt sie sich zurückhaltend auf sein Werben, was seinen Jagdtrieb noch mehr anstachelte. Die Anfangsjahre ihrer Beziehung bescherten ihm die glücklichste Zeit in seinem Leben. Josef liebte seine Isa aufrichtig. Ihre Ausgeglichenheit und Liebenswürdigkeit erreichten dasselbe hohe Maß, wie die des Vaters. Natürlich verstanden die beiden sich auch auf Anhieb. Seine Mutter hingegen lehnte Isa strikt ab. Kein Wunder, sie unterschieden sich wie Salz und Zucker.
Als Josef feucht dampfend die Jagdhütte betrat, war Ronja bereits fort. Das Frühstück stand unberührt auf dem Tisch. Wurst und Butter glänzten im trüben Licht. Den geliehenen Sportanzug hatte Ronja an der Stelle liegen lassen, wo sie ihn ausgezogen hatte, nämlich mitten im Weg. Aber Josef fühlte sich nach dem Laufen so prächtig, dass er sich über die schlampige Art nicht ärgerte und alles wegräumte. Dann stellte er sich pfeifend unter die Dusche.
Mit heftigen Tritten bekamen das Gas- und Bremspedal Ronjas Zorn zu spüren. Sie rauschte zu schnell über die schmalen Waldwege. Matsch spritzte auf und die Reifen sprengten Kieselsteine zur Seite.
„Du blöder, selbstgefälliger Hund, du!“, schrie sie gegen die Windschutzscheibe. „Mit mir ist nicht so leicht Kirschen essen, mein Freundchen!“ Es ist immer das Selbe mit den verheirateten Männern. Da läuft zuhause nichts mehr im Bett und die holde Gattin kann nur wegen der Kinder ihren Mann emotional halten. Immer dieser Kindermasche und Angst vor dem finanziellen Ruin, wenn die Rede von Scheidung auftaucht.
„Oh, ihr Luschen!“ Sie schlug auf das Lenkrad. Ronja ärgerte sich maßlos, weil sie nicht den lieben Hausfrauentyp verkörperte und Kinder als lästig empfand. Aber im Bett, da wollten die Männer sie alle! Ja, ja, eine Familie mit unzähligen Kompromissen führen, und den Sex ohne Verbindlichkeit ausleben!
Ronja war davon überzeugt, dass ausgelebter Sex die Grundlage einer funktionierenden Beziehung ausmachte, und da haperte es fast überall. Komisch, dabei ist das doch das Einfachste der Welt, resümierte sie. All die Jahre hatte sie das Sololeben nicht gestört. Doch plötzlich änderten sich ihre Bedürfnisse. Und dieser Josef war der Schlüssel zum ganz großen Glück, wahrlich ein Prachtexemplar! Ronja beschloss auf der Heimfahrt, dass sie mit allen Mitteln um diesen Mann kämpfen würde!
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