Maja Kern - Der weiße Dämon
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Das nächste Zimmer auf der linken Seite war das Arbeitszimmer. Hier herrschte die absolute Ordnung. Ein Schreibtisch mit einem großen Ledersessel, mehrere Bücherregale und eine weiche Couch. Schulz näherte sich dem Schreibtisch und zog langsam eine Schublade nach der anderen heraus. Einige Rechnungen, sorgfältig eingeheftete Kontoauszüge, einen Stapel Papier, verschiedene Quittungen. Schulz schaute sich die oberste an. Restaurant „Dolce Vita“, 2 Cozze Vino Bianco, 2 Saltinbocca, 1 Montepulciano 0,5 l. Alles in allem 78 Euro. Alles aufgegessen und ausgetrunken vor eine Woche. Nicht schlecht ist es, das Studentenleben, dachte Schulz.
Weiter fand er eine Mappe mit Schulzeugnissen. Er schlug sie auf, blätterte vorsichtig darin. Max Huber war kein schlechter Schüler. Besonders gut war er in Mathematik und Physik. Sein Deutsch war eher mittelmäßig. Schulz kniete sich schwerfällig hin und schaute unter den Tisch. Ein Papierkorb, bereits entleert.
Als Schulz versuchte, sich aufzurichten, wurde es ihm gleich schwarz vor den Augen. Er hielt sich an der Tischkante fest und wartete ab, bis die schwarzen Fliegen weggeflogen waren. Sein Blick wandelte zu den Büchern in den Regalen. Schulz zog ein Buch nach dem anderen heraus. Ausschließlich naturwissenschaftliche Fachbücher, Lehrbücher für Informatik und Reiseführer. Trocken, dachte Schulz, nichts für die Seele. Das aufgeräumte Arbeitszimmer bildete ein gewisses Gegenteil zu dem Chaos der übrigen durchgewühlten Wohnung.
Schulz schloss die Augen und versuchte seine Eindrücke wahrzunehmen. Kurz darauf gab er auf: alles war noch zu undeutlich, nichts Brauchbares. Ein Gefühl der inneren Unruhe stellte sich ein. Er hat jetzt fast die ganze Wohnung durchsucht und nichts von Bedeutung gefunden, abgesehen von dem Metallklumpen. Der Mensch Max Huber ist für ihn nicht klarer geworden. Er war und blieb nur ein blasser Schatten.
Schulz beschloss zu warten, bis die Spurensicherung abgeschlossen war. Er wollte allein in der Wohnung bleiben. Er musste sich selbst einen Eindruck verschaffen, was für eine Persönlichkeit dieser Max Huber war. Er ging zurück in die Küche. Die Leiche war bereits abtransportiert worden, nur die Blutlache blieb. Schulz spürte einen leichten Stich in seiner Herzgegend. Das geht nicht spurlos an mir vorbei, dachte er.
Er drehte den Wasserhahn auf, beugte sich nach vorne und ließ sich den Wasserstrahl in den Mund laufen. Er trank genüsslich und machte große Schlucke. Danach wischte er sein Gesicht mit einem Taschentuch ab und setzte sich an den Tisch. Er versuchte zum zweiten Mal die Gedanken, die in seinem Kopf herumschwirrten, in Ordnung zu bringen. Ein junger Mann wird mitten während einer Party ermordet. Der Mörder versucht, ihn vorerst zu verstecken. Was bedeutet das? Die Absicht des Mörders war, dass seine Tat zumindest nicht gleich aufgedeckt werden würde. Sollte es heißen, dass einige Partygäste nichts von dem Mord mitbekommen haben? Davon kann man ausgehen. Ist das überhaupt möglich? Schulz zweifelte. Die auf den ersten Blick verschwenderische Lebensweise des Ermordeten war Schulz auch ein Rätsel. Und schließlich, die Frage, wie glaubwürdig die Aussagen von Alexandra Keller waren, konnte Schulz ebenfalls nicht mit Sicherheit beantworten. War sie in den Mord verwickelt? Wusste sie mehr, als sie sagte? Ich suche weiter, dachte er, ich finde es heraus.
Er kehrte in den Korridor zurück. An der Eingangstür blieb er eine Weile stehen. Durch diese Tür kamen die Gäste, der Mörder auch. Schulz stellte sich vor, wie eine Schar lärmender Jugendlicher sich in die Wohnung stürzte. Ein dunkler Schatten schlich hinterher. Der Schatten blieb vor der Tür stehen und holte langsam ein langes Messer. Stopp. Einige Fragen gingen Schulz durch den Kopf. Wartete der Mörder im Korridor auf Max Huber? Versuchte er, ihn aus dem Wohnzimmer zu locken? Hat er auf ihn in der Küche gewartet? Und was noch wichtiger war: wurde Huber von einem Gast ermordet? Von mehreren? Oder von jemandem, der uneingeladen kam? Das Gefühl, dass an diesem Punkt etwas nicht stimmte, nicht zusammenpasste, stellte sich ein. Schulz schloss die Augen und versuchte zu erklären, was ihn so sehr verunsicherte. Er wusste es gleich: der Mörder wählte den denkbar schlechtesten Zeitpunkt für seine Tat, er war mit seinem Opfer nicht allein. Gab es dafür eine Erklärung? Entweder handelte der Täter spontan und im Affekt, oder die anderen Gäste waren in den Mord verwickelt. Eine andere Erklärung konnte es einfach nicht geben.
Schulz fing an, sich durch einen dunklen langen Korridor nach vorn zu bewegen.
Vor der Tür zum Schlafzimmer blieb er eine Weile stehen. Er wusste nicht, wonach er suchte. Er hoffte aber sehr, dass diese letzte Tür etwas Entscheidendes hinter sich verbarg. Im Schlaf ist man am ehrlichsten, dachte Schulz. Er drückte die Türklinke.
Was er zuerst sah, war ein riesiges, hohes Ehebett, das auf einem dicken hellen Teppich stand. Nanu, haben wir es hier mit der Prinzessin auf der Erbse zu tun, dachte Schulz, die durch zwanzig Matratzen und zwanzig Eiderdaunenbetten die kleine Erbse gespürt hatte. Und das nicht überlebte. Die böse Metapher gefiel Schulz, doch er schämte sich gleich für seinen Einfall.
Was sollte man von einem jungen Mann halten, der so sehr den Luxus schätzte? Schulz spürte, dass das Mordopfer ihm zunehmend unsympathischer wurde. Er konnte diese genussorientierten, verwöhnten, hochnäsigen jungen Bengel nicht ausstehen. Das Geld, das sie mit beiden Händen zum Fenster hinausschmeißen, konnten sie nicht selbst verdient haben. Das war der wichtige Punkt, ganz genau. Die weit wesentlichere Frage lag an der Oberfläche: woher nahm Max Huber die finanziellen Mittel, um so ein unbeschwertes Leben zu führen? Das finden wir heraus, aber jetzt gehen wir weiter, sagte Schulz zu sich selbst.
Er drehte sich um und erschrak. So unerwartet war das, was er sah. In einer Nische, etwas versteckt, stand ein alter Buffetschrank aus schwarzem Holz. Der war bestimmt mehrere Jahrhunderte alt. Der Schrank war von oben bis unten mit Holzverzierungen und üppigen Schnitzereien geschmückt. Die stellten Monsterköpfe mit den verschiedenen Grimassen dar: mal waren sie wütend, mal hämisch, mal wild und abschreckend. Die ganze Pracht ruhte auf drei geschnitzten Füßen aus Löwenköpfen mit geöffneten Mäulern und zwei Pfoten rechts und links. Zwei massive Kassettentüren zeigten nichtsahnende dicken Putten, die von Monstern mit wutverzerrten Fratzen und weit aufgerissenen Mäulern im nächsten Moment verschluckt werden sollten.
Über den Türen befanden sich zwei schmale Schubladen, die von einem weiteren Monsterkopf, einem einäugigen Zyklopen, getrennt wurden. Die Oberteile des Buffets schlossen über einem breiten Fries jeweils mit einem feuerspeienden Drachenkopf. Dazwischen, als die Krönung des Ganzen, stand auf Bockhufen ein Satyr. Er schien in einer Art leichter Vorbeugung erstarrt zu sein. Sein lockiger Kopf wurde von Hörnern geschmückt.
Schulz hob den Kopf, um der Figur ins Gesicht zu schauen und fuhr unwillkürlich zusammen. Boshaft und unheimlich lächelte der Satyr, seine Gesichtszüge waren auf eine wunderliche Weise menschlich und tierisch zugleich. Das Merkwürdigste daran aber war, das seine Fratze kreidebleich war. Dies bildete einen fürchterlichen Kontrast zu dem ganz dunklen Schrank.
Schulz machte einen Schritt zurück. Aus der anderen Perspektive zeigte sich der Schrank noch bedrohlicher als aus der Nähe. Dieses in Holz geschnitztes Übel schrie und heulte aus jedem Monsterkopf. Der Schnitzer sollte ganz schön vom Leben enttäuscht gewesen sein, dachte Schulz. Als ob er all seine Wut und Verbitterung in dem Schrank verkörpern wollte. Nicht unbedingt ein Objekt für das Schlafzimmer, abgesehen davon, man hat gerne Alpträume.
Schulz holte sein Handy heraus und nahm den Schrank von allen Seiten auf. Vorsichtig, als ob er erwarten würde, gebissen zu werden, öffnete er eine der Türen. Was er da sah, war nicht außergewöhnlich. Einen Schuhkarton voll alten schwarzen Tafelsilbers. Schulz suchte weiter. Alte üppige Sammeltassen, einige Döschen aus Glas, eine alte Brille mit goldenem Gestell. Die nächste Schublade enthielt schwarz-weiße, vergilbte Fotos. Fast alle Bilder zeigten die gleiche Frau. Einmal lehnte sie sich an eine Steinklippe am Strand, dann umarmte sie einen blühenden Kirschbaum. Sie hatte wunderschöne Locken, die ein liebliches Gesicht umrahmten. Man sah ihr an, dass sie gerne posierte. Jedes Foto schien sorgfältig arrangiert zu sein. Sie war mal nachdenklich, mal fröhlich, aber immer photogen. Auf einem Bild saß sie zwischen zwei anderen jungen Damen auf einer Parkbank. Alle drei trugen Kleider mit Pünktchen, sie lächelten in die Kamera. Schulz drehte das Foto um. Ein Datum: 18.08.1947, mit Bleistift gekritzelt. Das sollte die Besitzerin des gesamten Nachlasses sein, dachte er, wahrscheinlich ist sie bereits tot. Wie Max Huber. Aber was hat das alles zu bedeuten, fragte sich Schulz. Ein Sammelsurium von altem Gerümpel in einem unheimlichen Schrank einer Studentenwohnung. Schulz spürte ein Unbehagen. Er beschloss, seine Untersuchung zu unterbrechen.
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