Sigurd Marx - Der Schrei des Maikäfers

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Der Gesellschaftsroman spielt vordergründig im 20. Jahrhundert in Deutschland und hintergründig im Europa des 18. Und 19. Jahrhunderts und verknüpft die dramatischen politischen Ereignisse jener Zeit mit der Lebensgeschichte des preußisch geprägten «Untertan Sigurd Adolf Kröger».
Der Hauptprotagonist erzählt die Geschichte einer stets missbrauchten Jugend sowie das Leben eines Einsamen, den die
Angst vor seinem eigenen Alter quält. Es ist auch die Geschichte über das Zusammenspiel unterschiedlicher Charaktere insbesondere im heutigen öffentlichen Dienst deren Berührungspunkte zu Reibungsflächen werden, die einen der Protagonisten zur Selbstverbrennung treiben. Ein Roman erzählt mit humorvollem Augenzwinkern, den Blick zurück im Zorn und die vage Hoffnung, dass der Mensch aus der Geschichte gelernt hat.

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Plötzlich schob Eberhard seinen Arm unter dem meinen und sah mich dabei von der Seite an, denn er ahnte sehr wohl, was in mir vorging. Und obgleich ich auch bei den nächsten Schritten noch schwieg, war ich auf einmal sehr versönlich gestimmt.

„Ich hatte unsere Verabredung nicht vergessen, Sigurd, sagte Eberhard verlegen und blickte vor sich nieder auf den Bürgersteig, sondern ich dachte nur, dass heute doch wohl nichts daraus werden könnte, weil es ja so heiß und schwül ist“. Aber mir macht das nichts aus, und ich finde es prima, dass du trotzdem auf mich gewartet hast. Ich glaubte auch schon, du seiest nach Hause gegangen und ärgerte mich bereits. Ich geriet innerlich vor Zorn in Wallung bei dieser scheinheiligen Ausrede.

„Ja, lass uns jetzt gehen! Sagte ich mit bewegter Stimme; über die alten Wallanlagen in Richtung Bahnhof bringe ich dich nach Hause, Eberhard, Gott und Führer mit uns - es schadet gar nichts, dass ich dann meinen Heimweg allein mache; das nächste Mal begleitest du mich nach Hause; ist doch klar, manich“?

Im Grunde glaubte ich nicht allzu sehr an das was Eberhard gesagt hatte und fühlte genau, das er nur halb so viel Gewicht auf diesen Spaziergang legte, wie ich.

Wiederum bemerkte ich doch, dass Eberhard seine Vergesslichkeit bereute und bemüht war, mich zu versöhnen. Und ich war weit von der Absicht entfernt, diese Versöhnung zu ignorieren.

Im Grunde war es doch so das ich Eberhard Pommerenke zutiefst mochte; ja, ihn besonders gerne mochte, so wie meine Schwestern. Wer am intensivsten liebt ist oft der Unterlegene und muss leiden. Diese schlichte und harte Lehre hatte ich als fast zwölfjährige Seele bereits vom Leben zur Kenntnis genommen; und ich war so gestrickt, dass ich solche Erfahrungen in früher Jugend bemerkte und sie gleichsam innerlich speicherte und gewissermaßen meine Freude daran hatte, ohne mich freilich für meine Person danach zu richten oder gar im späteren Leben praktischen Nutzen daraus zu ziehen. Auch war es so um mich bestellt, dass ich solche Lehren weit wichtiger und interessanter erachtete als die Kenntnisse, die man mir in der Schule versuchte beizubringen, ja das ich mich während der Unterrichtsstunden in den alten Klassengemäuern oftmals damit abgab, solche Einsichten aus tiefstem Grunde meiner Seele zu empfinden oder sie mir auch grübelnd völlig neu auszudenken. Und diese Beschäftigung bereitete mir eine ganz ähnliche Genugtuung wie die, als wenn ich in meinem Zimmer mit meiner Mundharmonika umhergehend experimentierende Töne so weich und so leise wie nur möglich hervorspielte und diese sich danach mit dem Rauschen des alten Kastanienbaumes vereinigten, der drunten im Vorgarten des Amtsgerichtes stand. Der alte Kastanienbaum, meine Mundharmonika, der Massower See und in der Ferne das Stettiner Haff, die Ostsee, deren sommerlichen Traumgespinste ich mich ganz besonders gerne in den Ferien hingab, sie waren der Stoff meiner Träume, die ich liebte, mit denen ich mich gleichsam umgab und zwischen denen sich mein inneres junges Leben damals abspielte.

Weil ich daheim meine Zeit verplemperte, beim Unterricht oft träumte und geistesabwesend war und bei den Lehrern schlecht angesehen war, brachte ich meistens schlechte Zensuren nach Hause, worüber mein Vater, der immer eine akkurate Bügelfalte in seinem Dienstanzug trug, sich sehr zornig und betroffen zeigte. Manchmal dachte ich etwa so:

Es ist schon richtig, dass ich bin, wie ich bin und mich auch nicht ändern will und kann, nachlässig, verträumt, widerspenstig und auf die Dinge bedacht, an die sonst niemand denkt. Wir sind doch keine Deputatarbeiter im grünen Zigeunerwagen, sondern anständige preußische Bürgersleute, der Gerichtsvollzieher, Urkundsbeamte und Bürovorsteher Joseph Kröger, die Familie derer von Krögers... mit meinen schon erwachsenen Geschwistern, wovon vier Brüder schon dem Führer, meinem Ehrenpaten, dienten. Nicht selten dachte ich auch: Warum bin ich nur so anders und in Widerstreit mit allem, unbeliebt bei den Lehrern und von den anderen Jungen nicht angenommen? Siehe sie dir an, die guten Schüler und die von solider Mittelmäßigkeit. Sie finden die Lehrer nicht komisch, sie versuchen sich nicht in Versen und denken nur an Dinge, an die man eben denkt oder zu denken hat und die man laut aussprechen kann und dienten bereitwillig, im Gegensatz zu mir, in der Hitlerjugend. Wie ordentlich und einverstanden mit allen und jedermann sie sich fühlen müssen! So sollte es sein... Was aber ist mit mir und wie wird dies alles noch enden? Diese Art und Weise mich selbst und mein Verhältnis zum Leben zu betrachten, spielte eine wichtige Rolle in meiner treu ergebenen Zuneigung zu Eberhard Pommerenke.

Eberhard war ein guter Schüler und strammer Hitlerjunge, wie ihn sich der Führer wünschte; der ritt und turnte, beim Laufen schnell wie ein Windhund, beim Schwimmen schnell wie ein Delfin, schlank und rank wie eine Tanne war und sich der allgemeinen Beliebtheit der ganzen Stadt erfreute. Die Kameraden waren auf seine Gunst bedacht, denn er war auch HJ-Jungscharführer und auf der Straße hielten ihn die Honoratioren und Frauen an, tätschelten seinen Kopf und fassten ihn an dem Schopfe seines lockigen blonden Haares und sagten: „Grüß mir deine lieben Eltern!“ Das war mein Schulfreund Eberhardt.

So war Eberhard Pommerenke, und seit ich ihn kannte, empfand ich Sehnsucht, sobald ich ihn erblickte; eine neidische Sehnsucht, die oben in der Brust saß und zuweilen brannte.

Wer so blaue Augen hatte, dachte ich, und so in Ordnung und in glücklicher Gemeinschaft mit allen in der Stadt lebt, wie du! Stets bist du auf eine wohlanständige und allgemein respektierte Weise beschäftigt. Wenn du die Schulaufgaben erledigt hast, dann nimmst du Reitstunden oder arbeitest mit dem Zeichenstift und selbst in den Ferien am Stettiner Haff, an der Ostsee oder am Massower See, frönst du dem Rudern, Segeln und Schwimmen, indes ich müßiggängerisch und verloren am Ufer liege und auf die geheimnisvoll wechselnden Mienenspiele starre, die über des stillen Sees glattes Antlitz huschen. Aber gerade darum sind deine Augen ja so klar. Zu sein wie du... Obwohl ich den Wunsch hatte, machte ich nicht den Versuch, zu werden wie Eberhard Pommerenke und im Grunde war es mir, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, nicht einmal sehr ernst mit diesem Wunsch.

Eberhard, der übrigens eine gewisse Überlegenheit meinerseits ihm gegenüber achtete, nämlich die Gewandtheit meines Mundes, die mich befähigte, schwierige Dinge auszusprechen und nieder zu schreiben, begriff wohlwollend, dass hier eine ungewöhnlich starke kameradschaftliche Empfindung für ihn lebendig sei. Er erwies sich dankbar und bereitete mir manches Glück bereits durch seine freundlichen Blicke - aber auch manche Pein der Enttäuschung und der vergeblichen Mühe, eine gemeinsame geistige Gemeinschaft zu etablieren. Es war schon merkwürdig, das ich, der Knabe Sigurd Adolf, der Eberhard Pommerenke wiederum um seine Wesensart beneidete, ständig versuchte, ihn zu meiner eigenen herüberzuziehen, was mir teilweise für Augenblicke und auch dann nur scheinbar gelang...

„Du, Eberhard, ich habe kürzlich etwas Tolles gelesen, etwas Heroisches“, sagte ich zu ihm. Wir gingen und aßen gemeinsam aus einer spitzen Tüte Sahnebonbons, die wir beim Kaufmann Rabe in der Naugarder Straße für zwanzig Pfennige gekauft hatten. „Musst du unbedingt lesen, Eberhard, es ist nämlich »Mein Kampf« vom Führer… ich leihe es dir, wenn du willst“…

„Ach nein, sagte er,“ lass man, Sigurd, das ist nichts für mich. Ich bleibe bei meinen Pferdebüchern, weißt du… famose Abbildungen sind darin, sage ich dir. Wenn du mal wieder bei mir zu Hause bist, zeig ich sie dir. Es sind Augenblicksfotografien, und man sieht die Gäule im Trab, im Galopp und im Sprung, in allen Stellungen, die man in Wirklichkeit gar nicht zu sehen bekommt, weil es so schnell geht“…

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