Franz Werfel - Jeremias. Höret die Stimme
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Dieses E-Book enthält eine vollständige Ausgabe des Romans «Jeremias» von Franz Werfel.
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Jirmijah schien aus seiner dumpfen Träumerei erst zu erwachen, als die zwölf Männer an den Stufen der Vorhalle sich wieder vereinigten. Alle holten tief Atem, um Kraft für den Eintritt ins Heiligtum zu gewinnen. Der Sagan trat nun in die Mitte der Körperschaft. Er forderte die Männer auf, eine peinliche Gewissenserforschung ihrer eigenen Reinheit vorzunehmen, damit nicht der geringste verheimlichte Flecken die göttliche Wohnstatt kränke. Mit gedämpfter Stimme zählte er die verschiedensten Fälle auf, die den Menschen im Sinne des Herrn verunreinigen und seine Annahung an die ewige Reinheit unerwünscht machen. Er sprach nach der Vorschrift rasch und gedämpft, denn vieles in der Zahl der Unreinheiten mußte mit offenen Worten benannt werden, unter denen die sehr störbare Keuschheit vornehmer Männer litt, – umfaßten diese Fälle doch alles Erdenkliche, von der Verunreinigung durch den Anblick einer Leiche bis zum heimlichen Samenerguß. Nach der Aufzählung wartete der Altpriester eine gemessene Weile, damit jeder Muße genug habe, mit sich selbst ins Gericht zu gehen. Niemand schloß sich aus. Dann erst gab er das Zeichen zum Aufbruch. Man erstieg langsam die zehn Stufen zur Vorhalle.
Die Fackeln wurden gelöscht. Kein fremdes Feuer durfte ins Innere getragen werden. Die beiden Söhne Aarons hatte ja einst das Schicksal ereilt, weil sie fremdes Feuer in den Bezirk des Herrn getragen hatten. Eine Weile lang herrschte tiefe Dunkelheit über dem Vorhof, aus der sich nur langsam der halbe Mond und eine Handvoll sickernden Sternenlichtes löste. Jachin und Boaz, die beiden Kupfersäulen, warfen lange Schlagschatten. Das Geheimnis ihrer Bedeutung war den Geschlechtern schon längst entschwunden, doch einige Weise und Älteste meinten, daß Boaz die Kraft der gottgeschaffenen Sonne, Jachin die des Mondes in sich sauge und bewahre. Das Früchte- und Lilienwerk ihrer Kapitäle erschimmerte schwach. Aus dem Inneren der Halle aber drang ein Licht, so matt, so eigen, so bedeutend, daß Jirmijah von unstillbarem Herzklopfen befallen wurde. Dieses Herzklopfen verstärkte sich, als man nach einigen Schritten in dem Gemach stand, das den Namen »Das Heilige« trägt. Jenes Licht, das Jirmijah so tief erregte, hatte hier seine Quelle. Auf einem kleinen Räucheraltar lag ein Häuflein Kohlenglut, von der ein rötlicher Schein und eine gleichmäßige Wolke aufstieg. Nicht fern von diesem Altar stand der mannshohe siebenarmige Goldleuchter. Nur drei winzige Öllämpchen brannten auf ihm mit leisem, aber hartnäckigem Strahl. Dieses gemessene Licht erstarb schon in halber Höhe des Raums. Jirmijah konnte kaum das Aufschimmern der goldnen Platten unterscheiden, mit denen die Wände des Heiligen ausgelegt waren, geschweige denn das emporstrebende Schnitzwerk aus Zedernholz wahrnehmen, mit all seinen unendlichen Abwandlungen von Blütenknospen, Rauten, Trauben, Lilien, Koloquinten. Er spürte den Raum nicht nur im Herzen, sondern auch in den Gliedern. Die Füße gingen auf zarten kühlen Zedernbohlen, die sich den Sohlen wohlig anschmiegten. Nirgends war toter Stein zu spüren. Wände, Gebälk, Decke und Türen, nichts war durch Niete und Nagel verbunden, nichts zusammengestemmt und -gehämmert, weder mit Spitzhacke noch mit Meißel und anderem eisernen Werkzeug. Das ganze Gemach, wundersam fugenlos ineinandergewachsen, glich dem Kleide des Hohenpriesters, das ohne Naht ist. Jirmijahs Auge aber hing an dem Vorhang, der den Türrahmen des letzten Geheimnisses füllte und dessen vierfarbiges Gewebe sich ahnen ließ ...
Die sechs Priester hatten sich zu einem kurzen Gebete vereinigt. Dann scharte ihr Vorsteher alle Männer um sich und fragte mit flüsternder Stimme:
»Wer ist der Jüngste hier?«
Der Jüngste war Jirmijah. Der Sagan faßte ihn an der Hand und zog ihn einige Schritte mit sich in den Hintergrund. Dann hob er das mittlere Öllämpchen vom Siebenarm ab und hielt es dem Priestersohn vors Gesicht, das er lange und eindringlich durchforschte.
»Jirmejahu ben Hilkijah aus Anathot«, flüsterte er jetzt kaum mehr hörbar, »du bist als Zeuge des Landes erwählt, einen Blick zu tun. Verhülle dein Haupt! Du mögest es dann nur bis zum unteren Augenrand enthüllen und auch das nur so lange wie ein Lidschlag dauert. Dieser Blick genüge deinem Herzen, zu unterscheiden ...«
Jirmijah wird plötzlich wieder so ruhig wie vorhin bei seiner Verlesung der Lehre. Ahnungslos ist er an diesem Morgen von seiner Heimatstadt zum Tempel gezogen, damit sich eine dreifache Bestimmung an ihm erfülle: vor dem Königshause das Wort Gottes zu künden. Für diese Kündung Lob und Tadel zu ernten. Und schließlich das Größte: als Zeuge der Reinheit und Ordnung den Blick zu dem einzigen Orte erheben zu dürfen, dem Adonai, der Herr, einwohnt, als sei dieser Ort das Herz der Welt. Unvergleichliches Schweigen herrscht. Die zwölf Männer scheinen nicht zu atmen. Nur Chananjah, der seinem Amtsbruder so weit nachstehen muß, räuspert sich einmal. Gehorsam hat Jirmijah sein Haupt verhüllt. Der Altpriester faßt seine Hand und führt ihn vorwärts. Er fühlt einen Türpfosten vor sich, dessen weltaltes Zedernholz noch immer so frisch duftet, als sei es gestern gefällt. Jirmijah weiß: jetzt hat der Sagan sein eigenes Haupt verhüllt wie alle Männer der Zeugenschaft. Jetzt faßt er, sich abwendend, mit beiden Händen den schweren Vorhang und schlägt ihn so weit zurück, daß ein schmaler Spalt entsteht. Gehorsam enthüllt Jirmijah sein Haupt. Genau bis zum unteren Augenrand. Ein herzwürgendes Zögern. Ein angespannter Entschluß. Dann öffnet er die Lider und hat das Allerheiligste des Herrn vor sich. Doch seine Augen sehen nichts als die tiefste aller Finsternisse, eine Finsternis, die der irdischen Nacht nicht gleicht, die Finsternis der Vorschöpfung, ehedenn es Licht ward. Erst am Ende der einem Lidschlag zugemessenen Frist scheint sich dieser Finsternis etwas zu entringen. Sind es die Riesenflügel der golden thronenden Cherubim? Ein unfaßbares Winken und Strömen bewegt sich auf Jirmijah zu, das ihn noch anhaucht, als der Vorhang schon längst wieder geschlossen ist.
Zweites Kapitel.
Die Stimme außen und innen
Der Knabe Baruch wartete mit Jirmijahs Eselin und seinem eigenen Tier am Tempeltor Benjamin. Der überschwengliche Festabend war einer Mitternacht gewichen, die vor Leere und Lautlosigkeit hallte. Eine einzige, schon verknisternde Pechfackel hing im Mauerring. Die Priesterwache hockte schläfrig im Torgang, der Ablösung harrend. Als der Riegel hinter Jirmijah zugeschoben wurde und er ins Freie trat, da kam kein Wort der Beschwerde aus dem Munde Baruchs, des Sechzehnjährigen, obgleich dieser einen sehr entbehrungsreichen Tag des verehrenden Wartens verbracht hatte. Jirmijah bemerkte sofort, daß der Knabe vor Kälte zitterte. Er hängte ihm seinen eigenen Mantel um die Schultern. Wenn er die sonderbare Anhänglichkeit dieses Jungen sich oft nur mit Widerwillen gefallen ließ, so erwies er ihm doch immer wieder schamhafte Fürsorge, wie gerade jetzt. Wortlos saßen sie auf und ritten ins Tal des Kidron hinab. Der große Mond und Ascheras, der Himmelskönigin Stern, herrschten noch immer. In ihrem toten Lichte zeichneten sich die knorrigen Sykomoren und Terebinthen am Wege klar ab. Die Olivenhaine hingen an der Lehne des Ölbergs wie das leichte Räuchergewölk eines Opfers, das sich ostwärts verzieht. In den Dörfern standen die dunklen Würfel der Häuser störrisch da, als erzürne sie das mitternächtige Geräusch. Die wilden Hunde, die tagsüber durchs Land schweiften, hatten sich in ihre Höhlen verkrochen. Die beiden Heimkehrenden hörten nichts als dann und wann ein fernes Klagegeheul, das scharfe Kläffen eines Schakals und den kurz aufschwebenden und wieder ersterbenden Traumschlag irgendeines Singvogels im zittrigen Geäst.
Wie es die gute Erziehung vorschrieb, richtete der Jüngere das Wort nicht an den Älteren, ehe dieser das Zeichen zur Eröffnung des Gespräches gegeben hatte. Dies aber geschah erst auf der Höhe des bestandenen Hügelkammes, dort wo die Straße sich trauernd von Jerusalem, der Hochgebauten, abwendet und über die Grenzgemarkung Jehudas und Benjamins hinab in die feste Stadt Anathot führt. Jirmijah berichtete seinem Jünger von den Ereignissen der heutigen Passahnacht im Tempel, wobei er versuchte, kurz und trocken zu sein und keinerlei Nachdruck auf ihre unzweifelhafte Bedeutsamkeit zu legen. Es gelang ihm aber kaum, die drei großen Geschehnisse in ihrer Bedeutung herabzumindern: die Vorlesung aus der wiedergefundenen Lehre, zu der ihn, den Jüngsten, die Laune des Königs Josijah bestimmt, das Lob und den Tadel, den er empfangen hatte, und endlich die Zeugenschaft vor dem Allerheiligsten, deren er gewürdigt worden war. Der verständige Knabe Baruch hatte sein ganz bestimmtes Vorwissen über Jirmijah. Und diese Witterung oder Ahnung war es, die ihn an die Fersen des Einsamen von Anathot heftete und ihn tagtäglich mit dem süßen Schauder erfüllte, er folge einem Großen des Altertums nach. Jirmijahs Bericht von den Geschichten, die sich heute während seines Ehrendienstes im Tempel und an der Passahtafel des Königs begeben hatten, verjagte mit einem Male des Knaben fröstelnde Übermüdung. Er stützte sich im Sattel auf:
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