Adrienne Träger - Eine illustrierte Erklärung der Menschenrechte in 30 Skizzen

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Sie hat sich jung gehalten: am 10. Dezember 2018 feierte die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte bereits ihren siebzigsten Geburtstag und dennoch ist ihr Inhalt so aktuell wie damals – ein guter Grund also, sich auch einmal literarisch mit der Jubilarin auseinanderzusetzen. Dabei herausgekommen sind dreißig kurze Texte, die einzelne Aspekte der dreißig Artikel der AEMR näher beleuchten und zeigen, wie allgegenwärtig und universal das Thema Menschen- rechte auch so viele Jahre nach der Verabschiedung dieses Dokumentes noch ist.
Der Einsatz für die Menschenrechte ist nicht umsonst – er kostet Geld. Mit dem Kauf dieses Buches unterstützen Sie die Arbeit von Amnesty International, da das gesamte Autorenhonorar der Organisation zugutekommt.

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Die Dorfbewohner liefen aus ihren Häusern, packten die Kinder an den Armen und zogen sie ins Haus. Das junge Mädchen wurde von ihrem Bruder in einen großen Korb gesteckt. Er zischte ihr ins Ohr, sie solle keinen Mucks von sich geben, denn die Teufelsreiter seien auf dem Weg ins Dorf. Sie verstand nicht, was er meinte und konnte sich unter dem Begriff berittene Teufel auch nichts vorstellen, doch unwissend sollte sie nicht lange bleiben, denn kurz darauf hatten diese höllischen Menschen zu Pferd das Dorf erreicht. Sie brüllten herum und schossen mit ihren Gewehren in die Luft, dann stürmten sie die Häuser.

Das verschreckte Mädchen beobachtete das Geschehen durch das Geflecht des Korbes und hoffte, dass die Männer ihr vor Angst bis zum Hals schlagendes Herz nicht hörten. Sie musste mitansehen, wie ihre Mutter von den Fremden an den Haaren ins Zimmer gezogen und auf den Teppich geworfen wurde, wo man ihr schreckliche Dinge antat, während man den Vater zwang, zuzusehen. Anschließend richtete einer der Männer sein Gewehr erst auf die Mutter und dann auf den Vater. Zwei Mal ein lauter Knall wie ein Peitschenhieb und die Eltern fielen einer nach dem anderen leblos zu Boden. Dann lachten die Männer höhnisch und gingen.

Das Mädchen blieb starr vor Schreck in dem Korb hocken, bis jemand den Deckel hochriss. Sie wurde von Furcht ergriffen und wollte schreien, aber aus ihrer Kehle löste sich kein Laut. Es war, als sei ihre Stimme zusammen mit dem Leben der Eltern erloschen. Sie zuckte zusammen, als eine Hand sie sanft an der Schulter berührte. Es war ihr Bruder, der ihr aus dem Korb heraushalf, sie kurz in den Arm nahm und anschließend mit ihr durch das hintere Fenster des Hauses flüchtete.

Sie liefen eine ganze Weile, bis sie die Hügel erreichten. Dort hielten sie inne, um einen letzten Blick auf ihr Dorf zu werfen, das lichterloh in Flammen stand, während die Sonne gerade im Begriff war, unterzugehen. Es war, als ob nicht nur das Dorf, sondern mit ihm der ganze Himmel brannte.

Gemeinsam flüchteten sie bis nach Nordafrika. Der Bruder hatte alles Geld, das der Vater im Haus aufbewahrt hatte, mitgenommen und bezahlte davon die Überfahrt nach Europa. Irgendwann waren sie auf dem Weg voneinander getrennt worden. Wo der Bruder jetzt war und ob er überhaupt noch lebte, wusste sie nicht.

Nein, das, was sie erlebt hatte, ließ sich nicht in Worte fassen. Und sie war gerne allein, denn dann stellte ihr auch niemand Fragen.

Artikel 4 Verbot der Sklaverei und des Sklavenhandels

Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel sind in allen Formen verboten.

Die Nacht war lau und der Himmel sternenklar. Während sie auf einer zerschlissenen Matte ihm Hof lag, betrachtete sie die funkelnden Sternbilder und den Mond mit seinem freundlichen Gesicht. Sie dachte an ihre Familie und an ihre kleineren Geschwister. Ihr Bruder war jetzt sechs. Ob er noch den Ball besaß, den der Vater ihm damals zum Geburtstag geschenkt hatte? Wenn ja, dann war er jetzt bestimmt geschickter darin, damit zu spielen, als damals.

Es war jetzt zwei Jahre her, dass das große Erdbeben die Insel erschüttert und die Flutwelle große Teile der küstennah gelegenen Orte verwüstet hatte. Oben in den Bergen hatten sie zwar von den Fluten nicht viel mitbekommen, aber das Erdbeben hatte sie dafür sehr hart getroffen. Sie hatten es alle gerade noch rechtzeitig aus dem Haus geschafft, bevor große Teile davon eingestürzt waren. Viel besessen hatte die Familie nie, daher war es eine große Belastung für die Familie gewesen, sich die Behausung wieder aufbauen zu müssen. Und auch wenn von den Familienmitgliedern niemand zu Schaden gekommen war, so war der notdürftig zusammengezimmerte Stall über dem bisschen Vieh der Familie eingestürzt und hatte einige der Tiere unter sich begraben. Der Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenz traf die Familie hart und sie wussten nicht, wie es weitergehen sollte.

Der Mann, der einige Wochen nach der Katastrophe in ihrem abgelegenen Bergdorf auftauchte, erschien ihnen daher wie ein Geschenk des Himmels. Er bot an, das Mädchen, das schon zehn Jahre alt war, mit in die Hauptstadt zu nehmen. Dort gäbe es Menschen, die von dem Schicksal der Bergbewohner gehört hatten und die aus christlicher Nächstenliebe Kinder bei sich aufnähmen, damit diese ein besseres Leben führen konnten. Das Mädchen könne dort bei einer Gastfamilie wohnen, dann wäre es für die eigene keine Belastung mehr. In ihrer Familie gab es schließlich genug hungrige Mäuler und wenig, um sie zu stopfen. Das Angebot, dass die Tochter bei Zieheltern groß werden konnte, die sich aus Barmherzigkeit um sie kümmerten, sie mit Nahrung und Kleidung versorgten und sie zur Schule schickten, ohne dass die ohnehin so gut wie mittellose Familie etwas dafür bezahlen musste, klang in den gebeutelten Ohren zu schön, um wahr zu sein. Sie willigten in das Angebot des freundlichen Mannes ein, der ihnen anstandshalber noch zwei Säcke Reis da ließ und dafür die Tochter mitnahm.

Sie war aufgeregt, denn in der Hauptstadt war sie nie gewesen. Überhaupt hatte sie die Berge nie verlassen. In der Stadt sah sie zum ersten Mal Häuser aus Stein. Überhaupt sah sie viele Dinge zum ersten Mal und sie fragte sich, wie sie wohl in Zukunft wohnen würde. Die Ernüchterung kam schnell, als sie die schönen Villenviertel hinter sich ließen und in den Slums ankamen. Hier war es alles andere als schön, dafür war es hier heiß, dreckig und stickig.

Die „Tante“, bei der der Mann sie ablieferte, machte zunächst einen sehr netten Eindruck. Sie zeigte ihr das Haus und die Umgebung und erklärte ihr, dass sie ihr zur Hand gehen müsse, wenn sie hier bei der Familie wohnen wolle, denn irgendwie müsse sie sich ja dafür erkenntlich zeigen, dass sich fremde Leute um sie kümmerten. Sie hätten schließlich selber nicht viel und man nähme sie nur aus reiner Nächstenliebe auf. Eine Selbstverständlichkeit, erklärte die „Tante“ ihr, sei das wahrlich nicht. Da könne man schon eine Gegenleistung erwarten. Das leuchtete dem Mädchen ein.

Restavek – so nannte man Kinder wie sie. Rest avec – bei jemandem wohnen. Es klang nett und freundlich. Doch das war es nicht. Und das wusste sie, denn wie die Wirklichkeit aussah, hatte sie sehr schnell erfahren.

Die „Tante“ hatte ihr am Abend etwas anderes zum anziehen gegeben. Es sah aus wie ein Kleid, das aus einem Sack geschneidert worden war und es fühlte sich auch so an. Ihre Sachen, die sie angehabt hatte, als sie angekommen war, hatte die „Tante“ ihr am Abend abgenommen und weggeworfen. Die brauche sie nicht mehr. Als sie ins Bett gehen wollte und fragte, wo sie schlafen solle, zeigt man ihr die Matte im Hof. Sie war entsetzt. Ihre Familie war zwar arm, aber zuhause hatte sie wenigstens ein Bett gehabt und im Haus geschlafen. Abgesehen davon, dass es nachts recht kalt werden konnte, fand sie es unheimlich, alleine draußen zu sein. Der Vater hatte ihr immer erklärt, nachts sei es draußen sehr gefährlich, zumal es dort auch wilde Tiere gäbe, die einen angreifen könnten. Daher machte es ihr Angst, draußen schlafen zu müssen. Sie kauerte sich unter der dünnen Decke zusammen und versuchte, sich selber Mut zu machen. Sie redete sich ein, in den Hof könnten keine wilden Tiere kommen und überhaupt gäbe es in der Stadt bestimmt auch keine, was vermutlich auch stimmte.

Als sie am nächsten Morgen aufstand und frühstücken wollte, lief ihr das Wasser im Mund zusammen, als sie sah, was es bei der Familie alles zu essen gab. Doch als sie sich zu den anderen setzen wollte, erklärte die „Tante“ ihr, sie müsse sich ihr Frühstück erst verdienen und schickte sie los, Wasser zu holen, zu fegen und noch einige Besorgungen zu erledigen. Als sie damit fertig war, war es fast Mittag und sie erhielt ein trockenes Stückchen Brot von der „Tante“ – als Lohn für ihre Arbeit. So lief es seitdem jeden Tag. Sie schuftete tagein, tagaus für einen trockenen Brotkanten, während sich die anderen vor ihren Augen die Bäuche vollschlugen. Sie arbeitete unermüdlich, während die Kinder der Familie in die Schule gingen oder spielten. Einmal hatte sie es gewagt, zu fragen, wann sie denn endlich in die Schule dürfte? Schließlich war sie in den Bergen auch in die Schule gegangen und das sogar sehr gerne und der Mann, der sie hierher gebracht hatte, hatte doch auch gesagt, dass man sich in der Familie um sie kümmere und sie ihre Ausbildung hier fortsetzen könne.

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