Larry Niven - Ringwelt

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Ringwelt: краткое содержание, описание и аннотация

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Abenteurer dreier verschiedenen Rassen unternehmen eine waghalsige Expedition zum größten Wunder der Milchstraße: Einst baute ein längst vergessenes Volk eine gigantische ringförmige Welt, die um eine Sonne rotiert. Die Abenteurer glauben, auf einem verlassenen Artefakt zu landen — doch die Ringwelt ist nicht tot…
Ein Klassiker der Science Fiction in Neuauflage. Der preisgekrönte, brillante Roman Larry Nivens liegt hiermit in der kongenialen Überstzung von Axel Merz erstmals vollständig, ungekürzt und bis ins Detail werkgetreu vor: Eine Neuentdeckung, ebenso spannend wie die Entdeckung der Ringwelt selbst.

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Nessus hatte die Flugräder gelenkt, als sie Zignamucklickklick hinter sich gelassen hatten. Später hatte er das Steuer an Der-zuden-Tieren-spricht übergeben. Sie waren die ganze Nacht hindurch geflogen. Jetzt verkündete ein helleres Leuchten entlang einem Rand der zentralen Schattenblende das Heraufziehen der Morgendämmerung.

Irgendwann im Verlauf der letzten Stunden hatte Louis einen Weg gefunden, sich die Dimensionen der Ringwelt bildhaft vorzustellen.

Er ging von einer Merkatorprojektion der Erde aus — einer gewöhnlichen rechteckigen Landkarte, wie sie in Schulklassen an der Wand hing — allerdings im Maßstab 1:1. Eine solche Karte konnte man mit einem Relief überziehen, so daß man am Äquator das Gefühl hatte, tatsächlich auf der Erde zu stehen. Und von diesen Karten konnte man vierzig Stück nebeneinander legen, um die Ringwelt von einem Rand zum anderen auszufüllen.

Die Merkatorprojektion besaß eine größere Oberfläche als die Erde. Man könnte sie auf der Ringwelt ablegen, nur einen Augenblick lang wegschauen — und würde sie niemals wiederfinden.

Aber es ging noch besser, wenn man die Werkzeuge besaß, die zum Bau der Ringwelt nötig waren. Diese beiden großen Salzwasserozeane auf gegenüberliegenden Seiten des Rings — jeder davon war größer als jede von Menschen besiedelte Welt. Kontinente waren schließlich auch nur große Inseln. Man konnte die gesamte Erde in einen solchen Ozean einzeichnen und würde noch immer Platz ringsum haben.

Ich hätte nicht lachen sollen, schalt sich Louis. Ich habe ziemlich lang gebraucht, um die wirkliche Größe dieses… Artefakts zu begreifen. Warum sollten ausgerechnet die Eingeborenen besser damit zurechtkommen?

Nessus hatte es früher begriffen. Vorletzte Nacht, als sie zum ersten Mal den Bogen erblickt hatten, hatte Nessus geschrien und versucht, sich zu verstecken.

»Ach, was zum tanj…!« Es spielte keine Rolle. Nicht, wenn man alle Fehler mit mehr als zwölfhundert Meilen in der Stunde hinter sich lassen konnte.

Irgendwann meldete sich Der-zu-den-Tieren-spricht über Interkom und übergab Louis das Steuer über die kleine Flotte. Louis flog weiter, während der Kzin schlief.

Die Morgendämmerung brach mit siebenhundert Meilen in der Sekunde herein.

Die Linie, die die Nacht vom Tag trennt, wird Terminator genannt. Der Terminator der Erde ist vom Mond aus zu sehen, genau wie aus dem Orbit; auf der Erde selbst ist er unsichtbar.

Die geraden Linien, die auf dem Bogen der Ringwelt Licht und Dunkel trennten, waren allesamt Terminatoren.

Von spinwärts her bewegte sich die Terminatorlinie auf die Flotte aus Flugrädern zu. Sie reichte vom Boden bis in den Himmel, von der Unendlichkeit backbords bis in die Unendlichkeit an Steuerbord. Sie nahte heran wie sichtbar gemachtes Schicksal; eine sich bewegende Mauer, die zu mächtig war, um ihr auszuweichen.

Dann war sie heran. Die Korona über ihren Köpfen wurde heller und erstrahlte in gleißendem Licht, als die zurückweichende Schattenblende den Rand der Sonnenscheibe freigab. Louis betrachtete die Nacht zu seiner Linken, den Tag zur Rechten und die Terminatorlinie, die über eine endlose Ebene davonraste. Eine fremdartige Dämmerung, die da für den Touristen Louis Wu in Szene gesetzt wurde.

Weit an Steuerbord, hinter dem Dunst, der über der Landschaft lag, materialisierten die Umrisse eines Berggipfels im neuen Licht des Tages.

»Die Faust Gottes«, sagte Louis andächtig und ließ den Namen auf der Zunge zergehen. Welch ein Name für einen Berg! Insbesondere: Welch ein Name für den größten Berg der Welt!

Louis Wu hatte Schmerzen am ganzen Leib. Wenn sein Körper sich nicht bald an die neuen Belastungen gewöhnte, würden seine Gelenke in sitzender Position steif werden, und er könnte sich nie wieder bewegen. Außerdem schmeckten seine Nahrungsbriketts allmählich wie… Briketts. Seine Nase war noch immer teilweise taub. Und es gab noch immer keinen Kaffee.

Dafür bot sich Louis Wu, dem Touristen, ein königliches Schauspiel.

Zum Beispiel der Fluchtreflex der Pierson-Puppenspieler. Niemand wäre je auf die Idee gekommen, daß es sich dabei zugleich um einen Kampfreflex handelte. Niemand außer Louis Wu.

Oder die Sternsäerlockvögel. Ein einfaches Gerät, vor Jahrtausenden erfunden, wie Nessus gesagt hatte. Und kein Puppenspieler hatte daran gedacht, es zu erwähnen. Bis gestern jedenfalls. Welch ein poetischer Name für einen Apparat.

Aber Puppenspieler waren völlig unpoetisch.

Ob sie wußten, warum die Outsiderschiffe den Sternsäern folgten? Ergötzten sie sich an ihrem Wissen? Oder waren sie hinter das Geheimnis gekommen und hatten es als unbedeutend abgetan für ihre Ziele?

Nessus hatte sich aus dem Interkom geschaltet. Wahrscheinlich schlief er. Louis schickte ihm ein Signal. Der Puppenspieler würde das Licht auf seiner Konsole sehen und zurückrufen, sobald er wieder aufwachte.

Ob Nessus es wußte?

Sternsäer: Vernunftlose Geschöpfe, die das galaktische Zentrum durchstreiften. Ihr Metabolismus war der eines solaren Phönix, und ihre Nahrung bestand aus dem spärlich verteilten Wasserstoff des interstellaren Raums. Sie bewegten sich mit Hilfe eines riesigen, hoch reflektierenden Photonensegels durch das All, das wie ein Springerschirm kontrolliert wurde. Zum Ablaichen zogen die Sternsäer gewöhnlich entlang der galaktischen Achse zum Rand der Milchstraße und anschließend ohne ihr Ei wieder zurück. Das geschlüpfte Sternsäerküken mußte den Weg nach Hause ohne Hilfe finden, indem es auf den Photonenwinden zum warmen, wasserstoffreichen Zentrum ritt.

Wo die Sternsäer hingingen, da waren auch die Outsider.

Warum folgten die Outsider den Sternsäern? Ein kurioses Rätsel, wenn auch poetisch.

Vielleicht auch nicht so kurios. Damals, auf dem Höhepunkt des ersten Krieges zwischen Menschen und Kzin, war ein Sternsäer von seinem Kurs abgeschwenkt. Das Outsiderschiff in seinem Kielwasser war an Procyon vorbeigekommen. Und hatte lange genug angehalten, um der menschlichen Kolonie auf We Made It einen Hyperraumschaltmotor zu verkaufen.

Das Schiff hätte genausogut Kzintigebiet statt von Menschen besiedeltes Gebiet ansteuern können.

Hatten die Puppenspieler nicht um diese Zeit herum die Kzinti studiert?

»Tanj! Das hat man davon, wenn man seinen Gedanken freien Lauf läßt. Ein wenig mehr Disziplin könnte nicht schaden.«

Aber war es nicht genau um diese Zeit gewesen? Sicher war es das. Nessus hatte es ihnen erzählt. Die Puppenspieler hatten die Kzinti erforscht und waren der Frage nachgegangen, ob es einen Weg gab, sie gefahrlos zu eliminieren.

Dann hatte der Krieg zwischen Menschen und Kzinti das Problem gelöst. Ein Schiff der Outsider hatte sich in den von Menschen besiedelten Raum verirrt und We Made It einen Hyperraumschaltmotor verkauft, während die Armada der Kzinti von der gegenüberliegenden Grenze her vordrang. Nachdem die Kriegsschiffe der Menschen mit Hyperraumtriebwerken ausgerüstet waren, hatten die Kzinti keine Bedrohung mehr dargestellt, weder für Menschen noch für Puppenspieler.

»Das würden sie nicht wagen…!« sagte Louis leise zu sich selbst. Er war entsetzt.

»Falls Der-zu-den-Tieren-spricht jemals…« Aber diese Möglichkeit erschien ihm noch schlimmer.

»Ein Zuchtexperiment«, sagte Louis. »Selektive tanj Zuchtwahl! Und sie benutzten uns. Sie benutzten uns!«

»Ja«, sagte Der-zu-den-Tieren-spricht.

Einen Augenblick lang dachte Louis, er habe sich alles nur eingebildet. Dann erblickte er das transparente Miniaturholo auf seiner Konsole. Er hatte vergessen, den Interkom abzuschalten.

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